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Chise
Kiese, Chisebach
Blick auf das Kiesental nach Konolfingen

Blick auf das Kiesental nach Konolfingen

Daten
Gewässerkennzahl CH: 458
Lage Kanton Bern; Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Aare → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Dürrbach und Schwändibach bei Rünkhofen (Ortsteil der Gemeinde Bowil)
46° 53′ 53″ N, 7° 40′ 50″ O
Mündung westlich der Gemeinde Kiesen in die AareKoordinaten: 46° 49′ 7″ N, 7° 34′ 21″ O; CH1903: 610207 / 185294
46° 49′ 7″ N, 7° 34′ 21″ O
Mündungshöhe 535 m ü. M.

Länge ca. 21 km
Einzugsgebiet 66 km²
Gemeinden Bowil, Zäziwil, Mirchel, Konolfingen, Niederhünigen, Freimettigen, Oberdiessbach, Herbligen, Oppligen, Kiesen

Die Chise[1], auch Kiese oder Chisebach[2], ist ein rund 21 km langer rechter Nebenfluss der Aare im Schweizer Kanton Bern. Sie entwässert einen Abschnitt des Hügellandes zwischen dem Aaretal und dem Emmental und gehört zum Einzugsbereich des Rheins. Das Einzugsgebiet der Kiese hat eine Fläche von etwa 66 km². Der Gewässername Chise hat die Bedeutung von die Kiesige, die Kiesführende.

Durch die Vereinigung der beiden Quellbäche Dürrbach und Schwändibach bei Rünkhofen (Ortsteil der Gemeinde Bowil) entsteht die Chise. Der Dürrbach wiederum entspringt mit zahlreichen Quellbächen am Nordabhang des Kurzenberges auf rund 1100 m ü. M. Er fliesst zunächst nach Norden und erreicht beim Dorf Bowil die Talfurche, die eine einfache Verbindung vom Aaretal ins Emmental gewährleistet. Der Schwändibach dagegen nimmt seinen Ursprung am Südhang der Blasenflue und strömt südwärts durch das Kerbtal des Schwändigrabens. Bei Rünkhofen tritt er in die Talfurche hinaus und vereinigt sich mit dem Dürrbach.

Die Chise fliesst nun mit sehr geringem Gefälle westwärts durch diese Talsenke, deren Talboden teilweise mehr als 1 km breit ist. Bei Konolfingen wendet sie sich nach Süden, wobei sich das Kiesental auf einer Strecke von 3 km Länge verengt und im Westen von den Höhen von Häutligen, im Osten vom Kurzenberg flankiert wird. Am Ortsausgang von Oberdiessbach weitet sich das Kiesental erneut. Der Fluss beschreibt hier einen Bogen nach Westen und fliesst in einem breiten Tal, das mit Erosionsmaterial aus dem oberen Einzugsgebiet angefüllt ist. So erreicht die Chise die Aareniederung und mündet auf 535 m ü. M. westlich der Gemeinde Kiesen in die Aare.

Zu den nennenswerten Seitenbächen zählen der Zäzibach, der bei Zäziwil einmündet, und der Diessbach, welcher die Chise bei Oberdiessbach erreicht. In den landwirtschaftlich genutzten Gebieten zwischen Konolfingen und Bowil wurde das Gewässer begradigt und kanalisiert. Abschnitte des Unterlaufs der Chise sind noch in natürlichem oder naturnahem Zustand erhalten. Die Chise ist durch ein nivopluviales Abflussregime geprägt. Ihre Wasserkraft wurde früher besonders im Bereich von Oberdiessbach für den Betrieb von Mühlen, Sägereien und Schmieden genutzt.

Hochwasser der Chise führten immer wieder zu Schäden, vor allem im unteren Bereich in den Gemeinden Herbligen, Oppligen und Kiesen, wo der Fluss in den 1970er Jahren und im August 2005 über die Ufer trat. Bei Hochwasser wird gerechnet, dass die Chise im Unterlauf einen Abfluss von 28 m³/s haben kann. Seit 2003 wird an Hochwasserschutzmassnahmen geplant. Sie umfassen den Bau von Rückhaltebecken im Groggenmoos bei Bowil und im Hünigenmoos bei Konolfingen, sowie eine Verbreiterung und Absenkung des Bachbettes im Unterlauf. 2013 war das Rückhaltebecken im Groggenmoos gebaut,[3] gegen die restlichen Projekte regt sich Widerstand aus der Bevölkerung – einerseits wegen des mit den geplanten Renaturierungsmassnahmen einhergehenden Kulturlandverlustes, anderseits wegen Eingriffen in Privatgrundstücke in den überbauten Gebieten des Unterlaufs.[4] Der Hochwasserschutz wird vom Wasserbauverband Chiesbach koordiniert, dem die Gemeinden entlang der Chise angehören.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karten der Schweiz. Schweizerische Eidgenossenschaft, abgerufen am 17. Januar 2015 (Offizielle Schreibweise).
  2. Chisebach. Wasserbauverband Chisebach, abgerufen am 17. Januar 2015.
  3. WBP Groggenmoos. Wasserbauverband Chisebach, abgerufen am 17. Januar 2015.
  4. Gabriel Berger: Einsprache-Flut gegen die Pläne am Bach. In: Berner Zeitung. 9. Oktober 2013, abgerufen am 17. Januar 2015.