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T-Mobile US

Mobilfunkanbieter in den USA, Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG.
T-Mobile US, Inc.

Logo
Rechtsform Incorporated
ISIN US8725901040
Gründung 2001
Sitz Bellevue, Washington, Vereinigte Staaten
Leitung

John J. Legere, Präsident und CEO

Mitarbeiterzahl

ca. 50.000 (2017)[1]

Umsatz 37,242 Mrd. US-Dollar (2016)[2]
Branche Telekommunikation
Website www.t-mobile.com

Die T-Mobile US Inc. ist der drittgrößte[3] Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Unternehmen entstand 2001 durch die Übernahme von VoiceStream durch die Deutsche Telekom. T-Mobile US war seit dem 1. Mai 2013 an der New York Stock Exchange notiert und wechselte ab dem 26. Oktober 2015 an die NASDAQ.[4]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Voicestream wurde im Jahr 1994 als regionaler Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten von Amerika, durch die Western Wireless Corporation, gegründet. Voicestream baute als einziger Mobilfunkanbieter in den USA sein Netz nach dem europäischen GSM-Standard auf. Fünf Jahre nach Gründung wurde 1999 rund 476 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt. Mitte 2000 verfügte Voicestream bereits über Mobilfunk-Lizenzen in 23 der 25 größten US-Bundesstaaten und beschäftigt 8.200 Menschen. Für den Erwerb weiterer Lizenzen stellte die Deutsche Telekom fünf Milliarden Euro bereit. Im Laufe der ersten Jahre erfolgten Fusionen mit den Mobilfunkanbietern Omnipoint, Aerial und Cook, wodurch Voicestream ein national flächendeckendes Mobilfunknetz erhielt.[5]

Übernahme von Voicestream und PowertelBearbeiten

Im Juli 2000 kündigte die Deutsche Telekom an, Voicestream für einen Preis von 50,7 Milliarden Dollar (seinerzeit etwa 106 Milliarden DM) übernehmen zu wollen. Kurz vor der Bekanntgabe der Übernahme teilte Voicestream mit, dass sie für umgerechnet 4,8 Milliarden D-Mark den Mobilfunk-Anbieter Powertel übernommen hatte. Die Aufsichtsräte der Telekom, Voicestream und Powertel genehmigten die Übernahme. Die Transaktion wurde per Aktientausch und zusätzliche Barmittel finanziert. Die Telekom bewertete dabei jeden Voicestream-Kunden mit 20.000 US-Dollar. Hierfür ließ sich die Telekom auf der vorherigen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung genehmigen, welche zum Teil ausgeführt werden sollte. Das Committee on Foreign Investment in the United States genehmigte die Übernahme ohne Auflagen.

 
Logo von Voicestream

Am 1. Juni 2001 vollendete die Telekom die Übernahme von Voicestream. Für eine Voicestream-Aktie zahlte die Deutsche Telekom 3,2 Aktien plus 30 US-Dollar. Durch den bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung fallenden Kurs ihrer Aktie zahlte die Telekom nach eigenen Angaben 39,4 Milliarden Euro.[6]

Telekom-ProzessBearbeiten

Im Zuge der Übernahme und dem rapiden Preisverfall der Deutsche-Telekom-Aktie reichten 16.000 Aktionäre Klage ein. Sie warfen dem Unternehmen vor, die Informationspflicht im Börsenprospekt zum dritten Börsengang der Telekom missachtet zu haben. Den Klägern zufolge hätte die Übernahme von Voicestream im Prospekt erwähnt werden müssen. Am 16. Mai 2012 urteilte das Oberlandesgericht Frankfurt zugunsten der Deutschen Telekom.[7]

Gescheiterter Verkauf an AT&T und Fusion mit MetroPCSBearbeiten

Aufgrund der Verluste und der sinkenden Kundenzahl teilte die Deutsche Telekom am 20. März 2011 in einer Pflichtveröffentlichung mit, dass T-Mobile USA an den Konkurrenten AT&T verkauft werden sollte. Der Kaufpreis belief sich auf 39 Milliarden US-Dollar, wovon 25 Milliarden in Bar ausgezahlt werden sollten. Die übrigen 14 Milliarden sollten in AT&T-Aktien bezahlt werden, wodurch die Telekom mit acht Prozent größter Minderheitsaktionär von AT&T geworden wäre. Da AT&T der größte Mobilfunkanbieter in den USA ist, musste die Transaktion von der US-Kartellbehörde genehmigt werden. Am 31. August 2011 reichte die Kartellbehörde Klage gegen den Verkauf ein. Da AT&T nicht mit einer Freigabe rechnete, lösten die Telekom und AT&T am 20. Dezember 2011 die Vereinbarung zur Übernahme von T-Mobile USA auf. In der Vereinbarung sicherte AT&T der Telekom eine Ausfall-Zahlung von drei Milliarden US-Dollar, sowie Mobilfunkfrequenzen in 128 Märkten der USA und eine umfassende UMTS-Roaming-Vereinbarung zu. Dadurch war T-Mobile USA in der Lage, Kunden in neuen Märkten zu erschließen.[8][9]

 
MetroPCS logo

Am 3. Oktober 2012 gab die Deutsche Telekom Fusionspläne ihrer Tochter T-Mobile USA mit MetroPCS bekannt. Die Deutsche Telekom sollte rund 74 Prozent am neuen Unternehmen halten, die Aktionäre von MetroPCS erhielten 26 Prozent der Aktien. Bereits sieben Monate nach Bekanntgabe, wurde die Fusion durch die Kartellbehörde Ende April freigegeben. Am 1. Mai 2013 erfolgte der Börsengang der T-Mobile US Inc. an der New York Stock Exchange. Die Marken T-Mobile und MetroPCS blieben weiter erhalten.[10]

Gescheiterter Verkauf an SprintBearbeiten

Anfang 2014 wurde bekannt, dass die Deutsche Telekom Ihre Anteile an T-Mobile US auf eine niederländische Holding übertragen hat und der US-Mobilfunkanbieter Sprint eine Übernahme mit seiner Mutter SoftBank prüfe.[11] Im August 2014 gab Sprint bekannt von der Übernahme abzusehen, da die Wahrscheinlichkeit der Zustimmung durch die US-Behörden zu gering erschien.[12]

Vorwürfe der CtW Investment GroupBearbeiten

Im Februar 2017 schrieben Bild.de sowie danach wallstreet:online, dass die Anlegergruppe CtW Investment Group schon im November 2016 eine Sonderprüfung des Unternehmens anforderte.[13][14] Die Gruppe warf dem Unternehmen Intransparenz bei der Rechnungslegung sowie Verschleierung von Risiken als auch Einschränkungen der freien Meinungsäußerung der eigenen Mitarbeiter vor. Bis heute wurde die Sonderprüfung verweigert sowie die Vorwürfe zurückgewiesen.

Fusion mit SprintBearbeiten

Im Juni 2017 wurde bekannt, dass die Deutsche Telekom plane, Ihre Tochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint fusionieren zu wollen. Aufgrund des schnellen Wachstums hat T-Mobile US den Fusionspartner Sprint in Größe und Börsenwert überholt, wodurch die Deutsche Telekom nach der Fusion weiterhin die Kontrollmehrheit für sich beanspruchte. Dadurch wäre bei reduziertem Anteil am neuen Unternehmen, weiterhin eine Bilanzierung als Tochterunternehmen möglich. Der derzeitige Sprint Eigentümer, das Unternehmen SoftBank wäre mit einem Minderheitsanteil beteiligt worden.[15][16] Am 4. November 2017 gaben sowohl die Deutsche Telekom wie auch T-Mobile US übereinstimmend an, dass die Gespräche zu einer Fusion zuerst gescheitert wären,[17][18][19][20] um am 29. April 2018 von John J. Legere sowie Marcelo Claure bestätigen zu lassen das eine Fusion doch angestrebt wird. Mehrheitseigner von T-Mobile, Deutsche Telekom, wird 42 Prozent am gemeinsamen Unternehmen bei 9 von 14 Aufsichtsratsitzen halten. Timotheus Höttges wird Aufsichtsratsvorsitzender bleiben.[21]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. About T-Mobile
  2. http://www.finanzen.net/bilanz_guv/T-Mobile_US
  3. Der amerikanische Traum der Telekom abgerufen auf Handelsblatt.com am 7. August 2015
  4. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Ab-26-Oktober-T-Mobile-verlegt-Boersennotierung-an-die-Nasdaq-4561942
  5. Telekom steigt bei Voicestream ein, abgerufen auf Handelsblatt.de am 28. Juli 2014
  6. Sommer besiegelt Voicestream-Übernahme abgerufen bei heise.de am 28. Juli 2014
  7. Anleger verlieren Telekom-Prozess abgerufen auf handelsblatt.de am 28. Juli 2014
  8. Deal mit AT&T über den Verkauf von T-Mobile USA abgerufen am 25. Juli 2014 auf spiegel.de
  9. gescheiterte Übernahme durch AT&T abgerufen auf n-tv.de am 28. Juli 2014
  10. Fusion von T-Mobile USA und metroPCS abgerufen auf focus.de am 28. Juli 2014
  11. Übertragung der T-Mobile US Aktien abgerufen auf handelsblatt.de am 28. Juli 2014
  12. Sprint Said to End T-Mobile Discussions, Names New CEO abgerufen auf bloomberg.com am 3. Februar 2015
  13. Bilanz geschönt? T-Mobile, wer hätte das gedacht?, abgerufen am 9. Februar 2017
  14. Bild.de: Bekommt die Telekom Ärger mit ihrer US-Tochter?, abgerufen am 9. Februar 2017
  15. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: T-Mobile US: Telekom plant große Fusion in Amerika. 21. Juni 2017, abgerufen am 4. November 2017.
  16. n-tv Nachrichtenfernsehen: T-Mobile US soll mit Sprint fusionieren. In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 4. November 2017]).
  17. T-Mobile and Sprint End Merger Discussions | T-Mobile Newsroom. Abgerufen am 4. November 2017.
  18. Deutsche Telekom AG: Deutsche Telekom: Deutsche Telekom-Tochtergesellschaft T-Mobile US und Sprint beenden Fusionsgespräche. Abgerufen am 4. November 2017.
  19. n-tv Nachrichtenfernsehen: T-Mobile US und Sprint beenden Gespräche. In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 4. November 2017]).
  20. T-Mobile US und Sprint beenden Fusionsgespräche. In: finanzen.net. (finanzen.net [abgerufen am 4. November 2017]).
  21. https://newsroom.t-mobile.com/news-and-blogs/5gforall.htm