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Montan
(ital.: Montagna)
Wappen
Wappen von Montan
Karte
Montan in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Überetsch-Unterland
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2017)
1.627/1.684
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
92,54 % deutsch
6,94 % italienisch
0,52 % ladinisch
Koordinaten 46° 20′ N, 11° 18′ OKoordinaten: 46° 20′ N, 11° 18′ O
Meereshöhe: 212–1856 m s.l.m. (Zentrum: 497 m s.l.m.)
Fläche: 18,91 km²
Dauersiedlungsraum: 4,0 km²
Fraktionen: Glen, Gschnon, Kaltenbrunn, Pinzon, Kalditsch
Nachbargemeinden: Aldein, Auer, Capriana, Neumarkt, Salurn, Tramin, Truden
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021053
Steuernummer: 00127760213
Bürgermeister (2015): Monika Delvai (SVP)
Montan von Südwesten mit Schloss Enn

Montan ([mɔnˈtaˑn]; italienisch Montagna) ist eine Gemeinde mit 1684 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) im Südtiroler Unterland in Italien, etwa 15 km südlich von Bozen. Der Name Montan kommt vom lateinischen mons (Berg). Die reizvolle Steillage und Umgebung – Blick über das Unterland, auf den Kalterer See und den gegenüberliegenden Mendelkamm – brachten dem Ort, der einige alte Bürgerhäuser aufweist, auch Fremdenverkehr.

GeographieBearbeiten

 
Der breite Rücken des Cislon mit dem auf einer Terrasse vorgelagerten Montan von der gegenüberliegenden westlichen Talseite aus gesehen

Die Gemeinde Montan, insgesamt 18,91 km² groß, dehnt sich an der östlichen Talflanke des Südtiroler Unterlands aus, wie der Abschnitt des Etschtals zwischen Bozen und der Salurner Klause genannt wird. Ihre Hauptsiedlungsflächen befinden sich auf einer weiten Hangterrasse, die dem Hauptort Montan (390–530 m s.l.m.) sowie etwas südlich davon den beiden Fraktionen Pinzon (390–430 m) und Glen (520–580 m) Platz bietet. Westlich dem Hauptort vorgelagert ragt der Hügel von Castelfeder (405 m) zwischen Neumarkt und Auer in das Etschtal hinein. Die Gemeinde Montan nimmt unterhalb des Hügels auch eine kleine Fläche des Talbodens bis zur Etsch ein.

Östlich vom Hauptort steigt das Gelände zum Cislon (1563 m) an, einem Bergrücken des zu den Fleimstaler Alpen gezählten bewaldeten Höhenzugs, der das Unterland vom Fleimstal trennt. Dieser ist zu großen Teilen im Naturpark Trudner Horn unter Schutz gestellt und trägt die Gemeindegrenze zu Truden. Im Norden bildet das Tal des Schwarzenbachs die Gemeindegrenze zu Aldein; hier erreicht ein schmaler Gebietsstreifen noch einen Teil der Ortschaft Kaltenbrunn (970–1000 m). Im Süden überquert ein weiterer Gebietsstreifen das Tal des Trudner Bach und besetzt – an Truden, Neumarkt, Salurn und Capriana im Trentino grenzend – die nordwestlichen Hänge des Trudner Horns (1781 m), wo sich der kleine Ort Gschnon (930–960 m) befindet.

GeschichteBearbeiten

Funde aus vorchristlicher Zeit belegen, dass bereits in jener Zeit Menschen im Gebiet von Montan gelebt haben. Forschungsergebnisse der Sprachwissenschaft im Bezug auf Flur- und Ortsnamen untermauern diese Annahme. Örtlichkeitsnamen vorrömischen (Gomaroa, Tschalfai) und romanischen Ursprungs (Kalditsch, Montan, Glen, Pinzon) lassen auf eine rege Siedlungstätigkeit in den Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt schließen.[1]

Frühestens ab 955 erfolgte die Kolonisation durch bairische Siedler, diese fand im 12. Jahrhundert ihren Höhepunkt und in der Mitte des 13. Jahrhunderts ihren Abschluss. Im Jahr 1133 ist eine Besitzung des Klosters Weyarn im Gericht Enn belegt, 1181 eine Besitzung des Klosters Sonnenburg in Kalditsch. Die Herren von Enn begegnen seit der Mitte des 12. Jahrhunderts in Montan.

Im Jahr 1435 war Pfarrer Hans Hach von Montan („her Hans Hach pharrer zu Montæny“) Mitglied der Südtiroler Priesterschaft, die sich zur Abhaltung des Österreichischen Jahrtags an der Marienpfarrkirche Bozen verpflichtete.[2]

Montan gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zur Grafschaft Tirol und damit zu Österreich-Ungarn. Innerhalb Tirols war Montan dem Gerichtsbezirk Neumarkt zugeordnet, der wiederum Teil des Bezirks Bozen war. Mit dem Vertrag von Saint-Germain kam Montan 1919 zusammen mit dem Großteil Tirols südlich des Alpenhauptkamms zu Italien. Als 1927 auf diesen ehemals österreichischen Gebieten die beiden Provinzen Bozen und Trient entstanden, wurde Montan wie auch einige andere umliegende Gemeinden der mehrheitlich italienischsprachigen Provinz Trient zugeschlagen. Erst 1948 wurde Montan in die Provinz Bozen bzw. Südtirol eingegliedert.

 
Montan von Süden aus gesehen. Im Hintergrund Schloss Enn.

PolitikBearbeiten

Gemeindevorsteher:[3][4][5][6][7]

  • Michael Rizzolli: 1855, 1857
  • Franz Weissensteiner: 1866
  • Josef Wegscheider: 1886–1888
  • Emil Leys-Paschbach: 1888–1918
  • Franz March: 1918–1922
  • Jakob Pichler: 1922–1924

Kommissarische Bürgermeister:

  • Alois Pernter: 1943–1945[8]
  • Jakob Pichler: 1945–1952[9]

Bürgermeister seit 1952:[10]

  • Alfred March: 1952–1964
  • Josef Wegscheider: 1964–1980
  • Otto Nussbaumer: 1980–1990
  • Alois Amort: 1990–2010
  • Monika Delvai: 2010–

BildungBearbeiten

In Montan befindet sich eine deutschsprachige Grundschule, die dem Schulsprengel der Nachbargemeinde Auer angeschlossen ist.[11]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Castelfeder ist eine prähistorische und römische Siedlung auf einem strategisch wichtigen Porphyrhügel bei Montan (Südtirol) oberhalb von Auer und stellt eine mehrfach gegliederte geräumige Kuppe dar. Die „Oberburg“ erhebt sich rund 190 m über der Talsohle und liegt auf 405 Meter Seehöhe.
  • Schloss Enn
  • Hans-Klocker-Altar, Flügelaltar des Meisters Hans Klocker aus Brixen in der Kirche St. Stefan von Pinzon
  • Auf dem Friedhof befindet sich die Grabstätte des in Südtirol als „Totengräber Südtirols“ bezeichneten italienischen Nationalisten Ettore Tolomei (1865–1952). Tolomei hatte 1905 den Thalerhof in Glen (Ortsteil von Montan) erworben und 1906 bezogen. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 verließ Tolomei Montan und ließ sich in Rom nieder, um dort für die Annexion Welschtirols und Südtirols bis zur Brennergrenze an Italien zu werben und zu planen. Immer wieder sorgen am Grabmal Tolomeis Kranzniederlegungen und Kundgebungen von italienischen neofaschistischen Politikern und Organisationen für Aufsehen. Heute wird das Grabmal regelmäßig von den Carabinieri geschützt, nachdem es immer wieder von Südtirolaktivisten beschädigt worden war. Anfang der 1960er-Jahre wurde auch ein Bombenanschlag auf den Thalerhof verübt.
 
Richtfunkanlage der RAI in Montan
  • In Montan befindet sich eine Richtfunk-Anlage der RAI. Es handelt sich dabei um vier große Richtfunk-Antennen, die auf einer Stahlgitter-Konstruktion montiert sind. An dieser Konstruktion befinden sich zudem Mobilfunk-Antennen des italienischen Mobilfunk-Netzbetreibers Telecom Italia. Die Richtfunk-Anlage ist auch außerhalb von Montan noch von weitem sichtbar.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Emil Leys-Paschbach (* 12. April 1853 in Wien; † 21. Februar 1927 in Montan), Politiker und Ökonom

Partnerstädte / Befreundete KommunenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Montan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christoph Haidacher: Montan. Hrsg.: Schützenkompanie Montan. S. 114.
  2. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 78, Nr. 992.
  3. Tiroler Volksbote. 22. November 1922, S. 7.
  4. Meraner Zeitung. 31. Januar 1918, S. 5.
  5. Tiroler Volksblatt. 9. Januar 1886, S. 3.
  6. Bozner Zeitung. 10. Januar 1855, S. 3.
  7. Der Bote für Tirol. 6. Dezember 1866, S. 2.
  8. Josef Fontana: Montan. Hrsg.: Schützenkompanie Montan. Band 2, S. 330.
  9. Josef Fontana: Montan. Hrsg.: Schützenkompanie Montan. Band 2, S. 368.
  10. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.
  11. Schulsprengel Auer. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  12. Nürnberg International – Informationen zu den Auslandsbeziehungen der Stadt Nürnberg