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Lockheed Martin

US-amerikanischer Rüstungs- und Technologiekonzern
Lockheed Martin Corporation

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Rechtsform Corporation
ISIN US5398301094
Gründung 1995
Sitz Bethesda, Vereinigte Staaten
Leitung Marillyn Hewson (CEO und President)[1]
Mitarbeiterzahl 97.000[2]
Umsatz 47,248 Mrd. US-Dollar[2]
Branche Luft- und Raumfahrttechnik, Rüstungsindustrie
Website www.lockheedmartin.com
Stand: 31. Dezember 2016

Die Lockheed Martin Corporation [ˌlɔkʰidˈmɑɹtn̩] ist ein US-amerikanischer Rüstungs- und Technologiekonzern, der vor allem in der militärischen sowie zivilen Luftfahrt als auch in der Raumfahrt aktiv ist. Fast 80 % des 2014 erreichten Umsatzes von 46 Milliarden US-Dollar werden durch Käufe der amerikanischen Regierung erzielt.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Lockheed Martin Corporation wurde im März 1995 gegründet und ist ein Zusammenschluss der Unternehmen Lockheed Corporation und Martin Marietta Corporation. 1996 wurde das Unternehmen Loral Corporation für 9,1 Milliarden US-Dollar aufgekauft.[4] Infolge der Fusion sowie schwerer finanzieller Probleme in den späten 1990er-Jahren wurden große Anteile des Konzerns an den britischen Konkurrenten BAE Systems verkauft. Dieser löste dadurch Lockheed Martin vorübergehend als größten Rüstungskonzern der Welt ab. Nach einer umfangreichen Sanierung konnte Lockheed Martin diesen Titel jedoch bereits 2004 wieder für sich beanspruchen.

Lockheed Martin geriet 1999 in die Schlagzeilen, als eine Marssonde aufgrund eines Einheitenfehlers im Navigationssystem verloren ging. Der Mars Climate Orbiter (MCO) war eine NASA-Sonde zum Mars unter Beteiligung von Lockheed Martin im Rahmen des Discovery-Programms. Die Ursache für den Missionsfehlschlag lag bei Lockheed Martin: Während die NASA den Impuls p im metrischen Internationalen Einheitensystem (SI) mit der Einheit Ns berechnete, wurde die Navigationssoftware des MCO vom Hersteller Lockheed Martin für das imperiale System ausgelegt.[5][6][7]

Im Oktober 2001 erhielt Lockheed den Auftrag für das größte Kampfflugzeugprogramm der Nachkriegszeit, den Joint Strike Fighter. Dieser Auftrag brachte dem Konzern neuen Auftrieb.

Die Abteilung Transportation and Security Solutions (Transport- und Sicherheitslösungen) erhielt 2005 den Zuschlag für den Aufbau des Archivierungssystems des Electronic Records Archive (ERA) der National Archives and Records Administration (NARA).

Am 20. Juli 2015 gab Lockheed Martin den Kauf der Sikorsky Aircraft bekannt. Nach eigenen Angaben bezahlte der Konzern 9 Milliarden US-Dollar (beziehungsweise 7,1 Milliarden US-Dollar unter Berücksichtigung der aus der Übernahme resultierenden Steuervorteile).[8][9] Für Lockheed stellte dieser Schritt nach rund 45-jähriger Abstinenz den Wiedereinstieg in das Helikoptergeschäft dar.[10]

Konzerndaten[11][12]
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Umsatz (Mrd. USD) 39.076 40.612 41.212 43.867 45.671 46.499 47.182 45.358 39.946 40.536 47.248 51.048
Gewinn (Mrd. USD) 2.529 3.000 3.185 2.973 2.878 2.655 2.745 4.187 4.683 4.492 5.062 2.002
Mitarbeiter 140.000 140.000 146.000 140.000 132.000 123.000 120.000 115.000 112.000 126.000 97.000 100.000

ProdukteBearbeiten

Die Geschäftsfelder von Martin Marietta umfassen auch den Bau von Raketen sowie Fernlenkwaffen. Unter anderem wurden von Lockheed Martin der externe Tank und kleinere Komponenten für die Booster-Raketen des Space Shuttles gebaut.

Das Tochterunternehmen Lockheed Martin Commercial Space System (LMCSS) entwickelt und baut Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten.

Militärische FlugzeugtypenBearbeiten

RaketenBearbeiten

RaumfahrtBearbeiten

 
Mars Climate Orbiter

Zivile FlugzeugeBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lockheed Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marillyn A. Hewson. Abgerufen am 7. Januar 2012
  2. a b Lockheed Martin 2016 Form 10-K Report, abgerufen am 19. März 2017
  3. Christoph G. Schmutz: Barack Obama als einziger Kunde. In: NZZ Internationale Ausgabe, 18. März 2015, S. 13
  4. New York Times vom 19. April 1996: F.T.C. Approves Lockheed-Loral Merger
  5. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mars-climate-orbiter-absturz-wegen-leichtsinnsfehler-beim-rechnen-a-44777.html
  6. https://www.deutschlandfunk.de/der-verlust-des-mars-climate-orbiter.676.de.html?dram:article_id=25575
  7. https://www.tagesspiegel.de/wissen/marssonde-verschollen-im-weltall/1273692.html
  8. Lockheed Martin to Acquire Sikorsky Aircraft
  9. http://www.aero.de/news-22127/Lockheed-kauft-Helikopterbauer-Sikorsky.html
  10. Welt.de: Lockheed kauft Hubschrauber-Ikone Sikorsky
  11. Lockheed Martin: Jahresbericht 2011 (Englisch) (Memento des Originals vom 10. Juni 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lockheedmartin.com
  12. Lockheed Martin: Jahresbericht 2012 (Englisch) (Memento vom 15. Mai 2013 im Internet Archive)