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Lunden

Gemeinde in Schleswig-Holstein
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Lunden in Dithmarschen; zu anderen Bedeutungen siehe Lunden (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lunden
Lunden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lunden hervorgehoben
Koordinaten: 54° 20′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Kirchspielslandgemeinden Eider
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 4,65 km2
Einwohner: 1667 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 358 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25774
Vorwahl: 04882
Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 071
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchspielsschreiber-
Schmidt-Straße 1
25779 Hennstedt
Webpräsenz: www.gemeinden-lunden-lehe-krempel.de
Bürgermeister: Peter Ahrens (CDU)
Lage der Gemeinde Lunden im Kreis Dithmarschen
Karte

Lunden (plattdeutsch: Lunnen) ist eine Gemeinde im nördlichen Teil des Kreises Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Die nächsten größeren Ortschaften sind die Städte Heide (zirka 15 km) und Husum (zirka 20 km).

Luftbild (Mai 2012)
Denkmalsplatz

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend die Gemeinden Lehe, Sankt Annen, Krempel und Groven (alle im Kreis Dithmarschen).

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Lunden datiert bereits aus dem Jahre 1140 durch den Erzbischof von Bremen. Der Ortsname stammt wahrscheinlich aus dem dänischen „Lunn“ (inselartige Erhebung) oder „Lund“ (Wäldchen).

1450 bis 1453 sowie 1484 kommt die Pest nach Lunden.

Von 1516 bis 1532 bestand in Lunden ein Kloster des Franziskanerordens. Es gehörte zunächst zur dänischen Ordensprovinz Dacia und kam 1520 zur Sächsischen Franziskanerprovinz Saxonia, bis es infolge der Reformation aufgehoben wurde. Die Klostergebäude wurden 1539 abgerissen.

Am 27. Februar 1529 wurde Lunden durch die Dithmarscher Landesversammlung das Stadtrecht verliehen. Im Jahre 1559, nachdem die Bauernrepublik Dithmarschen in der Letzten Fehde ihr Ende fand, ging dieses Recht wieder verloren.

Von 1806 bis 1816 diente der bekannte lutherische Theologe Claus Harms als Pfarrer des Ortes.

Im Jahr 1885 hatte Lunden 1586 Einwohner.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Lunden aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch ihr Hauptort Lunden.[2]

 
Lunden um 1895

PolitikBearbeiten

Seit der Kommunalwahl 2013 hat die SPD sechs Sitze, die CDU vier Sitze und die Wählergemeinschaft WGL drei Sitze in der Gemeindevertretung.[3]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten. Vorn in Gold ein rotbewehrter, schwarzer halber Adler am Spalt, hinten in Silber ein mit dem Griff nach oben gestellter roter Rost.“[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die größte Sehenswürdigkeit des Ortes ist die St.-Laurentius-Kirche (erbaut im 12. Jahrhundert, erweitert im Jahr 1471) mit dem Geschlechterfriedhof, auf dem letztmals im Jahr 1945 eine Beerdigung durchgeführt wurde. Die Gräber können zum Teil besichtigt werden (der Sulemannen-Keller und der Nannen-Keller). Hier wurde auch einer der bedeutendsten Politiker der Bauernrepublik Dithmarschen beigesetzt, der Achtundvierziger Peter Swyn (1480?–1537). Neben dem Grabstein ist eine Stele erhalten, auf dem dessen Ermordung abgebildet ist.

Sagengestalt aus Lunden: Karl Müllenhoff (1818–84), seit 1846 Prof. für Germanistik in Kiel, ist Sammler von Sagen, Märchen und Liedern der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Lauenburg. In einer dieser Sagen findet man die Gestalt des Klaus Nanne aus Lunden. Dieser wird später Namensgeber der Klaus-Nanne-Straße in Hamburg.

 
St. Laurentiuskirche in Lunden. Im Vordergrund: Gräber des Geschlechterfriedhofs

Seit 1975 ist Lunden ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Die alte Volksschule wurde zuerst als Kindergarten, später dann zum Heimatmuseum ausgebaut; später wurde es zum „NaTour-Centrum“ erweitert.

Vom Ortskern sind es zwei Kilometer bis zur Eider (Badestelle Wollersum).

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Lunden

VerkehrBearbeiten

Lunden hat einen Haltepunkt an der Marschbahn.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Mit Lunden verbundenBearbeiten

  • Caspar Ulenberg (1549–1617), katholischer Theologe, Bibelübersetzer, Dichter und Komponist, war 1570/1571 Lehrer in Lunden
  • Friedrich Jansen (1883–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lunden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.amt-eider.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Endergebnis der Kommunalwahl 2013
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein