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Dieter Kemper

deutscher Radrennfahrer
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Dieter Kemper Straßenradsport
Dieter Kemper in den frühen 60er Jahren
Dieter Kemper in den frühen 60er Jahren
Zur Person
Geburtsdatum 11. August 1937
Sterbedatum 11. Oktober 2018
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Disziplin Bahn / Straße
Verein(e)
RV Sturmvogel Dortmund
Wichtigste Erfolge
UCI-Bahn-Weltmeisterschaften
1975 Weltmeister – Steherrennen
Letzte Aktualisierung: 16. November 2018
Kemper und Klaus Bugdahl (l.) beim Sechstagerennen in Amsterdam 1969
Dieter Kemper nach seinem WM-Sieg der Steher 1975
Urkunde „Sportler des Jahres 1973“

Dieter Kemper (* 11. August 1937 in Dortmund; † 11. Oktober 2018 in Berlin-Pankow[1]) war ein deutscher Radrennfahrer. Er war mehrfacher deutscher und Europameister sowie einmal Weltmeister.

Leben und KarriereBearbeiten

AmateurBearbeiten

Dieter Kemper begann seine radsportliche Laufbahn bei einem sogenannten „Erster Schritt“-Rennen in Dortmund-Schüren 1957. Trotz zahlreicher Stürze beendete er dieses Rennen als Zweiter.[2]

Als Quereinsteiger – Kemper war vor seiner Radsport-Karriere aktiver und erfolgreicher Wasserballer beim SV Westfalen – durchlief er nicht das System der üblichen Jugendrennen, sondern begann seine Radsport-Laufbahn sofort als Amateur-Fahrer.[3] In dieser Zeit fuhr er für den Radsportverein RV Sturmvogel Dortmund, wo er auch während seiner Profi-Karriere Mitglied blieb.[4]

Als Jungamateur avancierte er innerhalb einer Woche durch den Gewinn dreier Straßenrennen vom C- zum A-Fahrer. 1960 wurde Kemper NRW-Landesmeister, gewann Rennen in Hannover und Herpersdorf und belegte bei der deutschen Meisterschaft den vierten Platz. Ein 7. und ein 23. Platz in den Olympia-Ausscheidungsrennen gegen die Auswahl der DDR brachten ihn jedoch um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rom, für die sich kein westdeutscher Fahrer qualifizieren konnte.[5] An den im selben Jahr stattfindenden Straßenweltmeisterschaften auf dem Sachsenring hingegen konnte Kemper teilnehmen, jedoch wenig erfolgreich, so dass er beschloss, Profi zu werden. Am Zweiten Weihnachtstag fuhr er in der Dortmunder Westfalenhalle sein letztes Rennen als Amateur und stellte in der Einerverfolgung über 4000 Meter mit 5:04,4 Minuten einen neuen Bahnrekord auf.[6]

BerufsfahrerBearbeiten

Am 1. Januar 1961 unterschrieb Dieter Kemper einen Profivertrag beim Torpedo-Rennstall und wurde Teamkollege von Hennes Junkermann. Kemper nahm an der Tour de France 1961 teil. Er stürzte schwer auf der zweiten Etappe von Pontoise nach Roubaix, die wie der Klassiker Paris–Roubaix über Kopfsteinpflaster führte, und erlitt eine Platzwunde am Kopf. Auf der sechsten Etappe kam er erneut zu Fall und hatte einen Defekt. Da der Materialwagen außer Reichweite war, schied er wegen Zeitüberschreitung aus.[7][8] Daraufhin blieb der erhoffte Vertrag bei einem bekannten Profi-Rennstall aus, und Kemper verlegte künftig seinen Schwerpunkt auf die Bahn.

In den Jahren 1963 bis 1966 war Kemper vier Mal Deutscher Meister in der 5000 Meter-Einerverfolgung, bei der Weltmeisterschaft wurde er zweimal Dritter in dieser Disziplin. Gleichzeitig begann seine Laufbahn als Sechstage-Fahrer: Mit Horst Oldenburg als Partner feierte Dieter Kemper in der Saison 1964/65 seinen ersten Sieg in Münster, dem er 1966 Jahr gemeinsam mit Rudi Altig in Berlin, Frankfurt, Köln und Bremen gleich vier erste Plätze folgen ließ. Seine erste Europameisterschaft der Steher gewann der Dortmunder 1967 in der Westfalenhalle.[9][10]

Innerhalb der nächsten zwei Jahre wiederholte er seinen EM-Erfolg in Dortmund. Er wurde mit Horst Oldenburg Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren und gewann die deutsche Kriteriums-Meisterschaft. 1971 wurde er Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren mit Klaus Bugdahl, 1972 Steher-Europameister, Dritter der Steher-WM, 1973 Weltpokalsieger der Steher, 1974 Weltpokalsieger der Steher und gewann 1975 die Europameisterschaft und den Weltmeistertitel der Steher. 166 mal startete er bei 6-Tage-Rennen: 26 erste, 29 zweite und 28 dritte Plätze gehören zu Kempers Bilanz.

Am 5. Dezember 1976 kam es beim Steherrennen in Köln zu einem folgenreichen Sturz: Kemper kam von der Rolle des Motorrades ab, prallte mit hoher Geschwindigkeit in die Bande und wurde anschließend von der nachfolgenden Maschine schwer am Kopf getroffen. Infolge des Sturzes lag er neun Tage im Koma. Danach zog sich Dieter Kemper 1978 vom Radsport zurück. Dieter Kemper war einmal Weltmeister (1975), siebenmal Europameister, siebenmal Deutscher Meister, dazu kamen zwei Siege im Weltpokal und 26 erste Plätze bei Sechstagerennen zwischen 1961 und 1977.[11] Er trug bei der Tour de Suisse einmal das Gelbe Trikot und gewann das Grüne. Des Weiteren erreichte er Etappensiege bei der Deutschland-Rundfahrt und den Vier Tagen von Dünkirchen.

Dieter Kemper führt auch die ewige Rangliste der erfolgreichsten Steher beim Großen Weihnachtspreis in der Dortmunder Westfalenhalle an. Er wurde dort fünfmal Sieger und sammelte im Laufe seiner Karriere insgesamt 53 Ranglisten-Punkte.[12]

Dieter Kemper trug sich dreimal (1967, 1971 und 1975) in die Siegerliste des Dortmunder Sechstagerennens ein. 1973 und 1975 wählten ihn die Leser der „Westfälischen Rundschau“ zum Sportler des Jahres.

RezeptionBearbeiten

2017 erschien zu seinem 80. Geburtstag eine Biographie mit dem Titel Der Kämpfer. Geschrieben wurde das Buch von seinem Sohn Christian.

ErfolgeBearbeiten

BahnBearbeiten

1963
  •   Deutscher Meister – Einerverfolgung
1964
  •   Deutscher Meister – Einerverfolgung
1965
1966
1967
1968
1969
1971
1972
1973
1974
1975
1976
  •   Europameisterschaft – Derny
  •   Europameisterschaft – Steherrennen
  •   Deutscher Meister – Steherrennen
1977
  •   Europameisterschaft – Derny

StraßeBearbeiten

1962
1963
1964

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dieter Kemper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ex-Weltmeister Dieter Kemper mit 81 Jahren gestorben. In: rad-net.de. 12. Oktober 2018, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  2. Peter Kehl: Dieter Kemper: „Wahnsinn, aber ich würde es wieder tun“. In: DerWesten. 23. Dezember 2010, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  3. Dieter Kemper: Anfang einer Karriere. In: Historische Bildergalerie des Bahnradsports. 28. März 2009, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  4. Der Neubeginn. RV Sturmvogel 1925 Dortmund, 2008, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  5. Kemper, Der Kämpfer, S. 35.
  6. Kemper, Der Kämpfer, S. 39.
  7. Kemper, Der Kämpfer, S. 55.
  8. Kurt Graunke, Walter Lemke, Wolfgang Rupprecht: Giganten von einst bis heute. München 1993, S. 49.
  9. EM Steher. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Stayer.de. Ehemals im Original; abgerufen am 12. Oktober 2018 (pdf).@1@2Vorlage:Toter Link/www.stayer.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  10. Die Europameisterschaften vor Gründung der „European Cycling Union“ (UEC) im Jahre 1995 gelten als inoffiziell, da sie bis zu diesem Zeitpunkt in der Regel Einladungsrennen waren, an der auch nicht-europäische Fahrer teilnehmen konnten.
  11. Jacq van Reijendam: 6-daagsen statistieken 2009. S. 7.
  12. Es begann mit dem „Lustigen Franz“: Aus der wechselvollen Geschichte eines Rad-Klassikers. In: Medien-Information 3 / 2001 der Westfalenhallen Dortmund GmbH. Dezember 2001, archiviert vom Original am 25. Oktober 2004; abgerufen am 12. Oktober 2018.