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Landeskunde

interdiziplinärer Forschungsansatz der Regionalforschung
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Der Artikel enthält sowohl Informationen zum Fach Landeskunde als zum Fach Übersetzungswissenschaft.

Die Landeskunde ist eine typisch deutschsprachige Forschungstradition, die sich mit der Erforschung eines Landes, einer Region oder eines Ortes in historischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht befasst. Die Landeskunde erfordert dabei die Zusammenarbeit mehrerer Disziplinen der Geographie und benachbarter Gebiete, besonders der Geschichte, und fördert, als Bildungsinstrument eingesetzt, Landesbewusstsein sowie föderalistisches Denken. Zur Landeskunde gehören Teildisziplinen wie angewandte Geographie, Landesgeschichte, Kulturraumforschung, Volkskunde, Wirtschaftsgeographie, Dialektologie und Archäologie.

In der Übersetzungswissenschaft werden gesellschaftliche und kulturelle Eigenheiten eines Landes auch als Realien bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

HeimatkundeBearbeiten

In der Grundschule werden die Schüler im Fach Heimatkunde bzw. Sachunterricht mit ihrer unmittelbaren heimatlichen Umgebung vertraut gemacht. Sie erfahren sowohl Geographisches als auch Historisches über die Stadt bzw. Gemeinde, den eigenen Landkreis und das Bundesland, in dem sie leben.

FremdsprachenunterrichtBearbeiten

Im Fremdsprachenunterricht versteht man unter Landeskunde die Vermittlung von kulturellen und materiellen Hintergrundinformationen über das Land bzw. die Region, deren Sprache man erlernt. Landeskundliche Informationen dienen in Fremdsprachenlehrwerken als Vehikel zur Sprachvermittlung. Es gehört zu den Aufgaben des Lehrenden, den Lernenden Hintergrundinformationen über das jeweilige Zielsprachenland zu vermitteln.

StudiumBearbeiten

An Hochschulen ist für Fremdsprachen im Rahmen eines Lektorats häufig ein bestimmtes Zeitbudget für die jeweilige Landeskunde eingeplant. Das Studium der Philologien erfordert in der Regel auch den Besuch wissenschaftlicher Lehrveranstaltungen in Landeskunde mit unterschiedlichen, thematischen Schwerpunkten (etwa Politisches System, Kunstgeschichte, Religion oder Soziologie) nebst Exkursionen. Das Studium der Übersetzungswissenschaft macht einen mehrmonatigen Aufenthalt im betreffenden Land zur Pflicht.

Übersetzung von RealienBearbeiten

Diese machen nicht nur dem Übersetzer von Literatur, sondern nicht selten auch dem normalen Bürger zu schaffen; denn oft finden wir im anderen Land etwas, das es bei uns nicht gibt und für das wir in der eigenen Sprache daher keinen äquivalenten Ausdruck besitzen. Dies merken wir bereits im Fremdsprachenunterricht, wenn wir in der fremden Sprache beispielsweise über unser Schulsystem oder unser Verwaltungssystem erzählen sollen. Da sich beide Systeme woanders nicht selten von den unseren beachtlich unterscheiden, finden wir natürlich keine adäquaten Wörter. Diejenigen Wörter, die denotativ das Gleiche bedeuten, sind oft auf konnotativer Ebene anders besetzt.

  • So umfasst z. B. die tschechische základní škola acht bzw. heute bereits neun Schuljahre, während das deutsche – rein sprachliche – Äquivalent Grundschule lediglich die ersten vier (in einigen Bundesländern auch sechs) Schuljahre umfasst.
  • Wie soll man Einwohnermeldeamt ins Englische übersetzen, wo man doch in den englischsprachigen Ländern eine solche Behörde gar nicht kennt?
  • Das bekannte tschechische Backwerk rohlík ist zwar der reinen sprachlichen Bedeutung nach ein Hörnchen, unterschied sich aber vom Hörnchen, das man in deutschen Bäckereien kaufen konnte, darin, dass es nicht aus süßem Teig besteht. Heute gibt es in vielen Bäckereien Hörnchen, die nicht aus süßem Teig bestehen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Homolková, Božena: Reálie německy mluvících zemí. Geschichte und Gegenwart der deutschsprachigen Länder. Fraus, Plzeň ³2005. ISBN 80-7238-329-9
  • Paoletti, Michel/ Ross Steele: Civilisation Française Quotidienne. Hatier, Paris 1986. ISBN 2-218-07393-5
  • Pütz, Wolfgang: Zwischen Realienkunde und interkulturellem Lernen. Zur Aktualität des Landeskunde-Begriffs in der Fremdsprachendidaktik. französisch heute 29 (1998), S. 352–358.
  • Tellinger, Dušan: Kulturelle Aspekte der Fachübersetzungen (am Beispiel von Realien). In: Sborník příspěvků z konference Profilingua 2003. Dobrá Voda, Vydavatelství a nakladatelství Aleš Čeněk 2003, S. 309–314. ISBN 80-86473-59-7
  • Tellinger, Dušan: Kulturkompetenz des Übersetzers der literarischen und Fachübersetzung. In: Deutsch mit allen Sinnen. Zborník príspevkov zo VI. konferencie Spoločnosti učiteľov nemeckého jazyka a germanistov Slovenska. Košice, Technická univerzita 2003, S. 272–275. ISBN 80-88922-72-0
  • Tellinger, Dušan: Realien in der Übersetzerausbildung (aus der Sicht der Fachübersetzung). In: Lingua Germanica. 16.–18. September 2004. Plzeň, Vydavatelství a nakladatelství Aleš Čeněk 2005, S. 130–135.
  • Tellinger, Dušan: Schillers Drama „Demetrius“ und das Problem der Übersetzung von Realien. In: Deutschdidaktik und germanische Literaturwissenschaft in Ostmitteleuropa. Beiträge der internationalen germanistischen Konferenz „Kontaktsprache Deutsch IV“ in Nitra, 19.–20. Okt. 2001. Wien, Edition Praesens 2002, S. 167–172. ISBN 3-7069-0173-0