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GeografieBearbeiten

 
Die Charente bei Taizé-Aizie

Der Ort mit 583 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) liegt in einer nach Südosten ausgreifenden Flussschleife der Charente 5 km nordöstlich von Ruffec und 58 Kilometer südlich von Poitiers ganz im Norden des Départements Charente. Das Gemeindegebiet grenzt an das Département Vienne und auch das Département Deux-Sèvres ist nur fünf Kilometer weit entfernt.

GeschichteBearbeiten

Luftbilder haben offenbart, dass die Ortschaft in der Nähe einer Römerstraße lag[1]. Dabei handelte es sich um jenen antiken Verkehrsweg, der von Saintes nach Charroux führte und die Straße von Angoulême nach Poitiers in der Nähe von Ruffec kreuzte.[2]

1731 wurden am Ort, der den Flurnamen Les Forges erhielt, ein Hochofen und zwei Metallraffinerien errichtet. 1762 kaufte Charles-François de Broglie den Betrieb vom Herzog von Saint-Simon, doch wurde die Anlage während der Französischen Revolution säkularisiert. Auch unter der Republik wurden weiterhin u. a. Kanonenkugeln gegossen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Schmiede mehrmals verkauft, zuerst 1809 an Adélaïde-Charlotte de Broglio und gegen 1830 an das Familienunternehmen Marsat Fils, das einen zweiten Hochofen und eine dritte Metallraffinerie errichten ließ. 1840 beschäftigte der Betrieb vierzig Arbeiter und es wurde 800 Tonnen Gusseisen pro Jahr produziert. 1860 übernahm Pierre-Émile Martin die Gießerei und belieferte damit die Waffenfabrik Manufacture Nationale d’Armes de Châtellerault. 1879 wurde der Betrieb eingestellt und 1884 die Hochöfen abgerissen. 1889 wurde auch die Metallraffinerie aufgegeben. Heute steht in Les Forges eine Getreidemühle.

Die alte Mühle Moulin de l’Isle, welche Korn verarbeitete, wurde Ende des 19. Jahrhunderts zur damals modernen Getreidemühle Minoterie Bernard umgebaut.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1936 1946 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2015
Einwohner 521 514 568 458 408 412 485 544 564 581 590

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche Saint-Pierre
  • Die romanische Kirche der Pfarrei Saint-Pierre gehörte ursprünglich dem Priorat Sainte-Radegonde d’Aizie de Yissia, ein Ableger der Abtei Notre-Dame de la Réau (in der heutigen Gemeinde Saint-Martin-l’Ars, Département Vienne). Die auffällige Glocke aus Bronze ist auf das Jahr 1666 datiert[3]. Das Gotteshaus, das im 19. Jahrhundert renoviert wurde, steht seit 1943 unter Denkmalschutz.
  • Getreidemühle aus dem 19. Jahrhundert
  • Gießerei, die auf das Jahr 1731 zurückgeht

Anmerkungen und EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Taizé-Aizie auf www.culture.gouv.fr
  2. Société archéologique et historique de la Charente: Bulletins de la Charente, S. 334. F. Goumard, Angoulême, 1860.
  3. Die Glocke weist neben einem nicht identifizierbaren Wappen folgende lateinische Inschrift auf: JESUS MARIA JOSEPH. SANCTE PETRE ORA PRO NOBIS. FRANÇOIS TOUZALIN, PRIEUR DE CEANS. DAMOISELLE MARIE POISSON, MARINE, FILLE DE FRANÇOIS ESCUYER, SEIGNEUR DE OISIOLLE.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Taizé-Aizie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien