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Tisens
(ital.: Tesimo)
Wappen
Wappen von Tisens
Karte
Tisens in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2017)
1.855/1.979
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,71 % deutsch
1,96 % italienisch
0,34 % ladinisch
Koordinaten 46° 34′ N, 11° 10′ OKoordinaten: 46° 34′ N, 11° 10′ O
Meereshöhe: 630 m s.l.m.
Fläche: 39,18 km²
Dauersiedlungsraum: 7,5 km²
Fraktionen: Tisens, Gfrill, Grissian, Naraun, Platzers, Prissian, Schernag
Nachbargemeinden: Gargazon, Lana, Nals, St. Pankraz, Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix
Postleitzahl: 39010
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021099
Steuernummer: 82005150212
Bürgermeister (2014): Christoph Matscher (SVP)

Tisens ([ˈtiˑsn̩s]; italienisch Tesimo) ist eine Gemeinde mit 1979 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in Südtirol (Italien). Sie liegt im Etschtal südlich von Meran.

Besonders bekannt ist die Gemeinde durch die Tisner Edelkastanien. Jährlich findet dazu ein großes Fest im Oktober statt, welches den Namen „Keschtnriggl“ trägt.

GeographieBearbeiten

Tisens und die meisten seiner Fraktionen liegen auf einem Plateau westlich des Flusses, etwa 350 Meter oberhalb der Talsohle. Nur Gfrill und Platzers liegen am Berg Tisner Gall, deutlich nach Westen abgesetzt vom Haupttal der Etsch in Höhenlagen von über 1000 Metern.

PolitikBearbeiten

Bürgermeister seit 1945:[1]

  • Matthias Schwienbacher: 1945–1956
  • Matthias Knoll: 1956–1964
  • Josef Hillebrand: 1964–1967
  • Johann Egger: 1967–1990
  • Andreas Fabi: 1990–1992
  • Thomas Knoll: 1992–2010
  • Urban Mair: 2010–2014
  • Christoph Matscher: 2014–

EtymologieBearbeiten

Der Ursprung des Namens der Ortschaft Tisens liegt im Dunkeln. Egon Kühebacher vermutet einen Zusammenhang mit einem vorrömischen Personennamen (Tiso, Tisius, Tesinus, Tisinus), der zusammen mit dem romanischen Suffix -onia und einem lokativen -s eine Deutung von „Tisens“ als „Besitz eines Tiso“ ermöglichen würde. Besiedlungsgeschichtlich interessant ist der Umstand, dass das Dorf Tisens im Etschtal einen anderen Wortakzent trägt als das gleichnamige Dorf Tisens in der Gemeinde Kastelruth im Eisacktal: Tisens im Etschtal trägt eine Erstsilbenbetonung (Tísens), Tisens im Eisacktal hingegen eine Zweitsilbenbetonung (Tiséns). Eine Betonung auf der ersten Silbe deutet auf eine Eindeutschung des Ortsnamens vor der ersten Jahrtausendwende hin, während der Erhalt des vordeutschen Wortakzents auf der zweiten Silbe auf ein deutlich späteres Vordringen des Deutschen (im Gebiet um Kastelruth war Deutsch etwa ab dem 14. Jahrhundert die vorherrschende Sprache) schließen lässt.[2]

GeschichteBearbeiten

Die Pfarre Tisens wird 1194 in einer Urkunde Bischof Konrads von Trient als „plebs Teseni supra Nals“ erstmalig erwähnt.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Historische BauwerkeBearbeiten

 
Schloss Katzenzungen

Besondere VeranstaltungenBearbeiten

  • Keschtnriggl – bekanntes Kastanienfest
  • Tisner Kirchtag
  • Prissianer Gasslfest
  • Grissianer Kirchtag

ThemenwegeBearbeiten

  • Filzkunstwanderweg im Tisner Wald
  • Erlebniswanderweg im Tisner Wald
  • Besinnungsweg zu den sieben Sakramenten in Grissian
  • Besinnungsweg zum lichtreichen Rosenkranz in Naraun
  • Schlossrundweg in Prissian

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tisens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.
  2. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Die geschichtlich gewachsenen Namen der Gemeinden, Fraktionen und Weiler. Athesia, Bozen 1991, ISBN 88-7014-634-0, S. 471–472
  3. Franz Huter: Tiroler Urkundenbuch. Abt. I, Band 1. Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1937, S. 269–270, Nr. 482.
  4. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 26–27.