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Selters (Taunus)

hessische Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Selters (Taunus)
Selters (Taunus)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Selters (Taunus) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 40,47 km2
Einwohner: 7952 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65618
Vorwahlen: 06483 (Haintchen 06475)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 014
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brunnenstraße 46
65618 Selters (Taunus)
Website: www.selters-taunus.de
Bürgermeister: Bernd Hartmann (parteilos)
Lage der Gemeinde Selters (Taunus) im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-PfalzHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisLahn-Dill-KreisBad CambergBeselichBrechen (Hessen)Dornburg (Hessen)Elbtal (Hessen)Elz (Westerwald)HadamarHünfeldenLimburg an der LahnLimburg an der LahnLöhnbergMengerskirchenMerenbergRunkelSelters (Taunus)VillmarWaldbrunn (Westerwald)WeilburgWeilmünsterWeinbachKarte
Über dieses Bild

Selters (Taunus) ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der größere Teil des Selterser Gemeindegebietes mit den Ortsteilen Niederselters, Eisenbach, Münster und Haintchen liegt im Bereich des östlichen Hintertaunus nördlich des Taunushauptkammes, in 170 bis 500 Meter Höhe. Naturräumlich zählt der Hauptort Niederselters noch zum Südostteil des Limburger Beckens und hat somit Anschluss zur Tallandschaft der Lahn. Der hier von Süden in das Becken mündende Grabenbruch der Idsteiner Senke ist entlang des zur Lahn entwässernden Emsbaches mit dem volkstümlichen Namen Goldener Grund belegt, welcher auf die Klimagunst und fruchtbaren Böden (Lösslehm) Bezug nimmt. Der nördliche Gemeindeteil um den Ort Münster gehört zur geologischen Lahnmulde, welche für ihren Reichtum an Bodenschätzen aus dem Mitteldevon bekannt ist. Von besonderer Bedeutung war hier der Eisenerzbergbau.

NachbargemeindenBearbeiten

Selters grenzt im Norden an die Gemeinden Villmar und Weilmünster (beide Landkreis Limburg-Weilburg), im Osten an die Gemeinde Weilrod (Hochtaunuskreis), im Süden an die Stadt Bad Camberg, im Südwesten an die Gemeinde Hünfelden, sowie im Westen an die Gemeinde Brechen (alle drei im Landkreis Limburg-Weilburg).

GliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat vier Ortsteile (hier mit Einwohnerzahl)[2].

Ortsteil 1910 2002 2008 2017 Bemerkung
Niederselters 1455 3146 3228 3147 Verwaltungssitz der Gemeinde, Ursprungsort des Selterswassers, Haltepunkt der Main-Lahn-Bahn
Eisenbach 1208 3040 3090 2888 Kurort
Münster 977 1072 1108 1056 Erholungsort
Haintchen 567 890 922 868 Erholungsort, sehenswerte Barockkirche

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde Selters entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1974 durch den Zusammenschluss von vier bis dahin selbstständigen Gemeinden und erhielt den amtlichen Namen „Selters (Taunus)“.[3]

ReligionBearbeiten

 
Hauptgebäude im Zweigbüro Zentraleuropa

Das Zweigbüro Zentraleuropa der Zeugen Jehovas befindet sich in der Gemeinde Selters im Taunus. Von dort aus wird die Tätigkeit der Zeugen Jehovas im deutschsprachigen Raum koordiniert. Seit dem Jahr 1979 leben und arbeiten in Niederselters etwa 1050 Mitglieder der Religionsgemeinschaft unter anderem in den Druckereien, Übersetzungs-Büros, Organisations- und Logistikabteilungen, sowie in den Werkstätten in einer ordensähnlichen Gemeinschaft zusammen. In Selters wird für über 25.000 Gemeinden der Zeugen Jehovas in fast 100 Ländern Literatur gedruckt und von dort aus versandt.[4]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
6
14
5
6
14 
Insgesamt 31 Sitze
  • SPD: 6
  • CDU: 14
  • UWE: 5
  • FWS: 6
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,6 14 49,5 15 47,7 15 49,8 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,4 6 26,4 8 28,5 9 34,0 11
UWE Unabhängige Wähler Eisenbach 16,4 5
FWS Freie Wähler Selters (Taunus) 19,6 6
BLN Bürger Liste Niederselters 11,9 4 11,4 3 10,4 3
FWH Freie Wählergemeinschaft Haintchen 7,1 2 6,2 2 5,8 2
FWM Freie Wähler Münster 5,1 2 6,2 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 53,0 34,1 43,0 46,1

BürgermeisterBearbeiten

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Selters neben dem Bürgermeister acht ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit 1. August 2010 der parteilose Bernd Hartmann.[8] Seine Amtsvorgänger waren

  • 1974 bis 1986 Josef Wältermann (CDU)
  • 1986 bis 2010 Norbert Zabel (CDU)

WappenBearbeiten

Der Gemeinde Selters (Taunus) ist am 30. Juli 1980 durch den Hessischen Minister des Innern die Genehmigung erteilt worden, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen.

Wappenbeschreibung
„Gevierter Schild; Feld 1 in Rot ein geneigter silberner Krug mit ausfließendem silbernen, blau durchsetztem Wasser; Feld 2 in Silber der rote obere Teil eines Krummstabes mit dem roten oberen Teil eines Kreuzstabes schräg gekreuzt; Feld 3 in Silber ein rotes Schlägel und Eisen; Feld 4 in Rot auf blau-silbernem Wellenfuß ein schwimmender silberner Schwan.“[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Rathaus der Gemeinde Selters in Niederselters, ehemalige Kaserne des Kurfürstentums Trier

EisenbachBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Petrus von 1896–1898
  • Hof zu Hausen, 1275 erstmals erwähnt, in der Nähe von Eisenbach
  • Zweistöckige, traufständige Wohnhäuser mit Dekorfassaden aus Stuckornamenten, erbaut um das Jahr 1900

HaintchenBearbeiten

MünsterBearbeiten

NiederseltersBearbeiten

MuseenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

SelterswasserBearbeiten

 
Restaurierter Brunnentempel in Niederselters mit ehemaligen Abfüllgebäuden

Im Ortsteil Niederselters befindet sich ein ergiebiger Mineralbrunnen, der dem Selterswasser seinen Namen gab. Die Selters-Quelle wurde im Jahr 772 erstmals erwähnt. Im Jahr 1581 widmete der Stadtarzt von Worms, Jakob Theodor Tabernaemontanus, dem Niederselterser Sauerbrunnen zehn Seiten in seiner Brunnenchronik Neuw Wasserschatz[10] und legte damit den Grundstein für die Berühmtheit des Brunnens. Es entwickelte sich bald ein bescheidener Kurbetrieb.

Neben der eher unbedeutenden Trinkkur betrieb Kurtrier einen sich schnell ausdehnenden Wasserversand in Steinkrügen aus dem Kannenbäckerland bis nach Skandinavien, Russland, Nordamerika, Afrika und sogar, wie es für das Jahr 1791 belegt ist, bis nach Batavia in Niederländisch-Ostindien. Der den Gefäßen aufgeprägte Ortsname Selters schuf dann auch bald den Namen Selters-Wasser als einen Markennamen für Mineralwasser von Weltruf. Das Herzogtum Nassau übernahm 1803 Niederselters als willkommene Einnahmequelle und baute das Exportgeschäft aus. Nach der Annexion von Nassau durch Preußen im Jahr 1866 wurde das Wasser sogar zu Königlich-Selters und nach dem Ende der Monarchie zur Staatsquelle Niederselters. Das Land Hessen als Rechtsnachfolger Preußens verkaufte die Selters-Quelle 1970. Danach wechselten die Eigentümer immer schneller. Im Jahr 1999 wurde die Abfüllung am Brunnen in Niederselters eingestellt. Seit 2001 ist die Gemeinde Selters im Besitz der Quelle.

Am 26. Juni 2011 wurde der restaurierte Selters Mineralbrunnen, bestehend aus dem historischen Brunnentempel, dem Selterswassermuseum, der Haustrunkanlage, dem Park, den Veranstaltungsräumen und der Kinderkrippe, eingeweiht. Der Mineralbrunnen ist Teil des Gesamtkonzepts Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.[11]

VerkehrBearbeiten

Selters hat sich zu einer beliebten Wohngemeinde entwickelt, da es mit der rund fünf Kilometer entfernten Anschlussstelle Bad Camberg der Bundesautobahn 3 gut an das Fernstraßennetz angebunden ist. Weiterhin verläuft durch Niederselters die Bundesstraße 8.

Der Ortsteil Niederselters hat einen Bahnhof an der Main-Lahn-Bahn. Nächstgelegener Fernbahnhof ist der Bahnhof Limburg Süd.

BildungBearbeiten

Für die Gemeinde Selters besteht die Mittelpunktschule Goldener Grund in Niederselters. Diese besitzt einen Grund-, Haupt- und Realschulzweig. Als weiterführende Schule wird die Taunusschule in Bad Camberg besucht. Darüber hinaus besuchen Schüler aus Selters Schulen in Limburg.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Katholischer Kindergarten Eisenbach
  • Gemeindeeigener Kindergarten Haintchen
  • Evangelischer Kindergarten Münster
  • Katholischer Kindergarten Niederselters
  • Freiwillige Feuerwehr Eisenbach, gegründet 1905 (seit 2. Juni 1973 einschließlich Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Haintchen, gegründet 1932 (seit 14. November 1973 einschließlich Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Münster, gegründet 1933 (seit 30. November 1989 einschließlich Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Niederselters, gegründet 1884 (seit 1. Januar 1971 einschließlich Jugendfeuerwehr)

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Karl Caesar (1874–1942), geboren in Münster, Architekt und Hochschullehrer

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Selters (Taunus) im Überblick: Einwohnerzahlen HW, abgerufen am 21. März 2018.
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 8 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  4. Jehovas Zeugen in Selters
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Selters
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Selters (Taunus), Landkreis Limburg-Weilburg, Regierungsbezirk Darmstadt vom 30. Juli 1980. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1980 Nr. 33, S. 1463, Punkt 916 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  10. Theodorus Tabernaemontanus: „New Wasserschatz: das ist Aller heylsaman Metallischen Minerischen Bäder und Wasser [...]“, Frankfurt am Main 1581 (online)
  11. NNP vom 27. Juni 2011: „Denkmal für ein Weltwasser“