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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gerolstein
Gerolstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gerolstein hervorgehoben
Koordinaten: 50° 13′ N, 6° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Gerolstein
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 64,38 km2
Einwohner: 7676 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54568
Vorwahl: 06591
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 026
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kyllweg 1
54568 Gerolstein
Website: www.gerolstein.org
Stadtbürgermeister: Uwe Schneider (SPD)
Lage der Stadt Gerolstein im Landkreis Vulkaneifel
ScheidHallschlagOrmontKerschenbachReuthStadtkyllJünkerathSchüllerGönnersdorfEschFeusdorfLissendorfBirgelSteffelnWiesbaumBerndorfHillesheim (Eifel)OberbettingenBasbergKerpen (Eifel)ÜxheimNohnOberehe-StroheichWalsdorfDohm-LammersdorfDuppachKalenborn-ScheuernRockeskyllPelmBerlingenHohenfels-EssingenGerolsteinNerothBirresbornKopp (Vulkaneifel)MürlenbachDensbornSalmDreis-BrückBetteldorfDaunDockweilerHinterweilerKirchweilerKradenbachNerdlenSarmersbachGefellHörscheidDarscheidUtzerathSchönbachSteiningenSteinebergDemerathWinkel (Eifel)ImmerathStrotzbüschMückelnStrohnGillenfeldEllscheidSaxlerUdlerMehrenSchalkenmehrenÜdersdorfBrockscheidBleckhausenOberstadtfeldWallenbornNiederstadtfeldWeidenbachSchutzMeisburgDeudesfeldBorlerBongardBoxbergNeichenBeinhausenKatzwinkelHörschhausenBerenbachKötterichenHöchstbergKaperichLirstalOberelzArbachRetterathUersfeldMannebachBerebornKolverathSassenGunderathHorperathUeßMosbruchKelbergGelenbergBodenbachReimerathWelcherathBrücktalKirsbachDreesNitzLandkreis Mayen-KoblenzLandkreis Cochem-ZellLandkreis Bernkastel-WittlichEifelkreis Bitburg-PrümNordrhein-WestfalenLandkreis AhrweilerBelgienKarte
Über dieses Bild
Gerolstein, Luftaufnahme (2015)

Gerolstein an der Kyll ist eine Stadt in der Eifel im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, und bevölkerungsmäßig knapp hinter der Kreisstadt Daun die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises; flächenmäßig jedoch die größte. Im Ort befindet sich die Getränkefirma Gerolsteiner Brunnen. Gerolstein ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Inhaltsverzeichnis

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Gerolstein gliedert sich in zehn Ortsbezirke bzw. Stadtteile:[3]

Stadtteil zugehörende Wohnplätze
Bewingen Im Wiesental
Büscheich In der rauhen Wiese, Niedereich
Gees Forsthaus Gees, Standortschießanlage Gees
Gerolstein Buchenhof, Feriendorf Felsenhof, Fischzucht-Anstalt, Fuchsbau, Haus Waldfrieden, Immenhof, Im Schleifmühlchen, Meerfelder Hof, Nollenborn, Reginenhof, Sandborn, Schauerbach, Tannenhof, Waldhof, Wiesenhof
Hinterhausen  
Lissingen Denkelseifen, Eifel-Kaserne, Hof Schwammert
Michelbach Forsthaus Grindelborn
Müllenborn Haus Weitblick, Lenzenhof, Schäferhof, Schullandheim
Oos Sonnenhof
Roth Haus am Busch
 
Müllenborn, Luftaufnahme (2015)
 
Oos, Luftaufnahme (2015)

GeschichteBearbeiten

Kernstadt GerolsteinBearbeiten

Aus der Region unmittelbar um Gerolstein sind mit dem Buchenloch und der Magdalenahöhle Fundstellen der Altsteinzeit bekannt, die sowohl die Anwesenheit des Neanderthalers als auch der ersten modernen Menschen belegen. In der Bronzezeit wurde die Dietzenley von den Kelten als Fliehburg benutzt. Aus römischen Zeiten sind Tempel und Behausungen bekannt und in Resten erhalten.

 
Gerolstein auf einer Landkarte aus dem 16. Jahrhundert (Gitternetzlinen 20–50)

Eine Namensform von Gerolstein trat erstmals in Verbindung mit der Erbauung der Löwenburg im Jahre 1115 als Burg Gerhardstein in Erscheinung. Die Stadtrechte wurden Gerolstein 1336[4] verliehen. 1691 wurde die Stadt bei der Befreiung von französischer Besetzung durch jülichsche Truppen fast vollkommen zerstört. Nach dem Wiederaufbau vernichteten Brände 1708 und 1784 die Stadt wiederum fast vollständig. Im Frieden von Lunéville 1801 fiel das linksrheinische Gerolstein an Frankreich. Graf Sternberg-Manderscheid als Landesherr erhielt im Reichsdeputationshauptschluss 1803 für den Verlust von Blankenheim, Jünkrath, Gerolstein und Dollendorf als Entschädigung unter anderem die Güter der vormaligen Klöster Weissenau und Schussenried in Oberschwaben zugesprochen. Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Gerolstein 1815 zum Königreich Preußen.

 
Mineralwasserbrunnen im Park

An der bereits von den Kelten und Römern genutzten Mineralquelle wurde nachweislich seit 1724 Wasser abgefüllt und verkauft. Diese bildet bis heute die Basis für die Gerolsteiner Mineralwasserindustrie. Am Ende des Zweiten Weltkrieges (1944/45) wurde Gerolstein auf Grund seines Eisenbahnknotenpunktes durch Bombardierung zu 80 Prozent zerstört. Die Wiederverleihung der Stadtrechte erfolgte 1953.

Stadtteil BewingenBearbeiten

 
Bewingen, Luftbild (2016)

Bewingen ist der nördlichste Ortsteil der Stadt Gerolstein und liegt drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Hier umfließt die Kyll in einem großen Bogen die mächtigen, von West nach Ost ziehenden Dolomit- und Basaltmassive. Das Tal verengt sich und nur die Bahnlinie, eine Feldstraße und der Fluss haben im Talgrund Platz. Die Straße sucht sich ihren Weg nach Gerolstein über die Bewinger Höhe und verkürzt so den Weg zum nahen Mittelzentrum um einiges. Ursächlich hängt dies mit den beiden vulkanischen Erhebungen, dem Kasselburgmassiv mit Burlich und dem Hahn auf der westlichen Kyllseite, zwei aufgesetzten Vulkankegeln, und dem Rockeskyller Kopf, ebenfalls einem vulkanischen Vertreter auf der östlichen Kyllseite zusammen, die mit ihren vulkanischen Gesteinen und Ablagerungen aus Lava, Aschen und Schlacken der Quartärzeit das Flusstal einengen.

 
Ruine Kasselburg bei Pelm (in der Nähe von Gerolstein)

Die Endung -ingen weist auf eine frühe alamannische Besiedlung hin. Urkundlich wurde Bewingen erstmals im Jahre 1218 als Besitz des Klosters und der Kirche von Niederehe erwähnt. Dort hatten in den Jahren 1162 bis 1175 die Brüder Theoderich, Alexander und Albero von der Burg Kerpen den Prämonstratenserinnen eine Stiftung gemacht. Die nächste schriftliche Erwähnung erfuhr Bewingen im Jahre 1282. In dem Jahr erwarb Gerhard IV. von Blankenheim Ländereien, u. a. Steffeln, Niederbettingen und Bewingen. Im Mittelalter besaßen auch die Herren auf der Kasselburg und auf Burg Gerhardstein (Gerolstein) Grundbesitz und Zehntrechte im Ort.[5] In der Franzosenzeit, ab 1794, wurde Bewingen der Mairie Rockeskyll zugeordnet. Der Ort blieb auch in preußischer Zeit bei der Bürgermeisterei Rockeskyll. Seit 1969 ist die ehemals selbstständige Gemeinde Bewingen in die Stadt Gerolstein eingemeindet.

Eines der nachweislich ältesten Gebäude ist die kleine, dem heiligen Brixius geweihte Kapelle, die in den Jahren 1744/45 instand gesetzt wurde.[6] Ihr spätgotischer Chor weist auf eine Vorgängerkirche hin, die vermutlich um 1500 erbaut worden war.

Stadtteil Büscheich/NiedereichBearbeiten

Büscheich-Niedereich liegt circa fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1352. Niedereich wurde erstmals im Jahre 1398 erwähnt.

Im Jahr 1501 gehörte der Erbhof Eich (Niedereich) zur Grafschaft Gerolstein. Am 13. Mai 1661 wurde der Erbhof Eich in Nieder- und Obereich geteilt.

Als im 18. Jahrhundert die Franzosen die Eifel besetzten, verloren die Grafen alle Besitztümer. Nach der Vertreibung der Franzosen wurde die Eifel preußisch. Im Jahr 1815 wurde von der preußischen Regierung die Ortschaft Obereich in Büscheich umbenannt.

Stadtteil GeesBearbeiten

Gees, seit dem 1. Dezember 1973 Stadtteil von Gerolstein – vorher selbständige Gemeinde – liegt 2,5 km östlich des Stadtzentrum Gerolstein und hat ca. 300 Einwohner. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich in einer Prümer Urkunde aus dem Jahr 1136. 1353 wurde Gees zusammen mit Hundswinkel (einer Wüstung nordöstlich von Neroth), Hengstweiler (Wüstung östlich von Gees), Hof Hane (bei Neroth) und Pelm als Zehntenei an den Erzbischof von Trier verkauft. Über die Herkunft des eigentümlichen Namens Gees ist nichts bekannt. Stattdessen wurde die Ortschaft in historischen Urkunden gewöhnlich „Gense“ genannt; so in einer Urkunde von 1364, in welchem Roylff von Buydisheim (Büdesheim) seinen Zehnten zu „Gensen“ dem Herrn von Schönecken als Lehen auftrug. Das daher stammende Adelsgeschlecht schrieb sich Gense. Zu Ausgang des 18. Jahrhunderts in der Zeit der französischen Besetzung bestand Gees nur aus einzelnen Häusern und Höfen, die zur Gemeinde Pelm gehörten. Erst in der Preußenzeit ist Gees eine eigene Gemeinde geworden und der Ortsbann festgelegt worden.[7] Während des Zweiten Weltkrieges wurde Gees zudem Schauplatz einer Katastrophe. Gegen 7:30 Uhr des 4. Novembers 1944 ging ein Marschflugkörper – eine V1 – inmitten eines Wohnhauses und den dazu gehörigen Stallungen nieder. In einer Scheune nebenan hatten Truppen einen Munitionswagen eingestellt; die Granaten barsten zugleich mit der Sprengladung der V1. Die Detonation verursachte eine mächtige Erschütterungswelle, die erst weit jenseits der Gemeindegrenze abebbte. Die beiden gegenüberliegenden Häuser wurden ebenfalls vollständig zerstört, ein Nachbarhaus schwer beschädigt. Der Druck der Explosion schleuderte Menschen und Vieh meterweit durch die Luft und deckte fast überall im Ort Dächer ab. Es waren 13 Todesopfer zu beklagen. Nicht geringer ist die Zahl derer, die lebenslang ein schweres Gebrechen davontrugen.[8]

Die Geeser Kirche „St. Nikolaus“ – zur Pfarrei Gerolstein gehörend – ist der Mittelpunkt des Dorfes. Über den Bau der Kapelle von Gees liegen spärliche historische Quellen vor. Aus der Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier wird die Kirche im Jahr 1580 erwähnt und habe den heiligen Nikolaus als Patron. Die Kirche wurde mehrmals angebaut. Zu dem noch stehenden ehemaligen Ostturm wurde im Jahre 1904 ein Neubau angefügt.[9]

Unter Paläontologen und Geologen ist ferner das Geeser Trilobitenfeld weltbekannt. Es fanden systematische Grabungsarbeiten und neuartige Präparationsmethoden statt und führten zur Freilegung zahlreicher, außergewöhnlicher Exemplare, die weltweite Verbreitung in paläontologischen Museen und Sammlungen fanden. Der Andrang unzähliger Sammler und die ausufernde Zerstörung an Ausgangsgestein, Flora und Fauna führten zur einstweiligen Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet. Heute ist das Graben und Sammeln von Fossilien in den Trilobitenfeldern verboten.[10]

Am Ostrand, Ortsausgang Richtung Neroth, ca. 30 m unterhalb des Dorfsaales befindet sich der „Geeser Drees“ (In der Vulkaneifel werden Mineralbrunnen auch als "Dreese" bezeichnet.) Hier sprudelt in einer Sandsteineinfassung eine artesische Quelle – d. h. das Mineralwasser fließt aus eigener Kraft an der Erdoberfläche aus – mit einer sehr eigenen Mineralisierung. Der Geeser Drees gehört zu den eisenreichen Quellen, was leicht daran zu erkennen ist, dass die Wasserableitungen und der Quelltopf mit rostroten Eisenhydroxiden und -oxiden beschlagen sind. Die Quelle ist ganzjährig frei zugänglich und kann verkostet werden.[11]

Besondere Erwähnung verdient des Weiteren, dass sich in Gees der uralte heidnische Brauch des Winteraustreibens erhalten hat, genannt „Scheiwe Sonndesch“ oder Scheiben Sonntag. In Gees wird der Winter seit vielen Generationen mit einem brennenden Strohrad ausgetrieben. Damit soll der Frühling begrüßt und der raue Winter vertrieben werden. Die Jugendlichen des Dorfes umwickeln dazu ein Rad mit Stroh und lassen es bei Einbruch der Dunkelheit den Hang von der „Baarlay“ hinab rollen. Je ruhiger das Rad läuft, desto besser werde das Jahr, besagt der Brauch. Im Anschluss werden im Dorf gesammelte Eier und Speck verzehrt. Alternativ dazu gibt es auch „Heedeligkooche“ (Buchweizen Pfannkuchen) mit Sprudelwasser aus dem Geeser Drees gemacht. Der „Scheiwe Sonndesch“ findet jeweils am 1. Wochenende nach Fastnacht statt.[12]

Stadtteil HinterhausenBearbeiten

Ein schönes Eifeldorf liegt am Rande von Vulkanbergen, im Westen des Kreises Daun in der Verbandsgemeinde Gerolstein. Im Zuge der allgemeinen Gebietsreform wurde die selbstständige Gemeinde 1969 Stadtteil von Gerolstein. heute Hinterhausener Straße, Im Unterdorf, Zum Wald, Wolfskaul und Hillenseifen. Der Ort ist 5 km von der Stadt entfernt. Südwestlich von dort gesehen, am Gebirgskamm, vor dem Wald in der Ferne. Die Waldbäume schließen die Sicht nach Westen ab. Aus dem Grün der Obstbäume lugen die Häuser hervor. Durch die Höhenlage ist im Frühjahr nicht so viel Feuchtigkeit vorhanden und so bleibt die Obstbaumblüte oft von kalten Frühjahresfrösten verschont. Zwischen Dreisbach und Huntsbach, den Nebentälern der Kyll, findet man den Ort. Er ist von Wiesen und Feldern umgeben. Durch diese schlängeln sich die Gewässer von Lombach und Lehmbach bis zur Dreisbach hin. Von der Bundesstraße 410 Gerolstein-Prüm zweigt kurz hinter Lissingen die Kreisstraße 31 Richtung Kopp ab. Die Straße führt durch das Dorf. In 2 km Entfernung überquert sie, noch auf Hinterhausener Bann, die Kreisstraße Birresborn-Büdesheim (K 77). In der Nähe dieser Kreuzung grenzt das Flurstück „Litt“ an den Kreis Bitburg-Prüm.

Einst eine Ansiedlung aus 4, später aus 5 Wohnhäusern mit Ökonomiegebäuden und einer Gebetsstätte. Der Grundherr hatte in Lissingen seinen Besitz. Es bestand Anlass, dort im 11. Jahrhundert eine Burg zu bauen. Nach Osten war kein Ödland frei. Die Bevölkerung nahm zu und es fehlte Land. So blieb nur die Rodung nach Westen. Dadurch entstand die Gründung einer kleinen Ansiedlung des Ortes Hinterhausen. Die Endung Hausen stammt aus der fränkischen Zeit (11.–13. Jahrhundert). Nach Aussagen der Vorfahren waren es für die Burgbesitzer und die Talbewohner aus Lissingen - da hinten die Häuser - Hinterhausen? Es war der Hauptort einer der sechs Zennereien (Centnerei, vom centrum Hundert). Der Ort scheint aber erst nach dem 13. Jahrhundert an Prüm gekommen zu sein, weil er im - registro bonorum Prümimsium - von 1222 nicht erwähnt wird. Während der Französischen Verwaltung gehörte Hinterhausen zur Mairie Büdesheim im Kanton Prüm. 1775 erfolgte eine Bannbeschreibung für Lissingen und Hinterhausen.

Nach der Agrarreform 1810 war die große Wende für die bäuerlichen Betriebe. Mit der Realerbteilung kam die Besitzzersplitterung. Die Ländereien wurden in vielen Erbgängen an die Kinder oder Erben aufgeteilt. So finden wir besonders in der Dorfnähe viele Zwergparzellen. Manche Besitzverlagerung fand durch Heirat oder - wie auch immer - nach dem Bedarf der Erbteilnehmer statt. Für manche unternehmungsfähige, junge Menschen entstand durch die Realerbteilung eine neue Existenzgrundlage. Sie waren an einen arbeitsreichen Tagesablauf mit aufwendiger Feldarbeit, verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und an ein bäuerliches Leben gewöhnt. 1852 waren im Ort 9 Wohnhäuser und 70 Einwohner. 1945 befanden sich im Dorfe 14 Wohnhäuser, davon 13 haupterwerbslandwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt 335 Ha Land. Seit dem letzten Krieg hat sich eine große Wandlung eingestellt. Viele Landbesitzer bewirtschaften ihr Erbteil nicht mehr. Sie haben andere Berufe gewählt. Immer mehr bäuerliche Betriebe geben auf. Strukturwandel, so nennt man das. Andere sehen noch in ihrem Landbesitz eine stille Reserve und sie verpachten ihre Bodenflächen. Zur heutigen Zeit 2002 befinden sich noch 304 Ha Land auf Hinterhausener Bann.

Litt ist eine Flur die schon im Lehnsverzeichnis der Abtei Prüm 964 erwähnt ist. Das Land gehörte zum Hofe Büdesheim. Vermutlich kam es teilweise über die Zennerei an die Burg Lissingen. Im Register sind Zehntrechte erwähnt. Hieraus fallen dieseits 2/3 übrige 1/3 zum derzeitigen Pastor zu Büdesheim. Von diesem Platz besitzen leben und entrichten jährlich

  • Hanßen von Hinterhausen 9 alb und I Hahn
  • Hofmann daselbst 6 2 und 2 Hahn
  • Brauns 11 alb und 1 Hahn
  • Schulteßen 3 1/2 alb und 1 Hahn

Das hier keine festen Grenzen bestanden haben, belegt uns ein Urbar des Klosters Prüm, Jahre 893. 1936 wird Litt drainiert. Das Wasser wird in Drainagerohren Richtung Huntsbach abgeleitet. Ginster und Hecken werden gerodet. So entsteht weiteres Ackerland für Hinterhausen.

Hausnamen bis 1955

Die dörflichen Hausnamen entstanden teils aus der Herkunft einer Person, teils aus ihrem Beruf und sind nicht zuletzt auch aus einer persönlichen Eigenart des Genannten hergeleitet.      

Wewisch Weber 1903
Prejel auf der Brühl 1867
Krämisch Krämer 1870
Bakes 1781
Hansen Ardennenhaus 1856
Hommels 1913
Eisens Eis 1891
Virbrungens Brauns vorne ca. 1900
Honebrungens         Brauns hinten 1860
Scholzen Schulteßen 1858
Zeiyen ehemals Luzia Hermes Zey 1838
Landenberg von Landenberg 1876
Kirchen bei der Kirche 1828
Justen
Ausspruch vom Erbauer:

es geht meinem Just nicht nach      

1832

In den Jahren 1921–22 wurde in dem Kreis Daun eine Stromversorgung aufgebaut. Elektrizität kam in unser Dorf. Der Stromvorrat war knapp. Die ersten Jahre durften nur 15 Watt Glühbirnen benutzt werden. Jedem Haushalt wurden nur 10 Brennstellen zugebilligt.

Erst ab 1925 werden für die deutsche Landwirtschaft, die ja auch unser Dorf betrifft, Elektromotoren ausgewiesen, sie waren zum Dreschen und Holzschneiden eine enorme Arbeitserleichterung. Die industrielle Massenproduktion des Radioapparates (Volksempfänger) ermöglichte vor dem Krieg schon vielen Familien in den kleinsten Dörfern die wichtigsten Nachrichten sowie Unterhaltungssendungen zu hören.

Im Jahre 1944 kam es durch die stärker werdenden Luftangriffe auf Überlandleitungen und andere Stromversorgungseinrichtungen immer häufiger zu unplanmäßigen Stromunterbrechungen. Dann in der Kriegssituation für längere Zeit zum totalen Stromausfall - auch in unserem Gebiet. Die längst vergessen geglaubten Lichtquellen wie Kerzen, Petroleum, Öl und Karbidlampen kamen wieder zu Ehren. Bereits 1950 waren die Vorschriften über die Beschränkung des Stromverbrauches aufgehoben. Die Kaufkraft steigt und viele Elektrogeräte erobern den Markt. Sobald die finanziellen Mittel es erlaubten und die Voraussetzungen wie Steckdosen und Kraftstromleitungen vorhanden waren, machte sich die verdienende Bevölkerungsschicht die neue Errungenschaft zum Nutzen.

Durch die Höhenlage von 475 Meter konnte schon sehr früh 1954 das erste Fernsehen im Ort seinen Empfang ausstrahlen. Zur großen Freude aller Fussballbegeisterten fand damals eine Weltmeisterschaft statt.

Bis 1910 befanden sich noch in oder bei jedem Haus ein Brunnen oder (Petz) für die tägliche Wasserversorgung. Diese wurden durch den Bau einer Wasserleitung überflüssig. Sie wurden fast alle zugeschüttet und versiegelt. Drei Quellen wurden im Hinterhausener Wald erfasst und durch Rohre in einen Wasserbehälter geleitet. Von dort konnte das frische und klare Quellwasser durch Regulierung in die Wohnhäuser weitergeleitet werden. Der Überlauf von den Wasserquellen und vom Wasserbehälter wurde in einen vorhandenen Bach zusammengeleitet. Der Bachlauf wurde jedes Jahr im Frondienst von den Dorfbewohnern sauber gehalten. Im Ort lief das fließende Gewässer durch drei große Wassertröge. Diese wurden zur Viehtränke genutzt. Unterhalb des Dorfes wurde das Wasser, soweit es sich machen ließ, über kleine Kuppen und Hügel umgeleitet. So wurden auf einfache Weise die Wiesen bewässert. 1969 wurde eine neue Wasserleitung gebaut, die an den vorhandenen Hochbehälter der Eifelkaserne angeschlossen ist. Hier lagert ein sehr großer Wasservorrat.

Der Kanalanschluss erfolgte 1983 für den Ort und den Ferienpark.

Ab 1904 kam jeden Morgen ein Postzusteller in das Dorf. Wie in allen Kleingemeinden richtete man eine Posthilfsstelle ein, die in der Annahmebefugnis beschränkt war. Damit wurde der Ort auch an das Telefonnetz angeschlossen. Die Anrufe wurden in der Hilfsstelle entgegengenommen, ebenso von dort ausgeführt. Heute im Zeitalter der privaten Telefonanschlüsse und Handys ist so etwas nicht mehr vorstellbar. Hinterhausen war schulisch der Gemeinde Lissingen angeschlossen. Bei einer Inspektion in der Schule 1779 besuchten aus dem Ort Hinterhausen 4 Jungen und 1 Mädchen die einklassige Schule. Der Lehrer bezog von jedem Kind das lesen lernte 1 Batzen, das schreibt 3 alb.

Heute werden die Kinder für Kindergarten und Schule nach Gerolstein mit dem Bus abgeholt und zurückbefördert.

Im Flur Hillenseifen und der Hufdell - Ferienpark Hinterhausen. Im Jahre 1979 wurde der Waldferienpark Hinterhausen offiziell seiner Bestimmung übergeben. Dieser Ferienpark verfügt über rund 40 Bungalows, die mit allem Komfort ausgestattet sind.

Die winterfesten, zwischen Laub- und Fichtenbäume stehenden Einzelhäuser sind für 6 Personen geeignet.

Sie verfügen über ein großes Wohnzimmer mit offenem Kamin und Terrasse sowie 3 Schlafzimmer und 1 Badezimmer. In einem Kommunikationszentrum findet der Gast ein Restaurant für 70 Personen, eine kleine Bar, einen Aufenthaltsraum, ein Hallenbad mit Sauna. Solarium und Sonnenterrasse. Tennisplätze, Spielplätze mit Planschbecken für Kinder und weitere Einrichtungen ergänzen das Freizeitprogramm dieses Ferienparks. 1980 stehen dort 76 Ferienhäuser.

Viele kleine Tiere erfreuen die Herzen der Kinder. In den vergangenen Jahren haben schon viele Feriengäste aus dem In- und Ausland Ihren wohlverdienten Urlaub, oft zum wiederholten Mal, in der reizvollen und ruhigen Naturlandschaft verbracht.

Am 12. Januar 1953 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 15 junge Männer erklärten ihren Eintritt. 1959 beschloss die Gemeindevertretung einen gemeinsamen Bau für Gefrieranlage und Feuerwehrgerätehaus zu erstellen.

Römisches

In der Gemarkungsgrenze Lissingen. nordöstlich von Hinterhausen, liegen Mauerreste einer großen römischen Villa. Ländliche Bauweise: Gelegentlich einer Untersuchung durch das Trierer Provinz Museum wurden Teile der Badeanlage gefunden. Trierer Jahrbuch VII, V III. Die in der Küche der Oberburg eingemauerten römischen Ziegel sind im Hof der Oberburg im Jahre 1913 gefunden worden. Im Haus Nr. 20 in Lissingen ist außen ein 1,50 m hoher Pinienzapfen eingemauert und unter Putz verdeckt, der von der Bekrönung eines römischen Grabmals stammt. Wie Sarresdorf ist Lissingen aus einer römischen Siedlung entstanden: beide liegen auf dem rechten Ufer der Kyll. Auch hier tritt die Abtei Prüm den Besitz an. Zuerst gehörte das Gut zum Prümer Hof Büdesheim und wurde dann eine selbstständige Prümer Zennerei. Das Ganze ist von Sträuchern und Bäumen verdeckt.

1567 wird in der Gemeinde Hinterhausen Erz gefördert. Auch noch nach 1840 – 1870 nach dem Untergang der Eifler Eisenindustrie. In der Gemarkung auf dem Lahr sind heute noch Mulden in der Wiesenlandschaft, die vom Abbau der Eisenerzsteine stammen. Ebenso finden wir eine Steinbruchgrube in der Gemarkung Pärdsheck. Die obersten Schichten wurden, laut mündlicher Aussage, zur Gewinnung von Eisenerz gebraucht, die tiefer liegenden Steine für Bausteine benutzt.

Wolfskaul ist eine Straße bezeichnet. Vor paar hundert Jahren, sollen nach Erzählungen vergangener Generationen, die Wölfe abends zum Fenster hereingeschaut haben. Zum Schutz für Mensch und Haustiere wurden in lockerer Gruppierung die (Hofflächen) Hofgebäude in einer Ringstraße gebaut.

Quellen

Heimatjahrbuch Lissingen S. 59 Jahrbuch 1980 S. 15 Die Kunstdenkmäler des Kreis Daun S. 153–156

Heimatjahrbuch 1981 S. 169 Feuerwehren des Kreises Daun s. 97

Hinterhausen hat im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ erfolgreich teilgenommen und sehr schöne Ergebnisse erzielt:

1966    1. Kreissieger Sonderklasse

1990    1. Kreissieger Hauptklasse

3. Bezirkssieger Hauptklasse

1994    3. Kreissieger Sonderklasse

1995    1. Kreissieger SonderklasseBearbeiten

    3. Bezirkssieger Sonderklasse

Stadtteil LissingenBearbeiten

Lissingen wird 1103 erstmals erwähnt. Markantes Wahrzeichen ist die Burg Lissingen: sie ist eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert und wurde im Jahre 1559  in Unter- und Oberburg aufgeteilt. Sie war ein Lehen der Abtei Prüm. Ähnlich wie Burg Eltz und Schloss Bürresheim wurde die Burg Lissingen nie zerstört. Sie ist neben der Bertradaburg und den Manderscheider Burgen aus mehreren Epochen aufgebaut.

Die Parkanlage in der Oberburg wurde nach alten Postkarten und Stichen wieder in ihren ehemals originalen Zustand rückgebaut. Im Burggarten steht eine Eibe, welche ca. 600 –700 Jahre alt ist.  

Am ehemaligen Alter Lissinger Weg ist dieser Stadtteil schon seit langem mit der Stadt Gerolstein zusammengewachsen. Gemarkungsgrenze an dieser Straße ist der Rasbach, der im Gerolsteiner Wald entspringt.

Die Endung -ingen lässt auf fränkische Gründung schließen, doch Funde aus der Römerzeit beweisen, dass die Umgebung des Ortes schon früher besiedelt war.

Stadtteil MichelbachBearbeiten

Michelbach wird  urkundlich erstmals 1352 erwähnt, als Arnold I. von Gerolstein seine dortigen Güter Balduin von Trier gegen Geld überträgt und sie als Lehen zurückerhält.

Die kleine, am Nordhang der Talwand liegende Kapelle des hl. Stefanus stammt nach der Zahl am Portal des Westturms aus dem Jahre 1781; vermutlich bezeichnet dieses Datum jedoch dem Neu- oder Umbau einer älteren Kapelle, denn eine alte Glocke weist die Jahreszahl 1517 auf. Eine zweite, die im Jahre 1917 an die Kriegsmetallsammelstelle abgeliefert werden musste, trug laut Mitteilung des verstorbenen Lehrers Schifferings die Jahreszahl 1792. Diese Glocke wurde im Jahre 2009 aufgrund einer Spende der Jagdpächterfamilie Hünemeyer anlässlich des 70-jährigen Jagdpachtjubiläums durch die Hubertus-Glocke ersetzt.

Michelbach hat sich mit dem familiengeführten Hotel und vielen modernen Ferienwohnungen zu einem gern- und vielbesuchten Erholungsort entwickelt.

Michelbach war 1985 Bezirkssieger der Sonderklasse im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".

Stadtteil MüllenbornBearbeiten

Eine Besonderheit sind die Karstquellen, die in und um Müllenborn im Tal des wildromantischen Oosbachs sprudeln. Der dem mitteldevonischen Schönecker Dolomit entspringende "Großer Müllenborn" ist mit 2 – 3.000 m³ Schüttung pro Tag ein Hauptlieferant für die Wasserversorgung im Gerolsteiner Land. 1980 wurde mit dem Ausbau eines Verbundsystems der Verbandsgemeinde Gerolstein für die Wasserversorgung begonnen. Über dieses Verbundsystem wurden fast alle Gemeinden des Gerolsteiner Landes mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt. Die maximal geförderte Wassermenge aus Müllenborns Tiefbrunnen beträgt dabei jährlich bis zu 900.000 m³ In Richtung Oos, entspringt auf der rechten Talseite die Utzig-Karstquelle; zwischen dem natürlichen Quellaustritten links und rechts der Oos besteht ein Höhenunterschied von 3,8 Metern. Der Haupt-Quellaustritt befindet sich oben rechts, jedoch kann man auch im tiefergelegenen Teich auf der anderen Straßenseite selbst sprudelnde Austritte anhand von aufsteigenden Blasen erkennen.

Die starken Quellen wurden schon im Frühmittelalter zum Antrieb von Mühlen genutzt, wodurch der Ort seinen Namen erhielt. Müllenborn hatte einstmals fünf Mühlen, die aber nicht vorrangig Mehlmühlen waren, sondern für die Holz und Eisenverarbeitung genutzt wurden.

Erzabt Caesarius von Prüm erwähnt in seinen 1222 verfassten Kommentar des Prümer Urbars von 893 Mulenburne als alten Mühlenbesitz der Abtei Prüm. Durch einen Gütertausch kommt der Ort 1291 an die Herren von Blankenheim. Ende des 15. Jahrhunderts gehört der Ort als Bestandteil des Hofes Roth zur Grafschaft Gerolstein.

Auf diese Zeit dürften auch die Anfänge der Müllenborner Eisenindustrie zurückzuführen sein. Von der Blüte der Eisenindustrie, besonders in napoleonischer Zeit, künden heute noch stolze Bürgerhäuser, die sich die Reitmeister, wie man Hüttenbesitzer nannte, errichteten. Die Lage der damaligen Hütte ist heute nicht mehr zu erkennen, eine Hinweistafel gibt darüber Auskunft. Das Wassersammelbecken (die „Klous“) zum Antrieb des Hammerwerkes, durch ein Mühlrad betrieben, das neben der Antoniuskapelle zu sehen ist und die Bezeichnung des unteren Ortsteil Müllenborns als „Auf der Hütte“, sind die letzten Zeugen der Eisengewinnung.

In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts starben mit den Eisenwerken auch der Eisenbergbau, das Lohschälen und Meilern aus. Ebenso ging über eine Molkerei, eine Stickerei und andere kleine Industrien, die die Wasserkraft ausnutzten, sowie die Steinbrüche im Rother Kopf, die Zeit hinweg.

Die Katholische Filialkirche Sankt Antonius von Padua geht auf das Jahr 1682 zurück. Sie ist ein einfacher Bau mit hochangebrachten kleinen Fenstern. Sie war wahrscheinlich die erste Kapelle in Müllenborn und stellt eine Besonderheit in der Bauart und ihrer Geschichte dar, da sie einen Gewölbekeller und einen Speicherboden besitzt. Vor über dreihundert Jahren hat wohl der damalige Besitzer Johann Carl Coels aus Dankbarkeit oder Zufriedenheit die kleine Kapelle als privates Bethaus „auf der Hütte“ erbauen lassen. Der Holzaltar aus dem 17. Jahrhundert ist charakterisiert durch spätes Knorpelwerk. In der Mittelnische des Holzaltars aus dem 17. Jahrhundert steht die große Holzfigur des heiligen Antonius von Padua mit dem segnend auf einer Bibel stehenden Jesusknaben, zur Seite die Holzfiguren der heiligen Joseph und Johannes der Täufer. In vielen Beschreibungen des Altars heißt es, auf der rechten Altarseite stehe die Figur des hl. Johannes des Evangelisten. Bei der Statue handelt es sich aufgrund deutlicher Symbole aber um die Darstellung des hl Johannes des Täufers. Seit 2004 erst ziert die gestiftete Statue des hl. Antonius den Altaraufbau, der in Müllenborn sehr verehrt wurde.

Eine kleine Glocke wurde für das Jahr 1830 nachgewiesen, die um 1882 erneuert wurde, was zur Folge hatte, dass die sicher um die 200 Jahre alte Vorgängerin eingeschmolzen wurde.

Erst ab dem Jahr 1803 gehörte Roth als Pfarrort und Müllenborn als Pfarrfiliale zum Bistum Trier. Wann die Kapelle der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde ist nicht mehr festzustellen, man kann aber davon ausgehen, dass sie bereits früh für die Müllenborner geöffnet wurde. Bis 1930 diente sie dem Hüttenherrn Schruff, dem Alleineigentümer, als Privatkapelle ohne einen nachweisbaren Vertrag als Filialkirche. Die Familie Schruff schenkte 1930 die Kapelle der Gemeinde Müllenborn, womit ab dem 16. Januar 1931 der Ort selber für die Unterhaltung aufkommen musste. Damals war der Andrang der Kirchenbesucher noch deutlich größer als heute, wodurch die Kapelle zu klein und eine Empore (der Ducksaal) eingebaut wurde. Als während des Zweiten Weltkrieges das große „Glockensterben“ begann, da das Metall für die Kriegsindustrie benötigt wurde, wurde die Glocke eingeschmolzen und erst 1950 durch Pastor Lenz eine neue angeschafft. Da diese größer und schwerer war, musste die Dachkonstruktion mit einem wuchtigen Dachreiter verstärkt werden. 1969 wurde renoviert und beim Entfernen des alten Anstriches kamen rankenförmige Bemalungen an zwei Deckenbalken zum Vorschein, die liebevoll restauriert wurden. Im Jahr 2005 wurde die Kapelle saniert.

Pflege, Gestaltung und Restaurierung haben seit der Schenkung dem Ort Müllenborn einige Kosten beschert. Auch wurde 1944 in Müllenborn eine zweite Kapelle, die Marienkapelle erbaut, weshalb im Jahr 2004 der Kapellenverein gegründet wurde, der sich um alle Belange beider Kapellen kümmert.

Am Ortsausgang in Richtung Roth liegt am Fricksbach die kleine Marienkapelle. Während des Zweiten Weltkrieges gelobten aus Angst, Not und Verzweiflung heraus einige Müllenborner Bürger, dass sie als Dankeszeichen eine Kapelle errichten würden, wenn der Ort und die Menschen von den Kriegsfolgen verschont blieben. Von gesprengten Brücken und Gebäudeschäden abgesehen, blieb das Dorf weitgehend verschont. Es sollte allerdings noch bis 1957 dauern, bis das Gelübde eingelöst und mit der Planung begonnen werden konnte. Am 8. September wurde die fertiggestellte Marienkapelle mit einer gestifteten Muttergottesstatue eingesegnet.

Am westlichen Ortsausgang sind großen Blöcke aus Bundsandsteinkonglomerat vorhanden, die von einem gewaltigen Felssturz vor geologisch nicht allzu langer Zeit herrühren. Man findet neben dem sogenannten Naturbeton auch andere durch Vulkanismus entstandenen Gesteinsarten. Eine Informationstafel, die sich auf der rechten Seite nahe dem Ortsausgang in Richtung Oos am Waldrand befindet, gibt Auskunft über Gesteine und den großen Felsen, vor dem sie steht.

Viele Rundwander- und radwege sind vorhanden; so führt einer zu einem Keltengrab auf Lenzerath und ein anderer zum Peter-Scholz-Kreuz auf der sog. Ooser Nase. Auch der Zugang zum Eifelsteig ist vom Ort aus möglich und ausgeschildert. Schöne Spazierwege leiten durch Wald und Wiesen sowie zum Ortskern mit seinem großen Weiher. Liebevoll werden sie vom Eifelverein instand gehalten und gepflegt. Für Kurzrastende stehen eine Gaststätte und ein Hotel, sowie ein Campingplatz und eine Saunalandschaft zur Verfügung.

Wer offenen Auges und mit Interesse für die Landschaft durch den Ort geht, wird Müllenborn als einen quasi in den Wald hineingewachsenen Ort wahrnehmen, sowie die Freude der Bewohner daran, die sie umgebende Natur in ihren Gärten zu kultivieren und dem rauen Klima der Eifel Farbe und Blütenpracht abzugewinnen.

Wer sich zum Rother Kopf aufmacht und über die Wirtschaftswege oberhalb des Landhauses spaziert, wird dort die Eishöhlen finden, die oft Rückzugsort für Fledermäuse sind und einen wunderschönen Blick über das Müllenborner Tal und den langgestreckten Ort genießen können. Die in Müllenborn lebenden Menschen strahlen aus, was auch den Ort auszeichnet: Ruhe, Einheit mit dem Land und einen rauen Charme. Ihre fröhliche Feierlaune macht Feste zu kleinen Events, zu denen auch Besucher immer herzlich eingeladen sind.

Karneval mit einem großen Umzug, an dem sich drei weitere Orte beteiligen, ist im ausklingenden Winter heute, wie damals, eine willkommene Ablenkung davon, dass die Sonne das Tal von Müllenborn einige Monate nicht verwöhnt. Aber auch die Feiern in den wenigen warmen Sommertagen werden von neun Ortsvereinen und vielen Müllenborner Bewohnern jedes Jahr ausgerichtet und gestaltet.

Quellen

  • Wikipedia     
  • gerolsteiner-land.de  
  • Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier - Roscheider Hof-     
  • „Sankt Antoniuskapelle und Marienkapellchen in Müllenborn, Entstehung und Geschichte“, Peter Klaeren     
  • „Eine Reise durch die Vergangenheit“, Hrsg. Ortsgemeinde Müllenborn, Peter H. Klaeren     
  • Wasserwerke Gerolstein, 2009, www.werke-gerolstein.de

Stadtteil OosBearbeiten

Der Name Oos leitet sich vermutlich von dem römischen Wort Ausava her. Ausava war eine befestigte Raststation an der großen Römerstraße Trier-Köln, ein kleines Kastell mit mehreren Wohnhäusern sowie einer Pferdewechselstation. Die Pferdetränke soll an der Quelle "Eschenborn" gewesen sein, die heute noch als Viehtränke genutzt wird.

Unauffällig steht auf Bergeshöhe, nicht weit von der Siedlung "Denkelseifen" entfernt, aber zur Gemeinde Oos gehörend, das sogenannte "Rehkreuz".

Der Kirchturm der Rochus-Kapelle ist das älteste Bauwerk im Kreis Daun / Vulkaneifelkreis und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Dieser Turm ist auf den Fundamenten eines ehemaligen Wachturms erbaut, während der kleine zweischiffige Bau 1906/07 neu entstand. 1972 wurde Oos in die Stadt Gerolstein eingemeindet.

Stadtteil RothBearbeiten

Vier Kilometer südwestlich vom Zentrum Gerolsteins aus entfernt liegt das Dorf Roth als Stadtteil mit 161 Einwohnern. Vermutlich ist der Name des Dorfes auf seine Entstehung durch Rodung zurückzuführen. Der Ort "Roide" wird im Jahr 1136 in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Alberto von Basel, als Besitzer der Abtei Prüm aufgeführt. Ende des 15. Jahrhunderts ging dann der Hof Roth in den Besitz der Grafschaft Gerolstein über. Hierunter erlangte er als Sitz des Schultheiß und der unteren Gerichtsbarkeit für die umliegenden Dörfer besondere Bedeutung.

Aus dieser Zeit stammt das vermutlich älteste Haus des Ortes, der sogenannte "Scholzenhof", der bis heute erhalten geblieben ist. Das Foto stammt aus dem Jahr 1912.

Ihm gegenüber liegt das ortsbildprägende Gebäude der katholischen Kirche. Diese hat ihre Ursprünge in der Antoniuskapelle, die erstmals im Jahr 1505 erwähnt wird. Noch heute ist Antonius der Einsiedler Schutzpatron der Gemeinde. Seit dem Jahr 1701 ist Roth selbständige Pfarrei. Die Kirche in ihrer heutigen Form wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet mit einer Erweiterung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Damals wie heute schätzt man den fruchtbaren Boden unserer Region, so dass diese schon früh von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt war. Neben den üblichen Feldfrüchten sollten in der Franzosenzeit als Besonderheit Zuckerrüben angebaut werden. Zum Bedauern der damaligen Behörden scheiterte jedoch ihr Vorhaben, da die Bauernschaft dieser Idee kein Vertrauen schenkte.

Unterbrochen wird alles durch eine Vielzahl an Weiden und Wiesen, deren Nutzung hauptsächlich den bei uns ansässigen zwei Milchviehbetrieben dient. Überregional bekannt wurde Roth aber nicht nur wegen seiner Landwirtschaft. Vielmehr gab uns Mutter Natur neben einer herrlichen Landschaft mit fruchtbaren Böden und Wäldern auch noch ein Geschenk: das Vulkangestein.

Vor mehreren zehntausend Jahren wurden hier bei Vulkanausbrüchen lockere Basalt-Tuffe auf eine bereits vorhandene Bundsandsteinüberdeckungen des Grundgebirges aufgeschichtet.

In der "Eifelia Inlustrata" von 1854 wird weiter hierzu festgehalten: "Auf dem "Rother Kopf" findet sich eine schlackige konglomeratartige Lava mit Glimmer und Augit. Man benutzte solche früher zu Mühlsteinen. Die sogenannte Rother Eishöhle auf der nordwestlichen Seite des "Rother Kopfes" in einer wilden Waldgegend, von Lavawänden gebildet, unter dem Schatten hochstämmiger Buchen, ist wahrscheinlich durch das Brechen von Mühlsteinen entstanden und ist nichts anderes, als eine verlassene Mühlsteingrube. Sie ist etwa 20 Schritte lang, der Boden und die Wände, aus fester Lava bestehend, sind mit Eis bedeckt."

Zwar ist bis heute nichts von der romantischen Szenerie verloren gegangen, doch führen heute gut ausgewiesene Wanderwege, wie auch der "Eifelsteig" zu den Höhlen.

Eine Eisbildung findet in unseren Tagen leider nicht mehr statt aber bis heute erfrischt eine Besichtigung der Höhle den Wanderer zur Sommerzeit. Doch nicht nur zu Mühlsteinen wurde das Gestein verarbeitet, auch als Baumaterial fand es vielfach in der Region Verwendung. Ein Beispiel aus nächster Umgebung: Das ehemalige Pfarrhaus in Roth.

Es wurde im Jahr 1865 erbaut und besteht aus Quadern heimischer vulkanischer Schlacke.

So lassen sich in dem netten Dorf Roth sicher keine architektonischen oder kulturellen Höhepunkte übergeordneter Bedeutung finden, doch eine Vielzahl kleiner Schmuckstücke umrahmt von herrlicher Natur versprechen interessante Unternehmungen in und rund um Roth.

EingemeindungenBearbeiten

Am 7. Juni 1969 wurden die Gemeinden Bewingen, Hinterhausen und Lissingen nach Gerolstein eingemeindet, die Eingemeindung von Büscheich, Gees, Michelbach, Müllenborn, Oos und Roth erfolgte am 1. Dezember 1973.[13]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gerolstein bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

 
Einwohnerentwicklung von Gerolstein von 1815 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1815 1876
1835 2394
1871 2832
1905 3616
1939 5216
1950 5557
1961 5916
1970 7075
1987 6460
Jahr Einwohner
2005 7587
2007 7563
2008 7497
2011 7594
2012 7529
2015 7613
2017 7616
2018 7616

PolitikBearbeiten

Gerolstein ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Gerolstein.

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat in Gerolstein besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem vorsitzenden Stadtbürgermeister.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[14]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG BUV Gesamt
2014 6 10 3 1 3 1 24 Sitze
2009 6 11 2 1 4 24 Sitze
2004 5 13 1 2 3 24 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Landkreis Vulkaneifel e. V.
  • BUV = BürgerUnion Vulkaneifel e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Stadtbürgermeister wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Am 8. Juni 2014 wurde Friedhelm Bongartz (CDU) in einer Stichwahl mit 58,7 % der Stimmen zum neuen Stadtbürgermeister gewählt.[15] Er löste Bernd May in diesem Amt ab.

2019 wurde Friedhelm Bongartz durch Uwe Schneider (SPD) abgelöst, welcher die Stichwahl im Juni für sich entscheiden konnte.[16][17][18]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold ein rot-bewehrter und -bezungter schwarzer Löwe, belegt mit einem fünflätzigen roten Turnierkragen.“
Wappenbegründung: Der schwarze Löwe ist der Jülicher Löwe, Wappentier des gleichnamigen Herzogtums, zu dem Gerolstein einst gehörte. Das Wappen geht zurück auf die Grafen von Gerolstein-Blankenheim und lässt sich erstmals 1567 im Siegel der Schöffen von Gerolstein nachweisen. Die Stadt Gerolstein führt das Wappen seit etwa 1890.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Mit Digoin in Frankreich (seit 1987) und Gilze-Rijen in den Niederlanden bestehen Städtepartnerschaften.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Gerolstein mit Munterley, Auberg und Rother Hecke

Neben den nachstehenden Sehenswürdigkeiten befinden sich in und um Gerolstein das Trockenmaar Papenkaule, das schon von Steinzeit-Menschen bewohnte Buchenloch (eine 36 Meter lange Karsthöhle), die Mühlsteinhöhlen/Eishöhlen bei Roth, ein Naturkundemuseum und ein Kreisheimatmuseum. Ein Spaziergang führt zu den aus der Gerolsteiner Kalkmulde 100 Meter über der Kyll aufragenden Gerolsteiner Dolomiten, einem devonischen Kalkriff, das von den ausgestorbenen Rugosen, Tabulaten und Stromatoporen gebildet wurde, mit der Hustley, der Munterley und dem Auberg. Sie dominieren 100 Meter über dem Talniveau das Ortsbild von Gerolstein. Beim südöstlichen Ortsteil Gees liegen in Richtung von Salm die Trilobitenfelder von Gees einem bekannten, heute unter Naturschutz stehenden Fundgebiet von außergewöhnlich gut erhaltenen devonischen Trilobiten.

LöwenburgBearbeiten

Die Löwenburg wird erstmals 1115 urkundlich erwähnt, siehe Burg Gerolstein.

Burg LissingenBearbeiten

 
Burg Lissingen (Niederburg)

Am Rande des Stadtteils Lissingen liegt die ehemalige Wasserburg Lissingen unweit der Kyll. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem Jahr 1280, obwohl die Burg schon 1212 urkundlich erwähnt wurde. Sie wurde, anders als die meisten Eifler Burgen, nicht zerstört. 1559 wurde sie in eine Nieder- und eine Oberburg geteilt. Die Unterburg wird als Veranstaltungs- und Kultureinrichtung genutzt.

ErlöserkircheBearbeiten

 
Gerolstein: Erlöserkirche mit Munterley

Die evangelische Erlöserkirche wurde zwischen 1907 und 1913 von Franz Schwechten erbaut und am 15. Oktober 1913 eingeweiht. Die Innenausstattung erscheint mit großflächigen Goldmosaiken, Rundbögen und einer dominierenden Kuppel für eine Kirche in der Diaspora geradezu verschwenderisch.

Villa SarabodisBearbeiten

Als Villa Sarabodis werden die Reste eines römischen Herrensitzes (Villa rustica) bezeichnet. Sie wurden 1907 bei Vorarbeiten zum Bau der Erlöserkirche gefunden. Die Überreste werden auf das 1. Jahrhundert nach Christus datiert. Der Kirchenbauverein Berlin, der auch die Erlöserkirche errichtete, legte die Funde frei: Fundamente und ein Hypokaustum (eine antike Fußbodenheizung) sind heute in einem Schutzbau zu besichtigen.

JuddekirchhofBearbeiten

Der Juddekirchhof, wie er im Volksmund genannt wird, ist eine keltisch-römische Kultstätte. Sie liegt oberhalb von Gerolstein auf der Hustley, einem Teil der Gerolsteiner Dolomiten.

Der Römer Marcus Victorius Pellentius ließ diesen Tempelbezirk im Jahre 124 nach Christus errichten. Die Mauerreste der Kultstätte haben eine Größe von ca. 63 mal 46 Metern. Innerhalb dieser Ringmauer sind die Fundamente mehrerer Gebäude erhalten, zu denen auch zwei Tempel gehören, von denen der eine Herkules, der andere der keltischen Göttin Caiva geweiht war. 1927/28 wurden Überreste des Tempelbezirks ausgegraben.

Ehemaliges Bahnbetriebswerk GerolsteinBearbeiten

Vom ehemals bedeutenden Bahnbetriebswerk Gerolstein[19] sind u. a. Ringlokschuppen und Drehscheibe betriebsfertig erhalten.

 
Bahnbetriebswerk Gerolstein, Luftaufnahme (2016)

Siehe auchBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

SchulwesenBearbeiten

Eine der Schulen in Gerolstein ist das St. Matthias-Gymnasium (SMG). Es wurde am 26. April 1911 unter der Leitung von Studienrat Lipowicz als Privatschule in der Hauptstraße 89 eröffnet. Sie hatte den Namen Höhere Knabenschule Gerolstein. Nach chaotischen Zuständen während des Ersten Weltkrieges kommt die Schule in kommunale Trägerschaft, ist jedoch der Höheren Schule Prüm unterstellt. 1920 wird Hubert Rahm für die folgenden 34 Jahre Schulleiter. Während der Inflation wird das Schulgeld so hoch, dass sich viele Familien den Schulbesuch nicht mehr leisten können und die Schule geschlossen wird. 1924 folgt bereits die Wiedereröffnung und 1927 besucht das erste Mädchen die Höhere Knabenschule Gerolstein. Da die männlichen Lehrer und älteren Schüler im Zweiten Weltkrieg als Soldaten rekrutiert wurden, findet 1944 eine erneute Schließung der Schule statt. Bevor das Gebäude von einem Bombenangriff zerstört wurde, diente es als Lazarett und Soldatenunterkunft. 1946 wird die Schule schließlich erneut eröffnet und zum ersten Mal kann in Gerolstein auch die mittlere Reife erworben werden. Es folgt die Umbenennung zum Progymnasium Gerolstein. Das erste Gebäude am heutigen Standort wurde 1953 eingeweiht und fünf Jahre später geht der erste Abiturjahrgang ab. In den darauffolgenden 10 Jahren verdoppeln sich die Schülerzahlen, so dass immer mehr angebaut wird. Im Jahre 1974 besuchen 1200 Schüler das Gerolsteiner Gymnasium. 1975 findet der Wechsel unter die Trägerschaft des Landkreises Daun und die Umbenennung zum St. Matthias-Gymnasium Gerolstein statt, diesen Namen trägt die Schule bis heute. Hermann-Josef Molitor ging 1992 nach 25 Jahren als Schulleiter in den Ruhestand zu gehen. Sein Nachfolger wurde Heribert Steinmetz, der diese Stelle bis Sommer 2014 innehielt. Nachfolgerin dessen wurde Jutta Schmitz. Zwischen 1996 und 2006 wird eine umfassende Sanierung durchgeführt. Im Jahre 2011 feiert das SMG sein 100-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt, einer Projektwoche und einer Jubiläumschronik.

Die Entwicklung der Schülerzahlen:[20]

Jahr Gesamt Jungen Mädchen
1911 20 20
1921 39 39
1928 69 63 6
1944 184 121 63
1951 259 203 56
1961 397 270 127
1971 844 478 366
1980 1.184 545 639
1992 570 265 305
2001 738 314 424
2011 1.011 463 548

Das St. Matthias-Gymnasium Gerolstein unterhält mehrere Schulpartnerschaften:

  • Schulpartnerschaft mit dem Lycée/Collège von Digoin seit 1985 (daraus resultierte die Städtepartnerschaft Gerostein-Digoin)
  • seit 1987 finden Austauschbegegungen mit Ramat Gan (Israel) statt
  • Schulpartnerschaft mit der Groupe Scolaire de Kansi in Ruanda seit 2007

WirtschaftBearbeiten

Der bundesweitbekannter Mineralwasserproduzent Gerolsteiner Brunnen hat in Gerolstein seinen Sitz.

MobilfunkversorgungBearbeiten

Die Kernstadt bietet eine gute Mobifunkversorgung bei den Netzen Telekom, Vodafone und O2

in den Stadtteilen variiert der Empfang und ist somit nicht flächendeckend abgedeckt.

Der Stadtteil Müllenborn ist eine der wenigen Regionen in Deutschland, die aus wirtschaftlichen Gründen von keinem Mobilfunkanbieter versorgt wird.[21]

Öffentlicher WLAN-ZugangBearbeiten

Seit Sommer 2016 bietet die Stadt Gerolstein 30 kostenlose WLAN-Standorte.

Folgende Standorte werden aktuell mit WLAN versorgt: (Stand 05/2019)

Kernstadt:

  • Rathaus
  • Bahnhof/DB Reisezentrum
  • Touristinformation (im Bahnhofsgebäude)
  • Verbandsgemeindewerke (im Bahnhofsgebäude)
  • Bäckerei Roden - Filiale Bahnhof (im Bahnhofsgebäude)
  • Hallen- und Freibad
  • Rondell/Stadthalle
  • Bauhof - Verbandsgemeindewerke
  • Bauhof der Stadt

  • Reitsporthalle
  • Feuerwehrgerätehaus (Lissinger Straße)

  • Grundschule an der Waldstraße
  • Grund - und Realschule Plus

  • Pizzeria Costa-Verde  
  • Buchhandlung Raabe 
  • Fotostudio Nieder 
  • Schmuckjuwelier Math & Sohn
  • Waschcenter XXL
  • Naturkundemuseum  

Stadtteile:

Gees, Gemeindehaus         


Bewingen, Gemeindehaus (geplant)  

.[22]

BundeswehrBearbeiten

Eifelkaserne (Informationstechnikbataillon 281). In der Kaserne befindet sich die sogenannte BSg-G: Diese ist eine der drei festen Bodenstationen des bundeswehreigenen Satellitenkommunikationssystems SATCOMBw und verfügt über zwei C-Band-, eine X-Band- und zwei Ku-Band-Antennen.[23]

VerkehrBearbeiten

StraßeBearbeiten

Die Stadt Gerolstein ist im Straßenverkehr an die Bundesstraße 410 angeschlossen, und somit an die Luxemburgische Grenze (Dasburg) sowie anderer Seits einer kleinen Gemeinde bei Mayen angeschlossen.

SchieneBearbeiten

 
Bahnhof Gerolstein

Der Bahnhof Gerolstein mit dem ehemaligen Bahnbetriebswerk Gerolstein[24] liegt an der Eifelstrecke (KölnEuskirchen–Gerolstein–Trier), auf der im Schienenpersonennahverkehr

verkehren.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von DB Regio NRW, die für alle Linien VAREO-Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 620 und 622 in Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) und der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg sowie tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

In Gerolstein zweigt die bis Kaisersesch stillgelegte Eifelquerbahn über Daun-Kaisersesch nach Andernach (KBS 478) ab, ebenso die stillgelegte Westeifelbahn, die früher über Prüm nach Sankt Vith führte und beim Eisenbahnknotenpunkt Pronsfeld nach Waxweiler und Neuerburg verzweigte. Ihre teilweise Reaktivierung wird angestrebt.

BusverkehrBearbeiten

Der Busverkehr (ÖPNV) ist Mitglied des Verkehrsverbund Region Trier und besitzt somit eine einheitliche Tarifstruktur mit der gesamten Region.

Als Zentraler Omnibus (ZOB) / Busbahnhof zählt die Bushaltestelle am Bahnhof

Folgende Linien bedienen die Stadt Gerolstein
Liniennummer zu bedienende Ortschaften Bedienungshäufigkeit Betreiber
411 Lissingen - Müllenborn - Oos -

Büdesheim - Wallersheim/Weinsheim - Prüm

Mo - Sa : alle 2 Stunden

Sonntag: 2 Fahrten

Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft
500 Pelm - Rockeskyll - Dockweiler - Daun -

Schalkenmehren - Mehren - Ulmen -

Auderath - Faid - Cochem

(Verkehrt im Sommer als RegioRadler mit Fahrradanhänger)

Mo - So: alle 2 Stunden DB Regiobus Rhein-Mosel GmbH
504 Pelm - Gees - Neroth - Berlingen -

Steinborn - Neunkirchen - Pützborn - Daun

Mo -Fr: alle 2 Stunden FriBus
515 Pelm - Rockeskyll - Hohenfels Essingen -

Dockweiler - Waldkönigen - Daun

nur Schülerverkehr DB Regiobus Rhein-Mosel GmbH
522 (Gerolstein Nordstadt) - Bewingen/ Roth -

Kalenborn Scheuern - Hillesheim - Nohn

nur Schülerverkehr

in Ferien einzelne Fahrten

Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft
523 Pelm - Gees / Büscheich - Michelbach -

Salm / Neroth - Oberstadtfeld - Manderscheid

nur Schülerverkehr

in Ferien einzelne Fahrten

DB Regiobus Rhein-Mosel GmbH

Das neue BusnetzBearbeiten

Bis zum Jahr 2025 setzt der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) ein neues umfassendes Buskonzept zur Verbesserung des ÖNPV um. Dazu gehört auch die Einführung eines Rufbusses der telefonisch bestellt werden kann und der dann gewünschte Haltestellen auf der Strecke anfährt.[25][26]

Bis 06/2019 bereits umgesetzte Maßnahmen:

  • VRT Handyticket.
  • Ticketkauf über die App DB Navigator.
  • Car-Sharing in Gerolstein.
  • Die Linie 504 ergänzt Werktags zusätzlich zur 500 die Busverbindungen nach Daun (annähernder Stundentakt).

künftige Maßnahmen (Stand 06/2019):

  • ab Dezember 2020 fahren mind. alle 2 Stunden abwechselnd die neuen RegioBusse 460 und 465 nach Prüm (zwischen Gerolstein und Prüm entsteht so ein Stundentakt) und Umsteigefrei weiter nach Clerf (Luxemburg) und St. Vith (Belgien) (Linienbündel Schneifel).
  • ab Dezember 2021 deutliche Verbesserung des Angebotes südlich der VG Daun sowie auf der Strecke zwischen Daun - Dockweiler - Pelm  und Gerolstein (heutige Linie 500) (Linienbündel Eifelmaare).
  • ab Dezember 2023 deutliche Verbesserung des Angebotes innerhalb der VG Gerolstein Hier wird auf die VRT RufBusse gesetzt (Linienbündel Kylltal).
 
Gerolstein Bewingen, Industriegebiet, Gerolsteiner Brunnen

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

TriviaBearbeiten

Die Operette La Grande-Duchesse de Gérolstein, von Jacques Offenbach 1867 komponiert, spielt nach dem Libretto in einem fiktiven deutschen Herzogtum Gerolstein in der Zeit um 1840. All dies hat keinen Bezug zum Ort.

LiteraturBearbeiten

  • Peter Daners: Die evangelische Erlöserkirche in Gerolstein (= Rheinische Kunststätten. Heft 445). Köln 2000, ISBN 3-88094-854-2.
  • Hedwig Judeich (Hrsg.): Der Ammerländer Friedrich Schwarting (1883–1918) Kirchenmaler im Kaiserreich. Tagebuchaufzeichnungen mit Dokumenten und Bildzeugnissen. Isensee, Oldenburg 1989, ISBN 3-920557-84-0.
  • Jürgen Krüger: Die Erlöserkirche in Gerolstein. Ein Beispiel für das Kirchenbauprogramm Kaiser Wilhelms II. Langewiesche, Königstein i. Ts. 2013, ISBN 978-3-7845-0593-0.

WeblinksBearbeiten

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  Commons – Multimedia-Inhalte
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EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 71 (PDF; 1,9 MB).
  4. Eintrag zu Stadtrechte (Gerolstein, Gemeinde Gerolstein) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier; abgerufen am 14. November 2015.
  5. Dettmann, Rolf, Weber, Matthias: Das Kylltal in der Eifel, Köln 1986, S. 76
  6. Dohm/Winter: Gerolstein 1986
  7. Dohm/Winter: Gerolstein 1986
  8. Die V1 trug Schrecken ins Land – 4. November 1944 in Gees: „Angst vor den Freunden“ (Memento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jahrbuch-daun.de
  9. Festschrift 100 Jahre Filialkirche „St. Nikolaus“ Gees
  10. Die Trilobitenfelder bei Gees (Memento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jahrbuch-daun.de
  11. Quellen-Gerolsteiner Land/Wochenzeitung des Gerolsteiner Landes
  12. Gees – Ein Ortsporträt von Peter Thielen
  13. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 177 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  14. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  15. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister
  16. Uwe Schneider zum Stadtbürgermeister gewählt. In: Webseite Stadt Gerolstein. 18. Juni 2019, abgerufen am 21. Juni 2019.
  17. Uwe Schneider zum Stadtbürgermeister gewählt. In: Verbandsgemeinde Gerolstein. 18. Juni 2019, abgerufen am 21. Juni 2019.
  18. Gerolstein hat einen neuen Bürgermeister. In: WochenSpiegel. 17. Juni 2019, abgerufen am 21. Juni 2019.
  19. Ehemaliges Bahnbetriebswerk Gerolstein
  20. Förderverein des St. Matthias-Gymnasiums Gerolstein (Hrsg.): 100 Jahre St. Matthias-Gymnasium Gerolstein 1911–2011. Druckerei Heyer, Gerolstein 2011, S. 14–20.
  21. Birgit Reichert: Eisenschmitt in der Eifel – Ein Ort ohne Empfang. In: Die Welt. 2. Dezember 2015, abgerufen am 11. Dezember 2015: „… ‚Die Anzahl erreichbarer Kunden ist zu gering, der technische und wirtschaftliche Aufwand sehr groß. Ein Ausbau ist also unwirtschaftlich.‘ Das gleiche gelte für Müllenborn in der Vulkaneifel. Diese Orte seien jedoch die Ausnahme, die Telekom habe deutschlandweit eine Abdeckung von 99,8 Prozent…“
  22. Hardy Schmidt-Ellinger: Willkommen im freien WLAN der Stadt Gerolstein auf Basis von freifunk.net. Stadt Gerolstein, abgerufen am 6. September 2018.
  23. Thomas Schenkel: SATCOMBw. Satellitenkommunikation für die Bundeswehr. (PDF 1,68 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) MilSat Services GmbH, 12. März 2010, archiviert vom Original am 10. August 2014; abgerufen am 30. Dezember 2011.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.afcea.de
  24. Ehemaliges Bahnbetriebswerk Gerolstein
  25. Das neue Busnetz kommt. Landkreis Vulkaneifel. Abgerufen am 27. Juni 2019.
  26. Buskonzept. VRT. Abgerufen am 27. Juni 2019.