Hauptmenü öffnen

Bulgarische Botschaft in Berlin

diplomatische Vertretung Bulgariens in Deutschland
BulgarienBulgarien Bulgarische Botschaft in Berlin
Staatswappen
Staatliche Ebene bilateral
Stellung der Behörde Botschaft
Aufsichts­behörde(n) Außenministerium
Hauptsitz DeutschlandDeutschland Berlin
Botschafterin Elena Shekerletova
(seit 2019)
Mitarbeiter 14 (Sommer 2015)
Website Bulgarische Botschaft
Bulgarische Botschaft, 2008

Die Bulgarische Botschaft in Deutschland befindet sich in der Mauerstraße 11 und der Leipziger Straße im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Die Botschaft ist die diplomatische Vertretung Bulgariens in Deutschland und für alle Anliegen der Bulgaren in Deutschland zuständig.

Darüber hinaus unterhält Bulgarien ein Generalkonsulat in München, ein Konsulat in Frankfurt am Main und Honorarkonsulate in Hamburg, Magdeburg, Münster, Darmstadt und Stuttgart.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Anfänge im 20. JahrhundertBearbeiten

Mit dem Bulgarischen Zarenreich bestanden seit den 1920er Jahren diplomatische Verträge. So hatte Deutschland seine Diplomaten in den Städten Sofia (Gesandter Rumelin, Konsul Lindenblatt), Rustschuk (Vizekonsul Karl Burges) und Varna (Konsul Fridolin Zwicky) untergebracht.[2]

Bulgarien unterhielt am Kurfürstendamm 257 ihre Gesandtschaft[3] bzw. die Botschaftskanzlei; Botschafter war M. Popoff. In der Schadowstraße 4/5 befand sich das Generalkonsulat mit N. Caro als Leiter der Behörde.[4]

Nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

 
Sitz des bulgarischen Botschafters in der Villa Garbáty in Berlin-Pankow, 1987

In der DDRBearbeiten

Die Botschaft der Volksrepublik Bulgarien in der DDR war nach dem Zweiten Weltkrieg in der Villa Garbáty im Ortsteil Pankow untergebracht. Die Villa war ursprünglich der Wohnsitz des jüdischen Zigarettenfabrikanten Josef Garbáty gewesen. Die Villa wurde bis 1990 als Wohnsitz des bulgarischen Botschafters in der DDR genutzt. Für die Botschaftsangehörigen entstand jedoch zu Beginn der 1980er Jahre ein neues Gebäude. Das ging auf Planungen eines deutsch-bulgarischen Architektenkollektivs zurück, das aus der SOF Projekt Sofia und dem VEB BMK Ingenieurhochbau Berlin bestand. Die Stahlbetonskelettkonstruktion war 1983 im damaligen Zentrum Ost-Berlins in der Leipziger Straße fertiggestellt.

Der Bau war außer der Tschechischen Botschaft in Berlin der bedeutendste Botschaftsneubau in der DDR in den 1980er Jahren. Der Gebäudekomplex enthielt neben den Geschäftsräumen auch Wohnungen für Botschaftsmitarbeiter und ein Hotel. Die Kubatur ist teilweise durch die Prinzipien der sozialistischen Stadtplanung geprägt. Das Gebäude weist keine Blockrandbebauung auf, sodass sich Grünflächen zu den Straßenverläufen ergeben. Die Räumlichkeiten der Botschaft im Gebäudekomplex sind durch eine differenzierte Fassadengestaltung hervorgehoben.

In der BundesrepublikBearbeiten

Die Bundesrepublik Deutschland hatte 1964 mit der Volksrepublik Bulgarien zunächst die Einrichtung einer Handelsvertretung in Frankfurt am Main vereinbart. Seit 1973 nahm diese ihren Sitz im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg. Daraus entwickelte sich die offizielle Botschaft, die von 1975 bis 1999 hier residierte.

Seit 1999Bearbeiten

Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Umzug der neuen deutschen Regierung von Bonn nach Berlin gemäß dem Bonn-Berlin-Gesetz erfolgte eine Modernisierung des bulgarischen Botschaftsgebäudes in Ost-Berlin und die bulgarischen diplomatischen Vertreter zogen 1999 hier wieder ein.

 
Skulptur
Mauern durchbrechen
von Georgi Tschapkanow

Auf der Rasenfläche zwischen Botschaft und Mauerstraße steht die Skulptur Mauern durchbrechen des bulgarischen Künstlers Georgi Tschapkanow, die an den Fall der Berliner Mauer erinnern soll. Die vier Meter hohe Bronzeplastik steht auf einem polierten Granitsockel und zeigt zwei menschliche Figuren. Die Skulptur wurde für den Standort vor der Botschaft angefertigt und mit Spenden finanziert. Die Aufstellung erfolgte 2006 zum bulgarischen Nationalfeiertag.[5]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kerstin Englert, Jürgen Tietz (Hrsg.): Botschaften in Berlin. 2. Auflage. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-7861-2494-9, S. 47–49.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bulgarische Botschaft in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. [1]
  2. Deutsche Gesandtschaften im Ausland. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 3, S. 9.
  3. Ausländische Botschaften in Deutschland. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 3, S. 8.
  4. Fremde diplomatische Missionen. In: Berliner Adreßbuch, 1921, Teil 2, S. 4.
  5. Georgi Tschapkanow – Mauern durchbrechen (2006). Vor der Bulgarischen Botschaft Leipziger Straße Ecke Mauerstraße; abgerufen am 28. Dezember 2013.

Koordinaten: 52° 30′ 35,9″ N, 13° 23′ 17,4″ O