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Strato AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1997
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Christian Böing (Vorsitz), Hüseyin Dogan, Hans-Henning Kettler, Christoph Steffens, Achim Weiss
Mitarbeiterzahl ca. 500
Branche Internetdienstanbieter
Website strato.de

Die Strato AG (Eigenschreibweise: STRATO) ist ein Internetdienstanbieter mit Sitz in Berlin. Sie gehört zur Unternehmensgruppe der United Internet.

Das Unternehmen hat über 2 Millionen Kundenverträge[1] und ca. 4 Millionen gehostete Domains. Es beschäftigt insgesamt rund 500 Mitarbeiter, darin eingeschlossen die Mitarbeiter der Tochterfirma Cronon AG, die sich auf Hosting und IT-Dienstleistungen für Unternehmen spezialisiert hat.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen wurde 1997 von dem ehemaligen Escom-Vorstand Marc Alexander Ullrich und dem ehemaligen 1&1-Geschäftsführer Norbert Stangl gegründet. Im Rahmen der Kampagne www.wunschname.de wurden ab Mai 1998 standardisierte Webhostingpakete mit eigener Domain vertrieben. Noch im selben Jahr verkauften die beiden Gründer Strato an das Berliner Unternehmen TELES.

Zunächst verfolgte das Unternehmen ein Outsourcing-Konzept. Strato selbst beschränkte sich auf das Marketing, für die Technik war ausschließlich das Partnerunternehmen Xlink (später KPNQwest Deutschland GmbH) zuständig. Aufgrund des günstigen Angebotspreises für Webspace und einer immer größer werdenden Kundenzahl ergab sich 1999/2000 die Situation, dass ein nennenswerter Anteil deutscher Webseiten auf einem einzigen Server gehostet wurde, einer dadurch überlasteten Sun-Enterprise-6500 mit Massenspeichern von EMC.[3] Nach wiederholten, Aufsehen erregenden Serverausfällen erwies sich diese Konstruktion als unhaltbar. 2002 konnte sich Strato durch den Erwerb des Karlsruher Rechenzentrums der insolventen KPNQwest von Technikpartnern unabhängig machen. Zunächst wurde die gesamte Technik durch die eigens gegründete Schwestergesellschaft Strato Rechenzentrum AG betrieben, die in geringem Umfang auch Leistungen für Drittfirmen erbrachte, inzwischen wurde die Strato Rechenzentrum AG mit der Strato AG verschmolzen.

TELES verkaufte am 12. Dezember 2004 Strato an die freenet AG zu einem Kaufpreis von 132 Millionen Euro. Am 19. November 2009 meldete freenet die Übernahme von Strato durch die Deutsche Telekom.[4][5] Der Kaufpreis belief sich gemäß der Pressemitteilung von freenet auf 275 Mio. Euro.[6] Am 18. Dezember 2009 genehmigte das Bundeskartellamt die Übernahme durch die Deutsche Telekom.[7]

 
2017 abgelöstes Logo
 
2011 abgelöstes Logo

Im Dezember 2016 teilte United Internet mit, Strato für etwa 600 Mio. Euro übernehmen zu wollen;[8] die Übernahme erfolgte nach Freigabe durch die Kartellbehörden zum 1. April 2017.[9]

RechenzentrenBearbeiten

Das Unternehmen betreibt ein Rechenzentrum in Berlin und eines in Karlsruhe, wobei die Daten zwischen den beiden Standorten gespiegelt werden.[10] Es werden mehr als 70.000 Server mit 4 Millionen Domains betrieben und verwaltet.[11] Beide Rechenzentren werden seit 2004 jährlich für ihre Sicherheit nach ISO 27001 zertifiziert.[12] Seit 2008 werden die Rechenzentren komplett CO2-neutral mit Strom aus Wasserkraft betrieben.[13]

ProduktportfolioBearbeiten

 
Auftritt bei der IFA 2012

WebhostingBearbeiten

Das Unternehmen vermarktet Webhosting-Pakete und Domains in Deutschland, seit April 2006 auch im europäischen Ausland (Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien) und seit 2016 in der Türkei. Der Fokus liegt auf dem sogenannten Shared Hosting, bei dem sich mehrere Kunden einen physischen Server teilen. Nach 1&1 ist Strato der zweitgrößte Anbieter derartiger Produkte in Europa. Die letzte große Aktualisierung der Webhosting-Plattform erfolgte im Januar 2012.[14]

ServerBearbeiten

Seit Ende 2003 bietet das Unternehmen dedizierte Server an, seit 2005 zusätzlich auch virtuelle Server. Im Februar 2007 wurde eine spezielle Variante der dedizierten Server vorgestellt, die ausschließlich als Gameserver genutzt werden können. Strato bietet zudem Managed Server an. Außerdem vertreibt das Unternehmen die Managed Backup-Lösung für Server von Acronis.

Cloud-SpeicherBearbeiten

Seit März 2010 bietet das Unternehmen eine Online-Festplatte namens HiDrive an. Diese besitzt eine Kapazität zwischen 20 Gigabyte und fünf Terabyte. Der Zugriff auf die Daten erfolgt entweder über ein webbasiertes Interface oder über die Protokolle WebDAV, FTP, FTPS, SFTP, SMB, rsync oder SCP. Strato bietet auch Apps für den mobilen Zugriff von iOS, Android und Windows Phone an[15] sowie einen Software-Client für die Betriebssysteme Windows und Mac.

InternetzugangBearbeiten

Im Frühjahr 2004 begann bei dem Unternehmen der Vertrieb von DSL-Zugängen. Angeboten wurden sowohl auf T-DSL-Resale und Line-Sharing basierende Anschlüsse mit gebündeltem Telekom-Festnetzanschluss als auch seit Dezember 2006 entbündelte DSL-Komplett-Anschlüsse ohne herkömmlichen Festnetzanschluss auf Basis der vollständig entbündelten Teilnehmeranschlussleitung sowie seit Juli 2008 auch auf Basis von Telekom-Bitstream. Das DSL-Paket wurde zwar von Strato angeboten, realisiert hatte es aber bereits seit 2007 die freenet Breitband GmbH. Die Telefonie wurde von Strato als VoIP-Anschluss realisiert.[16]

Mittlerweile bietet Strato keine eigenen DSL-Anschlüsse mehr an, Neukunden können das Komplettpaket nicht mehr bestellen.

Produkte für UnternehmenBearbeiten

Seit Juni 2008 bietet das Unternehmen webbasierte Lösungen für Unternehmenskommunikation und Kundenbeziehungsmanagement an. Hierzu wurde ein Geschäftskundenportal mit speziellen Angeboten für kleine und mittlere Unternehmen eröffnet, über das Software as a Service vertrieben wird. Seit August 2015 bietet Strato für kleine und mittlere Unternehmen, Reseller und Systemhäuser den Geschäftskundenbereich Business Solutions an, der individuelle Webhosting- und Server-Lösungen vertreibt.[17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. United Internet übernimmt den Hosting-Spezialisten Strato. In: united-internet.de. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  2. Homepage der Cronon AG. Abgerufen am 11. Juli 2019 (deutsch).
  3. c’t Magazin für Computertechnik 15/00: Hochverfügbare Ausfälle. In: heise.de. Abgerufen am 3. Januar 2012
  4. Freenet verkauft Tochter Strato an die Deutsche Telekom. In: de.reuters.com. Abgerufen am 19. November 2009, 2:00 Uhr
  5. Telekom hilft Freenet beim Schuldendienst (Memento vom 15. März 2010 im Internet Archive) In: boerse.ard.de Abgerufen am 19. November 2009
  6. Webhoster Strato geht an die Deutsche Telekom. In: Heise online, 19. November 2009. Abgerufen am 19. November 2009
  7. Fallbeschreibung B07-104-09.[1]@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundeskartellamt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Bericht des Bundeskartellamts vom 14. Januar 2010 (PDF-Datei; 69 kB)
  8. United Internet übernimmt den Hosting-Spezialisten Strato. Pressestelle United Internet, 15. Dezember 2016, abgerufen am 15. Dezember 2016.
  9. Strato gehört jetzt zu United Internet. Strato AG, 3. April 2017, abgerufen am 3. April 2017.
  10. Unternehmen. In: strato.de. Abgerufen am 22. Dezember 2017.
  11. Strato: Daten & Fakten. In: strato.de. Abgerufen am 11. April 2019.
  12. Über uns – Auszeichnungen. (Memento vom 11. März 2010 im Internet Archive) In: strato.de
  13. Über uns – Klimaschutz. (Memento vom 10. März 2010 im Internet Archive) In: strato.de
  14. Markus Franz: Strato: Neue Online-Festplatte und Hosting-Pakete. In: netzwelt.de. 11. Januar 2012, abgerufen am 10. Juli 2012.
  15. Strato stellt neue Apps für HiDrive vor. In: Netzwelt.de, 18. Juli 2011. Abgerufen am 20. Juli 2011
  16. Lars Gurow: Voice over IP: Strato mit VoIP-Flatrate in alle Handynetze für DSL-Einsteiger. In: netzwelt.de. 3. April 2006, abgerufen am 10. Juli 2012.
  17. STRATO mit neuem Vertriebsteam für individuelle Hosting-Lösungen. In: strato.de. Abgerufen am 28. Dezember 2017.