Hauptmenü öffnen

Rodemack (deutsch Rodemachern, lothringisch Ruedemaacher) ist eine französische Gemeinde mit 1204 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört dem Gemeindeverband Cattenom et Environs an.

Rodemack
Wappen von Rodemack
Rodemack (Frankreich)
Rodemack
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Thionville
Kanton Yutz
Gemeindeverband Cattenom et Environs
Koordinaten 49° 28′ N, 6° 14′ OKoordinaten: 49° 28′ N, 6° 14′ O
Höhe 154–242 m
Fläche 9,96 km2
Einwohner 1.204 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 121 Einw./km2
Postleitzahl 57570
INSEE-Code
Website www.mairie-rodemack.fr

Kirche mit Marktplatz

Da seine mittelalterliche Substanz weitgehend erhalten ist, wird Rodemack auch das kleine lothringische Carcassonne (frz. La Petite Carcassonne Lorraine) genannt. Rodemack zählt zur Vereinigung der schönsten Dörfer Frankreichs (frz. Les plus beaux villages de France).[1]

LageBearbeiten

Rodemack liegt im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Deutschland, etwa sechs Kilometer von der luxemburgischen und 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

GeografieBearbeiten

Zu Rodemack gehören die Ortsteile Esing, Faulbach und Seming (1793: Simming).

GeschichteBearbeiten

Im 9. Jahrhundert schenkte Ludwig der Fromme das Gebiet dem Kloster Fulda. Da die Entfernung zwischen Fulda und Rodemack beträchtlich ist, tauschte Abt Huoggi das Gebiet gegen andere Territorien mit Abt Reginas von Echternach.

1190 besetzte Arnoux I. das Gebiet und errichtete eine erste Burg an der Stelle der heutigen Burg. Die neuen Herren von Rodemachern/Rodemack erweiterten ihre Herrschaft kriegerisch bis an die Grenzen von Metz.

1492 gingen alle Güter der Herren von Rodemachern an den Markgrafen Christoph I. von Baden über. Sein Enkel Christoph II. begründete die Seitenlinie Baden-Rodemachern. 1542 eroberte eine französische Armee die Festung. Durch den Vertrag von Crépy fiel Rodemack 1544 jedoch an Spanien. 1552 wurde der Ort wiederum französisches Gebiet, um 1559 durch den Vertrag von Cambresis wieder spanisch zu werden.

Dieses wechselhafte Schicksal zog sich weiter durch den 30-jährigen Krieg, nach dessen Ende die spanische Krone erneut das Sagen in Rodemack hatte. Es kam zu weiteren Besitzwechseln zwischen Frankreich und Spanien, bis Frankreich ab 1678 die Oberhand gewann. Der französische Anspruch wurde jedoch erst 1769 im Vertrag von Versailles bestätigt. Im 18. Jahrhundert verwüstete eine Feuersbrunst zahlreiche Häuser von Rodemack.

1792 wurde Rodemack von den Truppen des Herzogs von Braunschweig eingenommen. Die Verteidiger durften auf Intervention von Marschall Luckner den Ort verlassen. Die letzte militärische Belagerung erfuhr Rodemack 1815 durch die Preußen, die sich nach erheblichen Verlusten jedoch zurückziehen mussten.

1821 wurde die Festung von Rodemack geschleift.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2015
Einwohner 534 506 488 650 771 804 1.065 1.167

LiteraturBearbeiten

  • Jean-Pierre Obry: Rodemack et ses seigneurs jusqu’en 1659. Metz 1948
  • Sylvain Chimello: Rodemack. Serge Domini Editeur, Thionville 1998
  • Fridolin Weber-Krebs: Die Markgrafen von Baden im Herzogtum Luxemburg (1487–1797). Porta Alba Verlag, Trier 2007

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rodemack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rodemack auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)