Völs am Schlern

Gemeinde in Südtirol, Italien
Völs am Schlern
(ital.: Fiè allo Sciliar)
Wappen
Wappen von Völs am Schlern
Karte
Völs am Schlern in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Salten-Schlern
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2019)
3.425/3.616
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
94,92 % deutsch
4,46 % italienisch
0,62 % ladinisch
Koordinaten 46° 31′ N, 11° 30′ OKoordinaten: 46° 31′ N, 11° 30′ O
Meereshöhe: 315–2564 m s.l.m. (Zentrum: 880 m s.l.m.)
Fläche: 44,4 km²
Dauersiedlungsraum: 11,3 km²
Fraktionen: Blumau, Oberaicha, Obervöls, Prösels, Prösler Ried, St. Anton, St. Kathrein, St. Konstantin, Steg, Ums, Unteraicha, Untervöls, Völser Ried
Nachbargemeinden: Kastelruth, Karneid, Tiers, Ritten
Partnerschaft mit: Friedberg in Bayern
Postleitzahl: 39050
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021031
Steuernummer: 80008620215
Bürgermeister (2020): Othmar Stampfer (SVP)

Völs am Schlern ([fœls]; italienisch Fiè allo Sciliar ['fje 'al:o ʃi'lja:r]; ladinisch Fië) ist eine italienische Gemeinde mit 3616 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in Südtirol. Der Hauptort ist Untervöls. Ihren Namenszusatz verdankt die Gemeinde dem das Landschaftsbild beherrschenden Massiv des Schlern.

Wichtigster Wirtschaftssektor ist der Tourismus. Völs war bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert ein beliebtes Ziel der Bozner Bürger, vor allem zur Sommerfrische sowie für Heubad-Kuren.

GeographieBearbeiten

 
Blick auf Untervöls und den Schlern

Die Gemeinde Völs umfasst Gebiete im unteren Eisacktal, zu kleineren Anteilen im davon abzweigenden Tierser Tal und in den darüber aufragenden Berggebieten der Schlerngruppe der Dolomiten.

Der Großteil des Siedlungen befindet sich im Schlerngebiet, einer Mittelgebirgslandschaft, die sich auf der orographisch linken, östlichen Seite des unteren Eisacktals erstreckt. Dort liegen mehrere Ortschaften der Gemeinde verstreut: der zentrale Hauptort Untervöls (880 m), erhöht darüber die Streusiedlung Obervöls, etwas nördlich die Dörfer St. Anton (850 m) und St. Konstantin (900 m), sowie etwas südlich Prösels (880 m) und Ums (930 m). In tieferen Lagen bieten die steilen Hänge des Eisacktals den Weilern Völser Ried und Prösler Ried Platz. Im engen, schluchtartig ausgeprägten Talgrund befinden sich das Dorf Blumau (330 m) sowie die Örtlichkeit Steg, die beide nur teilweise zu Völs gehören. Im Süden des Gemeindegebiets nimmt Völs die orographisch rechte Seite des unteren Tierser Tals ein. Die dortigen Gehöfte und Weiler werden den Siedlungen Völser Aicha (unterteilt in Oberaicha und Unteraicha), St. Kathrein und Breien zugerechnet.

Dominiert wird das Landschaftsbild vom ostseitig aufragenden Schlern (2563 m), dessen Gipfelplateau sich auf Völser Gemeindegebiet befindet. Südlich vom Hauptmassiv bildet der Tschafatschzug eine weitere Gipfelkette. Das Gemeindegebiet von den Gipfeln der Schlerngruppe bis hinab zum Völser Weiher (1036 m) steht als Teil des Naturparks Schlern-Rosengarten unter Naturschutz.

Nördlich von Völs befindet sich Kastelruth, die zweite Gemeinde des Schlerngebiets. Im Westen bildet der Eisack die Gemeindegrenze zu Ritten, im Südwesten der Tierser Bach zu Karneid. Im Südosten grenzt Völs an Tiers.

GeschichteBearbeiten

Funde aus der Kupferzeit belegen, dass das Völser Gemeindegebiet bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort als „Fellis“ in einer Urkunde König Arnolfs aus dem Jahr 888, wobei er als gelegen im Herzogtum Bayern („in Bauuariae partibus sita inter montana“) an der Grenze zu Reichsitalien bezeichnet wird.[1]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister seit 1952:[2]

  • Josef Untermarzoner: 1952–1960
  • Alois Ploner: 1960–1969
  • Walter Kompatscher: 1969–1980
  • Josef Kompatscher: 1980–2005
  • Arno Kompatscher: 2005–2013
  • Othmar Stampfer: seit 2014

WappenBearbeiten

Beschreibung: Geviert in Schwarz und Rot. Im ersten Feld ein rotes Tatzenkreuz und vierten eine rote Rose mit goldenem Butzen je in einem silbernen Balken. In den beiden anderen Feldern eine silberne goldgekrönte Säule.

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Personen mit Beziehung zum OrtBearbeiten

Literarische ErwähnungenBearbeiten

In Arthur Schnitzlers Das weite Land wird Völs mehrfach erwähnt. Insbesondere der Völser Weiher spielt darin eine Rolle.

WeblinksBearbeiten

Commons: Völs am Schlern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch II/1, Innsbruck: Wagner 2009, S. 78f Nr. 109. ISBN 978-3-7030-0469-8
  2. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.