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Guttannen
Wappen von Guttannen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Interlaken-Oberhasliw
BFS-Nr.: 0782i1f3f4
Postleitzahl: 3864
Koordinaten: 664936 / 167547Koordinaten: 46° 39′ 22″ N, 8° 17′ 13″ O; CH1903: 664936 / 167547
Höhe: 1057 m ü. M.
Fläche: 200,7 km²
Einwohner: 266 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 1 Einw. pro km²
Website: www.guttannen.ch
Gelmersee

Gelmersee

Karte
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Guttannen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Guttannen ist ein Flurname, der zum Ortsnamen wurde. Es ist eine Kurzform von ze den guoten tannen (Bei den guten Tannen). 1377 wurde es erstmals als Guotontannon schriftlich erwähnt. 1723 und 1803 vernichteten zwei Feuer fast das gesamte Dorf. Nur wenige Häuser überstanden diese Katastrophe. Ein Lawinenniedergang am 3. März 1830 tötete 5 Männer aus dem Dorf, darunter Arnold Abbühl, der bei der Erstbesteigung des Finsteraarhorns vom 16. August 1812 mit dabei war.

Am 22. August 2005 verschüttete ein Murgang die Kantonsstrasse und verstopfte die Aare, die sich danach einen neuen Weg durch das Dorf suchte und grossen Schaden im Ortsteil Schattseite anrichtete.[2]

GeografieBearbeiten

Guttannen liegt im Berner Oberland beim Grimselpass. Die Nachbargemeinden von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind Innertkirchen, Gadmen, Obergoms, Münster VS, Fieschertal und Grindelwald.

Mit 200,77 Quadratkilometern Fläche ist Guttannen eine für schweizerische Verhältnisse riesige Berggemeinde (achtgrösste Gemeinde der Schweiz). Die Gemeinde ist grösser als der gesamte Kanton Appenzell Innerrhoden. 90 % der Fläche ist aber unfruchtbares Land.

Den Gletschern von Guttannen entspringt die Aare. Das Wasser wird intensiv zur Stromgewinnung genutzt, es gibt vier Seen: den Oberaarsee, den Grimselsee, den Räterichsbodensee und den Gelmersee.

An der westlichen Gemeindegrenze liegen das Schreckhorn, das Lauteraarhorn, das Finsteraarhorn und das Ritzlihorn.

Ebenfalls zur Gemeinde gehören der Finsteraargletscher, der Lauteraargletscher, der Unteraargletscher, der Oberaargletscher, der Gruebengletscher und der Bächligletscher.

NaturgefahrenBearbeiten

Guttannen wird von verschiedenen Naturgefahren bedroht. Im Winter ist das Dorf durch Lawinen bedroht und seit einigen Jahren hat die Murgangaktivität stark zugenommen.

LawinenBearbeiten

Im Lawinenwinter 1999 war Guttannen während Wochen von der Umwelt abgeschnitten, weil die Strasse aufgrund der akuten Lawinengefahr gesperrt war.

MurgängeBearbeiten

Zum Murgang vom 22. August 2005 siehe oben.

Von 2009 bis 2011 haben mehrere grosse Murgangereignisse im Spreitgraben eine beträchtliche Geschiebefracht mobilisiert und in die Aare verfrachtet.[3]

PolitikBearbeiten

Gemeindepräsident ist Hans Abplanalp-Imbaumgarten (Stand 2016). Guttannen ist eine Einwohnergemeinde ohne Burgergemeinde. Daneben existiert eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde. In Guttannen gibt es zwei Bäuertgemeinden (Boden & Guttannen).

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1764 1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 288 503 463 345 391 557 430 394 384 374 328 310

SchuleBearbeiten

An der Schule Guttannen werden in der 1.–6. Klasse (Gesamtschule) rund 10 Kinder unterrichtet. Zwischen August 2007 und Juni 2012 bestand ein Tagesschulangebot. 1971 wurde die Schule in Boden, einem Weiler 3 km unterhalb Guttannens, aufgehoben; das im Jahr 1956 gebaute Schulhaus dient heute dem Kindergarten.

In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Bern führte die Schule Guttannen ab 2010 während mehrerer Jahre als eine der ersten Primarschulen der Schweiz ein 1:1-computing-Projekt mit Netbooks und später Tablets durch.

 
Schule Guttannen

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Impressionen vom DorfBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Der Missionar Oskar Rose in Friedrich Dürrenmatts Stück "Die Physiker", der auf dem Weg zu einer Missionsstation auf den Marianen im Stillen Ozean ist, war vorher Pfarrer in Guttannen.

 
Grimselsee
 
Blick von der Passhöhe auf Grimselsee, Grimsel Hospiz und Räterichsbodensee

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Guttannen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten