Hauptmenü öffnen

Iranische Botschaft in Berlin

diplomatische Vertretung des Iran in Deutschland
IranIran Iranische Botschaft in Deutschland
Logo
Staatliche Ebene bilateral
Stellung der Behörde Botschaft
Aufsichts­behörde(n) Außenministerium
Bestehen seit 19. Jahrhundert
Hauptsitz DeutschlandDeutschland Berlin
Designierter Botschafter Mahmoud Farazandeh
Website Webseite
Botschaftsgebäude in Berlin

Die Iranische Botschaft in Berlin ist die offizielle diplomatische Vertretung der Islamischen Republik Iran in Deutschland. Die Botschaft befindet sich in der Podbielskiallee 65–67 im Berliner Ortsteil Dahlem des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Die diplomatischen Verbindungen zwischen Iran und Deutschland reichen bis in die Kaiserzeit des Deutschen Reiches zurück.

Geschichte der gegenseitigen diplomatischen VertretungenBearbeiten

Die Botschafter des Iran, das im 19. Jahrhundert noch als Persien bezeichnet worden war, hatten anfangs ihren Sitz zugleich in ihrem Wohnhaus in Alt-Berlin. Im Jahr 1900 findet sich im Berliner Adressbuch beispielsweise der Konsul Mirza Reza Khan von Arschack mit weiteren Mitarbeitern in der Moltkestraße 1.[1]

Im Jahr 1890 war Freiherr Schenck zu Schweinsberg der deutsche Generalkonsul in Teheran.[2]

In den 1920er Jahren wurde in der Berliner Tiergartenstraße 33[3] auf dem ehemaligen Gelände einer Gärtnerei ein gesondertes Botschaftsgebäude errichtet. In diesem Villenviertel, fußläufig zum Auswärtigen Amt, gab es zahlreiche weitere ausländische Vertretungen.

Während der beiden Weltkriege, von 1917 bis 1922 (Erster Weltkrieg und Besetzung des Iran durch Großbritannien und Russland) sowie von 1941 bis 1953 (Zweiter Weltkrieg, nach der anglo-sowjetischen Invasion des Iran) waren die Missionen unterbrochen.

Zwischen 1949 und 1990 befand sich der Hauptsitz der Iranischen Botschaft in Bonn.

In der DDR unterhielt die Islamische Republik Iran seit 1972 eine weitere Botschaft in Ost-Berlin, in der Stavanger Straße 23 im damaligen Bezirk Prenzlauer Berg.[4] Diese diplomatische Beziehung fand ihr Ende mit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

In Frankfurt am Main, München und Hamburg unterhält der Iran im 21. Jahrhundert Generalkonsulate.

Die frühere Berliner Immobilie im Tiergarten befindet sich seit Ende des 20. Jahrhunderts im Besitz von Saudi-Arabien, das hier sein Botschaftsgebäude errichten ließ.

GebäudeBearbeiten

Die erste Kaiserlich-Iranische Gesandtschaft in Deutschland hatte ihren Sitz im Zentrum Berlins, wie oben dargelegt.

 
Rückseite des Botschaftsgebäudes

Das Botschaftsgebäude in Dahlem ist ein Neubau mit orientalischen Anklängen nach Plänen der Architekten Darab Diba und Jahanguir Safavardi. Die Architekten bezweckten, die iranische Architekturkunst an die modernen bautechnischen Errungenschaften anzupassen, ohne ein historisches Bauwerk nachzuahmen. Das symmetrisch aufgebaute Gebäude wird über eine quadratische Eingangshalle mit einem kleinen Brunnen betreten. Die Wände sind mit hellem, polierten iranischen Kalkstein gestaltet, die Türen bestehen aus hellem Ahornholz. Hinter der Eingangshalle verläuft ein langer Flur, der durch große Oberlichter Tageslicht erhält. In der Mitte des Flures führt eine Freitreppe hinauf in den Arbeitsbereich des Botschafters. Am Ende des Flures befindet sich der große Festsaal, der mit mehreren Gemälden geschmückt ist. Besonders erwähnenswert sind hier die zwei Gemälde des iranischen Künstlers Ehsaei; verschlungene Koran-Zitate in Orange auf schwarzem Grund.

Die Eröffnung des Gebäudes fand am 16. Februar 2005 unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Als politische Würdenträger waren der deutsche Außenminister Joschka Fischer und der iranische Außenminister Kamal Charrazi anwesend. Fischer äußerte hierbei die Hoffnung, dass „das neue Botschaftsgebäude […] ein sichtbares Zeichen […] für den Beginn eines neuen Kapitels in unseren bilateralen Beziehungen [werden könnte].“

Gesandte bzw. BotschafterBearbeiten

Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Islamischen Republik Iran und somit Hausherr im Botschaftsgebäude ist seit dem 14. Oktober 2014 Ali Majedi.

Vor der Botschaft fanden in der Vergangenheit Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran statt.[5][6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Iranische Botschaft in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auswärtige Gesandtschaften. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1900, II, S. 14.
  2. Konsulate > siehe Persien. In: Berliner Adreßbuch, 1890, I.
  3. Tiergartenstraße 33. In: Berliner Adreßbuch, 1938, IV, S. 890.
  4. Berlin. Buchplan. 7. Auflage. VEB Tourist Verlag, Berlin 1988, S. 53/54.
  5. Das Regime verfolgt seine Kritiker. Panorama, NDR, 15. Oktober 2009
  6. Einsatz bei Demonstration. Schwere Vorwürfe gegen Berliner Polizisten. In: Berliner Morgenpost, 12. Dezember 2010

Koordinaten: 52° 27′ 39,2″ N, 13° 17′ 59,4″ O