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Tadschikische Botschaft in Berlin

diplomatische Vertretung der Republik Tadschikistan in Berlin
TadschikistanTadschikistan Tadschikische Botschaft in Berlin
Сафорати ҷумҳурӣ Тоҷикистон
Logo
Staatliche Ebene bilateral
Stellung der Behörde
Botschaft
Aufsichts­behörde(n)
Außenministerium
Bestehen seit 1992
Hauptsitz DeutschlandDeutschland Berlin, Perleberger Straße 43
Botschafter Sohibnazar Gayratsho
(seit November 2018)
Mitarbeiter 5
Website www.botschaft-tadschikistan.de
Botschaftsgebäude in Berlin, Anfang April 2019, Ansicht von der Perleberger Straße

Die Botschaft der Republik Tadschikistan in Berlin ist die diplomatische Vertretung Tadschikistans in der Bundesrepublik Deutschland. Sie besteht seit den 1990er Jahren. Nach kurzer Wirkzeit in Bonn zogen die Diplomaten zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Berlin.

GeschichteBearbeiten

In der Zeit der Zugehörigkeit des Gebietes der Tadschiken zur UdSSR, zwischen 1924 und 1991, haben die Diplomaten des sowjetischen Außenministeriums alle internationalen Beziehungen auch für die einzelnen Teilrepubliken wie die Tadschikische SSR wahrgenommen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion mit der Neubildung autonomer Nachfolgestaaten und nach der deutschen Wiedervereinigung befand sich das Land zunächst in einem Chaos und in zahlreichen Bürgerkriegen. Nachdem die Bundesrepublik die Republik Tadschikistan offiziell diplomatisch anerkannt hatte, richtete Deutschland in der Hauptstadt Duschanbe seine Botschaft ein. Im Gegenzug eröffnete Tadschikistan noch in Bonn-Bad Godesberg seine erste Botschaft in Europa.[1] Doch das Land folgte bald dem Mainstream und mietete sich in Berlin vorerst in einem vorhandenen Gebäude in der Otto-Suhr-Allee ein.[2] Bald waren die Diplomaten auf der Suche nach einem eigenen Haus.

Das BotschaftsgebäudeBearbeiten

Das heutige Botschaftsgebäude im Berliner Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte an der Perleberger Straße 43 Ecke Lübecker Straße 33 war eine Kirche der Neuapostolischen Gemeinde Berlins. Die tadschikische Regierung erwarb im März 2008 dieses Bauwerk. Das bereits längere Zeit leerstehende Haus war zuvor noch der Kulturinitiative MO21 zur Nutzung als Kulturhaus Moabit zugesagt worden.

Nun ließen die Tadschiken umfangreiche Umbaumaßnahmen im Inneren vornehmen, die von der Baubehörde im Zusammenhang mit dem Kauf genehmigt worden waren. Das Gebäude weist einen mehreckigen Grundriss auf und ist ein relativ schmuckloser Klinkerbau im Stil des Kubismus. Auf der schmalen Giebelseite zur Straßenkreuzung ist anstelle des früheren neuapostolischen Kirchenkreuzes eine Krone mit sieben Sternen darüber, Teil des tadschikischen Wappens, aus einzelnen vergoldeten Reliefteilen angebracht. Die Krone bezieht sich auf die Landesgeschichte, die sieben Sterne symbolisieren den Heiligen Geist und die sechs Schutzgeister <der Rinder, des Feuers, des Metalls, der Erde, des Wassers und der Pflanzen>.

 
Eingang

Die Eingangstüren des ehemaligen Gotteshauses sind Eigenanfertigungen mit Volkskunstmotiven. Das dreieckige Gelände wurde neu eingezäunt, wobei die vorhandene Mauer erhalten blieb, die an einigen Stellen im Beinbereich vergitterte Ausschnitte aufweist. Sie ist mit einem metallenen Zaunaufsatz erhöht worden, der Blick auf das frühere Kirchengebäude ist dadurch teilweise erhalten geblieben.[3] Am 14. Dezember 2011 weihten der damalige tadschikische Präsident Emomalij Rahmon (im Rahmen eines dreitägigen Staatsbesuches in Deutschland) und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel das Botschaftsgebäude feierlich ein.[4][5]

Unmittelbares UmfeldBearbeiten

 
Großflächiges Wandbild an der Grenze zum Botschaftsgelände

Eine lange Brandmauer des Wohnblocks zwischen der Lübecker und der Perleberger Straße, die an das Grundstück der Botschaft anschließt, ist – offenbar im Auftrag der Botschaft – mit vier hochformatigen zartfarbigen Wandbildern geschmückt, die typisierte Landschaften „aus der Heimat“ darstellen und im Stil chinesischer Aquarelle gehalten sind.

 
Gartenpavillon

Zusätzlich wurde im Garten, hinter dem Zaun an der Perleberger Straße und dicht neben der Einfahrt, ein großer hölzerner geschnitzter Pavillon aufgestellt.

Aufgaben der Botschaft (Auswahl)Bearbeiten

  • Vertretung der Interessen der tadschikischen Regierung in Deutschland
  • Herstellung und Pflege politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und touristischer Beziehungen zwischen Deutschland und Tadschikistan (bilateral und international)
  • Wahrnehmung aller personellen Angelegenheiten von Bürgern der Republik Tadschikistan in Deutschland
  • Bekanntmachung der Kultur von Tadschikistan in Deutschland, vor allem durch Organisation von entsprechenden Treffen, Gesprächen oder Veranstaltungen (wie das Treffen zwischen deutschen Bürgern und Vertretern der tadschikischen Diaspora im Jahr 2018 unter dem Motto „Jahr der Entwicklung des Tourismus und Volkshandwerke in Tadschikistan“)[6]
  • Anleitung und Zusammenarbeit mit dem tadschikischen Honorarkonsulat in Hamburg[7]
  • Enge Zusammenarbeit mit der seit Ende der 1990er Jahre bestehenden deutsch-tadschikischen Gesellschaft[8]

Botschafter in DeutschlandBearbeiten

Der vom Präsidenten Tadschikistans ernannte Botschafter ist gleichzeitig in Polen und Tschechien akkreditiert.[9]

Seit 2007 war Imomudin Sattorow Botschafter in Berlin. 2014 übernahm Malikscho Nematov das Amt.[10][11] 2018 wurde Sohibnazar Gayratsho zum Botschafter in Deutschland berufen.[12]

In der Nähe befindliche Botschaften anderer LänderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Embassy of Tajikistan, Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und KommentareBearbeiten

  1. Ebba Hagenberg-Miliu: In Bonn gibt es nur noch eine Botschaft, auf www.generalanzeiger.de; 22. August 2009; abgerufen am 29. März 2019.
  2. Reisebericht eines Wissenschaftlers für einen Arbeitsaufenthalt in Duschanbe: enthält den Hinweis, dass er sich bei der Tadschikischen Botschaft in Berlin sein Visum abgeholt hat.
  3. Susanne Torka: Neue Botschaft kommt nach Moabit. Auf moabit-online.de, abgerufen am 29. März 2019.
  4. Archiv der Pressestatements der Bundesregierung aus dem Jahr 2011; abgerufen am 29. März 2019.
  5. Aus dem Quartalsbericht „Zentralasien“, 4/2011 der Hanns-Seidel-Stiftung, abgerufen am 29. März 2019.
  6. Aktuelles, hier zu „Rückblick auf 2018“ und folgende Darstellungen. Abgerufen am 28. März 2019.
  7. Tadschikistan in Hamburg (An der Alster 25), abgerufen am 28. März 2019.
  8. Maßnahmen der Deutsch-tadschikischen Gesellschaft 2002 (Beispiel), abgerufen am 29. März 2019.
  9. Akkreditierung in Polen und Tschechien, abgerufen am 29. März 2019.
  10. Ernennung Nematov (russ.)
  11. Akkreditierung Nematov
  12. Website der tadschikischen Botschaft

Koordinaten: 52° 31′ 46,3″ N, 13° 20′ 41,9″ O