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Burgstall (Südtirol)

italienische Gemeinde
Burgstall
(ital.: Postal)
Wappen
Wappen von Burgstall
Karte
Burgstall in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2017)
1.763/1.887
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
76,61 % deutsch
22,78 % italienisch
0,61 % ladinisch
Koordinaten 46° 36′ N, 11° 12′ OKoordinaten: 46° 36′ N, 11° 12′ O
Meereshöhe: 256–1060 m s.l.m. (Zentrum: 270 m s.l.m.)
Fläche: 6,7 km²
Dauersiedlungsraum: 3,3 km²
Nachbargemeinden: Gargazon, Lana, Meran, Mölten, Vöran
Postleitzahl: 39014
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021066
Steuernummer: 82003230214
Bürgermeister (2015): Othmar Unterkofler (SVP)
Burgstall

Burgstall (italienisch Postal) ist eine Gemeinde mit 1887 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in Südtirol (Italien) südlich von Meran. Es grenzt an Gargazon im Süden, an Meran im Norden, im Westen an Lana und im Osten an Vöran und Mölten.

Das Gemeindegebiet wird im Osten vom Tschögglberg eingefasst und von Lana durch die Etsch getrennt. Die Gemeinde hat eine Größe von knapp 7 km², wobei ungefähr die Hälfte der Flächen als landwirtschaftliches Grün oder Wald in das Katasterbuch eingetragen sind. Es herrscht vorwiegend mildes, mediterran beeinflusstes Klima. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft im Obstanbau, dem Tourismus und von Dienstleistungen.

GeschichteBearbeiten

Burgstall wurde im Schutz der Burg des Volkmar von Burgstall errichtet, welche heute aber nur noch eine Ruine ist.[1] Um sie herum wurden die Kirche und viel später das Schulgebäude errichtet. Die historischen Gebäude befinden sich am Hang, weil im Mittelalter der Talboden noch versumpft und unzugänglich war. Heute wird das Dorfzentrum aufgrund der günstigeren Rahmenbedingungen mehr und mehr in die Talsohle verlegt. Die Entsumpfung des Talbodens erfolgte mit der Regulierung der Etsch um 1880 und in den nachfolgenden Jahren mit dem Bau von Entwässerungsgräben durch das Bonifizierungskonsortium Passer-Eisackmündung, dessen Mitglieder die Grundbesitzer (Bauern) sind. Heute bewirtschaften Obstbauern aus Burgstall und den Nachbargemeinden diese Flächen in der Talsohle fast gänzlich als Apfelplantagen.

Burgstall gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran.

WirtschaftBearbeiten

In der Talsohle, deren Boden feucht und nährstoffreich ist, werden vor allem Äpfel angebaut. An den höher gelegenen Hängen werden Weinreben angebaut, die den etwas kargeren Boden besser vertragen als die Obstbäume. Die Milchwirtschaft wurde in den 1980er Jahren völlig vom Obstanbau verdrängt. Durch die Ausweisung eines Areals für eine Industriezone konnte für die Bevölkerung eine attraktive Erwerbsquelle im Dorf geschaffen werden.

Das bekannteste Unternehmen Burgstalls ist die Dr. Schär GmbH, die glutenfreie Lebensmittel herstellt.

VerkehrBearbeiten

Die Hauptstraße, die durch das Dorfzentrum führt, wurde durch den Bau der Schnellstraße Meran – Bozen (MeBo) wesentlich entlastet, wodurch auch die Bevölkerung vom Lärm und den Abgasen weitgehend abgeschirmt wurde. Burgstall liegt dadurch an einer vom Durchzugs- und Schwerverkehr abgelegenen, aber dennoch verkehrstechnisch günstigen Lage. Meran kann dadurch innerhalb von 10 Minuten erreicht werden und Bozen in 15 Minuten. Der vor allem von den Pendlern benutzte Bahnhof Lana-Burgstall an der Bahnstrecke Bozen–Meran ist vom Dorf nur etwa 10 Gehminuten entfernt. Durch Burgstall führen drei öffentliche Buslinien, welche eine schnelle Anbindung an Lana, Meran und Bozen bieten. Die Seilbahn Vöran verbindet die Ortschaft zusätzlich mit der Berggemeinde Vöran

TourismusBearbeiten

Im Jahre 2001 wurde zwei Jahre nach der Eröffnung der Schnellstraße Meran – Bozen mit dem Rückbau der Staatsstraße begonnen. Diese machte einem Fahrradweg Platz, der Burgstall nun an das südtirolweite Fahrradnetz anschließt. Im Jahr 2007 wurde damit begonnen, den Radweg auch nach Sinich auszuweiten. In Burgstall findet sich ein Biotop, welches nach der Entsumpfung der Talsohle und der damit verbundenen Zerstörung der Auen, übriggeblieben ist. Am Hang des Tschöggelbergs ist das historische Zentrum mit der Heiligen-Kreuz-Kirche zu besichtigen. Daneben gibt es ein Naturkundemuseum. Mit dem Fahrrad lassen sich ausgedehnte Touren bis in das Passeiertal und in das Unterland unternehmen. Durch die Seilbahn Vöran kann man schnell Vöran erreichen, wo sich dem Wanderer vielfältige Wandermöglichkeiten anbieten. Vöran ist auch auf einem Steig zu erreichen.

BevölkerungBearbeiten

Ende 2011 lebten in Burgstall fast 1800 Personen. Über drei Viertel der Einwohner sind deutschsprachig, der italienischsprachige Anteil beträgt etwas über ein Fünftel. Für beide Sprachgruppen gibt es einen Kindergarten in der Gemeinde. Die Volksschüler der deutschen Sprachgruppe besuchen die Schule im Dorf.

GemeindetätigkeitenBearbeiten

Es gibt viele aktive Vereine in Burgstall, die vorwiegend auf freiwilliger Basis wirken. Die mitgliederstärksten Vereine sind die Musikkapelle und die Freiwillige Feuerwehr. Im Jahre 2002 wurde das Feuerwehrhaus mit angebautem Probelokal für die Musikkapelle neu errichtet. Im Jahre 2002 wurde in Zusammenarbeit mit vielen Gemeindemitgliedern ein Dorfleitplan errichtet, der die Vorstellungen für die Zukunft der Gemeinde und Bürger unter einen Hut bringen soll. Die stärkste Partei in Burgstall ist die Südtiroler Volkspartei. Burgstall verfügt über eine eigene Dorfzeitschrift („Volkmar“), die viermal im Jahr erscheint.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz
  • Pfarrkirche Burgstall
  • Biotop Burgstaller Auen
  • Sunnseitn-Steig

PolitikBearbeiten

Bürgermeister seit 1952:[2]

  • Josef Burger: 1952–1960
  • Franz Gruber: 1960–1980
  • Alois Schenk: 1980–1995
  • Martin Ganthaler: 1995–2010
  • Othmar Unterkofler: 2010–

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burgstall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. II. Band: Burggrafenamt. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1980, S. 222–224.
  2. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.