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LageBearbeiten

Der Ort Malicorne liegt in einer Höhe von etwa 390 Metern ü. d. M. in der fruchtbaren Landschaft der Combrailles im südlichen Bourbonnais. Die Stadt Montluçon befindet sich ca. 20 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich; der Ort Colombier mit seiner romanischen Pfarrkirche Saint-Patrocle liegt nur ca. fünf Kilometer südlich.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 483 485 528 524 822 814 846 829

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner von etwa 400 auf knapp 1000 an; in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fiel sie als Folge der Mechanisierung der Landwirtschaft bis auf die Tiefststände der 1950er und 1960er Jahre ab.

WirtschaftBearbeiten

Jahrhundertelang lebten die Einwohner von Malicorne als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte; hinzu kamen regionaler Kleinhandel und Handwerk. Während und nach der Reblauskrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Weinbau jahrzehntelang völlig zum Erliegen, doch mittlerweile werden wieder Rot-, Rosé und Weißweine produziert, die über die Appellation Val-de-Loire vermarktet werden.

GeschichteBearbeiten

Andere Orte in der Umgebung (z. B. Néris-les-Bains) waren schon den Römern bekannt. Für Malicorne liegen nur mittelalterliche Daten vor; man vermutet aber einen gallorömischen Ursprung, da der Ort an einer Römerstraße lag.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Malicorne (Allier)

  • Die ehemalige Prioratskirche und heutige Pfarrkirche Saint-Préjet ist ein langgestreckter dreischiffiger Bau des ausgehenden 12. Jahrhunderts ohne Querschiff, aber mit drei Apsiden, deren mittlere polygonal gebrochen ist. Auffällig, aber in der Region nicht ungewöhnlich ist das romanische Archivoltenportal mit einem Vielpassbogen, welches insgesamt leicht aus der Mauerflucht hervortritt. Über einem Kaffgesims befindet sich ein frühgotisches Doppelfenster mit einem bekrönenden Fünfpass. Beachtenswert ist der im 19. Jahrhundert nach altem Vorbild rekonstruierte Vierungsturm mit seinem allseitig durchfensterten Glockengeschoss. Das Innere der Kirche ist rippengewölbt und birgt die Holzfigur einer Pietà aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Die Kirche wurde in mehreren Etappen seit dem Jahr 1932 als Monument historique anerkannt.[1]
  • Eine unter dem Bodenniveau befindliche Quelleinfassung (Fontaine de la Bassié) wurde kürzlich restauriert.

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes de l’Allier. Flohic Editions, Band 1, Paris 1999, ISBN 2-84234-053-1, S. 161–163.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Église Saint-Préjet, Malicorne in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Malicorne (Allier) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien