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Brasilianische Botschaft in Berlin

Sitz der diplomatischen Vertretung von Brasilien in Deutschland
BrasilienBrasilien Brasilianische Botschaft in Berlin
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Staatliche Ebene bilateral
Stellung der Behörde Botschaft
Aufsichts­behörde(n) Außenministerium
Hauptsitz DeutschlandDeutschland Berlin
Botschafter Roberto Jaguaribe Gomes De Mattos (seit 27. Februar 2019)
Mitarbeiter ungefähr 60[1]
Website berlim.itamaraty.gov.br/de/
Hauptgebäude der brasilianischen Botschaft an der Wallstraße 57 in Berlin-Mitte

Die Brasilianische Botschaft in Berlin ist der Sitz der diplomatischen Vertretung von Brasilien in Deutschland. Ihr Sitz befindet sich an der Wallstraße 57 im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks.[2] Neben der Botschaft unterhält Brasilien Generalkonsulate in Frankfurt am Main und München.

Botschafter ist seit Akkreditierung vom 27. Februar 2019 Roberto Jaguaribe Gomes De Mattos. Er ist der Nachfolger von Mario Vilalva, der das Amt seit 2016 ausübte.

GeschichteBearbeiten

Bereits im 19. Jahrhundert bestanden offizielle diplomatische Beziehungen deutscher Teilstaaten zu Brasilien, im Jahr 1830 weist das Berliner Adressbuch beispielsweise die Gesandtschaft von Brasilien aus.[3] Im Jahr 1868 unterhielt unter anderem das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten im Norddeutschen Bund mit Brasilien entsprechende Beziehungen. Ab 1871 setzte das neu gegründete Deutsche Reich den Austausch von Diplomaten fort, die brasilianische Vertretung hatte ihren Sitz in Berlin.

Nach Beendigung des Ersten Weltkriegs und dem Ende des Kaiserreichs gingen die diplomatischen Beziehungen zu Brasilien ab 1920 weiter. Die Botschaft nutzte 1925 ein Gebäude in Berlin am Nollendorfplatz 6[4] und im Jahr 1930 ein Haus am Kurfürstendamm 169 im damaligen Verwaltungsbezirk Wilmersdorf[5].

Als Sitz der Botschaftskanzlei wird im Jahr 1940 Grunewald, Königsallee 16, angegeben.[6] Ab 1942 gab es kein Generalkonsulat oder eine diplomatische Vertretung Brasiliens in Berlin, denn Brasilien befand sich seit diesem Jahr im Kriegszustand mit Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entsandte Brasilien 1946 Diplomaten in die amerikanische Besatzungszone Deutschlands nach Frankfurt am Main. In der Hauptstadt der 1949 gegründeten Bundesrepublik, in Bonn, richteten sich die Diplomaten Brasiliens dann eine neue Botschaft ein. Der Botschaftssitz befand sich am Dreizehnmorgenweg 10, ab etwa 1975 in einem Neubau an der Kennedyallee 74.

Im Oktober 1973 vereinbarte Brasilien auch mit der DDR den Austausch von Botschaftern. Die DDR stellte im Ost-Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, Esplanade 11, ein Gebäude für den Botschafter und sein Team zur Verfügung.[7][8]

Die Wiedervereinigung Deutschlands und der Umzug der Regierung nach Berlin führten zur Aufgabe des Standortes Bonn und zur Suche nach einem neuen Standort in Berlin. Zur Bebauung des nach dem Krieg von Trümmern freigeräumten Gebietes südlich der Spree in Berlins Mitte standen hier etliche Grundstücke zum Verkauf, eines erwarb die brasilianische Regierung für ihre neue Botschaft.

BotschaftsgebäudeBearbeiten

Um Staatsgelder zu sparen, übernahm die Tochter einer Bankgesellschaft den Auftrag zur Errichtung eines Neubaus. Das mehrteilige Bauensemble beruht auf Plänen des Berliner Architekturbüros Pysall, Stahrenberg & Partner und bietet als Bürohaus Platz für weitere Interessenten. Den Kopfbau, in dem die Botschaftsmitarbeiter Räume bezogen, mietete der brasilianische Staat für zwanzig Jahre von der Bankgesellschaft. Das Ensemble steht in einer Straßenfront mit dem denkmalgeschützten Gewerkschaftshaus[9] von Taut & Hoffmann.[1] Die Bau- und Raumakustik des Gebäudes wurde durch die Firma Akustik-Ingenieurbüro Moll ausgeführt.[10]

Im Jahr 2000 war das Gebäude in der Nähe des Märkischen Museums fertiggestellt, und der damalige brasilianische Präsident Fernando Henrique Cardoso weihte es während seines Besuches anlässlich der Expo 2000 in Hannover offiziell ein.

Am 12. Mai 2014 verursachten Unbekannte eine erhebliche Sachbeschädigung des Gebäudes, als sie mit Pflastersteinen die Fenster einwarfen.[11]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ulf Meyer: Wachwechsel in Lateinamerika. In: Berliner Zeitung. 10. Oktober 2000.
  2. Vertretungen Brasilien. Auswärtiges Amt, abgerufen am 5. Mai 2015.
  3. Gesandtschaften und Residenturen > siehe Pereira da Cunha. In: Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, 1830, I (Pereira da Cunha war der Botschafter von Brasilien in dem genannten Jahr).
  4. Ausländische Generalkonsulate und Konsulate in Berlin. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 3, S. 8.
  5. Ausländische Generalkonsulate und Konsulate in Berlin. In: Berliner Adreßbuch, 1930, Teil 3, S. 17.
  6. Diplomatische Vertretungen in Berlin. In: Berliner Adreßbuch, 1940, Teil 3, S. 12.
  7. Botschaften – Brasilien. In: Fernsprechbuch für die Hauptstadt der DDR, 1977, S. 69.
  8. Diplomatische Missionen mit Sitz in Berlin. In: Buchplan Berlin. Tourist Verlag, Berlin 1988, S. 52.
  9. Bürohaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Denkmaldatenbank Berlin
  10. Referenzliste von mollakustik.de (Memento vom 3. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 30. Juli 2015.
  11. Vandalismus in Berlin-Mitte – Unbekannte warfen Pflastersteine auf brasilianische Botschaft. In: Der Tagesspiegel. 12. Mai 2014, abgerufen am 6. Mai 2015.

Koordinaten: 52° 30′ 49,2″ N, 13° 24′ 49,3″ O