Kastelbell-Tschars

italienische Gemeinde
Kastelbell-Tschars
(ital.: Castelbello-Ciardes)
Wappen
Wappen von Kastelbell-Tschars
Kastelbell-Tschars in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Vinschgau
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2019)
2.378/2.286
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,72 % deutsch
1,28 % italienisch
0,00 % ladinisch
Koordinaten 46° 38′ N, 10° 54′ OKoordinaten: 46° 38′ N, 10° 54′ O
Meereshöhe: 556–2912 m s.l.m. (Zentrum: 587 m s.l.m.)
Fläche: 53 km²
Dauersiedlungsraum: 44 km²
Fraktionen: Freiberg, Galsaun, Juval, Kastelbell, Latschinig, Marein, Tomberg, Trumsberg, Tschars
Nachbargemeinden: Latsch, Naturns, Schnals, Ulten
Postleitzahl: 39020
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021018
Steuernummer: 82005850217
Bürgermeister (2015): Gustav Tappeiner (SVP)

Kastelbell-Tschars ([ˌkastl̩ˈbɛl-tʃaˑrs]; italienisch Castelbello-Ciardes) ist eine italienische Gemeinde mit 2286 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Vinschgau in Südtirol. Die Gemeinde verfügt über ein 50 Kilometer umfassendes Netz an markierten Wanderwegen und beherbergt insgesamt vier Schlösser und Ansitze: Schloss Juval, Schloss Kastelbell, Ansitz Kasten und Schloss Hochgalsaun.

Seit dem Jahr 2005 ist die Gemeinde durch die wiedereröffnete Vinschgaubahn mit den Haltepunkten Kastelbell (liegt in Marein) und Tschars an das öffentliche Eisenbahnnetz angeschlossen.

GeographieBearbeiten

Kastelbell-Tschars befindet sich im Vinschgau. Die Siedlungen der Gemeinde sind beiderseits der Etsch verteilt, teils im Talboden des Etschtals, teils in Hanglage. Kastelbell (600 m), Galsaun (575 m) und Tschars (636 m) liegen auf der orographisch linken, nördlichen Talseite. Darüber bieten die Hänge des Sonnenbergs der Streusiedlung Trumsberg (1350—1600 m) Platz. Auf der gegenüberliegenden Seite der Etsch befinden sich Marein (600 m) und Latschinig (660 m) sowie — an den dahinter ansteigenden Hängen des Nördersbergs — die Gehöfte von Freiberg (850—1300 m) und Tomberg (650—1300 m).

Nordseitig erheben sich Gipfel der Ötztaler Alpen, die hier zum Saldurkamm gerechnet werden (darunter die Trumsspitze, 2914 m). Der Kamm fällt gegen Osten ins Schnalstal ab, dessen Eingangsbereich bei Juval teils zum Gemeindegebiet von Kastelbell-Tschars gehört. Südseitig wird das Etschtal von Gipfeln des Zufrittkamms der Ortler-Alpen überragt (etwa dem Hohen Dieb, 2730 m).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Kastelbell (von Marein aus gesehen)

WeinbauBearbeiten

Mit 25,5 ha ist Kastelbell-Tschars die größte Weinbaugemeinde im Vinschgau. Das in Ost-West-Richtung verlaufende Tal ist geprägt von einem trockenen Mikroklima mit weniger als 500 mm Jahresniederschlag, vielen Sonnenstunden, warmen Tagen und frischen Nächten. Dieses Klima begünstigt den Weinbau und das Terroir in und um Kastelbell-Tschars. Der Weinbau spielt in folgenden Fraktionen eine Rolle: Kastelbell, Galsaun, Tschars und Juval. Es reifen Trauben der Sorten Chardonnary, Weißburgunder, Rauländer, Gewürztraminer, Riesling, Vernatsch, Zweigelt und Blauburgunder.

SchulenBearbeiten

  • Grundschule Kastelbell
  • Grundschule Tschars
  • Kindergarten Kastelbell
  • Kindergarten Tschars

(alle in deutscher Sprache)

PolitikBearbeiten

Bürgermeister seit 1952:[2]

  • Ernst Pircher: 1952–1960
  • Hubert Pohl: 1960–1964
  • Johann Ausserer: 1964–1993
  • Josef Alber: 1993–2010
  • Gustav Tappeiner: seit 2010

WeblinksBearbeiten

Commons: Kastelbell-Tschars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. I. Band: Vinschgau. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1972, S. 192–196.
  2. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.