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Gampenpass / Passo delle Palade
Passhöhe, Blick nach Süden

Passhöhe, Blick nach Süden

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 1518 m s.l.m.
Provinz Bozen (Region Trentino-Südtirol)
Wasserscheide Etsch NoceEtsch
Talorte Lana (Etschtal) Fondo (Nonstal)
Ausbau Strada Statale 238 Italia.svg Strada statale 238 delle Palade
Gebirge Nonsberggruppe
Profil
Ø-Steigung 6,9 % (1202 m / 17,5 km) 4,1 % (530 m / 13 km)
Max. Steigung 8,5 % 6 %
Karte
Gampenpass (Alpen)
Gampenpass
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Koordinaten 46° 31′ 50″ N, 11° 6′ 44″ OKoordinaten: 46° 31′ 50″ N, 11° 6′ 44″ O

Der Gampenpass, kurz Gampen (selten auch Gampenjoch, italienisch Passo delle Palade), ist ein 1518 m s.l.m. hoher Gebirgspass im Südtiroler Anteil der Nonsberggruppe. Mittels der Gampenpassstraße verbindet er das Etschtal mit dem Nonstal.

LageBearbeiten

Lage des Gampenpasses in der Nonsberggruppe.

GeschichteBearbeiten

Der Gampenpass ist der höchste Punkt einer alten Wegeverbindung, die das Burggrafenamt mit dem Nonsberg und weitergehend mit den Judikarien verband. Entsprechend wurde die Straße früh bemautet; so ist hier 1562 die Existenz einer Zollstätte der Grafen von Tirol bezeugt.[1] Von 1810 bis 1815 verlief hier die Grenze zwischen dem von Napoleon neu gegründeten italienischen Staat im Süden und dem Königreich Bayern im Norden. Der Bau einer Kunststraße von Lana über den Gampenpass nach Fondo wurde bereits von der österreichischen Verwaltung ins Auge gefasst. 1897 scheint die Gampenstraße erstmals im Bautenprogramm der Tiroler Landesregierung auf. Der Baubeginn verzögerte sich jedoch mehrfach, erst im Frühjahr 1914 kam es zu einem definitiven Baubeschluss, doch machte der Erste Weltkrieg diese Bemühungen endgültig zunichte.[2] Die faschistische Administration forcierte neuerlich das Straßenbauprojekt, das zwischen 1935 und 1939 unter der Bauleitung des Trentiner Ingenieurs Gualtiero Adami umgesetzt wurde und zahlreiche bemerkenswerte Kunstbauten aufweist.[3] Parallel dazu baute das italienische Militär zwischen 1938 und 1942 den Pass zu einer Sperrstellung des Vallo Alpino aus. Direkt auf der Passhöhe finden sich heute noch die baulichen Reste des einst geplanten Artilleriewerkes. Dieser Gampen-Bunker ist nun als Museum im Schutzwall, verbunden mit einer Mineralienausstellung, zu besichtigen (Eingang auf der Südseite der Passhöhe).

Von 1927 bis 1948 war der Gampenpass die Landesgrenze zwischen Südtirol und dem Trentino; seit der Angliederung des Deutschnonsbergs an Südtirol verläuft die Grenze weiter südlich bei St. Felix.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Mutschlechner: Der Zoll über den Gampen (1562). In: Der Schlern 57, 1983, S. 105–106.
  2. Gampenpasskomitee (Hrsg.): Die Straße über den Gampenpass. Geschichte, Landschaft, Kunst und Brauchtum. Bozen 2015. ISBN 978-88-6839-100-3, bes. S. 22f.
  3. Gampenpasskomitee (Hrsg.): Die Straße über den Gampenpass. Geschichte, Landschaft, Kunst und Brauchtum. Bozen 2015. ISBN 978-88-6839-100-3, S. 55f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gampenpass – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien