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Aare
Verlauf der Aare mit ihrem Einzugsgebiet.

Verlauf der Aare mit ihrem Einzugsgebiet.

Daten
Gewässerkennzahl CH: 37, DE: 22
Lage Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Ursprung am Unteraargletscher im Grimselgebiet
46° 33′ 58″ N, 8° 14′ 33″ O
Quellhöhe 1977 m ü. M. (Unteraargletscher)
Mündung bei Koblenz in den RheinKoordinaten: 47° 36′ 21″ N, 8° 13′ 25″ O; CH1903: 659023 / 273089
47° 36′ 21″ N, 8° 13′ 25″ O
Mündungshöhe 312 m ü. M.[1]
Höhenunterschied 1665 m
Sohlgefälle 5,7 ‰
Länge 291,5 km[2]
Einzugsgebiet 17.709 km²[3]
Abfluss am Pegel Bern, Schönau[4]
AEo: 2941 km²
NNQ (1944)
MNQ 1935–2016
MQ 1935–2016
Mq 1935–2016
MHQ 1935–2016
HHQ (1999)
28,9 m³/s
90,4 m³/s
122 m³/s
41,5 l/(s km²)
157 m³/s
613 m³/s
Abfluss am Pegel Brugg[5]
AEo: 11.681 km²
Lage: 18,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (1969)
MNQ 1935–2016
MQ 1935–2016
Mq 1935–2016
MHQ 1935–2016
HHQ (2007)
93,4 m³/s
190 m³/s
314 m³/s
26,9 l/(s km²)
407 m³/s
1387 m³/s
Abfluss am Pegel Untersiggenthal, Stilli[6]
AEo: 17.553 km²
Lage: 12,5 km oberhalb der Mündung
NNQ (1963)
MNQ 1935–2016
MQ 1935–2016
Mq 1935–2016
MHQ 1935–2016
HHQ (2007)
138 m³/s
351 m³/s
558 m³/s
31,8 l/(s km²)
735 m³/s
2656 m³/s
Linke Nebenflüsse Lütschine (Brienzersee), Kander (Thunersee), Gürbe, Saane, Zihl (Bielersee), Suze (Bielersee), Dünnern
Rechte Nebenflüsse Gadmerwasser, Zulg, Emme, Murg, Wigger, Suhre, Aabach, Reuss, Limmat, Surb
Durchflossene Seen Brienzersee, Thunersee, Bielersee
Durchflossene Stauseen Oberaarsee, Grimselsee, Räterichsbodensee, Wohlensee, Niederried Stausee, Klingnauer Stausee
Großstädte Bern
Mittelstädte Thun, Biel/Bienne, Aarau
Kleinstädte Interlaken, Münsingen, Solothurn, Olten, Brugg
Schiffbar Nidau – Solothurn
Die Aare in Bern mit Berner Münster und Nydeggbrücke

Die Aare in Bern mit Berner Münster und Nydeggbrücke

Die Aare (frz. Aar/Arole; lat. Arula/Arola/Araris[7]) ist der längste gänzlich innerhalb der Schweiz verlaufende Fluss. Ihre Gesamtlänge beträgt 288 km, das Gefälle 1665 m, ihr Einzugsgebiet 17'709 km² und der mittlere Abfluss 560 m³/s. Die Aare ist der wasserreichste Nebenfluss des Rheins, noch vor der Maas, und sie führt mehr Wasser als Mosel und Main zusammen.

Die Aare entspringt in den beiden Aargletschern in den östlichen Berner Alpen am Finsteraarhorn, westlich des Grimselpasses im zentralen Süden der Schweiz. Ihr Lauf führt durch die Kantone Bern, Solothurn und Aargau. Zuerst passiert sie die in einen hohen Felsriegel eingeschnittene Aareschlucht und erreicht danach die Ebene zwischen Meiringen und dem glazialen Brienzersee. Kurz vor dem Eintritt in den Thunersee bei Interlaken ist sie kanalisiert und verlässt diesen nordwestlich in das breite Aaretal. Auf dem Gebiet von Bern umfliesst sie den mittelalterlichen Stadtkern und erreicht in westlicher Richtung den Wohlensee. Bei Aarberg wird sie über den Hagneckkanal in den Bielersee geleitet und folgt nach dem Austritt nordostwärts dem Verlauf des Juragebirges. Unterhalb von Brugg nimmt sie die Reuss und die Limmat auf, bevor sie bei Koblenz (CH) in den Rhein mündet.

Die Aare war im Laufe der geologischen Entwicklung nacheinander der Oberlauf der Donau, der Rhone und des Rheins.

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

 
Renaturierte Alte Aare

Die Aare entströmt den beiden Aargletschern (Oberaar‑ und Unteraargletscher) im Grimselgebiet einige Kilometer südlich von Guttannen im Haslital und fliesst in nördlicher Richtung durch das lange, teilweise steile Tal bis nach Innertkirchen. Dann passiert sie die in einen hohen Felsriegel eingeschnittene Aareschlucht und erreicht danach die Ebene zwischen Meiringen und dem Brienzersee.

Bei Brienz mündet die Aare in den Brienzersee. An dessen Westende durchquert sie dann das sogenannte Bödeli, die weite Schwemmebene der Lütschine bei Interlaken, bevor sie an der Ortschaft Unterseen vorbei zum Thunersee fliesst. In den See fliesst seit der Flusskorrektion im 18. Jahrhundert die Kander, seither wirken sich auch deren Abflussschwankungen nicht mehr unmittelbar auf den Mittellauf der Aare aus.

Den Thunersee verlässt die Aare bei der Stadt Thun und fliesst durch das breite Aaretal zwischen Münsingen und dem Belpberg nach Bern. Bei Unteraar kommt die Giesse (auch „Giessen“) als kleiner Bach aus den Hügeln links der Aare und fließt dann etwa zehn Kilometer lang parallel neben ihr, da das Bett der Aare durch Sedimente aus dem Hochgebirge etwas höher liegt. Die Giesse nimmt das Wasser der Aare-Aue auf und mündet im Norden des Belpmooses in die vom Alpenrand kommende Gürbe, die ausreichend Gefälle hat, um in die Aare zu münden.

Auf dem Gebiet der Stadt Bern verläuft die Aare in einem tief eingeschnittenen Tal um die im Mittelalter auf einem Geländesporn errichtete Altstadt. Mit einer seit Jahrhunderten bestehenden Staustufe, der Schwelle, wird ein kurzer Gewerbekanal, der Tych, abgeleitet. Wenig flussabwärts umfliesst die Aare in einer weiteren Talschlaufe die Engehalbinsel, bevor sie in westlicher Richtung den Wohlensee erreicht. Dieser See entstand als Stausee mit dem Bau der Staumauer des Wasserkraftwerks Mühleberg.

Nach der Einmündung der Saane bei Oltigen südlich von Aarberg fliesst die Aare durch den während der ersten Juragewässerkorrektion gebauten Hagneck-Kanal und bei Hagneck in den Bielersee. Bei Nidau verlässt sie den Bielersee und fliesst durch den Nidau-Büren-Kanal. Kurz vor Büren erreicht sie wieder ihr altes Flussbett. Die Strecke des ursprünglichen Flusslaufs zwischen Aarberg und Büren an der Aare, die sogenannte Alte Aare, bildet ein weites naturbelassenes Gebiet, das nördlich des Kanals um den weiten, bei der Flusskorrektion abgeschnittenen Altlauf im so genannten Häftli ergänzt wird.

Von Büren an der Aare an fliesst die Aare in einer weiten Ebene, die durch Verlandung des so genannten Solothurner Sees am Ende der letzten Kaltzeit entstand, dem Jurasüdfuss entlang in nordöstlicher Richtung durch Solothurn nach Luterbach, wo die Emme mündet. Sie fliesst an Wangen an der Aare, Bannwil, Aarwangen, Wolfwil, Murgenthal, Aarburg, Olten und Aarau vorbei und in einer klammartigen Klus durch Brugg. Dann nimmt sie kurz nacheinander Reuss und Limmat auf. Diese Gegend wird Wasserschloss der Schweiz genannt, da sich dort drei der wasserreichsten Flüsse der Schweiz vereinigen. Die Landschaft rechts der Aare zwischen Thun und Aarwangen gehörte seit dem Mittelalter zur Landgrafschaft Burgund. 60 Gemeinden in den Agglomerationen Aarau, Olten und Zofingen bildeten um 2005 eine regionale Partnerschaft unter der Bezeichnung Aareland rund um die Netzstadt Aarau/Olten/Zofingen.

Von Brugg an fliesst die Aare bei Stilli durch eine breite Klus im Jura nach Norden. Zwischen dem Ortsteil Felsenau der Gemeinde Leuggern und Koblenz (CH) gegenüber von Waldshut (DE) mündet sie in den Rhein. Die Aare ist mit 560 m³/s der wasserreichere Fluss (Rhein: 439 m³/s); aus hydrologischer Sicht ist also der Rhein ein Nebenfluss der Aare, nicht umgekehrt. Für die Strecke von Biel nach Koblenz benötigt die Aare eine Fliesszeit von rund zwei Tagen bei mittlerem Wasserstand.[8]

 
Zusammenfluss von Aare (von rechts) und Hochrhein (von rechts hinten nach links hinten) zwischen Waldshut (hinten links) und Bahnhof Koblenz (rechts)
Quelle
Mündung
Quelle- und Mündungsort der Aare

Geschichte des FlusssystemsBearbeiten

Die Aare zeichnet in ihrem gestreckt nordöstlich gerichteten unteren Laufabschnitt die seit rund 30 Millionen Jahren nachweisbare Entwässerungslinie der Vorlandsenke im Norden der sich heraushebenden Alpen nach. Nach der wechselvollen Auffüllung und schliesslichen Anhebung des einstigen schmalen Helvetmeeres entwässerte das Gebiet wechselnd west- oder ostwärts, bis sich im Pliozän vor 3 bis 4 Millionen Jahren das obere Flusssystem der Urdonau herausbildete. Eine Zeitlang war sein Hauptquellfluss sogar die obere Rhone. Im jüngeren Pliozän brach diese Aare-Donau zur Burgundischen Pforte hin aus und bildete als Aare-Sundgaustrom den Hauptstrang der Ur-Rhone. Am Ende des Pliozäns war die Talwasserscheide quer zum heutigen Oberrheingraben nahe dem einstigen Kaiserstuhl-Vulkan so weit abgesunken, dass der Strom erneut ausbrach und zum Hauptstrang des sich rasch ausweitenden Rhein-Systems wurde. Erst vor rund 800.000 Jahren wurde der Alpenrhein, damals Hauptstrang der verbliebenen Donau, nach Westen zum heutigen Hochrheintal hin abgelenkt, wohl unter Mitwirkung der ersten grossen pleistozänen Vergletscherungen des Alpenvorlandes, aber auch tektonischer Veränderungen: Heute liegt das Mittelwasser der Donau in Neu-Ulm 466,68 m ü. NHN[9], das des Bodensees bei 395,3 m ü. NHN[10].

Damit war die Aare im Laufe ihrer Geschichte der oberste hydrologische Hauptstrang aller drei nordalpinen Stromsysteme.

FlusssystemBearbeiten

 
Einzugsgebiet der Aare

Die Aare und ihre Zuflüsse haben verglichen mit dem übrigen Flusssystem des Rheins zwei Besonderheiten:

  • Sie durchfliessen zahlreiche natürliche Seen.
  • Mehrere der Gewässer entspringen nicht aus einer Quelle, sondern beginnen mit einem Ursprungsgletscher.

GliederungBearbeiten

Der Verlauf der Aare besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

  • Zunächst ist sie ein Alpenfluss, der in zwei Fjordseen ausläuft, die aus einem einzigen entstanden sind, der durch Sedimente des seitlichen Zuflusses Lütschine in zwei Teile geteilt wurde. Der Einzugsbereich dieses alpinen Abschnitts der Aare entspricht grossenteils dem Berner Oberland.
  • Dann fliesst sie nordwestwärts vom Alpenrand zum Fuss des Juragebirges.
  • Dort setzt sie die Richtung der überwiegend aus dem Neuenburgersee bestehenden Zihl fort und fliesst parallel zum Jurafuss nordostwärts bis zum Rhein.

Den Weg aus den Alpen ins Schweizer Mittelland nehmen in ähnlicher Weise ihr linker Zufluss Saane und dann die beiden grossen rechten Zuflüsse Reuss (Fluss) und Limmat, die nahe beieinander die Aare erreichen, 15 bzw. 14 km bevor diese in den Rhein mündet. Das Einzugsgebiet der Aare oberhalb der Reussmündung ist mit 11.709 km² etwa so groß wie das des Bodensees (11.487 km², Ausfluss 78,4 km vor der Aaremündung). Unterhalb der Mündung der Limmat ist der mittlere Abfluss der Aare größer als derjenige des Rheins vor der Aaremündung

Von den im Mittelland entstehenden Nebenflüssen sammeln sich die südwestlichen in der Zihl. Die übrigen fliessen annähernd parallel zueinander und münden nacheinander zwischen dem Bielersee und der Reuss in die Aare.

Zwei der drei bedeutenden Zuflüsse aus dem Jura sind von den Besonderheiten dieses Kalkgebirges geprägt: Die Orbe fliesst zwischen ihrem Oberlauf, dessen Tal wie eine Nadel in das Einzugsgebiet der Rhone ragt, und dem Unterlauf durch eine Doline. Die Areuse erhält durch zwei seitliche Karstquellen Wasser aus Hochtälern ohne oberirdischen Abfluss.

TabelleBearbeiten

Die Aare, ihre wichtigsten Nebenflüsse und deren wichtigste Nebenflüsse
Reihenfolge flussaufwärts, Seen und Gletscher als Flussabschnitte
Darstellungsweise:
  • Ein Gewässer mündet in denjenigen der darüber aufgelisteten Flussläufe,
    dessen Name über der Angabe der Einmündungsseite („rechts“/„links“) des mündenden Gewässers beginnt.
  • Die Lage jeder Mündung ist in km von der nächst höherrangigen angegeben, I(BS) ist hier der Nullpunkt der Schweizer Rheinstationierung in Basel, II die Mündung der Aare in den Rhein, u. s. w.
  • IIIS, IVS usw. sind Abstände von der Mündung in einen See. Die Strecke von dieser Mündung bis zur Seeachse des den See durchfließenden Hauptgewässers steht im Eintrag zur Mündung nach dem + .
  • Q–II u. dgl. = Fliessweg von der Quelle bis zur Mündung eines höherrangigen Flusses. Q = Abstand der Mündung eines Zuflusses von der Quelle des Vorfluters.
  • Aus den „Länge bis zur Quelle“-Angaben in https://map.geo.admin.ch ergeben sich hydrologische Flussläufe, die sich auf mehrere GEWISS-Nummern verteilen können.
  • Wo ein Flussname wegen zwischendurch durchflossener Seen mehrmals erscheint,
    bezieht sich die Längenangabe in der ersten Zeile (oder die in der ersten Zeile hinter dem Schrägstrich) auf den gesamten Flusslauf,
    (diejenige vor dem Schrägstrich und) die in nachfolgenden Zeilen auf Teilstrecken.
  • Bei Gletschern eingetragene GEWISS-Nummern beziehen sich strenggenommen auf den (angenommenen) Bach unter dem Eis.
    Der ist im Allgemeinen kürzer als die Länge des Gletschers an der Oberfläche.
  • Längenangaben zu Seen beziehen sich auf den Talweg des durchlaufenden Gewässers bzw. vom ranghöchsten Zufluss zum ranghöchsten Ausfluss.
  • Pfeile sind flussabwärts gerichtet und markieren obere Teile eines schon vorher erwähnten Flusslaufs.
  • Sind an einem Zusammenfluss amtlich beide ankommenden Gewässer gleichermassen als Quellflüsse des Gewässers unterhalb klassifiziert,
    so sind ihre Mündungen mit „↑ li.“ und „↑ re.“ gekennzeichnet.
Zufluss in Fliessrichtung
gesehen von
Name Mündungs-
oder See-
höhe [m]
Mündung
km
von
Lage der Mündung
bzw. des Ausflusses
Gewässernr.:
GEWISS-Nr.[11],
SANDRE (F)
Länge
[km]
Einzugs-
gebiet
[km²]
mittlerer
Abfluss
[m³/s]
Anmerkung
Aare 311 I(BS): 67,05 Rhein bei Koblenz AG CH: 37 291.519 [2] 17 709,00 559,0
rechts Limmat (einschl. ← … ← Linth) 328 II: 13,96 bei Gebenstorf CH: 294 36,3 / 143,1 2 412,0 101,0
links Sihl 402 III: 34,40 Zürich CH: 577 108,5 341 06,8
Sihlsee ≤ 889,0 IV: 49,08 Staumauer CH: 577 00,8,3
Sihl IV: 57,52 südöstl. Euthal CH: 577 11
Zürichsee 406 III: 36,31 Zürich 0CH: 3750 0039,10
Linthkanal III: 90,0 bei Schmerikon 0CH: 2420 0016,96
Walensee 419 III: 106,96 westliches Seeende CH: 3584, 2455 0015,48
↑ gr. Seez III: 108,6 + 13,9 östl. Seeende CH: 331 032,8 204,2 Q–IIIA: 48,33
↑ li. Linth III: 108,6 + 0,7 Südufer 0CH: 2455 37,1 / 65,9 621,0 Q–IIIA: 49,53
rechts Reuss 329 II: 15,43 bei Windisch AG CH: 380 0164,8 3 426,0 140
rechts Lorze (← Thrombach) 387 III: 43,1 Maschwanden CH: 676 39,3 299 0007.3
Zugersee 413 IV: 10,24 Cham ZG CH: 676 geknickte Achse der Lorze im See
Lorze IV: 14,3 Zug CH: 676 39,28 (100)
Ägerisee 724 IV: 30,67 Unterägeri 0CH: 3579 05,72
Thrombach IV: 36,39 hinteres Seeende 0CH: 1013 01,8
links Kleine Emme 431 III: 69,7 nahe Luzern CH: 707 37 / 59,5 478,0 15,7
↑ re. Waldemme 728 IV: 36,5 1 km vor Schüpfheim CH: 556 017,9 Mündung der Wiss Emme
Vierwaldstättersee 434 III: 72,77 Luzern CH: 380 37
links Sarner Aa einschl. III: 79,0 + 10,0 Alpnach CH: 712 8,36 / 28 267,0
Wichelsee IV: 2,66–4,41 bei Kagiswil
Sarnersee 469 IV: 8,29–12,2 bei Sarnen CH: 712 05,8
rechts Grosse Melchaa IV: 9,16 + 0,44 zw. Sarnen u. Sachseln CH: 711 13,7 / 23,36
↑ Cheselenbach
Oberlauf unterirdisch,
parallel dazu Druckstollen
1 029,0 V: 14,28 Stöckalp CH: 823 05,0 ← rechts:
• Bettenalpbach
• Wolfsalpbach
Melchsee 1 891,0 V: 19,28 0CH: 4786 1,1
↑ Tannenbach V: 20,38 0CH: 3196 2,0
Tannensee 1 976,0 V: 22,38–23,36 Staudamm 00CH: 13147 00,9
↑ Sarner Aa (Dreiwässerkanal
↑ Giswiler Aa)
469 IV: 14,18 bei Giswil CH: 712 03,8
↑ zwei parallele Stollen 492 IV: 17,9 Giswil-Rudenz 1,0
Lungerersee 687 IV: 18,9 Kaiserstuhl-Bürglen 0CH: 3580 003,45
Laui Lungern IV: 22,35 Obsee CH: 3194 05,7
links Engelberger Aa III: 89,0 + 3,2 Buochs CH: 720 37,2 227,0 12,0
rechts Muota 434 III: 100,0 + 0,4 Brunnen CH: 740 30,2 317,0 19,1
rechts Seeweren IV: 1,97 CH: 588 3,52 / 15,9
Lauerzersee 447 V: 3,52 Seewen SZ 0CH: 3583 3,55
Steiner Aa
↑ Hundschottenbach
V: 7,15 bei Steinen SZ CH: 745 014,4 27,7 Q–V: 21,5
↑ Reuss 434 III: 111,4 Flüelen CH: 380 (ca. 833)
↑ li. Furkareuss 1 448,0 III: 148,46 Hospental CH: 380 7 Mündung der Gotthardreuss
rechts (rechter) Aabach II: 28,14 Wildegg AG CH: 680 17,8 303
rechts Bünz 348 III: 0,27 CH: 681 30,5 123
↑ Aabach (← Ron) CH: 680 03,9 180
Hallwilersee 449 III: 15,0–23,26 Seengen CH: 680 08,3
Baldeggersee 463 III: 37,14 Richensee CH: 3570 04,3
Ron III: 41,53 Hochdorf LU CH: 768 14,4 028,3 0,6
rechts Suhre 362 II: 35,95 Aarau (östl. Vororte) CH: 495 50,9 mündet in rechten Aarearm
rechts Wyna ← Wyne 385 III: 3,5 Suhr CH: 545 32,0 121,0 1,5
Sempachersee 504 III: 34,08 bei Oberkirch LU 0CH: 3752 06,5
Gross Aa III: 41,93 bei Sempach CH: 767 10,86 15,7
links Dünnern ,0388,7 II: 576 Olten CH: 436 35,8 196,0
rechts Wigger ,0392,4 II: 59,89 Oftringen CH: 507 43,2 380,0 5,9
links Luthern 484 III: 16,66 Nebikon CH: 506 26,9 105,0 1,5
rechts Murg aus: 400 II: 68,28 Murgenthal CH: 497 2,4 / 33,7
↑ re. Rot 420 III: 2,29 Murgenthal CH: 520 16,7 36,1
↑ li. Langete CH: 496 31,5 131,0 2
rechts Önz 417 II: 79,2 unter Bützberg CH: 524 25,2 087,6 1,6
rechts Ösch 417 II: 84,36 Wangen a. A. 0CH: 1354 28,0 84,5
rechts Emme 425 II: 91,7 Zuchwil CH: 468 69,1 / 81,9 983,0 20
links Limpach 458 III: 7,7 bei Bätterkinden CH: 796 19,0
rechts Ilfis 643 III: 40,5 oberhalb Lauperswil CH: 490 24,28 204,0 5,4
Nidau-Büren-Kanal ,0427,1 II: 114,8 Büren a.d.A. CH: 37 0
rechts Alte Aare ,0427,2 II: 116,42 1,5 km vor Büren a.d.A. CH: 433 ,0
links Zihl II: 124,3 nominelle Mündung, der eigentlich schon vorher im Bieler See mit der Aare vereinigten Zihl
Bielersee (frz.: Lac de Bienne) ,00429,25 II: 126,3 Nidau CH: 37 09,7
links Schüss (frz.: La Suze) II: 126,68 + 1,04 Biel/Bienne CH: 274 42,0 210,0
links Zihlkanal II: 134,7 + 7,2 Le Landeron 0CH: 1411 8,8 / 100,6(?)
Neuenburgersee (frz.: Lac de Neuchâtel) ,00429,28 III: 7,57 Marin NE CH: 03755 37,530
links Canal de la Broye (← Broye) III: 8,67 + 2,6 Grosses Moos CH: 03035 8,22 / 88,0 ca. 2180
Murtensee (frz.: Lac de Morat) ,00429,30 IV: 8,036 Sugiez 0CH: 3754 07,8
La Broye IV: 16,26 (=„0“) Bellerive VD CH: 215 88,0 851,0 05,3
links L'Areuse (f.) ,00429,28 III: 20,03 + 1,82 Colombier NE CH: 206 31,7 394,0 11,9
rechts La Menthue III: 36,42 + 2,23 Yvonand CH: 240 34,0 105,0 2,2[12]
↑ La Thielle/Thièle (dt.: Zihl) aus: III: 45,10 (=„0“) Südwestende bei Yverdon CH: 207 08,8 2 672,,00 53,5
↑ re. Le Talent ,00429,… III: 53,85 (=„8,78“) 2 km nordöstlich Orbe VD CH: 220 40,03 066,0 01,1
↑ li. (untere) L'Orbe (f.) CH: 3229
V2400900
22 / 63,50 488,0 11,6
↑ unterirdischer Verlauf der Orbe 750 IV: 21,78 Grotten von Vallorbe 02,35
Lac Brenet 1002 IV:24,13–25,77 Versickerung 0(1,6)
Lac de Joux 1004 IV: 27,37 08,8
↑ (obere) L'Orbe IV: 35,2 Le Sentier 22,0
Lac des Rousses 1058 IV: 57,2 1,7 / 2,16 (Zu- bis Ablauf / Seelänge)
↑ (Quellbach) L'Orbe IV: 58,9 Les Rousses 2 Q–IV: 60,9; Q–IIIS: 106
Hagneckkanal II: 135,0 CH: 37
⇒  RE. Alte Aare 429 II: 144,67 Hagneck CH: 433
↑ Aare CH: 37 150,4 (5095)
links Saane (frz.: La Sarine) 463 II: 153,46 bei Wileroltigen CH: 227 1260,0 1 893,0,0 53,8
rechts Sense (frz.: La Singine) aus: 482 III: 9,7 bei Laupen CH: 269 35,9 432,0 09,7
rechts Schwarzwasser 576 IV: 4,2 oberh. Flamatt CH: 452 24,8 130,0 2,38
↑ li. Warme Sense 864 IV: 35,66 südl. Plaffeien CH: 522 10,4 / 35,9 44,7 1,54
Schwarzsee 1 046,0 V: 5,0 Schwarzsee (Plaffeien) 0CH: 3757 001,3
↑ Euschelsbach V: 6,3 CH: 1530 03,6 Q–IV: 9,9
↑ re. Kalte Sense
↑ Gantrischsense
864 IV: 35,66 südl. Plaffeien CH: 450 12,4 62,3 2,25
↑ Gantrischseeli ← Quellbäche 1 578,0 V: 12,234 CH: 450 00,2
links La Glâne 559 III: 35,53 bei Villars-sur-Glâne CH: 233 35,9 432,0 09,7
rechts Ärgera (frz.: La Gérine) 564 III: 36,6 bei Marly CH: 232 24,0 85,9 1,72
links Gürbe 505 II: 188,2 Südrand von Bern CH: 471 28,7 143,0 02,6
rechts Zuig 546 II: 209,9 Nordrand von Thun CH: 548 23,37 88,1
Thunersee 558 II: 214,44 Thun CH: 37 17,9
links Kander II: 217,11 + 1,27 Thun-Gwatt CH: 430 46,9 1 094,0,0 42,6
links Simme 583 IIIS: 3,67 Wimmis CH: 439 55,5 594,0 20,4
links TK: Trüebbach bzw. BAFU:
Rezigletscherbach ← Simme[13]
1 400,0 III: 54,2, Q: 0,34 CH:439 3,5
↑ Rezligletscher
Glacier de la Plaine Morte
2460 III: 57,7 CH: – 3
links Entschlige 754 III: 17,2 bei Frutigen CH: 428 24,6 145,0 05,5
Kanderfirn 2 300,0 III: 46,7 Gasteretal 05,2
↑ Aare (Teilstück) 558 II: 232,85 Interlaken CH: 37 5,8
Brienzersee 564 II: 238,33 CH: 37 13,7
links Lütschine aus: II: 239,5 + 0,58 Bönigen CH: 500 08,6 380,0 18,8
↑ li. (lange) Weisse Lütschine
↑ Tschingel-Litschina
646 III: 8,56 Zweilütschinen CH: 502 17,0
Tschingelfirn 2 200,0 IV: 17,0 Untersteinberg 003,3[14]
↑ re. Schwarze Lütschine 646 III: 8,65 Zweilütschinen CH: 501 017,7[14]
links (kurze) Weisse Lütschine 957 IV: 12,02 Grindelwald CH: 5709 002,7[14] 45,1 3,34
(Unterer) Grindelwaldgletscher 1 090 (1975) IV: 14,4 Gletscherschlucht CH: 3421[15] 008,3[14]
links: Ischmeer 0CH: 3421
Oberer Grindelwaldgletscher 1 458 IV: 1737 Milchbach CH: 501 005,7[14]
↑ Aare 564 II: 252,9 bei Brienz CH: 370
Grimselsee ≤ 1908,00 II: 288,2 Staumauer 0CH: 3760 0005,56[14]
rechts Oberaarbach II: 292,2 + 0,3 0CH: 1924
Oberaarsee ≤ 2303,00 III: 1,28 0 CH: 1924 003[14]
Oberaargletscher 2 310,0 III: 4,43 0CH: 1924 0004,7[14]
↑ Aare II: 293,86 000CH: 130373
Unteraargletscher aus: 1 900,0 II: ≥295 4,4 / – [14]
↑ li. Lauteraargletscher laufen eigentlich
durch Mittelmoräne getrennt
bis zum Gletscherabbruch durch
000CH: 130370 6,3 / 10,7[14]
↑ re. Finsteraargletscher 000CH: 130373 6,3 / 10,7[14]

Nutzungs- und KulturgeschichteBearbeiten

Im Mittelalter war die Aare ein wichtiger Grenzfluss: Sie trennte z. B. die Stammesherzogtümer Burgund und Alemannien, war Grenzabschnitt der karolingischen Reichsteilungen und trennte auch eine Weile Hochburgund vom römisch-deutschen Reich. Mit der Gründung der Stadt Bern am Ende vom 12. zum 13. Jahrhundert änderte sich der Charakter der Aare, denn spätestens ab Mitte des 13. Jahrhunderts gab es Brücken über den Fluss und entwickelten sich zusammenhängende Herrschaftsgebiete auf beiden Seiten der Aare.

Die kurzen Grenzabschnitte, die heute an verschiedenen Stellen vom Aarebett abweichen, sind auf die früheren natürlichen Mäander zurückzuführen, die seinerzeit noch die Grenzziehung vorgegeben hatten und heute trocken gefallen sind.

Lange Zeit war die Aare für die Holzflösserei wichtig. Holz aus dem Emmental wurde zum Rhein und bis zu dessen Mündung in die Nordsee transportiert. Zur Erinnerung an diese Tradition besteht zwischen Stilli und Laufenburg der kulturhistorische Flösserweg.

Die Aarestrecke von Nidau bis Solothurn ist ebenso wie der Bielersee schiffbar. Seit der Antike diente die Aare dem Schiffsverkehr, wie einer Steininschrift der römischen Schiffleute in Avenches zu entnehmen ist.[16] Der Fernverkehr auf dem Fluss kam erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Bau der Eisenbahnlinien und der ersten Flusskraftwerke zum Erliegen. Heute betreibt die 1966 aus einer Vorgängergesellschaft hervorgegangene Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft AG mit Sitz in Biel die Kurse auf dem Bielersee und der Aare.

 
Wassertemperatur der Aare bei Bern im Juli/August 2013

Auf vielen Abschnitten hat die Aare einen hohen Wert für sportliche Aktivitäten. Fast der ganze Flusslauf unterhalb von Meiringen kann mit Booten befahren werden.[17][18] Das Flussufer ist wenig zerklüftet und vielerorts gut zugänglich, sodass man trotz der stellenweise recht hohen Strömung gefahrlos in der Aare baden kann. Strandbäder mit direktem Zugang in den Fluss bestehen bei Thun, Münsingen, Muri, Bern, Solothurn, Wangen, Brugg und Olten.

Die Flusslandschaft entlang der Aare ist ein wichtiges Naherholungsgebiet und verfügt über gut markierte Wander- und Velowege. Der Verein AareLand unterstützt verschiedene Projekte zur Koordination der Freizeitaktivitäten und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Region.

Die Wassertemperatur in Bern zeigt einen typischen Tagesgang. Sie steigt im Laufe des Tages um ein Grad. Darin spiegelt sich die Erwärmung auf der Strecke vom Thunersee bis nach Bern wider. Selten werden Temperatursprünge von mehr als 5 °C während weniger Stunden beobachtet. Vermutlich hängen sie von den Windverhältnissen am Thunersee ab, wodurch Tiefenwasser aus dem See zum Ausfluss transportiert wird.

AusbauBearbeiten

 
Alte Aare und Führung der Aare durch den Bielersee seit 1878

Auf mehreren Abschnitten wurde der Flussverlauf durch grosse Baumassnahmen verändert. Seit dem 18. Jahrhundert versuchten die Kantone Bern und Solothurn, die durch Erosion gefährdeten Ufer an zahlreichen Stellen zu sichern und zogen dazu den Bündner Spezialisten Richard La Nicca bei. Mit der ersten Juragewässerkorrektion, einem der grössten Flussbauprojekte der Schweiz im 19. Jahrhundert, sanierten Bund und Kantone das versumpfte und von häufigen Überschwemmungen bedrohte Berner Seeland, indem die Aare und ihr Geschiebe in den Bielersee umgeleitet wurden. Seit 1939 steuert das Regulierwehr Port den Wasserhaushalt der Seen und der Aare im Abschnitt am Jurasüdfuss. In der Pegelstation bei Murgenthal wird der für die Regulierung massgebliche Wasserstand der Aare gemessen, weil sich dort auch die von der Emme zugeführte Wassermenge auswirkt.[19]

Die zweite Juragewässerkorrektion verbesserte um 1960 die Wirkung der Wasserstandregulierung.

Die 1964 gegründete Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare setzte sich gegen den Ausbau der Flussstrasse durch den geplanten Transhelvetischen Kanal ein.

WasserkraftBearbeiten

Von den Hochdruckkraftwerken im Grimselgebiet mit den Stauseen Oberaarsee und Grimselsee im Quellgebiet an und bis zur Mündung dient das Wasser der Aare dank des grossen Gefälles in zahlreichen weiteren Wasserkraftwerken für die Elektrizitätsproduktion.

Liste der Wasserkraftwerke der Aare:

Name Lage erste Inbetriebnahme Durchflussmenge m³/s Höhendif m Turbine Leistung MW Energie pro Jahr GWh/a
Theoretische Obergrenze 560 724[20] 4000 35'000
Kraftwerk Grimsel 1

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Grimsel 2

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Handeck 1

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Handeck 2

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Handeck 3

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Fuhren

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Hopflauenen

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Innertkirchen 1

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk Innertkirchen 2

(Kraftwerke Oberhasli)

Innertkirchen
Kraftwerk am Schifffahrtskanal

(IBI)

Interlaken 1897 30 3,6 3 Kaplan
Thun Thun 9 38
Matte Bern 1891 40 2–3 Kaplan-S 1.15 7
Kraftwerk Felsenau
Wasserkraftwerk Mühleberg 588266 / 202028 1919 300 20 Kaplan, 6× Francis 45 160
Niederried-Radelfingen
Kraftwerk Aarberg
Kraftwerk Kallnach
Hagneck
Kraftwerk Brügg
Flumenthal Flumenthal 1970 395 6–8.5 25 146
Kraftwerk Bannwil
Kraftwerk Wynau
Ruppoldingen neues Werk bei Boningen, älteres Werk bei Olten 2000 (älteres Werk 1896) 475 4–6.5 21.1 115
Gösgen Niedergösgen 1917 380 13–17.4 48.5 300
Kraftwerk Aarau
Kraftwerk Aarau-Rüchlig Aarau
Kraftwerk Rupperswil-Auenstein
Wildegg-Brugg
Beznau
Kraftwerk Klingnau

KernkraftwerkeBearbeiten

Am Flusslauf befinden sich die Schweizer Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau, deren Kühlsysteme Wasser aus der Aare verwenden.

BrückenBearbeiten

Über die Aare führen zahlreiche Brücken. In der Stadt Bern alleine 18 an der Zahl. (→ Liste der Aarebrücken)

HochwasserBearbeiten

 
Hochwasser Juni 2005, hier in Olten mit älteren Hochwassermarken

HochwasserwahrscheinlichkeitBearbeiten

Das mittlere Jahreshochwasser der Aare beträgt an der Messstelle Untersiggenthal, Stilli 1574 m³/s, womit sie 23,59 % des gesamten MHQ des Rheins (6670 m³/s) beisteuert. Die höchste jemals gemessene Jahresspitze war beim Jahrhunderthochwasser 2007 und betrug 2656 m³/s[21].

Die Tabelle der Hochwasser-Wahrscheinlichkeit:

Eintrittswahrscheinlichkeit von Jahreshochwasserwerten (HQn)
Messperiode 1935–2012 [22]
Messstelle: Aare – Untersiggenthal, Stilli – 2205
Jährlichkeit (Jahre) 2 5 20 30 50 100
Abfluss (m³/s) 1530 1839 2027 2291 2406 2554
Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = Hochwasserquantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt.

Historische Hochwasser der AareBearbeiten

Das schwerste überlieferte Hochwasser im Flussgebiet der Aare im ereignete sich 1480 im Rahmen des Magdalenenhochwassers von 1480, das auch andere Teile des Rheingebiets betraf, aber nicht so ausgedehnte Regionen wie das Magdalenenhochwasser von 1342. Nach regenreichem Mai und Juni hatte eine Hitzewelle die Schneeschmelze in den Alpen beschleunigt. Dann fielen tagelang schwere Niederschlägen in den Voralpen. Die Schäden in den Städten entlang der Aare sind in den spätmittelalterlichen Chroniken gut dokumentiert. In Solothurn wurde ein Teil der Stadt und die Aarebrücke überflutet.[23]

Weitere ausserordentliche Hochwasser führte die Aare in den Jahren 1651, 1852, 1876 und 1999.

ImpressionenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Aare – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Commons: Aare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikisource: Aare – Artikel der 4. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. a b Hydrologischer Atlas der Schweiz: Objektinformation des untersten Gewässerlaufabschnitts der Aare
  3. Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Gebietsauslässe. Abgerufen am 30. Mai 2019.
  4. Messstation Bern, Schönau 2016 (PDF), Bundesamt für Umwelt BAFU
  5. Messstation Brugg 2016 (PDF), Bundesamt für Umwelt BAFU
  6. Messstation Untersiggenthal, Stilli 2016 (PDF), Bundesamt für Umwelt BAFU
  7. Andres Kristol: Aarau AG (Aarau) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 73.
  8. Broschüre der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare
  9. Hochwassernachrichtendienst Bayern: Pegel Neu-Ulm
  10. WSV: Pegel Konstanz
  11. Gewässerkarte des Schweizer BAFU → Anklicken der Flussabschnitte ergibt Länge des Flussabschnitts und GEWISS-Nr. des gesamten Gewässerlaufs
  12. BAFU (CH): Hydrodaten 2013 zur Mentue, PDF
  13. Die Simmequelle nach der topografischen Karte ist nach BAFU-Gewässernetzkarte Teil des Baches 131871. Der Trüebbach nach topografischer Karte besteht nach BAFU aus dem Rezigletscherbach (11083) und dem obersten Teil der Simme.
  14. a b c d e f g h i j k Swisstopo Kartenportal mit Messfunktion
  15. GEWISS-Nr. 3421 unter allen Teilen des (Unteren) Grindelwaldgetschers (Under Ischmeer, Ober Ischmeer, Ischmeer)
  16. CIL XIII 5096
  17. Eberle, Iwona. Gummibootführer Schweiz. Thun: Werd Verlag, 2015. ISBN 978-3-85932-742-9
  18. Ramajzl, Hans. DKV Auslandsführer 01: Österreich/Schweiz (Kanuführer für die Gewässer des Alpenraumes). Duisburg: DKV, 2009. ISBN 978-3-937743-19-6
  19. Dokumentation über die Regulierung (Memento des Originals vom 18. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bve.be.ch
  20. Höhendifferenz bis Untersiggenthal (PDF; 79 kB)
  21. Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser), Aare – Untersiggenthal, Stilli. (PDF) Bundesamt für Umwelt BAFU, Abteilung Hydrologie, abgerufen am 29. Januar 2014.
  22. Messstelle: Aare – Untersiggenthal, Stilli (2205) , auf BAFU Hydrodaten
  23. Christian Pfister und Oliver Wetter über das Hochwasser von 1480