Knutange

französische Gemeinde

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Knutange
Wappen von Knutange
Knutange (Frankreich)
Knutange
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Thionville
Kanton Algrange
Gemeindeverband Val de Fensch
Koordinaten 49° 20′ N, 6° 2′ OKoordinaten: 49° 20′ N, 6° 2′ O
Höhe 196–366 m
Fläche 2,44 km²
Einwohner 3.195 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 1.309 Einw./km²
Postleitzahl 57240
INSEE-Code

Kirche Saint-Charles

Knutange (deutsch Kneuttingen)[1][2] ist eine französische Gemeinde mit 3195 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Thionville.

GeografieBearbeiten

Knutange liegt an der Fensch, etwa zwölf Kilometer südwestlich von Thionville auf einer Höhe zwischen 196 und 366 m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 2,43 km².

Wahrzeichen der Gemeinde ist die 260 Meter lange Eisenbahnbrücke über das Fenschtal (Viaduc de Knutange) an der Bahnlinie Lille-Thionville. Am 20. August 1899 war auf der Bahnstrecke Diedenhofen–Fentsch in Kneuttingen ein Haltepunkt für den Personen-, Gepäck- und Expressgutverkehr eröffnet worden.[3]

GeschichteBearbeiten

Knutange wurde erstmals 1193 als Cneutengis erwähnt und ist nach einem fränkischen Grundbesitzer namens Knuto benannt. Der Ort kam 1659 an Frankreich.

 
Begichtungs-Drahtseilbahnanlage ­der Fentscher Hütten-Actien-Gesellschaft zu Kneuttingen um 1902

Die Gemeinde hat eine lange Industriegeschichte. Das Hüttenwerk Kneuttingen („Fentscher Hütten-A.-G. Kneuttingen“)[4] war von 1895 bis in die 1970er Jahre in Betrieb.[2] Es verfügte über eine 145 m lange, von Adolf Bleichert & Co. erbaute Gichtseilbahn, die als Besonderheit zwei um 360° drehende Winkelstationen hatte, weil die Möllerplätze bzw. Erzrümpfe dicht neben den Hochöfen lagen.[4] Am 6. Januar 1898 stürzte ein 21 m hoher Schornstein der Kühlungsanlage des Hochofens ein, wobei sechs Tote sowie drei Schwerverletzte zu beklagen waren.[5] Im Geschäftsjahr 1904/05 erzielte die Hütte einen Betriebsüberschuss von 4.438.275 Mark (entspricht heute etwa 28.800.000 EUR[6]).[7]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1909 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2012
Einwohner 3.445[1] 5.767 4.433 4.104 3.649 3.772 3.632 3.239

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Knutange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kneuttingen. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 11, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1907, S. 171.
  2. a b Hüttenwerk Kneuttingen, geschichtlicher Überblick. Abgerufen am 9. Januar 2011 (französisch).
  3. Eröffnung des Haltepunktes Kneuttingen. In: Verordnungs- und Anzeige-Blatt der kaiserl(ich) königl(ichen) General-Direction der österreichischen Staatsbahnen / Verordnungsblatt/Amtsblatt des k(aiserlich) k(öniglichen) Eisenbahnministeriums für den Dienstbereich der Staatseisenbahnverwaltung, 26. August 1899, S. 348 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bah
  4. a b Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. 2. Auflage. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart und Leipzig 1920 (zeno.org [abgerufen am 5. März 2020] Lexikoneintrag „Schrägaufzüge“).
  5. Einsturz eines Schornsteins. In: Arbeiter-Zeitung, 7. Jänner 1898, S. 4 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/aze
  6. Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100.000 EUR gerundet und vergleicht 1905 mit Januar 2021.
  7. Lothringer Hüttenverein. In: Neue Freie Presse, 21. September 1905, S. 13 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp