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Qualcomm

Amerikanischer Halbleiterproduzent
Qualcomm Incorporated
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Rechtsform Incorporated
ISIN US7475251036
Gründung 1985
Sitz San Diego, Kalifornien, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten

Leitung

Mitarbeiter 33.800 (24. Sept. 2017) [2]
Umsatz 22,291 Mrd. US-Dollar (2017)[2]
Branche Halbleiter
Website www.qualcomm.com
Stand: 24. September 2017

Qualcomm-Hauptsitz in San Diego

Qualcomm Incorporated ist ein Halbleiterhersteller und Anbieter von Lösungen für Mobilfunkkommunikation mit Sitz in San Diego, Kalifornien. Qualcomm war 2013 nach Intel, Samsung und TSMC der viertgrößte Halbleiterhersteller der Welt, besitzt jedoch keine eigenen Fertigungsstätten (fabless). Im Oktober 2016 gaben Qualcomm und NXP Semiconductors die einvernehmliche Bekanntmachung heraus, dass Qualcomm den niederländischen Chipproduzenten für rund 47 Milliarden Dollar übernehmen werde, damit würde Qualcomm auch große eigene Fertigungsstätten besitzen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

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Qualcomm wurde 1985 von Irwin Jacobs und Andrew Viterbi gegründet, die 1969 schon die Firma Linkabit gegründet hatten.

MonopolstellungBearbeiten

Qualcomm besitzt eine annähernde Monopolstellung bei Baseband-Prozessoren für Smartphones.

Mehrere Kartellämter, darunter die FTC, haben Klage gegen das Unternehmen erhoben, da es über den FRAND-Maßstab hinaus Lizenzgebühren für Patente gefordert haben soll.[3] In Südkorea wurde Qualcomm bereits mit einer hohen Strafzahlung belegt.[4]

In diesem Zusammenhang verklagt auch Apple Qualcomm wegen der Zurückhaltung von Rabatten.[5]

Im Januar 2018 verhängte die EU-Kommission gegen Qualcomm eine Buße in Höhe von 997 Millionen Euro (4,9 % des Jahresumsatzes 2017) wegen Missbrauchs seiner Marktmacht. Wettbewerber seien in rechtswidriger Weise mehr als fünf Jahre lang vom Markt für LTE-Baseband-Chipsätze ausgeschlossen worden, indem Preisnachlässe für Apple mit der Bedingung verknüpft wurden, dass in sämtlichen iPhone- und iPad-Geräten ausschließlich Chipsätze von Qualcomm verwendet werden.[6]

ProdukteBearbeiten

ProzessorenBearbeiten

 
Snapdragon von Qualcomm

Für Mobiltelefone und Tablet-Computer hat Qualcomm die SoCs der Snapdragon-Reihe entwickelt. Die Prozessoren werden unter anderem beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC hergestellt.[7] Als eine von drei Firmen entwickelte Qualcomm auch einen auf der ARM-Architektur basierenden Serverprozessor, den Centriq 2400 [8].

MobilfunkBearbeiten

Qualcomm entwickelte eine Digitalmobilfunktechnologie, basierend auf CDMA; die erste Version wurde standardisiert als IS-95. Es hat seit seiner Entwicklung neuere Variationen mit demselben Schema, wie IS-2000 und 1x-EVDO gegeben. Qualcomm stellte ehemals CDMA2000-Mobiltelefone und Funkstationen her. Qualcomm verkaufte sein Funkstationengeschäft an Ericsson und seine Mobilfunkherstellung an Kyocera und fokussiert sich heute auf das Entwickeln und das Lizenzieren von drahtlosen Technologien und verkauft ASICs, die diese implementieren.

Drahtlose Kommunikation (Kurzstrecke)Bearbeiten

Durch die Übernahme von Atheros eignete sich Qualcomm einen führenden Entwickler von WLAN-Chips an, der auch Chips für andere Funkanwendungen wie Bluetooth und GPS entwickelte. 2014 kaufte Qualcomm das britische Unternehmen Cambridge Silicon Radio (CSR), einen ehemals führenden Anbieter für Bluetooth-Chips. Durch diesen Kauf erhielt Qualcomm das Know-how und die bestehenden Vertriebskanäle von CSR.[9]

OmniTRACSBearbeiten

Qualcomms erste Produkte sind das OmniTRACS-Satellitenkommunikations- und Ortungssystem, das von Speditionsunternehmen genutzt wird und anderen, die digitale Radiokommunikation brauchen. Man braucht dazu einen Viterbi-Dekoder. In Europa wird das System unter dem Namen EutelTRACS vermarktet, sendet auf einer Frequenz von 10 bis 14 GHz und ist seit 1991 in Betrieb.

Die Firma Omnitracs wurde 2013 an Vista Equity Partners verkauft.[10] Das europäische Geschäft wurde 2014 von Astrata erworben.[11]

ProjekteBearbeiten

Andere Qualcomm-Projekte beinhalten die Entwicklung des Globalstar-Satellitensystems (ein Joint Venture mit Loral Space & Communications) und ein Joint Venture im Bereich Digitalkinematographie mit Technicolor. Qualcomm entwickelte BREW (Binary Runtime Environment for Wireless) als eine Plattform für Telefone. Qualcomm betreute das mittlerweile eingestellte E-Mail-Programm Eudora.[12]

2009 gründete Qualcomm das Tochterunternehmen Qualcomm Innovation Center (QuIC) für die Entwicklung von quelloffener Software für Mobilfunk.[13][14]

Qualcomm gehört zu den ersten Hauptmitgliedern der FIDO-Allianz, die seit 2013 den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat.

SonstigeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Qualcomm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Leadership Qualcomm.
  2. a b Geschäftsbericht 2017
  3. US-Handelskommission verklagt Chipkonzern Qualcomm. Mac & i, 18. Januar 2017
  4. Achim Sawall: Südkorea: Qualcomm soll erneut Milliardenstrafe zahlen. In: Golem.de. 28. Dezember 2016, abgerufen am 6. November 2017.
  5. Apple vs. Qualcomm: "Ich kam beim Lesen der Klageschrift kaum aus dem Kopfschütteln heraus". Mac & i, 28. Januar 2017
  6. EU verhängt Milliardenstrafe gegen Apple-Zulieferer Qualcomm. In: Spiegel Online, 24. Januar 2018
  7. Ronald Tiefenthäler: Qualcomm: TSMC kann nicht genügend Snapdragon S4 SoCs liefern. In: Notebookcheck.com. 20. April 2012, abgerufen am 15. März 2013.
  8. Christof Windeck: Server-Prozessoren - Qualcomm Centriq 2400 greift Intel Xeon an. In: heise.de. 9. November 2017, abgerufen am 20. April 2018.
  9. Qualcomm schluckt britischen Chip-Entwickler CSR. In: heise online. Abgerufen am 1. Februar 2018.
  10. Vista Equity Partners Completes Acquisition of Omnitracs. Omnitracs Announces Agreement to Acquire Roadnet Technologies. In: omnitracs.com, 25. November 2013
  11. Astrata kauft Qualcomm Europe. In: eurotransport.de, 3. Februar 2014
  12. eudora.com (Memento vom 14. September 2014 im Internet Archive) (ehemalige Website)
  13. Qualcomm gründet Open-Source-Tochter. In: heise.de
  14. Website des Qualcomm Innovation Center