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Merenberg

hessische Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Merenberg
Merenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merenberg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 31′ N, 8° 11′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 253 m ü. NHN
Fläche: 23,09 km2
Einwohner: 3237 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35799
Vorwahlen: 06471, 06476
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Allendorfer Straße 4
35799 Merenberg
Website: www.merenberg.de
Bürgermeister: Oliver Jung (SPD)
Lage der Gemeinde Merenberg im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-PfalzHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisLahn-Dill-KreisBad CambergBeselichBrechen (Hessen)Dornburg (Hessen)Elbtal (Hessen)Elz (Westerwald)HadamarHünfeldenLimburg an der LahnLimburg an der LahnLöhnbergMengerskirchenMerenbergRunkelSelters (Taunus)VillmarWaldbrunn (Westerwald)WeilburgWeilmünsterWeinbachKarte
Über dieses Bild

Der Marktflecken Merenberg ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg am Südrand des Westerwalds, etwa fünf Kilometer nordwestlich von Weilburg.

GeographieBearbeiten

Merenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Mengerskirchen, im Osten an die Gemeinde Löhnberg, im Süden an die Stadt Weilburg, im Südwesten an die Gemeinde Beselich, sowie im Westen an die Gemeinde Waldbrunn (alle im Landkreis Limburg-Weilburg).

OrtsteileBearbeiten

Merenberg besteht aus den fünf Ortsteilen Merenberg, Barig-Selbenhausen, Allendorf, Reichenborn und Rückershausen.

GeschichteBearbeiten

 
Die Karte der Topographische Aufnahme der Rheinlande auf der Merenberg und seine Ortsteile verzeichnet sind

Auf dem Almerskopf und auf der Höhburg finden sich Siedlungsreste aus der La-Tène-Zeit.

In Merenberg steht die Stammburg des Hauses Merenberg, einer Adelsfamilie des 12. bis 14. Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit dieser Familie wurde der Ort erstmals im Jahr 1129 urkundlich erwähnt. 1290 erhielt Merenberg das Stadtrecht und das Wochenmarktrecht von König Rudolf I., woraufhin eine Stadtmauer errichtet wurde. 1328 starb das Haus Merenberg in der männlichen Linie aus, und das Lehen über Burg und Herrlichkeit Merenberg ging durch Heirat der Erbtochter an das Haus Nassau über. Am 31. Juli 1564 erhielt Albrecht von Nassau-Weilburg von Kaiser Maximilian II. das Recht auf zwei Jahrmärkte in Merenberg. Ein Jakobimarkt im Zusammenhang mit dem Kirchweihfest ist allerdings bereits für 1499 nachgewiesen. Dieser bestand bis 1770 und dürfte neben den beiden kaiserlich privilegierten der dritte Jahrmarkt im Ort gewesen sein.

Das Amt Merenberg bestand bis zum Ende des HRR. 1634 wurde die Burg zerstört und bildet seitdem als Ruine das Wahrzeichen Merenbergs.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Merenberg das Stadtrecht entzogen. Ende des 19. Jahrhunderts griff das Haus Nassau den 1328 ererbten Titel Herr von Merenberg wieder auf und verlieh der nicht standesgemäßen Gattin des Prinzen Nikolaus Wilhelm zu Nassau, und deren Nachfahren aus dieser Ehe den Titel Grafen von Merenberg.

Im Februar 1902 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Merenberg. Damit bildete sie mit weiteren bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie am 3. September 1906 bei der Bezirksversammlung in Obertiefenbach in einer Stärke von 43 Mitgliedern antrat.[2]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1970 die dahin selbstständigen Gemeinden des ehemaligen Oberlahnkreises Allendorf, Barig-Selbenhausen, Merenberg, Reichenborn und Rückershausen zur neuen Gesamtgemeinde Merenberg zusammen.[3]

Allendorf wurde erstmals 1250, Rückershausen 1370 und Reichenborn erstmals 1435 erwähnt.

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Merenberg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Merenberg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
656
1840
  
669
1846
  
729
1852
  
721
1858
  
677
1864
  
710
1871
  
693
1875
  
680
1885
  
676
1895
  
680
1905
  
671
1910
  
635
1925
  
714
1939
  
614
1946
  
884
1950
  
895
1956
  
803
1961
  
807
1967
  
923
1970
  
2.320
1972
  
2.373
1976
  
2.308
1984
  
2.591
1992
  
3.013
2000
  
3.500
2010
  
3.331
2015
  
3.200
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]; 1972:[6]; 1976:[7]; 1984:[8]; 1992:[9]; 2000, 2015:[10]; 2010:[11]
Ab 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1885: 637 evangelische (= 94,23 %), 24 katholische (= 3,55 %) und 15 jüdische (= 2,22 %) Einwohner
• 1961: 673 evangelische (= 83,40 %), 117 römisch-katholische (= 14,50 %) Einwohner

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
11
9
3
11 
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,8 11 47,5 11 39,7 9 43,3 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,5 9 34,4 8 39,7 9 36,0 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,7 3 9,1 2 6,0 2 3,3 1
BM/FWG Bürgerliste/Freie Wählergemeinschaft Merenberg 9,0 2 14,6 3 17,3 4
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 51,3 48,8 54,7 57,3

BürgermeisterBearbeiten

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem im Marktflecken Merenberg neben dem Bürgermeister sechs ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit 11. Mai 2016 Oliver Jung (SPD).[15][16] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren

  • 2004 bis 2016 Reiner Kuhl (parteilos)
  • 1998 bis 2004 Gerald Born (SPD)

WappenBearbeiten

Im September 1950 wurde der Gemeinde Merenberg durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.[17]

Das Wappen wurde am 5. Juli 1973 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein goldener Schragen, in jedem Winkel von drei goldenen Kreuzchen begleitet.“

Die Gemeinde führt das Wappen der Herren von Merenberg, das auch im Wappen des ehemaligen Oberlahnkreises (Sitz: Weilburg) beinhaltet war.

BauwerkeBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Neben dem ortsüblichen Handel und Handwerk gibt es einige mittelständische Industriebetriebe am Ort. Hauptsächliche Branchen sind Maschinen- und Anlagenbau, Metall- und Kunststoffverarbeitung und Automatisierungstechnik. Das bekannteste Unternehmen aus Merenberg ist das Plattenlabel ZYX Music.

EinrichtungenBearbeiten

  • Kindertagesstätte Villa Kunterbunt Merenberg
  • Kindergarten Tigerente Barig-Selbenhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Merenberg, gegr. 1902 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Allendorf, gegr. 1926 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Barig-Selbenhausen, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Reichenborn, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Rückershausen, gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Seit 14. April 2007 wird für den Marktflecken eine Kinderfeuerwehr geführt.

BildungBearbeiten

In Merenberg besteht mit der Albert-Wagner-Schule eine Grund- und Hauptschule. Sie wurde 1958 als erste hessische Mittelpunktschule eingeweiht. Die Schule wurde nach dem Verwaltungsbeamten und Politiker Albert Wagner benannt. Merenberg gehört zum Einzugsbereich der Haupt- und Realschule Westerwaldschule in Mengerskirchen‐Waldernbach. Weiterhin besuchen Schüler weiterführende Schulen in Weilburg.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 49, die derzeit (September 2014) zwischen Limburg und Wetzlar vierspurig ausgebaut wird. Damit ist Merenberg an das Fernstraßennetz angeschlossen.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Merenberg – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Franz-Josef Sehr: Feuerwehr-Bezirkstage um die Jahrhundertwende. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2000. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 1999, ISBN 3-927006-29-7, S. 187–189.
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Zusammenschluß der Gemeinden Allendorf, Barig-Selbenhausen, Merenberg, Reichenborn und Rückershausen im Oberlahnkreis zur Gemeinde „Merenberg“ vom 5. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 111, Punkt 117a (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  4. a b c Merenberg, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  10. Gemeindedatenblatt: Merenberg. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  11. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. (PDF; 552 kB) Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 20. März 2018.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  13. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Merenberg
  16. Aushändigung der Ernennungsurkunde an Bürgermeister Reiner Kuhl für die Amtszeit vom 11. Mai 2010 bis 10. Mai 2016 (Memento vom 2. August 2016 im Internet Archive) abgerufen am 2. August 2016
  17. Der Hessische Minister des Inneren: Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Merenberg, Oberlahnkreis, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 21. September 1950. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1950 Nr. 40, S. 406, Punkt 759 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,2 MB]).
  18. Burgruine Merenberg – eine Anlage der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen (Memento vom 26. Januar 2017 im Internet Archive)
  19. Antonius Jacobus Henckel in der Personendatenbank der Landesbibliographie Baden-Württemberg