Schenna

Gemeinde in Südtirol, Italien
Schenna
(ital.: Scena)
Wappen
Wappen von Schenna
Karte
Schenna in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2019)
2.843/2.916
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,18 % deutsch
1,67 % italienisch
0,15 % ladinisch
Koordinaten 46° 41′ N, 11° 11′ OKoordinaten: 46° 41′ N, 11° 11′ O
Meereshöhe: 570 m s.l.m.
Fläche: 48,3 km²
Dauersiedlungsraum: 8,6 km²
Fraktionen: Schennaberg, Tall, Verdins
Nachbargemeinden: Hafling, Meran, Riffian, Partschins, St. Leonhard in Passeier, Tirol
Partnerschaft mit: Stainz (A)
Postleitzahl: 39017
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021087
Steuernummer: 82003290218
Bürgermeister (2020): Annelies Pichler (SVP)

Schenna (früher auch Schönna[1], im Südtiroler Dialekt Schennen[2] bzw. Schönnen[3], italienisch Scena) ist eine italienische Gemeinde mit 2916 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in Südtirol. Sie liegt etwa drei Kilometer nordöstlich von Meran und etwa 25 Kilometer nordwestlich von Bozen.

GeografieBearbeiten

 
Schenna

Die Gemeinde Schenna erstreckt sich über eine Fläche von über 48 km² nordöstlich der Stadt Meran im Burggrafenamt. Die Siedlungsflächen nehmen dabei die mittelgebirgigen Hänge ein, die das untere Passeiertal bis zum Aufgehen im Etschtal im Meraner Talkessel ostseitig bzw. auf der orographisch linken Seite der Passer begleiten. Der Hauptort Schenna liegt auf 570 m Höhe im Südwesten des Gemeindegebiets direkt über dem Meraner Stadtteil Obermais und gegenüber von Dorf Tirol. Etwas taleinwärts befindet sich das Dorf Verdins (840 m); im äußersten Norden ist die Streusiedlung Tall in Höhenlagen von 850 bis fast 1600 m verteilt. Überragt wird das Gebiet im Osten von Gipfeln der Sarntaler Alpen, unter denen der Hirzer (2781 m), die Verdinser Plattenspitze (2680 m) und der Ifinger (2581 m) die bekanntesten sind.

GeschichteBearbeiten

Im 12. Jahrhundert tauchte der Name Schenna das erste Mal urkundlich auf, er kommt wahrscheinlich vom lateinischen Wort scaene (bühnenartiger Aufbau). Münzfunde lassen darauf schließen, dass die Gegend rund um Schenna spätestens in der Römerzeit besiedelt wurde. Im 14. Jahrhundert erteilte Landesfürst Ludwig von Brandenburg dem Adligen Petermann von Schenna die Erlaubnis, auf dem Hügel von Schenna eine Burg zu errichten. Heute zählt Schloss Schenna zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schennas.

Die Gemeinde gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister seit 1949:[4]

  • 1949–1956 Johann Pircher
  • 1956–1964 Josef Innerhofer
  • 1964–1969 Josef Kaufmann
  • 1969–1980 Johann Daprà
  • 1980–1990 Josef Unterthurner
  • 1990–2005 Albert Pircher
  • 2005–2020 Alois Kröll
  • 2020–0000 Annelies Pichler

WappenBearbeiten

Der Wappenschild ist in eine obere silberne und untere schwarze Hälfte geteilt und hat oben einen roten wachsenden Löwen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

siehe auch die Liste der Baudenkmäler in Schenna

Schloss SchennaBearbeiten

Schloss Schenna wurde um 1350 von Petermann von Schenna erbaut. 1845 von Erzherzog Johann von Österreich erworben, ist es heute noch im Besitz seiner Nachkommen, der Grafen von Meran, die es auch bewohnen und bewirtschaften.

MausoleumBearbeiten

 
Mausoleum

Neugotischer Bau aus rotem Sandstein und Granit. Von 1860 bis 1869 erbaut als Grabstätte für Erzherzog Johann und seine Familie. Unterirdische Gruft mit schwerem Kreuzrippengewölbe; künstlerische Ausgestaltung durch Innsbrucker u. Veroneser Künstler, Altar aus einer Wiener Werkstätte.

Alte Pfarrkirche Maria HimmelfahrtBearbeiten

Einschiffiger Kirchenbau, ursprünglich romanisch um 1200 erbaut. Erste Umbauten erfolgten zwischen 1370 und 1402; eine umfängliche Renovierung fand Anfang des 16. Jahrhunderts statt.[5] Dabei wurden u. a. kostbare Fresken aus der Zeit um 1400 freigelegt.

St. GeorgBearbeiten

 
St. Georg (Schenna)

St. Georg ist eine Rundkirche aus der romanischen Stilepoche (12. Jh.) mit romanischen und gotischen Fresken, unter anderem zum Leben und Martyrium des heiligen Georg. Der Flügelaltar wird der Werkstatt Hans Schnatterpecks zugeschrieben.

Neue PfarrkircheBearbeiten

Mit dem Bau nach Plänen von Eduard Hütter wurde 1914 begonnen und auf Grund der Unterbrechung während des Krieges konnte er erst 1931 beendet werden. Der Altarraum ist mit den Statuen der 12 Apostel geschmückt; eindrucksvoll sind die 14 geschnitzten Kreuzwegstationen von Johann Mury. Die Glasfenster stammen aus der Tiroler Glasmalereianstalt Innsbruck. Die neue Orgel wurde 1993 von Franz Zanin aus Udine erbaut und von Herbert Schönweger kunstvoll gestaltet. Sie besteht aus 39 Registern, Hauptwerk, Rückpositiv, Brustwerk und Pedal und hat 2744 Pfeifen.

St.-Martins-KircheBearbeiten

Diese kleine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist das älteste Baudenkmal Schennas und dient heute als Totenkapelle. Der Bau ist zweischiffig mit je einer Rundapsis und zwei zentralen Pfeilern.

TourismusBearbeiten

Aus der ehemaligen bäuerlichen Landgemeinde hat sich in den letzten 40 Jahren einer der bedeutendsten Tourismusorte Südtirols entwickelt. Die Zahl der jährlichen Übernachtungen hat mittlerweile die Millionengrenze überschritten.[6] Schenna zeichnet sich insbesondere durch eine große Zahl von Hotels der Kategorie 3 und 4 Sterne aus.

Wanderern bietet Schenna eine Vielzahl markierter und gut beschilderter Wanderwege in allen Höhenlagen – vom Maiser Waalweg bis in die Bergregionen des Ifinger- und Hirzergebietes. Zahlreiche Seilbahnen und Lifte erleichtern den Aufstieg zu Höhenwegen und Almwanderungen; gepflegte Berggasthäuser, Almen und Schutzhütten sorgen für das leibliche Wohl.

Eines der touristischen Ausflugsziele ist das Wandergebiet Tall-Hirzer. Es ist durch die Hirzerseilbahn und den Sessellift Grube erschlossen und umfasst die Weiler Prenn, Oberkirn und Videgg. Es erstreckt sich über eine Vielzahl von bewirtschafteten Almen. Das Wandergebiet Tall-Hirzer ist, ausgehend von Verdins, mit der Seilbahn Verdins-Tall erreichbar.

In Schenna fährt die Taser-Pendelbahn, die die alte Troyer-Pendelbahn ersetzte.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Walter Innerhofer (Red.): Schenna : Dorfbuch 2002. Schenna 2002 (online)

WeblinksBearbeiten

Commons: Schenna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. sagen.at
  2. Schenner Orts- und Flurnamen, S. 31
  3. Dorfbuch Schenna, S. 73
  4. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.
  5. Verein für Kultur und Heimatpflege Schenna: Die Sakralbauten auf dem Kirchhügel von Schenna, Medus Verlag, Meran 1991. (S. 10ff)
  6. Tourismusverein Schenna. Abgerufen am 4. Oktober 2018 (deutsch).