Konolfingen

Gemeinde im Kanton Bern in der Schweiz

Konolfingen (umgangssprachlich auch Chonufingä [ˈχɔnufɪŋə] oder Chnoflige [ˈχnɔfliɡə] genannt) ist eine 1933 gegründete politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Konolfingen
Wappen von Konolfingen
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Bern Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0612i1f3f4
Postleitzahl: 3510
UN/LOCODE: CH KON
Koordinaten: 613570 / 192484Koordinaten: 46° 53′ 0″ N, 7° 37′ 0″ O; CH1903: 613570 / 192484
Höhe: 634 m ü. M.
Höhenbereich: 618–924 m ü. M.[1]
Fläche: 12,77 km²[2]
Einwohner: 5451 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 408 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
11,3 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Heinz Suter (Fokus Konolfingen)
Website: www.konolfingen.ch
Ballenbüel

Ballenbüel

Lage der Gemeinde
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Über dieses Bild
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GeographieBearbeiten

Konolfingen liegt ungefähr in der Mitte zwischen Bern, Thun, Langnau und Burgdorf. Geografisch noch im Kiesental gelegen, wird das rund 660 Meter hoch gelegene Konolfingen oft als Tor zum Emmental bezeichnet. Zur Gemeinde gehören u. a. die Weiler und Ortschaften Herolfingen, Hürnberg, Ursellen, Ballenbüel und Hötschigen.

GeschichteBearbeiten

 
Luftbild (1950)

Die Geschichte der Einwohnergemeinde Konolfingen ist noch jung. 1933 entstand aus dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden Gysenstein und Stalden im Emmental das heutige Konolfingen, das auch dem Amtsbezirk den Namen gibt.

1148 tauchte erstmals der Name Chonolfingen auf. Gysenstein wird 1226 erstmals als Gisenstein erwähnt.

1864 erlebte Konolfingen durch die Eröffnung des Bahnhofs auf der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Bern und Langnau einen Entwicklungsschub. Durch diese Strecke war der Ort bald darauf mit Luzern verbunden und hatte somit auch Anschluss an die in Planung befindliche Gotthardbahn. Mit der Anbindung an die Linie Burgdorf–Thun ab 1899 erlebte Konolfingen einen starken Aufschwung, der sich z. B. in der Ansiedlung der damaligen Berneralpen Milchgesellschaft manifestierte.[5] Für die Burgdorf–Thun-Bahn, die die erste durchgängig elektrisch betriebene Bahnstrecke Europas war, wurde beim Bahnhof Konolfingen ein Depot für die Instandhaltung der Fahrzeuge und zum Bau der unterschiedlichsten Hilfsmittel gebaut.

Die Berneralpen Milchgesellschaft (damaliger Firmenname: Ursina-Franck) fusionierte 1971 mit Nestlé.[6] Produziert werden Säuglings- und Gesundheitsnahrung und verschiedene Sorten des Desserts Stalden Crème. Mit knapp über 1000 Mitarbeitern, die Nestlé in seinem Forschungszentrum und in der Fabrik beschäftigt, ist der Konzern der mit Abstand wichtigste Arbeitgeber in Konolfingen (Stand 2015). Die hier hergestellten Produkte werden in über 90 Länder exportiert.[7]

Zwischen Konolfingen und Münsingen liegt das Schloss Ursellen. Auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Stalden liegt das Schloss Hünigen.

Im Zusammenhang mit Konolfingen wird oftmals auch der Name Friedrich Dürrenmatts genannt, der 1921 im reformierten Pfarrhaus von Stalden geboren wurde.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1930 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2006 2008 2012 2017
Einwohner 2947 3343 3656 3964 4137 4360 4619 4606 4732 4713 4882 5236

InfrastrukturBearbeiten

TrinkwasserBearbeiten

Das Trinkwasser wird vom Wasserverbund Kiesental (WAKI) bezogen.[8] Am 5. Februar 2020 wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass der Grenzwert (0,1 μg/l) beim Metabolit R471811 (ein Abbauprodukt des Pestizids Chlorothalonil) überschritten wurde. Im Pumpwerk Stalden wurden 0,23 μg/l und im Quellwasser aus dem Gmeis 0,19 μg/l gemessen. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der Grenzwert im Trinkwasser teilweise überschritten wird.[9]

PolitikBearbeiten

Die Legislative wird durch die Gemeindeversammlung gebildet.

Als Exekutive fungiert der siebenköpfige Gemeinderat. Seit der Wahl vom 26. September 2021 ist in ihm die SVP und die glp mit je zwei; und SP, EVP und Fokus Konolfingen mit je einer Person vertreten. Dem Gemeinderat steht der Gemeindepräsident Heinz Suter (Fokus Konolfingen) vor.[10]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2019 betrugen: SVP 32,7 %, SP 14,2 %, glp 11,2 %, GPS 9,9 %, BDP 9,2 %, EVP 7,4 %, FDP 6,3 %, EDU 3,1 %, CVP 1,4 %, Die Unabhängigen 1,2 %.[11]

WappenBearbeiten

Blasonierung: «In Gold ein aus drei schwarzen Bausteinen wachsender Löwe, oben begleitet von zwei roten Sternen.»
Wappenbegründung: «Die beiden Sterne symbolisieren die Gemeinden Gysenstein und Stalden, welche sich 1933 zur Einwohnergemeinde Konolfingen zusammengeschlossen haben.[12]»

PartnerstadtBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Konolfingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Gustav von May lockte Bahn und BAMG. In: Bern-Ost, 18. Februar 2014
  6. Christoph Zürcher: Berneralpen Milchgesellschaft. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 16. September 2010, abgerufen am 29. September 2020.
  7. Nestlé weiht in Konolfingen neue Anlage ein. In: Berner Zeitung. 26. November 2015, S. 2–3
  8. Silvia Wullschläger: Trink Wasser!? In: wochen-zeitung.ch, 13. Februar 2020, abgerufen am 13. Februar 2020.
  9. Pestizidrückstände im WAKI-Wasser. In: Medienmitteilung des WAKI vom 5. Februar 2020, abgerufen am 13. Februar 2020.
  10. Gemeinderatswahlen vom 26. September 2021. Gemeinde Konolfingen, 26. September 2021, abgerufen am 28. Juni 2021.
  11. Resultate der Gemeinde Konolfingen. (html) Staatskanzlei des Kantons Bern, 20. Oktober 2019, abgerufen am 28. September 2021.
  12. Homepage der Gemeinde Konolfingen, abgerufen am 14. April 2021.