Hauptmenü öffnen

Audun-le-Tiche (deutsch Deutsch-Oth, auch Deutschet od. Deutsch Altheim, luxemburgisch Däitsch-Oth) ist eine französische Gemeinde mit 6800 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Die Einwohner nennen sich Audunois. Außer Audun-le-Tiche gibt es noch Audun-le-Roman. Die beiden Namen stehen für die frühere Sprachgrenze zwischen Deutsch-Lothringen und Welsch-Lothringen. Der frühere Name "Audun-le-Thieu" besagt wie der jetzige Name, dass dieses Audun (oder Oth oder Altheim) dem deutschen Sprachraum zugehörig war, wie umgekehrt das nur wenige Kilometer entfernte Audun-le-Roman dem romanischen Sprachraum angehört(e). Mit diesen Namen stellen in der französischen Sprache die Gegensatzpaare "tiche" und "roman" eine außergewöhnlich seltene und offenbar sehr alte Bezeichnung für "deutsch" und "französisch" dar, denn längst hat sich in der französischen Sprache für "Deutsch" "Allemand" und "Welsch ("Romanisch") "Français" durchgesetzt, wie auch bei dem Saarzufluss Nied, der zwei Oberläufe "Nied Allemande" und "Nied Française" hat.

Audun-le-Tiche
Wappen von Audun-le-Tiche
Audun-le-Tiche (Frankreich)
Audun-le-Tiche
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Thionville
Kanton Algrange
Gemeindeverband Pays Haut Val d’Alzette
Koordinaten 49° 28′ N, 5° 57′ OKoordinaten: 49° 28′ N, 5° 57′ O
Höhe 294–452 m
Fläche 15,43 km2
Einwohner 6.800 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 441 Einw./km2
Postleitzahl 57390
INSEE-Code
Website www.audun-le-tiche.fr

Grab der merowingischen Nekropole

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im äußersten Nordwesten des Départements Moselle, an der Grenze zu Luxemburg und zum Département Meurthe-et-Moselle. Unweit von Audun-le-Tiche befindet sich die Quelle der Alzette.

GeschichteBearbeiten

 
Hochöfen in Deutsch-Oth um 1900

Die Geschichte des Ortes ist durch die Eisenindustrie geprägt. Im Besonderen der deutsche Montanindustrielle Adolph Kirdorf investierte ab 1892 verstärkt in den Bau und die Übernahme mehrerer Hochofenwerke und Zechenbetriebe. 1944 bestand das KZ-Außenlager Deutsch-Oth des KZ Natzweiler-Struthof für den Untertagebau.[1] 1964 wurde der letzte Hochofen stillgelegt. Danach sank die Einwohnerzahl von ehemals über 8500 kontinuierlich. 1997 wurde in Audun-le-Tiche das letzte Eisenerzbergwerk Frankreichs geschlossen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 8.522 7.698 6.831 6.391 5.959 5.757 6.152

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswert ist die merowingische Nekropole aus dem 7. Jahrhundert.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Audun-le-Tiche unterhält seit 2010 eine Städtepartnerschaft zu der rheinland-pfälzischen Stadt Birkenfeld (Nahe). Ferner bestehen Partnerschaften seit 1979 mit Gualdo Tadino in Umbrien (Italien), seit 1996 (2011 erneuert) mit Duszniki-Zdrój in der Woiwodschaft Niederschlesien (Polen) und seit 2007 mit dem französischen Loudun im Département Vienne.

PersönlichkeitenBearbeiten

Im Ort geborenBearbeiten

  • Raymond Cicci (1929–2012), französischer Fußballspieler
  • Jules Sbroglia (1929–2007), französischer Fußballspieler, -trainer und Funktionär

Im Ort haben gewirktBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Audun-le-Tiche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Liste der Lager, Struthof – Die Stätte des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler, abgerufen am 22. März 2015