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Luxé (okzitanisch: gleichlautend) ist ein Ort und eine Gemeinde mit 722 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im westfranzösischen Département Charente in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde besteht aus mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften.

Luxé
Luxé (Frankreich)
Luxé
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente
Arrondissement Confolens
Kanton Boixe-et-Manslois
Gemeindeverband Cœur de Charente
Koordinaten 45° 54′ N, 0° 7′ OKoordinaten: 45° 54′ N, 0° 7′ O
Höhe 52–98 m
Fläche 12,17 km2
Einwohner 722 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 59 Einw./km2
Postleitzahl 16230
INSEE-Code

Luxé – Die Charente im Ortsteil Terne

LageBearbeiten

Der Ort Luxé liegt im Norden des Départements etwa 500 m nördlich des Flusses Charente in der alten Kulturlandschaft des Angoumois, einem Teil der Landschaft der Charente, etwa 37 km (Fahrtstrecke) nördlich der Stadt Angoulême in einer Höhe von etwa 70 m ü. d. M.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 586 852 759 806 756 732

Trotz der Reblauskrise im Weinbau und der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft ist die Einwohnerzahl der Gemeinde über längere Zeit stabil geblieben.

WirtschaftBearbeiten

Der Ort und seine Umgebung waren jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt; die meisten Menschen lebten als Selbstversorger. Im Ort selbst ließen sich Handwerker und Kleinhändler nieder. Im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde der Weinbau vorangetrieben, der jedoch – nach der Reblauskrise im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert – keine große Bedeutung mehr hat.[1] Später entstanden mehrere Kalkbrennereien und eine Fabrik für Fahrradreifen. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Die Anwesenheit des Menschen auf dem heutigen Gebiet der Gemeinde ist durch mehrere jungsteinzeitliche Großsteingräber (dolmen) bezeugt.

In der Zeit der römischen Herrschaft über Gallien führte die Via Agrippa von Lugdunum Lyon nach Mediolanum Santonum Saintes durch das Gemeindegebiet. Beim Weiler La Terne wurden römische Siedlungsreste (z. B. Dachziegel etc.) entdeckt.

Im Mittelalter gehörte der Ort zunächst zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Angoulême, später dann entstand ein Priorat der Abtei von Saint-Amant-de-Boixe. Für die Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) und der Hugenottenkriege (1562–1598) fehlen die Quellen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die kleine Pfarrkirche Saint-Aignan ist ein schlichter Bau des 12. Jahrhunderts mit späteren Veränderungen. Das Gewölbe des Kirchenschiffs ist bemalt.
  • Von einer mittelalterlichen Burg (château) ist noch die Ruine eines Rundturms mit Fenstern und Schießscharten erhalten.

außerhalb

 
Dolmen de la Folatière
  • Rund zwei Kilometer nordöstlich des Ortes (45° 54′ 2″ N, 0° 8′ 58″ O) erhebt sich links der D186 der jungsteinzeitliche Dolmen de la Folatière[2] mit seinem mächtigen Deckstein. Er ist seit dem Jahr 1957 als Monument historique[3] anerkannt.
  • Etwa zwei Kilometer nördlich des Ortes befinden sich am Rand eines Wäldchens die Überreste des megalithischen Dolmen de la Maison de la Vieille (45° 54′ 35″ N, 0° 8′ 24,4″ O). Der Dolmen ist seit dem Jahr 1956 als Monument historique[4] anerkannt. Er wurde im Jahr 2012 geöffnet; über eventuell gemachte Funde ist nichts bekannt.
  • Rund 300 m entfernt (45° 54′ 28,4″ N, 0° 8′ 13,2″ O) findet sich die Motte de la Garde, die manchmal als Dolmen oder aber als Tumulus bezeichnet wird. Der Grabhügel misst ca. 50 m × 27 m bei einer (heutigen) Höhe von nur noch ca. 4 m. Bei Ausgrabungen im Jahr 1874 wurden die Reste von ca. 15 Skeletten sowie Pfeilspitzen, Keramikscherben, geschliffene Beile aus Sandstein und Fibrolith etc. entdeckt, die jedoch möglicherweise erst in späterer Zeit hier deponiert wurden. Tumulus und Dolmen sind seit 1889 als Monument historique[5] anerkannt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Luxé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Luxé – Weinbau
  2. Etienne Patte: Le dolmen de la Folatière à Luxé (Charente). In: Gallia Préhistoire 9/2, 1966, S. 419–435
  3. Dolmen de la Folatière, Luxé in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Dolmen de la Maison de la Vieille, Luxé in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Tumulus/Dolmen Motte de la Garde, Luxé in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)