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Töss
Töss in der Nähe von Bauma

Töss in der Nähe von Bauma

Daten
Gewässerkennzahl CH: 624
Lage Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quellgebiet Im Zürcher Oberland in der Gegend der Berge Tössstock und Schnebelhorn bei Gibswil
47° 17′ 41″ N, 8° 58′ 0″ O
Quellhöhe 1199 m ü. M.[1] (Vordere Töss)
Mündung bei Teufen (an der Tössegg) in den RheinKoordinaten: 47° 33′ 7″ N, 8° 33′ 14″ O; CH1903: 683955 / 267409
47° 33′ 7″ N, 8° 33′ 14″ O
Mündungshöhe 344 m ü. M.[1]
Höhenunterschied 855 m
Sohlgefälle 15 ‰
Länge 57,6 km[2]
Einzugsgebiet 441,56 km²[1]
Abfluss am Pegel Neftenbach[3]
AEo: 342 km²
Lage: 10,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (1947)
MQ 1921–2009
Mq 1921–2009
HHQ (1953 und 1999)
710 l/s
7,76 m³/s
22,7 l/(s km²)
270 m³/s
Abfluss[4]
AEo: 441,56 km²
an der Mündung
MQ 1961–1980
Mq 1961–1980
9,74 m³/s
22,1 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Wissenbach, Tobelbach (Zell) Brüelbach, Brandrütibach, Kempt, Wildbach, Mülibach
Rechte Nebenflüsse Hinterer Chrebsbach, Steintobelbach, Steinenbach, Eulach, Näfbach
Töss (Fluss) (Schweiz)
Quelle
Quelle
Mündung
Mündung
Quelle- und Mündungsort der Töss

Die Töss [ˈtøːs] ist ein Fluss im Osten des Kantons Zürich in der Schweiz. Die Bedeutung ist die Tosende. Sie entspringt im Zürcher Oberland in der Gegend der Berge Tössstock und Schnebelhorn bei Gibswil, wo sich Vordere Töss und Hintere Töss vereinigen. Der Fluss durchfliesst das Tösstal gegen Norden und mündet mit einer mittleren Wasserführung von knapp 10 m³/s bei Teufen an der Tössegg in den Rhein.

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

Die Landschaften um den 57 Kilometer langen Fluss Töss sind im oberen und unteren Talbereich sehr unterschiedlich. Im oberen Einzugsbereich liegt das Tössbergland, in das sich die Töss und ihre Seitenbäche während der Eiszeit, die dem Bergland Eisfreiheit beschert hatte, in den aus Nagelfluh und Sandstein (Molasse) aufgebauten Untergrund einzuschneiden begannen. Daher entstand hier eine eigenartige Bergwelt mit einem nur recht schmalen Haupttal, aber tobelartigen Seitentälern und hochliegenden Terrassen. Die wilde Landschaft, in deren bewaldeter Bergeinsamkeit sich u. a. Tibeter angesiedelt haben (z. B. in der Umgebung von Rikon, wo sich auch das 1968 gegründete Tibet-Institut Rikon befindet), steht heute ein wenig im Widerspruch zur „gezähmten“ Töss, der man durch eine 1876 durchgeführte Flusskorrektur die Möglichkeit zu mäandrieren genommen hat.

Ab Winterthur ändert sich das Landschaftsbild erheblich. Durch die Arbeit der eiszeitlichen Gletscher wechseln sich hier die sanfteren Molasse-Hügelzüge mit der breiten, von Schotter und Lehm angefüllten Talsohle ab. Das dichtbewaldete, durch die starke und tiefe Zertalung für den Ackerbau kaum geeignete Tössbergland war bis in die Neuzeit hinein ein armes Bauernland geblieben, in dem sich die Menschen nur durch Flössholz und Köhlerei ein Zubrot verdienen konnten.

Das untere Tösstal liegt zwischen Irchel und Dättenberg, die steilen Uferhänge bilden eine Verkehrsbarriere. Durch seine tiefe Lage konnte sich hier traditionell der Ackerbau ausbilden und die sonnenbeschienenen Hänge lieferten seit alters her eine gute Grundlage für den Weinbau.

Nebenflüsse der Töss sind die Eulach und die Kempt.

GeschichteBearbeiten

Erst die im 17. Jahrhundert eingeführte Baumwollspinnerei schuf eine gute Existenzgrundlage, was einen Bevölkerungszuwachs und damit eine stärkere Besiedlung nach sich zog, so dass sich diese Gegend zu einem der am stärksten industrialisierten Gebiete der Schweiz entwickelte. Die kraftspendende Töss ermöglichte den Betrieb von Baumwollspinnereien, die aber nur zögerlich zur Fabrikarbeit übergingen. So kam es ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Umkehrtrend, dass nämlich die Mechanisierung der Weberei eine Entvölkerung der Berggebiete nach sich zog. Viele der ausgedehnten Waldgebiete von heute gehen auf Aufforstungen von Wiesen und Weiden jener Zeit zurück.

Während der Frühindustrialisierung wurden am Tössufer Textilfabriken gebaut, die ihre Maschinen mit Wasserrädern und Turbinen betrieben. Um 1900 wurde die Fabriken elektrifiziert und mit den Wasserkraftwerken Strom produziert.

Wegen den Dürre und Hitze in Europa 2018 ist das Flussbett im selben Jahr stellenweise ausgetrocknet.[5]

Nach der Töss ist ein heutiger Stadtteil Winterthurs benannt, der vom Fluss durchflossen wird, siehe Töss (Winterthur).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Töss (Fluss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Einzelnachweise auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
  2. Hydrologischer Atlas der Schweiz des Bundesamtes für Umwelt BAFU, Tafel_13
  3. Bundesamt für Umwelt BAFU: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bafu.admin.chHydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2009
  4. Hydrologischer Atlas der Schweiz, Tafel 5.4 Natürliche Abflüsse 1961–1980@1@2Vorlage:Toter Link/www.hades.unibe.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Trockenheit und Hitze - Wenn vom Fluss nur noch das Bett bleibt In: srf.ch, 28. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2018.