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Weilburg

hessische Stadt im Landkreis Limburg-Weilburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weilburg
Weilburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weilburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 29′ N, 8° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 57,5 km2
Einwohner: 13.022 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 226 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35781
Vorwahlen: 06471,
06442 (Bermbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 017
Stadtgliederung: 11 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mauerstraße 6–8
35781 Weilburg
Webpräsenz: www.weilburg.de
Bürgermeister: Johannes Hanisch (CDU)
Lage der Stadt Weilburg im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-PfalzHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisLahn-Dill-KreisBad CambergBeselichBrechen (Hessen)Dornburg (Hessen)Elbtal (Hessen)Elz (Westerwald)HadamarHünfeldenLimburg an der LahnLimburg an der LahnLöhnbergMengerskirchenMerenbergRunkelSelters (Taunus)VillmarWaldbrunn (Westerwald)WeilburgWeilmünsterWeinbachKarte
Über dieses Bild
Logo der Stadt Weilburg

Weilburg ist ein staatlich anerkannter Luftkurort[2] und eine ehemalige Residenzstadt im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Die zwischen Westerwald und Taunus liegende Stadt ist mit rund 13.000 Einwohnern nach Limburg an der Lahn und Bad Camberg die drittgrößte Stadt des Landkreises.

Die Stadt Weilburg war jahrhundertelang Residenz eines dem Haus Nassau entstammenden Adelsgeschlechts, aus dem das heutige großherzogliche Haus von Luxemburg hervorgeht. Die Regenten von Nassau-Weilburg errichteten dort das heute stadtbildprägende Schloss mit angegliederter Parkanlage. In der Fürstengruft der Schlosskirche befindet sich die Grablege einiger Angehöriger des Herrscherhauses.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Weilburg liegt im Lahntal sowohl im Westerwald als auch im Taunus oberhalb der Mündung der Weil in die Lahn. Die Lahn durchfließt die Stadt schlangenförmig. Die nächstgrößeren (Entfernung nach Luftlinie) Städte ab 50.000 Einwohnern sind Wetzlar (20 km), Gießen (30 km), Bad Homburg (40 km), Wiesbaden (45 km) und Frankfurt (50 km) in Hessen, Siegen (45 km) in Nordrhein-Westfalen und Koblenz (50 km) in Rheinland-Pfalz.

HöhenangabenBearbeiten

KernstadtbereichBearbeiten

  • Lahn (Messstelle zwischen Ahausen und Schiffstunnel): 132,8 m ü. NN
  • Schiffstunnelausgang: 127,6 m ü. NN
  • Obere Schlossgartenterrasse: 172,8 m ü. NN
  • Hauslei: 189,7 m ü. NN
  • Stadtausgang Frankfurter Straße/Johann-Ernst-Str.: 248,9 m ü. NN
  • Stadtausgang Limburger Straße/Abzweig Waldhausen: 258,7 m ü. NN

Stadtbereich (gesamt)Bearbeiten

  • Lahn bei Kirschhofen: 125,9 m ü. NN
  • Hohenstein bei Hasselbach: 370,1 m ü. NN

NachbargemeindenBearbeiten

Die Stadt Weilburg grenzt im Norden an die Gemeinden Merenberg und Löhnberg (beide im Landkreis Limburg-Weilburg), im Osten an die Stadt Braunfels (Lahn-Dill-Kreis), im Süden an die Gemeinden Weilmünster, Weinbach und die Stadt Runkel sowie im Westen an die Gemeinde Beselich (alle vier im Landkreis Limburg-Weilburg gelegen).

StadtgliederungBearbeiten

Neben der Kernstadt Weilburg, in der knapp 40 Prozent der Einwohner leben, gehören die Stadtteile Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Kubach, Odersbach und Waldhausen zum Stadtgebiet.

 
Luftaufnahme 2007

GeschichteBearbeiten

 
Die Karte der Topographische Aufnahme der Rheinlande, auf der das Gebiet nordwestlich von Weilburg kartiert ist

Als älteste Siedlungsspuren im unmittelbaren Weilburger Umland gelten Funde aus der La-Tène-Zeit auf dem Scheuernberger Kopf bei Odersbach.

MittelalterBearbeiten

Weilburg wurde erstmals im Jahre 906 in einer Chronik des Abtes Regino von Prüm als Festung mit dem Namen Wilineburch erwähnt. Sechs Jahre später gründete König Konrad I., dessen im Jahre 906 bei Fritzlar im Kampf gegen die Babenberger gefallener Vater in der Festung beigesetzt wurde, hier das Chorherrenstift St. Walpurgis. Die hoch auf dem Berg neben dem Königshof gelegene Anlage ermöglichte die Kontrolle der Lahn sowie der „Hohen Straße“ von Frankfurt nach Köln und der Via Publica von Flandern nach Böhmen, die in der Nähe vorbeiführten.

Im Jahr 918 erlangte die Wilineburg eine besondere geschichtliche Bedeutung, als König Konrad I. dort auf seinem Sterbebett seinem Bruder Eberhard empfahl, die Reichsinsignien seinem härtesten Kontrahenten, dem Sachsenherzog Heinrich, zu überbringen („Weilburger Testament“).

Von 993 bis 1062 wurden nach und nach das Stift und die Stadt an das Bistum Worms verschenkt. Etwa im Jahre 1225 verpfändete der Bischof von Worms die Herrschaft an das Haus Nassau, das sie 1294 schließlich aufkaufte und dem Ort ein Jahr später das gleiche Stadtrecht wie der Stadt Frankfurt verlieh. Graf Johann I. von Nassau errichtete hier 1355 seine Residenz, erneuerte die Burg und errichtete Stadtbefestigungen. 1359 ließ er eine steinerne Brücke über die Lahn errichten.

NeuzeitBearbeiten

 
Weilburg 1787, Zeichnung von Karl Matthias Ernst

Das Haus Nassau-Weilburg prägte die Geschichte der Stadt mehrere Jahrhunderte lang. Graf Philipp III. ließ die alte Konradiner­burg abreißen und begann 1535 den Bau des vierflügeligen Hochschlosses im Stil der nordischen Renaissance. Graf Johann Ernst (1664–1719) erneuerte und verschönerte seine Residenzstadt durch Erweiterung des Hochschlosses, Anlegung eines Parks und Veränderung der Stadtfront. Weilburg wurde dadurch zu einem der am vollständigsten erhaltenen Beispiele für eine deutsche Kleinresidenz des Absolutismus. Ab 1806 war die Stadt Regierungssitz des neu geschaffenen Herzogtums Nassau. Erst im Jahre 1816 verlegte Herzog Wilhelm die Residenz nach Biebrich.

1827 war die Stadt Schauplatz eines Verbrechens, das als Weilburger Kadettenmord in die Kriminalgeschichte einging, und das 150 Jahre später unter dem Titel Der Weilburger Kadettenmord verfilmt wurde.

1866 wurde Weilburg, mit dem gesamten Herzogtum Nassau, von Preußen annektiert.

Baugeschichtlich ist Weilburg durch seine Lehmbauten aus der Zeit nach 1800 bekannt. Durch den besonderen Einsatz des Regierungsadvokaten Wilhelm Jacob Wimpf wurde der sogenannte Pisee-Bau in Stadt und Umgebung gefördert, wovon heute noch das höchste (Stampf-)Lehmgebäude Deutschlands, ein sechsgeschossiges Wohnhaus, zeugt.

Im August 1884 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Weilburg. In der Folge bildete sie mit den beiden Freiwilligen Feuerwehren Braunfels und Obertiefenbach den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie erstmals am 3. August 1890 in Obertiefenbach ihr Verbandsfest feierten.[3]

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter WeltkriegBearbeiten

Ab 1933 übernahmen, wie in anderen deutschen Städten, die Nationalsozialisten die Macht in Weilburg. Schon vorher hatte die NSDAP in der Region starke Zugewinne bei Wahlen erzielt. Der letzte von einer demokratisch geprägten Stadtverordnetenversammlung gewählte Bürgermeister Diffenhardt wurde im Sommer 1933 durch ein Misstrauensvotum der NSDAP abgesetzt. Im Januar 1934 wurde die Hochschule für Lehrerbildung aus Frankfurt am Main nach Weilburg verlagert, um die Studierenden vor den schädlichen Einflüssen der Großstadt besser abzuschirmen. Zum Kriegsbeginn 1939 wurde sie geschlossen, aber 1946 als Pädagogisches Institut durch die amerikanische Besatzungsbehörde wiedereröffnet. Die Hochschule nutzte den Windhof als Lehrgebäude (Erinnerungstafel[4])

Im Jahr 1935 wurde Juden die Beflaggung ihrer Häuser anlässlich der Weilburger Kirmes untersagt, ab 1937 war ihnen das Betreten des Schlossgartens verboten. Im Weilburger Tageblatt erschienen aggressiv-antisemitische Artikel. Anfang 1938 gab es in Weilburg nur noch zwei von Juden geführte Geschäfte. Beim Novemberpogrom 1938 wurden das letzte verbliebene Geschäft sowie Wohnungen schwer beschädigt. Das Gebäude, in dem sich die Synagoge der 1937 aufgelösten Jüdischen Gemeinde befand, wurde nur deshalb nicht zerstört, weil dieses vor 1938 in den Besitz eines Weilburger Kaufmanns übergegangen war. Eine Gedenktafel für die jüdischen Einwohner Weilburgs, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden, befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof. Namentlich wird an die ermordeten und vertriebenen jüdischen Weilburger auf Tontafeln an der Südseite der Schlosskirche erinnert.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt nur geringfügige Beschädigungen. Die Mittelfront der Oberen Orangerie des Schlosses stürzte ein, nachdem eine für den Weilburger Bahnhof bestimmte Fliegerbombe unmittelbar vor dem Portal aufschlug und explodierte. Auch das Bahnhofsgebäude und das nahegelegene Wohnhaus der Brauerei Helbig wurden in Mitleidenschaft gezogen. Während der Einnahme der Stadt durch US-amerikanische Truppen am 27. März 1945 wurden durch die Gefechte nochmals leichte Schäden verursacht, allerdings wurden sämtliche Weilburger Brücken von der Wehrmacht gesprengt. Die Katholiken von Weilburg pilgern seit vielen Jahrzehnten zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich und geben dort ihren Glauben kund.[5]

Kommunales ZentrumBearbeiten

Weilburg war Kreisstadt des Oberlahnkreises seit dessen Gründung 1867. Diese Funktion verlor Weilburg, als im Rahmen der hessischen Gebietsreform der Oberlahnkreis und auch der Kreis Limburg aufgelöst wurden und am 1. Juli 1974 der neue Landkreis Limburg-Weilburg entstand, dessen Kreisstadt nun Limburg wurde. Seitdem findet sich eine Außenstelle der Kreisverwaltung im ehemaligen Landratsamt in der Limburger Straße.

In Weilburg fand vom 17. bis 26. Juni 2005 der 45. Hessentag statt.

EingemeindungenBearbeiten

Am 31. Dezember 1970 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Odersbach und Waldhausen eingegliedert. Kubach kam am 1. Juli 1974 durch Landesgesetz hinzu.[6][7]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Weilburg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[8][9]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Weilburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
2.947
1840
  
3.192
1846
  
3.834
1852
  
3.713
1858
  
4.011
1864
  
3.007
1871
  
2.714
1875
  
2.834
1885
  
3.697
1895
  
3.643
1905
  
3.828
1910
  
4.002
1925
  
3.595
1939
  
3.987
1946
  
5.882
1950
  
6.223
1956
  
6.158
1961
  
6.699
1967
  
5.964
1970
  
12.259
1972
  
12.299
1976
  
12.519
1984
  
11.982
1992
  
13.312
2000
  
13.700
2010
  
13.125
2015
  
13.300
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [8]; 1972[10]; 1976:[11]; 1984:[12]; 1992:[13]; 2000:[14]; 2010:[15]
Ab 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[8]

• 1885: 2873 evangelische (= 77,71 %), 603 katholische (= 16,31 %), ein anderer Christ und 220 Juden (= 5,95 %).
• 1961: 4419 evangelische (= 65,97 %) und 2079 (= 31,03 %) katholische Einwohner

Geschichte der StadtteileBearbeiten

Ahausen wird erstmals 1320 in einer Urkunde erwähnt. Das Haufendorf liegt unmittelbar an der Lahn und der Einmündung des Grundbachs, was die frühere Existenz von drei Mühlen erklärt.

Unter der Bezeichnung Berinbach wird 1253 erstmals der Stadtteil Bermbach erwähnt. Neben der Landwirtschaft war es der Bergbau, in dem die Einwohner Bermbachs tätig waren. Der Erzabbau in den auf Bermbachs Gemarkung befindlichen Gruben wurde um 1914 eingestellt.

Die Bestätigung eines Gutshofs im Jahr 1196 durch Papst Coelestin III. ist die urkundliche Ersterwähnung von Drommershausen. Für 1666 ist eine Ölmühle bezeugt, und ein Hochofen zur Verhüttung des in der Umgegend gewonnenen Eisensteins wird 1679 genannt.

Als Gauderinbach wird im Jahr 1325 erstmals der heutige Weilburger Ortsteil Gaudernbach erwähnt. Der Ort gehörte einst zum Amt Runkel und dem Kirchspiel Schupbach. Die dem heiligen Petrus geweihte Kapelle wurde 1769 erbaut. Eine Schule im Ort wird schon vor 1618 erwähnt; wie lange sie Bestand hatte, ist allerdings unbekannt. Bei einem Großbrand im Jahr 1863 wurden 68 Gebäude in Gaudernbach vernichtet. Neben der Landwirtschaft und dem Bergbau fanden die Einwohner ihr Auskommen als Arbeiter im Gaudernbacher Lahnmarmorbruch.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1235 wird erstmals der Ortsname Hasilibach erwähnt, der sich später zu Hasselbach wandelte. Zur Zeit ihrer Ersterwähnung gehörte die Siedlung dem trierschen Burgmann Johann von Schupbach, der in Montabaur residierte.

 
Hirschhausen – Evangelische Kirche

Hirschhausen wird erstmals 1327 urkundlich erwähnt und ist 1466 als Herbishusen in Schriftstücken zu finden. In der Gemarkung Hirschhausen fanden sich mehrere Rot- und Brauneisensteingruben, unter denen die Grube Anna eine der reichsten im Lahngebiet war. Erwähnenswert ist die durch 27 Hirschhäuser Familien 1763 erbaute achteckige evangelische Kirche. Zwischen Hirschhausen und Drommershausen bestand im 15. und bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts die Wallfahrtsstätte Pfannstiel.

Die erste urkundliche Erwähnung des Stadtteils Kirschhofen datiert aus dem Jahr 1363 mit der Schreibweise Kyrchschyrben. Die Schreibung Kirschhofen ist seit 1684 bekannt. Seit 1978 ist Kirschhofen über eine Fußgängerbrücke mit dem auf der anderen Lahnseite liegenden Stadtteil Odersbach verbunden.

Der Stadtteil Kubach findet als parvulam cubach erstmals in der Urkunde Ottos III. vom 27. Dezember 1000 Erwähnung. Eine eigene Kirche wird für Kubach ab 1516 angenommen. Die heute im Ort vorhandene Kirche wurde 1784 fertiggestellt.

Odersbach und Waldhausen sind die beiden Weilburger Stadtteile, deren erste Erwähnung noch vor der Weilburgs im Jahr 906 datiert ist.

Waldhausen wird erstmals im Jahr 881 im Goldenen Buch der Abtei Prüm erwähnt. Seine Bezeichnung darin lautet Mark Ualthusa und bezieht sich auf die dortige Siedlung und den karolingische Waldbesitz. Landwirtschaft und Bergbau bildeten bis 1960 die Haupterwerbsquellen der Einwohner.

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[16] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[17][18]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
12
3
4
12
6
12 12 
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,5 12 37,6 14 40,2 15 40,9 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,8 12 34,0 13 35,4 13 32,8 12
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 9,0 3 13,3 5 6,5 2 5,3 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 15,4 6 9,0 3 11,3 4 14,6 6
FDP Freie Demokratische Partei 10,4 4 6,0 2 6,6 3 6,4 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 47,8 46,4 43,4 53,2
 
Das Weilburger Rathaus

BürgermeisterBearbeiten

Johannes Hanisch ist seit 1. Juli 2017 Bürgermeister.

PartnerschaftenBearbeiten

Weilburg und Quattro Castella hatten bereits 2002 eine gemeinsame Freundschaftserklärung abgegeben.

Mit Girne (Türkische Republik Nordzypern) besteht seit 2007 eine Zusammenarbeit. Eine Städtepartnerschaft mit Tortona (Italien) bestand von 1964 bis August 2008. Die Patenschaft mit der Stabskompanie Logistikregiment 46 (Diez, Rheinland-Pfalz) wurde im September 2012 beendet, da die Stabskompanie aufgelöst wurde. Eine neue Partnerschaft mit der Kreisgruppe Rheingau-Hessen-Nassau des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. wurde am 27. September 2013 geschlossen.

 
Weilburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

WappenBearbeiten

Das Wappen der Stadt Weilburg wurde erst anlässlich des tausendjährigen Bestehens der Stadt im Jahre 1906 gestiftet.

Blasonierung: „In Blau eine wachsende, schwarzgefugte, silberne Burg mit großquadriger Zinnenmauer, gezinntem, rotbehelmten und golden beknauftem Mittelturm zwischen zwei niedrigeren Zinnentürmen, alle mit einem schwarzen gotischen Zwillingsfenster; das mit schwarzen Lilienbändern beschlagene, geschlossene Rundportal belegt mit einem gelehnten Schild, darin in Blau ein rotbewehrter goldener Löwe, bestreut mit goldenen Schindeln.“[19]
Wappenbegründung: Das Wappen zeigt eine Burg (silber) in blauem Feld. Der mittlere von drei Zinnentürmen trägt einen roten Turmhelm mit goldener Kugel auf der Spitze. Das schwarz beschlagene, geschlossene Tor ist belegt mit einem blauen Schild, auf dem in Gold der Löwe von Nassau dargestellt ist. Vorbild war das Weilburger Stadtsiegel von 1329.

FahneBearbeiten

Die Stadtfahne Weilburgs zeigt längsgestreift die Farben Gelb, Blau und Weiß. Die Farben ergeben sich aus denen des Stadtwappens (Gelb-Gold, Blau – Farbe der früheren Grafen, Weiß-Silber).

SiegelBearbeiten

Das Stadtsiegel Weilburgs ist erstmals auf einer Urkunde aus dem Jahr 1327 nachgewiesen. Vermutlich wurde dieses Siegel jedoch bereits aus Anlass der 1295 erfolgten Stadtrechtsverleihung angeschafft. Das Siegel trägt die Inschrift: SIGILLUM CIVITATIS IN WILBURC (Siegel der Bürgerschaft in Weilburg). Das Siegelbild zeigt eine Stadtmauer mit zwei gleich hohen Ecktürmen, dazwischen einen höheren Turm mit Spitzdach und in der Mitte der Stadtmauer ein Stadttor mit Wappen.

Neben dem Erstsiegel wurde, wahrscheinlich im ausgehenden 14. Jahrhundert, ein kleineres Siegel angeschafft. Ein Ersatz für dieses Siegel wurde vor 1650 in Auftrag gegeben.

Neben diesen drei noch vorhandenen Stadtsiegeln wurde ein weiteres Siegel, ebenfalls nach dem Vorbild des Erstsiegels, im Jahr 1905 geschaffen.

Im Rahmen der Partnerschaftsschließung der Stadt Weilburg a.d. Lahn mit der Kreisgruppe Rheingau-Hessen-Nassau des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. wurde der Stadt Weilburg am 27. September 2013 ein neues Stadtsiegel überreicht. Das Siegelbild zeigt eine Stadtmauer mit zwei gleich hohen Ecktürmen, dazwischen einen höheren Turm mit Spitzdach und in der Mitte der Stadtmauer ein Stadttor mit Wappen, im oberen Halbrund den Schriftzug Stadt Weilburg a.d. Lahn und im unteren Halbrund den Schriftzug Der Bürgermeister.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

 
Das Schloss prägt das Stadtbild von Weilburg.

Das Schloss Weilburg ist seit 1935 ein Museum, das nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen ist.[20]

Im ehemaligen Kanzleigebäude des Schlosses ist das Bergbau- und Stadtmuseum der Stadt Weilburg untergebracht, das über 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügt. Präsentiert werden Exponate aus der Stadtgeschichte und eine umfangreiche Ausstellung über die Tradition des Bergbaus in Weilburg und Umgebung. Für das seit 1972 bestehende – und damit Hessens ältestes – Bergbaumuseum wurde im Schlossberg eine 200 Meter lange Schaustollenanlage eingerichtet, in der originale Bergbaumaschinen aufgestellt sind.[21]

Seit Mai 2008 werden in einer Abteilung des Museums auch ca. 100 Arbeiten chinesischer Papierschnittkunst gezeigt. Die Präsentation dieser Kunst außerhalb Chinas ist bisher weltweit einmalig.

Im Ortsteil Gaudernbach befindet sich das Deutsche Baumaschinen-Modellmuseum. Das Museum wurde 1989 vom Bauunternehmen Walter Feickert gegründet. Hier werden ca. 1.200 Baumaschinen- und Baustellen-Modelle präsentiert.

Im Juni 2017 eröffnete das Rosenhang-Museum als Museum für zeitgenössische Kunst. Sitz des Museums, das unter anderem die Sammlung seines Gründers Joachim Legner beherbergt, ist das historische Brauereigebäude im Ahäuser Weg.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Die Weilburger Schlosskonzerte sind seit 1973 eine Konzertreihe mit meist klassischer Musik im Schloss, in der Schlosskirche oder im Renaissancehof des Schlosses. Sie finden jährlich im Sommer statt.

Die Weilburger Kirmes wird nachweislich seit 1569 begangen. Manche Bräuche haben sich seit langem erhalten, wie das „Anschießen“ der Kirmes, die Stiftung von Schießpreisen, die erstmals für 1746 durch die Stadt überliefert ist und später auf Preisstiftungen durch die Bürger erweitert wurde, das Schießen auf die Ehrenscheibe und der von Mädchen aufgeführte Kirmestanz. Träger der Kirmes ist die im Jahr 1813 gegründete Weilburger Bürgergarde, in deren Händen seitdem die Fortführung der traditionellen Weilburger Kirchweih liegt.

BauwerkeBearbeiten

 
Das höchste Stampflehmgebäude Deutschlands (errichtet vor 1836)
 
Blick vom Landtor zur Frankfurter Straße

Weilburg war viele Jahre lang Residenzstadt und Regierungssitz des Hauses Nassau-Weilburg. Die Gebäude prägen bis heute das Stadtbild der Innenstadt. Das wichtigste Gebäude ist das Schloss aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde im 16. und 18. Jahrhundert umgebaut. Die als „Kernschloss“ bezeichneten Renaissance-Teile werden zu den am besten erhaltenen Renaissanceschlössern in Hessen gezählt. Nach der barocken Erweiterung unter Johann-Ernst von Nassau-Weilburg nimmt es fast die Hälfte der Altstadt ein. Zum Schloss gehört auch die evangelische Schlosskirche vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Auch die Gebäude am Marktplatz, mit dem „Neptunbrunnen“ (von 1709), und in der Altstadt wurden zeitgleich mit dem Schloss errichtet. Daneben stehen aber noch weitere Fachwerkhäuser vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.

Auf dem „Alten Friedhof“ befindet sich ein „Kalvarienberg“ und die „Heilig-Grab-Kapelle“, die sich an der Grabeskirche in Jerusalem orientiert.[22]

In unmittelbarer Nähe des „Alten Friedhofs“ wurde 1958 von der katholischen Gemeinde die heute denkmalgeschützte Kirche „Heilig Kreuz“ mit einem Campanile, einem freistehenden Glockenturm, gebaut. Architekt war der Wiesbadener Architekt Paul Johannbroer. Sehenswert sind die Glasfenster des Glaskünstlers Johannes Beeck. Auf der rechten Seite sind Szenen aus dem Alten und auf der linken Szenen aus dem Neuen Testament dargestellt.[23]

Für das Gymnasium Philippinum Weilburg wurde im 18. Jahrhundert in der Mauerstraße ein repräsentatives Gebäude errichtet. Heute beherbergt der Bau die Weilburger Krankenpflegeschule, Kreis- und Stadtbücherei, Büro- und Vereinsräume. Der gegenüberliegende „Komödienbau“ entstand 1810 als Hoftheater. Dessen begrenzte Nutzung war dem Gymnasium ab 1817 gestattet, ein Umbau des Gebäudes für schulische Zwecke erfolgte 1879. Heute beherbergt der Bau einen gastronomischen Betrieb, und der ehemalige Theatersaal dient u. a. als Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung.

Im 19. Jahrhundert wuchs das Stadtgebiet deutlich über die mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus. In der Limburger Straße, der Bahnhofstraße und Frankfurter Straße wurden viele Stampflehmgebäude (Piseebauten) errichtet. Insbesondere an der Bahnhofstraße besteht noch eine geschlossene Fassadenflucht. In Weilburg steht mit dem Haus Hainallee 1 auch das höchste deutsche Gebäude dieser Bauart.

Als weltweit einmalig gilt das „Weilburger Tunnelensemble“. Hier liegen nebeneinander Tunnel für Auto, Schiff und Eisenbahn. Insbesondere der 1847 eröffnete Schifffahrtstunnel stellt ein in Deutschland einmaliges Bauwerk dar. Der jüngste Tunnel des Ensembles ist der im Jahr 2004 freigegebene Mühlbergtunnel der Teilortsumgehung Weilburg.

Bei dem Ort Drommershausen befinden sich Ruinen des ehemaligen Konvents und der Wallfahrtskirche Unserer lieben Frau und St. Johann im Pfannstiel der Johanniter. Die Ersterwähnung der Kirche erfolgte 1461. Der Konvent war ab 1471 der Kommende Nieder-Weisel bei Butzbach, dann ab 1482 der Kommende Wiesenfeld bei Frankenberg (Eder) bzw. der Kommende Wildungen unterstellt. Im Zuge der Reformation wurde das kleine Kloster im Jahre 1539 aufgehoben.

ParksBearbeiten

Das Schloss in Weilburg verfügt über einen Schlosspark, der sich über mehrere Terrassen entlang der Lahn erstreckt.

Im Stadtteil Hirschhausen befindet sich der Tiergarten Weilburg. Ursprünglich handelte es sich um einen Jagdpark der Weilburger Grafen. Heute ist er ein Wildpark, der von 70.000 Menschen jährlich besucht wird.

NaturdenkmälerBearbeiten

Im Stadtteil Kubach befindet sich die Kristallhöhle. Große Teile der Wände dieser Klufthöhle sind mit unzähligen Kalkspatkristallen und Perlsinter besetzt. Der Kristallschmuck der Wände gilt in dieser Form als einzigartig in Deutschland. Mit einer Länge von ca. 200 m, einer Breite bis zu 23 m und bis zu 30 m Höhe gilt die Höhle als der größte natürliche untertägige Einzelhohlraum, der in Deutschland zu besichtigen ist.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Empfangsgebäude des Bahnhofs (Architekt: Heinrich Velde)

VerkehrBearbeiten

Die Stadt befindet sich an der Lahntalbahn KoblenzLimburg–Weilburg–WetzlarGießen und gehört dem Rhein-Main-Verkehrsverbund an. Bis 1969 war Weilburg Endpunkt der aus Grävenwiesbach kommenden Weiltalbahn. Zu diesem Zweck war am Weilburger Bahnhof ein Lokschuppen mit Drehscheibe errichtet worden. Nach der Stilllegung der Weiltalstrecke wurden die Gebäude in den 1980er Jahren abgerissen. Auch der einstige Güter- und Rangierbahnhof ist bis auf drei Abstell- und ein Überholgleis abgebaut.

Weilburg ist Ausgangspunkt vieler Buslinien in die Anliegergemeinden. Diese starten am zentralen Omnibusbahnhof direkt am Bahnhof. In der Stadt selbst verbinden zwei Stadtbuslinien die wichtigsten Punkte der Stadt im Stundentakt. Die Linie 61 verbindet das Industriegebiet Kubach mit der Innenstadt und dem Stadtteil Odersbach; sie verkehrt montags bis sonntags und wird darüber hinaus sonntags bis zu dem Ausflugsziel Kubacher Kristallhöhle und dem Weilburger Tierpark verlängert. Die von Montag bis Samstag verkehrende Linie 62 verbindet die Innenstadt mit dem Stadtteil Waldhausen. Linie 63 fährt im innerstädtischen Schülerverkehr nur zu Schulzeiten.

Weilburg ist mit folgenden Buslinien mit dem Umland verbunden

Nr. Linienweg Bemerkung
51 Oberbrechen → Weinbach → Weilburg
52 Weinbach → Gräveneck → Weilburg
  • von/nach Weilburg nur im Schülerverkehr
64 Walddernbach → Merenberg → Weilburg
65 Heckholzhausen → Obertiefenbach → Schupbach → Weilburg
  • bedient die Stadtteile Gaudernbach und Hasselbach
66 Rundverkehr: Weilburg → Ahausen → Hirschhausen → Kubach → Weilburg und Gegenrichtung
  • bedient die Stadtteile Ahausen, Drommershausen, Hirschhausen, Bermbach und Kubach
68 Mengerskirchen → Löhnberg → Weilburg
69 Heckholzhausen → Allendorf → Weilburg
  • bedient die Stadtteil Waldhausen
125 Wetzlar → Leun → Beilstein / Weilburg
  • von/nach Weilburg je früh morgens und spät abends als Schienenergänzungsverkehr der Lahntalbahn
172 Braunfels Kernstadt / Stadtteile → Weilburg
  • bedient die Stadtteil Bermbach
  • nur Schülerverkehr
245 Weiltalbus: Oberursel/Bad Homburg → Weiltal → Weilburg
  • Saisonverkehr Samstag/Sonntag/Feiertag, nur vom 1. Mai bis 31. Oktober jeden Jahres
282 Limburg → Niederbrechen → Villmar → Weilburg
  • bedient die Stadtteile Waldhausen und Odersbach
  • morgens und abends als Schienenergänzungsverkehr der Lahntalbahn
  • fährt zum Teil als Linie LM59 von Villmar bis Limburg
289 Weilburg → Weilmünster → Grävenwiesbach
  • in Grävenwiesbach Anschluss an die Taunusbahn nach Frankfurt/Bad Homburg
  • einzelne Fahrten nach Kirschhofen
  • bedient Stadtteile Kirschhofen und Kubach
  • verkehrt montags bis sonntags
 
Die Oberlahnbrücke in Weilburg

Über die Bundesstraßen B 49 und 456 ist Weilburg von den Autobahnen A 3 (aus Richtung Limburg) und A 45 (aus Richtung Wetzlar) sowie aus dem Rhein-Main-Gebiet zu erreichen. Die B 456 überquert in Weilburg die Lahn auf der Oberlahnbrücke. Diese wurde im Zuge der Teilortsumgehung Weilburg errichtet. Neben der Oberlahnbrücke existieren in Weilburg mit der Steinernen Brücke und der Ahäuser Brücke drei Lahnbrücken für Kraftfahrzeuge und mit dem Ernst-Dienstbach-Steg eine Fußgängerbrücke.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Weilburg ist Sitz der Vistec Semiconductor Systems. Größte private Arbeitgeber sind außerdem die Grebe-Gruppe sowie die Arnold-Gruppe.

HandelBearbeiten

Im Norden und Süden von Weilburg haben sich in den Gewerbegebieten einige Einzelhandelsgeschäfte angesiedelt, darunter Discounter, ein Möbelhaus, Elektronikgeschäfte und Lebensmittelmärkte. Die Bebauung der „grünen Wiese“ am Stadtrand hat jedoch dazu geführt, dass in der Weilburger Altstadt – wie in vielen vergleichbaren anderen Städten – mittlerweile ein großer Leerstand für vermietbare Einzelhandelsgeschäfte herrscht. Daher soll ein von der Stadt beauftragter „Altstadtmanager“ Konzepte entwickeln, um diesem Leerstand (Stand 2013) über 50 Prozent vorzubeugen. Zudem soll die historische Innenstadt für Einkäufer attraktiver werden.

TourismusBearbeiten

Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.[2] Sehr beliebt ist das Kanufahren auf der Lahn. Verschiedene Bootsverleiher stellen Kanus, Kanadier und Kajak stundenweise oder für Tagestouren zur Verfügung.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Weilburg hat eine jahrhundertealte Tradition als Schulstadt. Bereits 1231 wird ein Scholaster erwähnt und 1360 die Stiftsschule. Nachfolgerin der Stiftsschule wurde die am 15. Oktober 1540 von Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg gegründete evangelische Freischule. Die älteste Schule Weilburgs, das Gymnasium Philippinum, ist aus dieser Freischule hervorgegangen.

An Schultagen werden die Bildungseinrichtungen Weilburgs heute von über 8000 Schülern besucht.

In Weilburg bestehen heute folgende Schulen:

  • Christian-Spielmann-Schule (Grundschule); für Schüler des auf der Taunusseite befindlichen Stadtbereichs und der Stadtteile Bermbach, Hirschhausen, Kirschhofen und Kubach. Benannt nach dem Historiker Christian Spielmann.
  • Pestalozzischule (Grundschule); für Schüler des auf der Westerwaldseite befindlichen Stadtbereichs und der Stadtteile Gaudernbach, Hasselbach, Odersbach und Waldhausen.
  • Heinrich-von-Gagern-Schule (Haupt- und Realschule); für Schüler aus dem Landkreis Limburg-Weilburg und aus dem Lahn-Dill-Kreis.
  • Jakob-Mankel-Schule (integrierte Gesamtschule seit 1994, bis 2008 einzige integrierte Gesamtschule des Landkreises Limburg-Weilburg) bietet die Bildungsgänge Hauptschule, Realschule und Gymnasium in integrierter Form bis zur zehnten Klasse an.
  • Gymnasium Philippinum (Gymnasium); ist die älteste der Weilburger Schulen und wird von Schülern aus Orten des ehemaligen Oberlahnkreises sowie aus dem Lahn-Dill-Kreis besucht.
  • Walderbachschule (Schule für praktisch Bildbare); ist eine Förderschule mit dem Ziel, Schülern in Abhängigkeit von deren individuellem Behinderungsgrad dabei zu helfen, ein möglichst hohes Maß an bewusster Lebenszufriedenheit zu erlangen.
  • Windhofschule (Schule für Lernhilfe und für Körperbehinderte); ist eine Förderschule und ein sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum. Die Windhofschule bietet körperbehinderten Schülern die Möglichkeit, an einem schulischen Leben zusammen mit nicht körperbehinderten Schülern teilzunehmen.
 
Wilhelm-Knapp-Schule
  • Wilhelm-Knapp-Schule (Berufsschulzentrum); vereinigt zehn Schulformen im Bereich der beruflichen Schulausbildung. Dazu gehören die Zweige des Beruflichen Gymnasiums, der Fachoberschule und der Höheren Handelsschule. Schwerpunkte an der Fachschule für Betriebswirtschaft sind u. a. die Bereiche Touristik, Marketing, Franchising, Personal- und Finanzmanagement. Die Aus- und Weiterbildung im Bereich Franchising bietet die Wilhelm-Knapp-Schule seit dem Schuljahr 2006/07 als erste Aus- und Weiterbildungsstätte in Deutschland an.
 
Luftbild der Staatlichen Technikakademie Weilburg
  • Staatliche Technikakademie Weilburg (Staatliche Fachschule); verfügt über etwa 500 Plätze für Studierende in den Bereichen Maschinen-, Elektro-, Informationstechnik, Mechatronik und für Informationstechnische Assistentinnen und Assistenten in der beruflichen Erstausbildung. Außerdem unterhält die Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität dort eine Außenstelle des Instituts für Didaktik der Chemie. Der Staatlichen Technikakademie ist das Studierendenwohnheim Windhof angeschlossen, in dem 150 Einzelzimmer zur Verfügung stehen.
  • Krankenpflegeschule Weilburg, Staatlich anerkannte Fachschule für Gesundheits- und Krankenpflege mit 45 Ausbildungsplätzen. Schulträger ist die Kreiskrankenhaus Weilburg gGmbH.
  • Amt für Lehrerbildung; in Weilburg besteht eine Tagungsstätte des Amtes zur Durchführung von Bildungsmaßnahmen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung.
  • Hessisches Forstliches Bildungszentrum (FBZ); ist eine überbetriebliche Ausbildungsstätte von Hessen-Forst beim Forstamt Weilburg. Das FBZ dient als Aus- und Fortbildungsstätte für Forstwirte, Forstbeamte, Angestellte, Unternehmer und Privatpersonen. Der Berufsschulunterricht erfolgt in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Knapp-Schule.
  • Dachdeckerzentrum Hessen; ist eine Bildungseinrichtung des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Hessen und dient der Fort- und Weiterbildung von Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk.
  • Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg e. V.; ist in Weilburg mit einer Hauptstelle vertreten.
  • Weilburger Musikschule; ging 1982 aus einem Förderkreis hervor und wird heute von dem Verein Weilburger Musikschule getragen. Die Angebote der Musikschule werden von über 1000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wahrgenommen.

JustizBearbeiten

Mit dem Amtsgericht Weilburg verfügt der Ort über ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Das Amtsgericht ist dem Landgericht Limburg a. d. Lahn, das wiederum dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main untergeordnet ist.

GesundheitswesenBearbeiten

 
Eingang des Kreiskrankenhauses

Mit dem Kreiskrankenhaus verfügt Weilburg über ein Allgemeinkrankenhaus mit Teilnahme an der Notfallversorgung. Das Krankenhaus ist Mitglied des Klinikverbunds Hessen.[24][25] Unmittelbar neben der Klinik befindet sich ein Fachärztezentrum. Die angegliederte Fachschule für Gesundheits- und Krankenpflege befindet sich im Alten Gymnasium in der Mauerstraße.

Zusätzlich gibt es in der Weilburger Altstadt ein Ärztehaus.[26]

Weitere EinrichtungenBearbeiten

  • Kindertagesstätte der Lebenshilfe Weilburg
  • Evangelischer Kindergarten Weilburg
  • Katholischer Kindertagesstätte Hl. Kreuz Weilburg
  • Unternehmensgestützter Kindergarten Unter’m Sternenhimmel Weilburg
  • Städt. Kindergarten Wichtelhaus Drommershausen
  • Städt. Kindergarten Schwalbennest Gaudernbach
  • Städt. Kindergarten Sonnenschein Hirschhausen
  • Städt. Kindertagesstätte Kuckucksnest Kirschhofen
  • Städt. Kindertagesstätte Kubelix Kubach
  • Städt. Kindertagesstätte Fizzli Puzzlis Odersbach
  • Evangelische Kindertagesstätte Nestwärme Waldhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Weilburg, gegr. 1884 (seit 1956 mit Spielmannszug und seit 1. April 1974 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Ahausen, gegr. 1933 (seit 18. Januar 1985 mit Jugendfeuerwehr und seit 1. Juni 2010 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Bermbach, gegr. 1933 (seit 15. Mai 1976 mit Jugendfeuerwehr und seit 1. September 2003 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Drommershausen, gegr. 1934 (seit 18. März 1978 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Gaudernbach, gegr. 1906 (seit 1. April 1984 mit Jugendfeuerwehr und seit 8. Januar 2014 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Hasselbach, gegr. 1932 (seit 27. März 1997 mit Jugendfeuerwehr und seit 30. April 2011 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Hirschhausen, gegr. 1933 (seit 1. Mai 1975 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Kirschhofen, gegr. 1925 (seit 14. April 1974 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Kubach, gegr. 1934 (seit 12. Juni 1980 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Odersbach, gegr. 1934 (seit 17. Dezember 1984 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Waldhausen, gegr. 1908 (seit 1. Juli 1970 mit Jugendfeuerwehr und seit 19. März 2011 mit Kinderfeuerwehr)
  • Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Weilburg mit THW Jugendgruppe

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

In Weilburg geborenBearbeiten

Mit Weilburg verbundenBearbeiten

  • Franz Christoph Neubauer (*um 1760 möglicherweise in Hořín bei Mělníkin Böhmen; † 11. Oktober 1795 in Bückeburg), Komponist und Geigenvirtuose, von 1790 bis 1794 Kapellmeister des Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg
  • Johann Philipp Krebs (* 7. Juli 1771 in Glauchau; † 28. September 1850 in Weilburg), Altphilologe
  • Otto Linnemann (* 26. April 1876 in Frankfurt am Main; † 9. Dezember 1961 ebenda), deutscher Glasmaler, erschuf die Glasmalereien in der Schlosskirche
  • Joseph Muth (* 9. Januar 1788 in Hadamar; † 7. März 1866 in Weilburg), Lehrer und Historiker
  • Heinrich von Gagern (* 1799 in Bayreuth, † 22. Mai 1880 in Darmstadt), aufgewachsen in Weilburg und Abitur am dortigen Gymnasium Philippinum, 1848 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung.
  • Wilhelm Heinrich Riehl (* 1823 in Biebrich, † 1897 in München), Kulturhistoriker, Erzähler, Journalist; besuchte das Gymnasium in Weilburg; Schauplatz seiner Novelle "Der Stadtpfeifer" ist Weilburg.
  • Walter Lohmann (* 28. Mai 1861 in Milspe; † 15. Februar 1947 in Weilburg), Jurist und nationalliberaler Politiker
  • Willy Heigl (* 25. März 1904 in Dillenburg; † 15. März 1973) Erster Bürgermeister Weilburgs nach Ende des Dritten Reiches; Abgeordneter des Beratenden Landesausschusses (Vorläufer des Hessischen Landtages)
  • Kurt Kohl (* 15. November 1918 in Frankfurt am Main; † 4. Oktober 2002 ebenda), Pionier der Gestaltpsychologie, Studium am Pädagogischen Institut zu Weilburg
  • Gert Fritz Unger (* 23. März 1921 in Breslau, † 3. August 2005 in Weilburg), Schriftsteller und Westernautor
  • Benno von Heynitz (* 22. Dezember 1924 in Dresden; † 29. Oktober 2010 in Weilburg), Gegner der SED-Diktatur und Gründungsvorsitzender des Bautzen-Komitees
  • Ulrike Meinhof (* 7. Oktober 1934 in Oldenburg; † 9. Mai 1976 in Stuttgart-Stammheim), Journalistin und Gründungsmitglied der Terrororganisation Rote Armee Fraktion, Abitur 1955 am Weilburger Gymnasium Philippinum

LiteraturBearbeiten

  • Falko Lehmann: Landkreis Limburg-Weilburg, Bd. 2: Mengerskirchen bis Weinbach = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Braunschweig 1994, S. 699–847.
  • Bernd Modrow, Claudia Gröschel: Fürstliches Vergnügen. 400 Jahre Gartenkultur in Hessen. Verlag Schnell + Steiner, Regensburg 2002, ISBN 3-7954-1487-3
  • Magistrat der Stadt Weilburg an der Lahn (Hrsg.): Weilburg an der Lahn. 700 Jahre Stadtrechte 1295–1995, Weilburg 1995, ISBN 3-926617-14-4
  • Carl Wehrum: 150 Jahre Weilburger Bürgergarde. Selbstverlag der Weilburger Bürgergarde, Weilburg 1963.
  • Mathias Döring: Weilburg und sein Wasser. Deutsche Wasserhistorische Gesellschaft, Sonderband 1/2005, 230 S., 250 Abb.
  • Armin Kuhnigk: Geschichte der Stadt Weilburg 881–1971, Herausgeber Magistrat der Stadt Weilburg, Weilburg 1972.
  • Literatur über Weilburg in der Hessischen Bibliographie

WeblinksBearbeiten

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EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b 77. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 17. November 2011. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2012, ISSN 0724-7885, S. 221.
  3. Franz-Josef Sehr: Feuerwehr-Bezirkstage um die Jahrhundertwende. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2000. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 1999, ISBN 3-927006-29-7, S. 187–189.
  4. Erinnerungstafel am Windhof
  5. Franz-Josef Sehr: 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2017. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2016, ISBN 3-927006-54-8, S. 137–141.
  6. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 10 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 372–373.
  8. a b c Weilburg, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  9. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  11. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  12. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  13. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  14. Gemeindedatenblatt: Weilburg. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  15. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 20. März 2018 (PDF; 552 kB).
  16. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  19. Klemens Stadler: Die Gemeindewappen des Landes Hessen (= Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland. Band 3). Bremen 1967, S. 91.
  20. Schloss und Schlossgarten Weilburg
  21. Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg
  22. Die Weilburger Passionsstätten Grabkapelle und Heiliges Kreuz in www.weilburg-lahn.info
  23. Pastoraler Raum Weilburg – Mengerskirchen
  24. klinikverbund-hessen.de
  25. krankenhaus-weilburg.de
  26. aerztehaus-weilburg.de