Sihl

Nebenfluss der Limmat

Die Sihl ist ein Schweizer Fluss und grösster Nebenfluss der Limmat. Sie entwässert Teile der Schwyzer Voralpen und fliesst dann in einem schmalen Korridor südlich des Zürichsees und nördlich resp. östlich des Einzugsgebiets von Reuss und Reppisch nach Nordwesten der Stadt Zürich zu, wo sie in die Limmat mündet. Die Sihl ist 69 Kilometer lang und entwässert ein Gebiet von 341 Quadratkilometern.

Sihl
Die Sihl bei Sihlwald

Die Sihl bei Sihlwald

Daten
Gewässerkennzahl CH: 577
Lage Schwyzer Voralpen

Schweizer Mittelland


Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Limmat → Aare → Rhein → Nordsee
Quelle am Drusberg bei der Vereinigung zweier Quellbäche
47° 0′ 25″ N, 8° 51′ 9″ O
Quellhöhe 1872 m ü. M.[1]
Mündung am Platzspitz in die LimmatKoordinaten: 47° 22′ 58″ N, 8° 32′ 17″ O; CH1903: 683029 / 248567
47° 22′ 58″ N, 8° 32′ 17″ O
Mündungshöhe 402 m ü. M.[1]
Höhenunterschied 1470 m
Sohlgefälle 21 ‰
Länge 69 km[2]
Einzugsgebiet 344,26 km²[3]
Abfluss am Pegel Sihlhölzli Zürich[4]
AEo: 343 km²
Lage: 2,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (1950)
MNQ 1938–2016
MQ 1938–2016
Mq 1938–2016
MHQ 1938–2016
HHQ (2005)
750 l/s
3,69 m³/s
6,8 m³/s
19,8 l/(s km²)
10,4 m³/s
280 m³/s
Linke Nebenflüsse Alp, Grossbach, Minster
Rechte Nebenflüsse Schanzengraben
Durchflossene Stauseen Sihlsee
Karte Sihl.png

NameBearbeiten

Der Name des Flusses findet sich erstmals 1018 als Sylaha ‘Sihl-Fluss’ bezeugt. Die Herkunft ist unsicher. Möglicherweise liegt dem Namen die indogermanische Wurzel *sh₂i-ló ‘tobend, wütend’ zugrunde.[5]

GeographieBearbeiten

VerlaufBearbeiten

 
Sihlsprung

Die Sihl entspringt am Nordosthang des Drusbergs zwischen Höch Hund und Mieserenstock im Kanton Schwyz südlich von Studen und östlich des Hoch-Ybrigs.

Bei Einsiedeln wird sie gemeinsam mit dem etwas grösseren Minster zum Sihlsee gestaut, dem mit einer Oberfläche von 11 km² grössten Stausee der Schweiz. Unterhalb der Staumauer führt die Sihl gemäss Konzession 0,3 m³/s bis 0,4 m³/s respektive bei der Zürcher Kantonsgrenze 2,5 m³/s bis 3,0 m³/s Wasser. Durchschnittlich 88 % des natürlichen Zuflusses könnten somit für die Energiegewinnung verwendet werden. Dieses Wasser wird durch den Etzel per Druckleitung nach Altendorf SZ ins Kraftwerk und von dort in den Zürichsee geleitet.[6] Wo heute der Sihlsee liegt, gab es bereits vor 15'000 Jahren einen Natursee von sogar grösserer Fläche.[7]

Wenig unterhalb der Staumauer wird die Sihl bei Egg SZ von der Teufelsbrücke überquert, über die der Jakobsweg Pfäffikon SZ und den Etzelpass mit Einsiedeln verbindet. Unmittelbar neben ihr wurde 1493 Paracelsus geboren.

Ein bedeutender Nebenfluss ist die Alp, die bei Biberbrugg mündet. Etwas unterhalb von Schindellegi verlässt die Sihl den Kanton Schwyz, fliesst ein Stück weit durch den Kanton Zürich und begrenzt ihn dann von Hütten bis Sihlbrugg gegen den Kanton Zug. In diesem Abschnitt liegen bei Schönenberg Stromschnellen, der so genannte Sihlsprung.

Ab Sihlbrugg fliesst die Sihl durch das Zürcher Sihltal, das links von der Bergkette des Albis und rechts vom flacheren Hügelzug des Zimmerbergs begleitet wird. Zwischen Sihlbrugg und Langnau am Albis liegt der Sihlwald, ein Naturschutzgebiet im Besitz der Stadt Zürich und früher der für die Holzversorgung der Stadt bedeutsame Stadtwald.[8] Die Strecke oberhalb Sihlbrugg war für die Holztrift weniger geeignet, so dass es dabei immer zu hohen Verlusten kam.[9] Danach passiert die Sihl Adliswil und erreicht bei Leimbach die Stadt Zürich. In diesem Abschnitt verliert sie einen grossen Teil ihres Wassers, da sich im 19. Jahrhundert viele Fabriken «auf ewige Zeit» ein Wassernutzungsrecht gesichert haben, zur Energiegewinnung oder als Prozesswasser. Durch zahlreiche Korrekturen des Flussbettes wurde in dieser Zeit die grosse Strömungsgeschwindigkeit reduziert.

In Zürich-Brunau legt sich über den Flusslauf auf Brücken eine Stadtautobahn, die Sihlhochstrasse der A3. Ab dem Sihlhölzli fliesst das Gewässer wieder offen und wird nebst anderen von der Stauffacherbrücke gequert. Auf den letzten hundert Metern vereinigt sie sich mit dem Wasser des Schanzengrabens, einem Grabenrest der südlichen Stadtbefestigung von Zürich. Danach zieht sie unter den 16 oberirdischen Geleisen des Hauptbahnhofs durch und mündet am Platzspitz beim Landesmuseum in die Limmat.

Frühere MündungsarmeBearbeiten

Die Sihl transportierte früher 18'000 Kubikmeter und mehr Geschiebe pro Jahr aus den Alpen ins Gebiet der Stadt Zürich, wo diese Ablagerungen den Untergrund prägten. Das Delta der Sihl umfasste in frühgeschichtlicher Zeit aber nicht nur das heutige Mündungsgebiet in die Limmat, sondern erstreckte sich mit vielen Mündungsarmen auch südlich des Lindenhof-Hügels, die sich in den Zürichsee ergossen.

Im 1. Jahrtausend vor Christus staute das von der Sihl herangeführte Geröll den Abfluss der Limmat auf. Dadurch stieg der Spiegel des Zürichsees deutlich an. Damals dürften weite Bereiche am heutigen Ufer Schwemmgebiet gewesen sein, darunter auch der Bereich der ganzen oberen Bahnhofstrasse und des Paradeplatzes. Durch Beseitigung des Gerölls bei der Sihlmündung in die Limmat in römischer Zeit sank der Wasserspiegel des Zürichsees stark, weshalb damals Bauten auch auf heute wieder überschwemmtem Gebiet errichtet werden konnten. Auch damals floss ein Arm der Sihl beim Münsterhof in die Limmat.

In spät- oder nachrömischer Zeit wurde kein Geröll mehr entfernt, der Seespiegel stieg rasch wieder für mehrere Jahrhunderte und erneut ergossen sich mehrere Sihlarme in den Zürichsee. Im Verlaufe des Frühmittelalters regulierte man die Sihl wieder. Spätestens seit dem Jahr 853, als das Fraumünster gegründet wurde, muss der Seespiegel auf heutigem Niveau gelegen haben. Alles Sihlwasser wird seither nördlich des Lindenhofhügels in die Limmat geleitet, anstauendes Geröll wurde entfernt.[10]

Noch bis ins 20. Jahrhundert wurde ein Sihlarm – in Quellen aus dem 15. Jahrhundert im Gegensatz zum Hauptarm Wilde Sihl Zahme Sihl genannt, später Sihlkanal[11] – anfangs noch durch die Stadtbefestigung hindurch und über den Schanzengraben in die Innenstadt nördlich des Rennwegs geleitet. Er trieb in der Stadt Wasserräder an und mündete beim gedeckten Brüggli in die Limmat.

EinzugsgebietBearbeiten

Das 344,26 km² grosse Einzugsgebiet der Sihl erstreckt sich von den Schwyzer Voralpen bis zum Schweizer Mittelland. Es wird durch sie über die Limmat, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es besteht zu 42,0 % aus bestockter Fläche, zu 41,3 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 8,0 % aus Siedlungsflächen und zu 8,7 % aus unproduktiven Flächen.[12]

Flächenverteilung

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 1042,4 m ü. M., die minimale liegt bei 379 m ü. M. und die maximale bei 2268 m ü. M..

ZuflüsseBearbeiten

Grössere Zuflüsse sind die Minster, der Grossbach und die Alp.

Direkte Zuflüsse der Sihl[Z 1]
f1  Karte mit allen Koordinaten der Zuflüsse: OSM | WikiMap
Name GKZ Lage Länge
in km
EZG
in km²
MQ
in m³/s
Mündungs­ort
Koordinaten
Mündungs­höhe
in m
Bemerkungen
Namenloser Bach SZ241261 links0 001,6000 0001,8000     bei Gripschli, Studen 1173,600000
Namenloser Bach SZ241269 rechts 000,9000 0000,5200     bei Fläschen, Studen 1096,300000
Namenloser Bach SZ241275 rechts 001,5000 0001,2500     bei Aueli, Studen 1015,100000
Turnerbach CH002909 rechts 002,2000 0001,9800     bei Wäniblätz, Studen 973,700000
Tierfäderenbach CH002908 links0 001,9000 0001,9100     bei Ochsenboden, Studen 948,600000
Rappenbach SZ241283 links0 000,6000     bei Ochsenboden, Studen 932,700000
Wisstannenbach CH002906 rechts 003,3000 0005,1100 0000,2400   bei Chalchboden, Studen 919,000000
Sennenriedbach CH002905 rechts 002,0000 0002,9400     bei Sennenried, Studen 892,100000 Alternativname: Sännenriedbach
Minster CH000586 links0 013,1000 0062,7200 0002,9500   bei Rüti, Euthal 889,000000 Zweitgrösster Nebenfluss der Sihl
Mündet in den Sihlsee
Eubach CH000581 rechts 005,2000 0009,5300 0000,4700   beim Campingplatz, Euthal 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Steinbach CH002903 links0 003,2000 0003,2400     bei Steinbach, Euthal 889,000000 Alternativname: Wellchessibach
Mündet in den Sihlsee
Grossbach CH000582 links0 007,2000 0010,6000 0000,5200   bei Gross 889,000000 Drittgrösster Nebenfluss der Sihl
Mündet in den Sihlsee
Namenloser Bach SZ241715 rechts 001,4000 0000,5200     bei Stöfeli, Willerzell 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Namenloser Bach SZ241712 rechts 001,1000 0000,6500     bei Erlen, Willerzell 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Dimmerbach CH002898 rechts 003,3000 0001,6300     bei Tschuppmoos, Willerzell 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Rickentalbach CH002894 rechts 004,8000 0009,5700 0000,4300   bei Bodenmattli, Willerzell 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Namenloser Bach SZ24170 rechts 001,5000 0000,5800     bei Grüene Aff, Willerzell 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Sulzelbach CH004871 rechts 002,5000 0001,5400     bei Eikergütsch, Willerzell 889,000000 Mündet in den Sihlsee
Brandeggbach CH008844 rechts 003,5000 0003,7200 0000,1500   bei Egg 847,200000
Namenloser Bach SZ240156 rechts 001,0000 0000,6300     bei Burg, Egg 840,400000
Namenloser Bach SZ240178 rechts 000,9000 0000,5000     nach der Teufelsbrücke am Etzel, Egg 823,800000
Namenloser Bach SZ240180 links0 000,9000 0000,5200     bei Siileren, Egg 821,700000
Alp CH000583 links0 020,1000 0083,3800 0002,7300   bei Dreiwässern, Schindellegi 782,800000 Grösster Nebenfluss der Sihl
Namenloser Bach SZ240188 rechts 001,2000 0000,9600     bei Unter-Geissboden, Schindellegi 777,100000
Namenloser Bach SZ240214 links0 000,8000 0000,9700     bei Alti Fabrik, Schindellegi 757,200000
Namenloser Bach SZ240192 links0 001,7000 0001,1900     bei Sihl-Höfe, Schindellegi 737,700000
Hüttener Sagenbach CH002881 links0 002,0000 0001,1700     bei Sihlau, Hütten 691,500000 Alternativname: Örischwandbach
Brandbach ZH101462 links0 001,6000 0000,6600     bei Sagi, Hütten 687,900000
Gripbach CH012370 links0 001,5000 0000,9100     bei Schönau, Hütten 676,900000 Grenzfluss zwischen den Kantonen Zug und Zürich
Nettenbach CH002880 links0 003,6000 0002,1700     bei Boden, Finstersee 655,000000 Alternativname: Nättenbach
Mülibach CH000752 links0 002,9000 0002,3600     bei Bostadel, Menzingen 634,300000
Teufenbach CH002879 rechts 002,0000 0001,8000     bei Haslaub, Schönenberg 613,400000 Entwässert den Teufenbachweiher
Sagenbach ZH101473 rechts 003,0000 0001,9600     bei Rain, Schönenberg 603,300000
Chrebsbach CH012368 rechts 003,7000 0005,7200     bei Fabrikrain, Hirzel 569,200000 Alternativname: Mülibach
Schwellibach CH330185 links0 002,0000 0001,3400     bei Unterschwelli, Menzingen 565,600000
Sarbach CH002877 links0 006,6000 0008,3400     bei Tal, Neuheim 542,900000
Talbach CH002874 links0 002,0000 0000,9400     bei Sihlbrugg 528,700000
Tobelmülibach ZH101499 rechts 001,2000 0000,8900     bei Tobelmüli, Hirzel 521,400000
Wüeribach CH002873 rechts 004,2000 0002,5800     bei Mürg 503,200000
Eichbach ZH101540 links0 001,4000 0001,1900     bei Rossloch, Horgen 486,900000 Alternativname: Hinterer Eichbach
Schlegeltobelbach CH002876 rechts 002,5000 0001,2100     bei Sihlwald 481,300000
Bachtobelbach ZH101547 links0 001,4000     bei Sihlwald 481,000000
Rossspaltibach ZH101458 links0 001,7000     bei Sihlwald 478,500000
Tomenrainbach ZH101551 links0 002,1000 0000,9500     bei Tomenrain, Langnau am Albis 474,200000
Tobelbach CH002871 links0 002,3000 0001,5300     bei Geissau, Langnau am Albis 468,200000
Chrebsbach CH002875 rechts 005,2000 0001,5300     bei Gattikon 462,800000 Entwässert den Waldweiher
Dorfbach CH013326 links0 003,4000 0002,7200     beim Bahnhof Langnau Gattikon, Langnau am Albis 460,900000
Waldibach CH002870 links0 002,6000 0001,7100     bei Wildpark-Höfli, Langnau am Albis 452,700000 Alternativname: Gontenbach
Rütlibach ZH101571 links0 001,8000 0001,1700     bei Sihlau, Adliswil 450,500000
Langenbach ZH101577 links0 001,2000     bei Wanneten, Adliswil 450,400000
Rellstenbach ZH101580 links0 001,2000     nach der Bahnhofbrücke, Adliswil 445,300000
Grütbach ZH101581 rechts 000,5000     bei Grüt, Adliswil 437,300000
Schwarzbach ZH101585 links0 001,9000 0001,7300     bei ARA Sihltal, Zürich-Leimbach 435,600000
Risbach ZH101811 links0 001,4000     bei ARA Sihltal, Zürich-Leimbach 435,500000
Hüslibach ZH101809 links0 001,5000 0000,7300     bei Im Hüsli, Zürich-Leimbach 432,900000
Rütschlibach ZH101807 links0 001,2000     in Zürich-Leimbach 430,400000
Höcklerbach ZH101812 links0 001,4000     bei Gänziloo, Zürich-Friesenberg 423,500000
Sarbentalbach ZH101814 links0 001,5000     vor der Gänziloobrücke, Zürich-Friesenberg 422,800000
Albisgüetlibach ZH101808 links0 001,8000 0000,6100     nach der Gänziloobrücke, Zürich-Friesenberg 422,200000
Döltschibach ZH101816 links0 003,0000     bei Zürich-Wiedikon 413,200000 Alternativname: Kolbenhofbach
Schanzengraben CH005492 rechts 001,7000     bei Gessnerallee, Zürich-Altstadt 404,300000 Abfluss aus dem Zürichsee
Sihl[Z 2] 069,0000 0344,2600 0006,8000 beim Platzspitz in Zürich 402,000000 Mündet in die Limmat

Anmerkungen zur Tabelle

  1. Von der Quelle zur Mündung. Daten von Swisstopo (map.geo.admin.ch) und Geoportal Kanton Zürich (geoportal.ch/ktzh)
  2. Die Daten der Sihl zum Vergleich

HochwassergefahrBearbeiten

Zum letzten grossen Hochwasser in der Stadt Zürich wegen der Sihl kam es 1910. Noch immer geht für die Stadt eine grosse Gefahr aus: Starke Unwetter in den Schwyzer Voralpen könnten zu Überschwemmungen in Zürich führen.[13] Bei einem Bruch der Sihlsee-Talsperre würden Teile der Stadt Zürich mehrere Meter hoch überschwemmt werden. Die Flutwelle würde die obere Stadtgrenze in Leimbach nach eineinhalb Stunden, das Stadtzentrum nach knapp zwei und die untere Stadtgrenze bei Altstetten nach knapp drei Stunden erreichen.[14] Ein Hochwasser hätte in der Stadt Zürich, aber auch im Limmattal und im Sihltal ein riesiges Schadenspotenzial.[15]

Es standen mehrere Varianten zur Diskussion, mit denen in Notfällen eine Entlastung erreicht werden könnte: Eine Vergrösserung des Druckstollens des Etzelstauwerks, womit – nebst der Stromproduktion – der Sihlsee zu einem grossen Rückhaltebecken würde, sowie ein Entlastungsstollen zwischen Langnau am Albis und dem Zürichsee.[16] Bis 2024 soll letzterer realisiert werden. Er ist rund zwei Kilometer lang, füllt sich nur bei Hochwasser und soll rund 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Zürichsee ableiten.[15][17][18]

2017 wurde beim Rütiboden oberhalb von Langnau am Albis bei einer scharfen Flussbiegung ein grosser Schwemmholzrechen erstellt. Der 350 Meter lange Rechen ist im unteren Teil mit 68 bis 4,5 Meter hohen, massiven Stahlpfosten gesichert. Er fasst 12'000 Tonnen Schwemmholz, rund 1200 Lastwagenladungen. Das Schwemmholz wird zur Kurvenaussenseite transportiert und landet bei Hochwasser im seitlich des Flusses angelegten Rückhalteraum. Mit dem Rechen soll verhindert werden, dass mitgerissenes Holz, darunter ganze Baumstämme, sich an einer Brücke verkeilen, eine Sperre bilden und so eine Überschwemmung verursachen.[19]

Als weitere Massnahme kann vor Unwettern der Pegel des Sihlsees vorab abgesenkt werden.[18]

Ein allfälliges extremes Hochwasser der Sihl droht auch, den Hauptbahnhof Zürich – speziell die unterirdischen Durchgangsbahnhöfe – unter Wasser zu setzen. Die SBB planen, das Eindringen des Wassers zu verhindern mit Schlauchdämmen bei der Europaallee, die mit Wasser gefüllt sind.[20]

Industrielle NutzungBearbeiten

Früher wurde die Sihl genutzt, um Holz vom Sihlwald in die Stadt zu flössen. Später entstanden entlang des Flusses zahlreiche Fabriken, die die Wasserkraft des Flusses als Energielieferant nutzten. Im 20. Jahrhundert wurden auch mehrere Wasserkraftwerke erbaut.

BrückenBearbeiten

 
Teufelsbrücke am Etzel über die Sihl, Egg SZ

Auf ihrem Weg wird die Sihl von rund 80 Brücken überspannt.

Neun denkmalgeschützte Brücken überqueren den Fluss, erwähnenswert sind die Teufelsbrücke am Etzel (Steinbogenbrücke mit hölzernem Überbau von 1699), die Babenwaagbrücke (gedeckte Holzbrücke von 1849), die Sparrenaubrücke (Stahlbetonbrücke von 1902), die Höcklerbrücke (Eisenstabbogenbrücke von 1866) sowie die Stauffacherbrücke (Betonbogenbrücke von 1899).

Der Steinbach-Viadukt (gebaut 2011–2014) und der Willerzeller-Viadukt (eröffnet 1937) überqueren den Sihlsee.

Neun Eisenbahnbrücken überspannen die Sihl, wobei die Sihltalbahn den Fluss fünfmal überquert.

Die nicht fertiggestellte über die Sihl verlaufende Sihlhochstrasse-Brücke (eröffnet 1974) führt etwa 1,5 km von Zürich-Brunau bis Zürich-Sihlhölzli.

Die SBB-Geleisebrücke (gebaut 1929/30) des Zürich Hauptbahnhofs überspannt die Sihl kurz vor ihrem Zusammenfluss mit der Limmat.

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sihl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Auswertungen zum Gewässernetz. (XLSX) BAFU, Dezember 2013, abgerufen am 9. August 2017 (Auflistung Fliessgewässer der Schweiz >30km).
  3. Modellierter mittlerer jährlicher Abfluss. In: Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 9. August 2017.
  4. Messstation Sihlhölzli Zürich 1938–2016 (PDF) Bundesamt für Umwelt BAFU
  5. Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der dazugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. Unter Mitarbeit von Sabine Hackl-Rößler. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-019039-7, Sp. 499 f.
  6. Etzelwerk 2006. (PDF; 947 kB) Abgerufen am 25. Oktober 2010.
  7. Ur-Sihlsee. In: Sihlsee.ch.vu. Abgerufen am 25. Oktober 2010.
  8. Gartenbauamt der Stadt Zürich über den Sihlwald (Memento vom 16. April 2013 im Internet Archive)
  9. Daniel Bitterli: Flösserei auf der Sihl zwischen der Region Einsiedeln und Zürich. In: Historischer Verein Zentralschweiz (Hrsg.): Der Geschichtsfreund. Nr. 161. Luzern 2008, S. 63–75 (Kopie des Artikels [PDF]).
  10. Dölf Wild: Die Zürcher City unter Wasser – Interaktion zwischen Natur und Mensch in der Frühzeit Zürichs. In: Stadt Zürich, Amt für Städtebau (Hrsg.): Archäologie und Denkmalpflege. Bericht 2006–2008. gta Verlag, Zürich 2008, ISBN 978-3-85676-238-4, S. 21–23 (Online-Version, PDF, 507 kB).
  11. Kupferstich (evtl. 1834) Die Schlacht bey St. Jakob an der Sihl d. 22. July 1443
  12. Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Sihl
  13. Kanton Zürich: Hochwasserschutz-Konzepte für Sihl, Zürichsee und Limmat
  14. Schutz und Rettung Stadt Zürich (PDF; 396 kB)
  15. a b Stefan Hotz: Ein Hochwasserstollen mit ETH-Siegel soll Zürich vor Überschwemmungen bewahren. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 66, 20. März 2019, S. 17 (nzz.ch).
  16. Adi Kälin: Die Sihl bleibt ein wilder Fluss. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 146, 27. Juni 2015, S. 16 (nzz.ch).
  17. Wie ein Tunnel durch den Zimmerberg Zürich schützen soll In: Tagesanzeiger. 19. März 2019.
  18. a b Stefan Hotz: Der Stollen Thalwil wird teurer als geplant. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. August 2020, S. 15 (nzz.ch [abgerufen am 1. September 2020]).
  19. Stefan Hotz: Hochwasserschutz: Zürich ist jetzt sicherer. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Juni 2017.
  20. SBB proben den Ernstfall: Hochwasser-Übung an der Europaallee In: Limmataler Zeitung. 8. August 2019.