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Weilrod

hessische Gemeinde im Hochtaunuskreis
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weilrod
Weilrod
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weilrod hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 8° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 349 m ü. NHN
Fläche: 71,16 km2
Einwohner: 6442 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km2
Postleitzahl: 61276
Vorwahlen: 06083, 06084
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 013
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Senner 1
61276 Weilrod
Website: www.weilrod.de
Bürgermeister: Götz Esser (FWG)
Lage der Gemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis
Frankfurt am MainLahn-Dill-KreisLandkreis Limburg-WeilburgMain-Taunus-KreisRheingau-Taunus-KreisWetteraukreisWiesbadenBad Homburg vor der HöheFriedrichsdorfGlashütten (Taunus)GrävenwiesbachKönigstein im TaunusKronberg im TaunusNeu-AnspachOberursel (Taunus)Schmitten (Hochtaunus)Steinbach (Taunus)UsingenWeilrodWehrheimKarte
Über dieses Bild

Weilrod ist eine Gemeinde im südhessischen Hochtaunuskreis.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Weilrod liegt im Weiltal, nördlich des Taunuskammes in 210 bis 626 Metern Höhe. Nächste größere Städte sind Limburg an der Lahn (22 km) im Westen, Wetzlar (25 km) im Norden, Wiesbaden (31 km) im Süden, Bad Homburg vor der Höhe (22 km) im Osten und Frankfurt am Main (33 km) im Südosten. Oder die mittleren Städte Bad Camberg (12 km) und Idstein (15 km), sowie Niedernhausen (17 km).

NachbargemeindenBearbeiten

Weilrod grenzt im Norden an die Gemeinden Weilmünster (Landkreis Limburg-Weilburg) und Grävenwiesbach, im Osten an die Stadt Usingen, im Süden an die Gemeinden Schmitten (alle im Hochtaunuskreis) und Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Stadt Bad Camberg und die Gemeinde Selters (beide Landkreis Limburg-Weilburg).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Weilrod besteht aus 13 Ortsteilen.

Ortsteil Wappen Eingemeindung Einwohner Entfernung Richtung
Altweilnau   1. Dezember 1970 751 2,0 km S
Cratzenbach   31. Dezember 1971 218 2,5 km W
Emmershausen   1. August 1972 463 4,5 km NW
Finsternthal   1. Dezember 1970 190 4,45 km S
Gemünden   31. Dezember 1971 485 2,97 km NNW
Hasselbach   1. August 1972 966 5,2 km W
Mauloff   1. Dezember 1970 368 5,7 km SSW
Neuweilnau   1. Dezember 1970 160 2,0 km SW
Niederlauken   1. August 1972 434 1,72 km NO
Oberlauken   1. August 1972 327 1,05 km O
Riedelbach   1. Dezember 1970 1.089 3,7 km SW
Rod an der Weil   1. August 1972 920 2,82 km WNW
Winden   31. Dezember 1971 125 5,9 km NNW

GeschichteBearbeiten

 
Das Hauptgebäude des Schlosses Neuweilnau, erbaut um 1520

Bei Rod an der Weil findet man eine alte Ringwallanlage Rentmauer aus keltischer Vorzeit. Erste schriftliche Erwähnung eines Dorfes aus diesem Gebiet ist Mauloff, im Jahr 1156 („Mulefo“). Der imposante Rundturm der Burgruine in Altweilnau wird in die Zeit um 1200 datiert. 1302, als sich die Grafschaft Weilnau endgültig von der Grafschaft Diez trennte, wurde auf der gegenüberliegenden Talseite die Burg Neuweilnau errichtet, die im 16. Jahrhundert zu einem Schloss umgestaltet wurde.

GemeindebildungBearbeiten

Die Gemeinde Weilrod entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den gesetzlich bestimmten Zusammenschluss der Gemeinden Emmershausen, Hasselbach, Niederlauken, Oberlauken, Rod an der Weil und Weilnau am 1. August 1972.[2] Die Gemeinde Rod an der Weil war am 31. Dezember 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Rod an der Weil, Cratzenbach, Gemünden und Winden entstanden. Ebenso war die Gemeinde Weilnau durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Altweilnau, Finsternthal, Mauloff, Neuweilnau und Riedelbach am 1. Dezember 1970 entstanden.[3]

Für das Gebiet der ursprünglich 13 selbstständigen Gemeinden auf dem Gebiet von Weilrod wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke sind nicht besonders definiert und folgen daher den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

NamensgebungBearbeiten

Der Name Weilrod wurde bei der Zusammenlegung der damaligen Gemeinden aus den in den Namen dieser Gemeinden vorhandenen Silben „Weil“ und „Rod“ gebildet. Diese Silben stammen wiederum von dem Fluss Weil, der die Landschaft Weilrods und der Nachbargemeinde Schmitten prägt, sowie vom Wort „roden“.

Beide Begriffe lassen sich wie folgt in den Ortsnamen finden:

  • Neu- und Altweilnau (Weil + Aue)
  • Rod an der Weil (Rod(-en) + Weil)
  • Riedelbach (Roden + Bach)

Eine besondere Namensgebung hat das Dorf Mauloff, jedenfalls der Sage nach. Da der Dorfname in kein normales Muster passt, ist der Name ein vortreffliches Ziel von Sagen und Geschichten. Eine davon berichtet, dass das Dorf zunächst namenlos gewesen sei. Um das zu ändern, habe der Bürgermeister eine Versammlung einberufen und – da man zu keinem Ergebnis kam und alle ratlos schwiegen – festgelegt, dass das nächste gesprochene Wort der Dorfname werden sollte. Nach langem Schweigen habe der Bürgermeister schließlich die Geduld verloren und „Maul off!“ („Mund auf!“) gerufen. Erstmals wurde Mauloff 1156 als „Mulefo“, wahrscheinlich als Raststation an der mittelalterlichen Höhenstraße, der Rennstraße, erwähnt.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 27 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FWG Freie Wählergemeinschaft 56,3 15 37,2 12 24,9 8 30,4 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,3 5 24,0 7 31,3 10 32,9 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 15,4 4 23,0 7 30,7 9 24,9 8
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,0 3 15,8 5 9,0 3 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,2 1 2,7 1
Gesamt 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 58,7 58,1 53,8 59,4

BürgermeisterBearbeiten

  • Hans Hafenegger (Staatsbeauftragter, 1972)
  • Hans-Joachim Galuschka (CDU) (1972–1977)
  • Alwin Grauwinkel
  • Rudolf Horack (FWG)
  • Hartmut Haibach (FWG) (1993–2005)
  • Axel Bangert (SPD) (2005–2017)
  • Götz Esser (FWG) (2017-heute)

PartnerschaftBearbeiten

Frankreich  Billy-Berclau, Département Pas-de-Calais, seit 2001

WirtschaftBearbeiten

In der Phase des Wirtschaftsaufschwungs der 1950er waren die Dörfer, die heute Weilrod bilden, ein beliebtes Naherholungsgebiet für Bewohner des nahen Rhein-Main-Gebiets. Weiterhin bekamen viele Orte den Status "Luftkurort" und wurden gezielt für die Regeneration der Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiet frequentiert. Das führte u. a. dazu, dass eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Restaurants, Cafes und Pensionen in Weilrod ansässig wurden. Seit Ende der 1970er Jahre hat der Fremdenverkehr v. a. aufgrund der günstiger gewordenen pauschal-Flugreisen und Zechensterbens signifikant nachgelassen. Dennoch zieht die Landschaft im Gemeindegebiet Wanderer und Radwanderer an. In dieser Hinsicht spielt der Weiltalweg eine wichtige Rolle. Der Lautsprecherhersteller Canton Elektronik wurde in Weilrod gegründet und hat dort bis heute seinen Hauptsitz. Mit dem Sitz der Werkzeugtechnik-Firma Mania Technologie wurde im Ortsteil Riedelbach ein Unternehmensstandort in Bungalowbauweise in das ländliche Bild eingepasst. In Hasselbach wurde die Armaturen-, Leitungs- und Industrietechnikfirma AZ (Anne Zimmermann) ansässig, die seit Ende der 1990er Jahre ihre Sparte AZ-Industrietechnik dort hat. Darüber hinaus existieren mehrere Seminarhotels und Schulungsfirmen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Persönlichkeiten, die in der Gemeinde wohnhaft sind oder waren:

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 276
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006