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Bad Reichenhall

Gemeinde in Deutschland
(Weitergeleitet von Reichenhall)
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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Reichenhall
Bad Reichenhall
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Reichenhall hervorgehoben
Koordinaten: 47° 44′ N, 12° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 473 m ü. NHN
Fläche: 41,92 km2
Einwohner: 17.951 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 428 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83435
Vorwahl: 08651
Kfz-Kennzeichen: BGL, BGD, LF, REI
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 114
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1 (Altes Rathaus)
Rathausplatz 8 (Neues Rathaus)
83435 Bad Reichenhall
Webpräsenz: www.stadt-bad-reichenhall.de
Oberbürgermeister: Herbert Lackner (CSU)
Lage der Stadt Bad Reichenhall im Landkreis Berchtesgadener Land
BerchtesgadenEck (gemeindefreies Gebiet)SchneizlreuthSchellenberger ForstAinringAnger (Berchtesgadener Land)Bad ReichenhallBayerisch GmainBerchtesgadenBischofswiesenFreilassingLaufen (Salzach)MarktschellenbergPidingRamsau bei BerchtesgadenSaaldorf-SurheimSchneizlreuthSchönau am KönigsseeTeisendorfLandkreis TraunsteinÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Bad Reichenhall, im Hintergrund das Lattengebirge

Bad Reichenhall ist eine Große Kreisstadt und die Kreisstadt des Landkreises Berchtesgadener Land im Regierungsbezirk Oberbayern. Die Stadt blickt heute auf eine viertausendjährige Siedlungsgeschichte zurück, die meist auch eng mit der Gewinnung von Salz aus Sole verknüpft ist. Das Bad Reichenhaller Alpensalz hat einen Marktanteil von über 50 % und genießt eine Sonderstellung unter den Speisesalzen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stadt weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als Kur- und Urlaubsort bekannt, seit 1890 trägt sie das Bad im Namen und 1899 wurde der Stadt das Prädikat eines Königlich Bayerischen Staatsbads verliehen. Die Kurstadt liegt im Saalachtal, eingerahmt von den Ausläufern der Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen.

Bad Reichenhall bildet zusammen mit Freilassing ein gemeinsames Oberzentrum und ist seit 1958 Bundeswehrstandort.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die Stadt liegt im Reichenhaller Becken an der Saalach. Sie wird im Süden vom Predigtstuhl und im Osten, etwas weiter entfernt, vom Untersbergmassiv, beide Berchtesgadener Alpen, im Norden und Nordwesten vom Hochstaufen mit dem Fuderheuberg und dem Zwiesel, im Südwesten von Gebersberg und Müllnerberg umrahmt. Als Hausberge der Stadt gelten der Predigtstuhl und der Hochstaufen.

Der Ortsteil Marzoll liegt nordöstlich von Staufen und Fuderheuberg, dort wo sich das Tal weitet.

Der Bahnhof liegt auf 470 m über dem Meeresspiegel,[2] das am höchsten liegende Gebäude der Stadt ist das Reichenhaller Haus unterhalb des Gipfels des Hochstaufen auf 1750 m, der höchstgelegene Ortsteil der Stadt ist Auf dem Predigtstuhl mit über 1500 m, er besteht allerdings nur aus der Bergstation der Seilbahn und dem Hotel.

Reichenhaller Tal, von Marzoll aus gesehen

GeologieBearbeiten

Im Bereich des Hochstaufens ereignen sich immer wieder sogenannte Schwarmbeben. Diese sind meist zu schwach, um bewusst wahrgenommen zu werden, erreichen aber manchmal spürbare Stärken von bis zu 3,5 auf der Richterskala.[3]

GewässerBearbeiten

 
Wehr der Triftanlagen in der Saalach

Die Saalach, die früher in mehreren Armen durch das heutige bewohnte Stadtgebiet floss und dieses in ein weitverzweigtes Sumpfgebiet verwandelte, durchfließt das Bad Reichenhaller Gebiet auf einer Länge von knapp 9 km, knapp 4 km davon ist sie Grenzfluss zur benachbarten Gemeinde Piding. Bereits zur Zeit der Römer begannen erste Bemühungen, die Stadt und die Solequellen vor dem Wasser der Saalach und vor allem vor Überschwemmungen nach Unwettern oder der Schneeschmelze zu schützen. Deshalb fließt der Fluß heute im Bereich der Luitpoldbrücke in einem Bogen am historischen Stadtkern vorbei. Die Saalach speiste auch mehrere Mühl- und Stadtbäche, für die nach dem Bau des Saalachkraftwerkes und der Staumauer in Kibling jedoch das Wasser fehlte und die in der Folge dann verfüllt wurden. Der Kirchberger Mühlbach, der am Salzburger Wehr abzweigte, versorgte neben mehreren Mühlen in Kirchberg auch die Elektricitäts-Werke Reichenhall mit Wasserkraft. Die Elektricitäts-Werke waren das erste öffentliche Wechselstromkraftwerk Deutschlands und das erste E-Werk in Bayern und lieferten ab dem 15. Mai 1890 Strom für 2000 Glühlampen nach Karlstein und Bad Reichenhall. Das Wasser der Saalach wurde auch genutzt, um dringend benötigtes Brenn- und Bauholz für die Saline nach Reichenhall zu schaffen, von den ehemaligen Triftanlagen sind heute noch viele Mauerreste, Schleusen sowie das Triftwehr an der Luitpoldbrücke erhalten. Zuflüsse der Saalach innerhalb des Stadtgebietes sind die Hosewasch, der Grabenbach sowie der Wasserbach.

Der Grabenbach wurde ab 1520 künstlich angelegt, um Süßwasser, das die Solequellen in der Saline verwässert hätte, sowie Aufschlagwasser von Wasserrädern aus dem Quellenbau abzuleiten. Der Grabenbach trat bis in die 1960er Jahre im Bereich der heutigen Münchner Allee auf Höhe des heutigen Klingerwegs an die Oberfläche, beim Bau der Münchner Allee wurde der Kanal bis zum Verkehrsverteiler Nord verlängert.

Der Thumsee ist der größte See im Stadtgebiet, liegt in einem Landschaftsschutzgebiet im Ortsteil Karlstein und ist zwischen Mai und September ein beliebter Badesee. Der See wird überwiegend durch unterirdische Quellen gespeist. Der Ablauf erfolgt über den (auch das) Seemösl, ein kleiner Sumpfweiher mit Seerosenfarm, in der früher bis zu einem Dutzend verschiedener Seerosen gezüchtet wurden, und den Seebach der sich am Schönauer Weg mit dem Hammerbach zur Hosewasch vereinigt.

Der Listsee liegt im Nonner Oberland und wird ausschließlich unterirdisch gespeist. Der Ablauf erfolgt über den Hammerbach.

Weitere Bäche im Stadtgebiet sind der Kesselbach im Lattengebirge; Amerangbachl, Gfällgraben und Kirchbergquelle am Müllnerberg, der Wappach aus Bayerisch Gmain sowie Weißbach, Kohlerbach, Sandbach und Schwarzbach in Marzoll. Die Kirchbergquelle ist eine Heilquelle, die Grundlage für den Kurbetrieb in Kirchberg war. Die Quelle, die zur damals eigenständigen Gemeinde Karlstein gehörte, ist ab 1713 – mehr als 100 Jahre bevor das damals noch benachbarte Reichenhall langsam zu einem Kurort wurde – historisch als Heilquelle belegt.

KlimaBearbeiten

Bedingt durch die geschützte Lage im Flusstal der Saalach verfügt Bad Reichenhall trotz seiner alpinen Lage über ein Schonklima. Wegen der Lage und des Klimas wird Bad Reichenhall mitunter als Meran des Nordens beworben.

Bad Reichenhall
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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3
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9
 
 
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7
0
 
 
72
 
3
-4
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org, wetteronline.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bad Reichenhall
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,6 4,8 9,9 14,4 19,3 22,4 24,3 23,6 20 14,3 7,4 3,3 Ø 13,9
Min. Temperatur (°C) -5,3 -4,4 -0,8 3 7,4 10,6 12,2 11,9 8,5 4 0 -3,6 Ø 3,7
Temperatur (°C) -1,4 0,2 4,5 8,7 13,3 16,5 18,2 17,7 14,2 9,1 3,7 -0,2 Ø 8,7
Niederschlag (mm) 62 59 70 84 113 153 152 140 93 75 79 72 Σ 1.152
Regentage (d) 10 9 11 10 14 15 15 13 11 11 10 11 Σ 140
T
e
m
p
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a
t
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2,6
-5,3
4,8
-4,4
9,9
-0,8
14,4
3
19,3
7,4
22,4
10,6
24,3
12,2
23,6
11,9
20
8,5
14,3
4
7,4
0
3,3
-3,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

NachbargemeindenBearbeiten

Inzell Piding Wals-Siezenheim (Österreich)
  Großgmain (Österreich)
Schneizlreuth Bayerisch Gmain

StadtgliederungBearbeiten

 
Ortsteilschild Türk in Marzoll

Bad Reichenhall gliedert sich in fünf Gemarkungen und ist in den Statistiken einschließlich der Kernstadt seit 2015 mit insgesamt zehn Ortsteilen ausgewiesen.[4]

Die gesamte Fläche des Stadtgebiets beträgt 42,04 km², davon sind 568 ha Siedlungs- und Verkehrsflächen, 2547 ha Waldflächen, 588 ha Landwirtschaftsflächen, 171 ha Wasserflächen und 35 ha Erholungsflächen.[2] Die größte Ausdehnung ist von Nordwesten nach Südosten 8,18 km, von Nordosten nach Südwesten 13,08 km.

Türk, der ehemalige Ortsteil von Marzoll, wird heute amtlich nicht mehr ausgewiesen, aber in diversen Veröffentlichungen – auch seitens der Stadt – weiterhin verwendet. Die Ortsteile Froschham sowie die Weiler Vogelthenn und Traunfeld, die alle Teil der Gemeinde St. Zeno waren, sind heute noch in Straßennamen zu finden, werden jedoch nicht mehr ausgewiesen und sind aufgrund durchgehender Bebauung im Stadtbild nicht mehr wahrzunehmen.

Gemarkungen und Ortsteile der Stadt Bad Reichenhall
Gemarkungen Fläche Ortsteile
Bad Reichenhall 518,52 ha Bad Reichenhall, Auf dem Predigtstuhl
St. Zeno 290,10 ha St. Zeno
Karlstein 2553,59 ha Karlstein, Kirchberg, Nonn, Thumsee
Marzoll 581,56 ha Marzoll, Weißbach, Schwarzbach
Forst St. Zeno 260,50 ha
Stadt Bad Reichenhall 4204,27 ha 10 Ortsteile

EingemeindungenBearbeiten

Bad Reichenhall kann aufgrund der geographischen Lage nicht unbegrenzt wachsen und war gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen Kurorten wie dem böhmischen Karlsbad eher klein. Deshalb beschäftigte man sich zu dieser Zeit mit der Idee, die Stadt durch Eingemeindungen wachsen zu lassen. Naheliegend war zu diesem Zeitpunkt, Kirchberg mit dem dortigen Bad- und Kurbetrieb einzugemeinden, um wirtschaftliche und infrastrukturelle Gemeinsamkeiten noch besser nutzen zu können. Der Antrag der Stadt im Jahre 1890 scheiterte jedoch an den Haus- und Villenbesitzern Kirchbergs, die eine höhere Steuerlast fürchteten.

Die erste Eingemeindung erfolgte am 1. Dezember 1905. Der Hauptbahnhof befand sich in der damals noch eigenständigen Gemeinde St. Zeno und der Kurort Bad Reichenhall war in seiner Blütezeit um die Jahrhundertwende bis in das Gebiet der Nachbargemeinde gewachsen. Insbesondere um Verluste durch entgangene Steuereinnahmen zu verhindern, wurde die Eingemeindung seitens der Stadt vorangetrieben. Ein Großteil des Leopoldstals, damals noch Ortsteil von St. Zeno, gehört heute zu Bayerisch Gmain, am 1. Januar 1981 wurde ein Teil des gemeindefreien Gebiets Kirchholz dem Ortsteil St. Zeno zugeschlagen.

Im Zuge der Gebietsreform wurden 1978 Karlstein sowie Marzoll eingemeindet. Zu Karlstein zählt seitdem auch ein Teil des bis dahin gemeindefreien Gebiets Karlsteiner Forst.

Am 1. Januar 2011 wurde die Gemarkung Forst St. Zeno zur Stadt hinzugefügt, Teile davon waren bis dahin gemeindefreies Gebiet.

LandschaftsschutzgebieteBearbeiten

Das Landratsamt Berchtesgadener Land weist für Bad Reichenhall fünf Landschaftsschutzgebiete aus, die sich ganz oder teilweise auf dem Gebiet der Stadt befinden.[5]

 
Landschaftsschutzgebiet Saalachauen, im Hintergrund Ristfeuchthorn und Sonntagshorn
  • Das Landschaftsschutzgebiet Kirchholz umfasst das gesamte Kirchholz, das zum Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Bayerisch Gmain liegt.
  • Ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Lattengebirge gehört zu Bad Reichenhall, eingeschlossen sind die Hochlagen des Lattengebirges zwischen Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Bischofswiesen, Ramsau und Schneizlreuth.
  • Das Schutzgebiet Saalachauen verläuft entlang der Saalach zwischen der Kretabrücke in Bad Reichenhall und der Landesgrenze in der Nähe des Buchenhofs. Neben den Auen direkt an der Saalach in Bad Reichenhall, Nonn, Marzoll und Piding zählt auch der östliche Teil des Fuderheubergs, insbesondere der Strailach, zum Schutzgebiet.
  • Das Landschaftsschutzgebiet Thumsee erstreckt sich von der Thumseestraße in der Nähe des Gasthof Kaitl im Osten über weite Teile des Müllnerbergs im Süden, Schneizlreuth über Weißbachschlucht bis zum Mauthäusl im Westen und von dort über den Höllenbach, den Siebenpalfen, den Listsee im Norden bis ins Nonner Oberland und von dort über das Langackertal bis nach Karlstein. Herzstück ist der Thumsee, ein Naherholungsgebiet und beliebter Badesee.
  • Das Landschaftsschutzgebiet Tumpen und Krumbichl schließt im Südwesten direkt an das Schutzgebiet Kirchholz an, verläuft entlang der Landesgrenze zu Österreich bis Marzoll, von dort folgt es einem Teil der Römerstraße und schließt den unbebauten Bereich südlich des Olympiarings sowie um die Obermühle mit ein.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die amtliche Einwohnerzahl gibt das Bayerische Landesamt für Statistik zum 31. Dezember 2016 mit 17.752 an, davon sind 8.450 männlich und 9.302 weiblich.[6] Die Stadt Bad Reichenhall gibt lt. der Fortschreibung des Einwohnermeldeamtes 19.018 Einwohner zum 1. Januar 2018 an, davon 9.060 männlich und 9.958 weiblich sowie 821 gemeldete Zweitwohnsitze.

 
Einwohnerentwicklung von Bad Reichenhall von 1840 bis 2017
Jahr Einwohner[6]
1840 4.329
1871 4.759
1900 6.879
1925 9.762
1939 13.502
1950 16.814
1961 16.645
1970 17.392
1987 16.342
2007 17.282
2011 16.907
2016 17.752
2017 17.951

AltersstrukturBearbeiten

Der Altersdurchschnitt der Stadt gehört mit 48,8 Jahren zu den höchsten in Deutschland.

 
Alterspyramide Bad Reichenhall
Alter in Jahren Einwohner[6] davon männlich davon weiblich
unter 6 786 415 371
6 bis unter 15 1116 570 546
15 bis unter 18 417 216 201
18 bis unter 25 1179 650 526
25 bis unter 30 1108 602 506
30 bis unter 40 2013 1044 969
40 bis unter 50 2061 1021 1040
50 bis unter 65 3537 1653 1884
65 oder mehr 5535 2276 3259
insgesamt 17752 8450 9302

ReligionBearbeiten

Anlässlich der Volkszählung am 25. Mai 1987 sahen die Zahlen folgendermaßen aus: Seinerzeit waren von 16.342 Einwohnern 11.790 (72,1 %) als römisch-katholisch und 3311 (20,3 %) als evangelisch-lutherisch (einschließlich Freikirchen) gemeldet; die übrigen 1241 (7,6 %) Einwohner waren anderer Konfession oder konfessionslos (davon zwölf jüdischen Glaubens, 364 zählten zu „sonstige religiöse und christliche Gemeinschaften“ und 865 waren „keiner Religionsgesellschaft rechtlich zugehörig“).[7]

Gemäß den Ergebnissen des Zensus 2011 haben sich seit 1987 insbesondere die Anteile ihrer beiden nach wie vor größten christlichen Kirchengemeinschaften bemerkenswert verringert: So waren nur noch 53,7 % der Bewohner von Bad Reichenhall als römisch-katholisch und 17,7 % evangelisch gemeldet, ferner gehörten 1,9 % einer orthodoxen Kirche und 26,4 % einer anderen oder keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an.[8]

Mehrere römisch-katholische Pfarrgemeinden sind heute zur Stadtkirche Bad Reichenhall zusammengeschlossen. Dazu zählen neben den Hauptkirchen St. Zeno, St. Nikolaus, St. Valentin in Marzoll auch die Kirchen der Nachbargemeinden Maria Hilf in Schneizlreuth sowie Nikolaus von der Flüe in Bayerisch Gmain. Ebenfalls von der Stadtkirche werden im Stadtgebiet die Filialkirchen St. Ägidien, St. Johannes, St. Georg, St. Pankraz und mehrere Kapellen wie die Brunnhauskapelle betreut.

Neben einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde (Evangelische Stadtkirche) gibt es in Bad Reichenhall die Evangelischen Freikirchen der Mennoniten Brüdergemeinde und der Freien Christengemeinde.

Ferner gibt es in Bad Reichenhall Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche.

Die Buddhistische Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland (BGJD) hat ihren Sitz und Tempel in Bad Reichenhall und betreut dort die Begegnungsstätte ShinDo.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

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Frühgeschichte, römische Kaiserzeit und erste SalzverarbeitungBearbeiten

 
Frühzeitliches Siedlungsgebiet im Bereich der Schmalschlägerstraße

Funde im Reichenhaller Raum deuten darauf hin, dass bereits während der Glockenbecherkultur (2600 bis 2300 v. Chr.) eine feste Siedlung und weitverzweigte Handelswege vorhanden waren. Richtig belegt wurde dies jedoch erst durch Funde zahlreicher Grabstätten aus der Urnenfelderzeit (1600–750 v. Chr.) im Bereich des heutigen Ortsteils Karlstein. Dort war in der La-Tène-Zeit (450–15 v. Chr.) auch ein keltisches Kultzentrum am „Langackertal“ und eine Münzprägestätte am „Haiderburgstein“.

Inwieweit die Salzproduktion in vorrömische Zeit reicht, ist bisher unklar. Bis zum Erscheinen der Römer 15 v. Chr. wird es sich vermutlich um eine Salzproduktion mit lokaler Bedeutung gehandelt haben.

Aus der römischen Kaiserzeit (15 v. Chr.–480 n. Chr.) stammen Funde einer anspruchsvollen Villenkultur in Marzoll und Fager (Ortsteil Karlstein), die Siedlung gehörte zur römischen Provinz Noricum. Die Römer forcierten die Salzproduktion und machten ad salinas zur leistungsfähigsten Saline im gesamten Alpenraum. Die hier auf natürliche Weise dem Erdboden entspringenden Solequellen wurden gefasst und die Sole in tönernen Öfen versotten.

Eine bajuwarische Besiedelung der Merowingerzeit (480 bis 700), ist durch zahlreiche Grabstätten im Ortsteil Kirchberg belegt. Spuren einer zugehörigen Siedlung aus dieser Zeit wurden bisher nicht gefunden, in Frage kommen der Altstadtbereich oder der Kirchberg, aber auch andere Bereiche in der Umgebung.

HallgrafschaftBearbeiten

Ab etwa 700 hatte der Ort den Namen Hal, von germanisch *hel-/*hal- „Abhang, Neigung, Schräge“, von dem sich auch das Wort Saline herleitet.[10]

Auf Grund einer Schenkung des Bayernherzogs Theodo an den ersten Bischof von Salzburg und später heiliggesprochenen Rupert besaß das Bistum Salzburg ein Drittel der Saline. Damit war Reichenhall für etwa 500 Jahre der wichtigste Wirtschaftsstandort für die Salzburger Kirche. (Der Legende nach hätte der Heilige Rupert im Jahre 696 die während der Völkerwanderungszeit vergessenen Solequellen wiederentdeckt und damit die Saline zu einer neuerlichen wirtschaftlichen Blüte gebracht.) Durch den Handel mit Salz aus Reichenhall entstand noch vor der ersten Jahrtausendwende der Handelsweg „Goldener Steig“, der sich zum bedeutendsten in Süddeutschland und Böhmen entwickelte.

Um 1070 bildete sich unter dem Grafen Arnold von Dießen eine eigene Hallgrafschaft heraus, die den Salzhandel organisierte und überwachte. Sie blieb in der Familie, bis der Hallgraf Engelbert von Attel und Reichenhall 1161 starb und dessen Sohn Gebhard II. 1169 in das Kloster Reichersberg eintrat. Daraufhin übernahm Herzog Heinrich der Löwe selbst die Hallgrafschaft und damit die Kontrolle über einen Großteil der süddeutschen Salzgewinnung.[11]

1144 ist in einer Urkunde von St. Zeno erstmals ein „castrum Halla“ belegbar, 1159 die Bezeichnung als civitas, ab 1285 als stat.[12] Die Bezeichnung als civitas nahm die Stadt Bad Reichenhall 2009 zum Anlass, das 850-jährige Stadtjubiläum zu feiern.[13]

Entwicklung von Territorialstaaten und SalinenkonkurrenzBearbeiten

Die Epoche war geprägt von der Entwicklung von Territorialstaaten und von Konkurrenz für die Reichenhaller Saline. Auf der einen Seite betrieb Salzburg die Verselbständigung vom Herzogtum Baiern, auf der anderen Seite entwickelte sich auch das Herzogtum zu einem Territorialstaat. Der Herzog übernahm zahlreiche der durch aussterbende Geschlechter frei gewordenen Grafschaften unmittelbar.[14] In diesen Spannungsfeld begann sich zudem südlich von Reichenhall mit der späteren Fürstpropstei Berchtesgaden ein weiteres eigenständiges geistliches Fürstentum zu etablieren.

Im Mittelalter waren neben dem Erzbischof von Salzburg Bürger aus Reichenhall sowie das Kloster Sankt Zeno in Besitz der Solequellen und der ehernen Sudpfannen, die die alten Tonöfen abgelöst hatten.

1156 bestätigte Kaiser Friedrich Barbarossa in der Goldenen Bulle dem Klosterstift Berchtesgaden verschiedene Rechte, insbesondere die Forsthoheit. Das Stift betrieb auch eine zunehmende Salzproduktion und stieg in den Vertrieb seines Salzes über das eigene Gebiet hinaus ein.[15] 1185 kaufte der Salzburger Erzbischof Adalbert III. von Böhmen die Salzlagerstätten am Dürrnberg und nahm dort die Salzproduktion wieder auf. Die Monopolstellung der Reichenhaller Saline war damit gebrochen.

1193 drangen über den Pass Hallthurm Bewaffnete aus Reichenhall (das heutige Bad Reichenhall) ins Gebiet des Berchtesgadener Klosterstifts ein, vermauerten die Bergstollen am Gollenbach und zerstörten die Salzpfannen. Darüber hinaus verweigerte Reichenhall dem Stift den Zins für seine Brunnenanteile an den Reichenhaller Salzquellen. Parallel dazu gab es auch Auseinandersetzungen zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem Berchtesgadener Stift.[16][17][18]

Drei Jahre später führte 1196 eine Strafexpedition des Salzburger Erzbischofs gegen Reichenhall wegen nicht entrichteter Zehenten zur nahezu völligen Vernichtung, von der lediglich das Kloster St. Zeno verschont blieb.[19] Die Stadt wurde später auf kleinerer Fläche neu errichtet und erhielt als Schutz ihre (heute noch teilweise erhaltene) Stadtmauer sowie zur Überwachung der Stadt durch Salzburg die heute nicht mehr vorhandene Hallburg am Streitbichl. Da die Saline in Reichenhall nun völlig zerstört war, hatte die Salzburger Saline in Hallein, die das Dürrnberger Salz verarbeitete, nun die besten Voraussetzungen, die Marktführerschaft im Salzhandel zu übernehmen. Dies stärkte die Reichenhaller allerdings in ihrem Bestreben nach Unabhängigkeit von der Salzburger Hoheit.[20]

Nachdem die Linie der Grafen von Peilstein mit Friedrich VI. (IX.) 1218 erloschen war, geriet das Herzogtum Bayern (vermutlich unter Ludwig I.), das seine Herrschaft über Reichenhall mehr und mehr zu festigen suchte, mit Salzburg über die zurückgefallenen Güter in Streit.[21][22][23] Nach Vermittlung des Regensburger Bischofs Konrad IV. und des Pfalzgrafen Rapoto II. von Ortenburg wurden die Rechte in und um Reichenhall geteilt, wobei dem Herzog im Anschluss das Landgericht bis an den „Steinbach hinter Melleck“ zugesprochen wurde.[24] Durch eine spätere Übereinkunft (11. Juli 1228) ging jedoch auch noch die plainische Grafschaft Mittersill (Oberpinzgau) nebst Unterpinzgau an Salzburg über.[24]

Namensgebung und herzoglich bayerische InvestitionenBearbeiten

 
Herzog Georg der Reiche kaufte um 1500 die meisten Reichenhaller Siedebetriebe

1323 wurde die Stadt erstmals unter dem Namen Reichenhalle erwähnt.[25]

Ab 1493 begann Herzog Georg der Reiche, die meisten Reichenhaller Sudhäuser aufzukaufen. Nach seinem Tod führte sein Nachfolger Albrecht IV. die Verstaatlichung und damit die Monopolisierung der Salzerzeugung in Reichenhall fort. Er beauftragte auch Erasmus Grasser, einen neuen Salzbrunnen anzulegen sowie ein neues Brunnhaus aus Stein samt Kapelle zu erbauen. Die Arbeiten waren 1512 abgeschlossen.

Nachdem 1515 die Bademagd Christine die Wohnung ihrer Nachbarin aus Rache angezündet hatte, starben bei dem daraus folgenden Stadtbrand etwa 200 Menschen.

Das unerwünschte Süßwasser im Solebrunnen unter der Saline wurde durch den ab 1520 künstlich angelegten Grabenbach abgeleitet. Über vier Kilometer lang fließt noch heute das Wasser teils unter- und teils oberirdisch bis zum Ortsteil Marzoll, wo der Grabenbach die Saalach mündet.

Nach einer umfangreichen Waldbeschau und langwierigen Verhandlungen wurde 1529 der Mühldorfer Vertrag geschlossen. Wesentlicher Bestandteil des Vertrages war das Waldbuch, in dem die Grenzen der Salinenwälder festgelegt wurden und das alle Bestimmungen und Richtlinien enthielt, um ein geregeltes und nachhaltiges Schlagen von Holz und damit die Versorgung der Saline mit Brennholz zu sichern.[26]

Herzoglich bayerisches StaatsmonopolBearbeiten

1619 hatte lediglich noch das Kloster St. Zeno einen eigenen Salinenbetrieb. Das Salzwesen war weitgehend zu einem herzoglich bayerischen Staatsmonopol und damit erneut Bayerns wichtigster Wirtschaftszweig geworden, der dem Herzogtum enorme Steuereinnahmen sicherte.

1613 wurde bei Ausbesserungen am Brunnenschacht in der Saline eine weitere ergiebige Solequelle entdeckt. Da die Saline – insbesondere wegen der Versorgung mit Brennholz – bereits an ihrer Kapazitätsgrenze arbeitete, beschloss man die überschüssige Sole über ein Rohrleitungssystem zu einer Filialsaline zu leiten. Die Wahl fiel auf Traunstein, da die Wälder am Oberlauf der Traun holzreich und im Besitz Bayerns waren. Die Soleleitung wurde zwischen 1617 und 1619 errichtet.

Als Maßnahme zur Einsparung von Energie wurden ab 1745 Gradierwerke errichtet, die schließlich eine Länge von 720 Metern erreichten und damit landschaftsprägend für das Reichenhaller Tal waren.

Wegen zunehmender Beschwerden über schwere Qualitätsmängel des Salzes entschied man sich für umfassende Modernisierungsmaßnahmen der Reichenhaller Saline unter der Leitung von Johann Sebastian von Clais. Zwischen 1782 und 1784 ließ er u. a. ein neues Sudhaus mit neuen Sudpfannen einrichten, welche die Abwärme besser nutzten. Dank der daraus resultierenden Produktivitätssteigerung inkl. der erheblichen Einsparung von Brennholz amortisierten sich die immensen Baukosten von 100.000 Gulden schon nach kurzer Zeit.[27]

1801 wurde die erste Apotheke in Reichenhall eröffnet. Diese existiert bis heute und trägt seit dem späten 19. Jahrhundert den Namen Kur-Apotheke.

Von 1808 bis 1810 wurde die Soleleitung nach Traunstein von Georg von Reichenbach bis nach Rosenheim verlängert. Dort konnte man auf die Wälder des 1803 säkularisierten Klosters Tegernsee zurückgreifen. Die Salzproduktion sollte damit auf mehrere Standorte verteilt und um 75 % erhöht werden.

Während des Tiroler Volksaufstandes wurde die Stadt, in der Bevölkerung, Vieh und Nahrung aus den umliegenden Dörfern und Einödhöfen in Sicherheit gebracht wurden, im September und Oktober 1809 von den Tirolern unter Josef Speckbacher belagert. Die Stadtmauer bewies ein letztes Mal ihren militärischen Wert und bewahrte die Stadt vor Eroberung und Plünderung. Am 17. Oktober 1809 gingen die Verteidiger zum Gegenangriff über. Alle verfügbaren Förster, Jäger, Holzknechte und Gebirgsschützen unter dem Kommando des Revierförster Ferstl, dem Jaga-Steffi und dem Kugelbachbauern Paurögger umgingen die gegnerischen Stellungen und griffen diese, unterstützt durch die Truppen der Stadt an. Die Tiroler wurden an diesem Tag vernichtend geschlagen.

Nachdem Berchtesgaden 1810 dem Königreich Bayern angegliedert wurde, beauftragte man Georg von Reichenbach 1817 eine 29 km lange Soleleitung vom Salzbergwerk Berchtesgaden nach Reichenhall zu bauen. Noch heute kommt ein Teil des in Bad Reichenhall erzeugten Salzes von dort.

Großer Stadtbrand von 1834Bearbeiten

 
Zeitgenössisches Gemälde des Stadtbrandes von 1834

Der Stadtbrand von 1834 brach am 8. November 1834 gegen 22:30 Uhr aus, als brennender Ruß, der aus dem Kamin des Karl-Theodor-Sudhauses entwichen war, das hölzerne Dach des Sudhauses in Brand steckte. Dieser breitete sich – begünstigt durch starken Wind aus Südwest – auf einen großen Teil der Stadt aus und ging als letzter großer Stadtbrand in die Geschichte ein. Erst im Laufe des folgenden Tages konnte das Feuer gelöscht werden.

278 der 302 Häuser der Stadt waren, ebenso wie die Anlagen der Saline einschließlich Brunnhaus, Brunnhauskapelle, Sudhäuser und der Salinenverwaltung, völlig zerstört. Auch Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung wurden in Mitleidenschaft gezogen und das 800 Schritt von der Stadt entfernte Schloß Achselmannstein wurde ein Raub der Flammen. Die Gradierwerke, die sich außerhalb der Stadtmauern befanden, wurden von den Flammen verschont, ebenso die wichtigen Handwerksbetriebe der Saline wie die Kufersäge und die Hammerschmiede. Über die Zahl der Todesopfer gibt es unterschiedliche Quellen, in dieser Nacht fanden in der Stadt etwa ein Dutzend Menschen den Tod.

 
Alte Saline in Bad Reichenhall

Nach dem Willen König Ludwig I. sollte der Neubau der Saline nicht nur ein funktionaler, sondern auch ein repräsentativer Bau sein. In seiner Gunst standen die Architekten Friedrich von Gärtner und Joseph Daniel Ohlmüller, die maßgeblich am Wiederaufbau der Salinengebäude beteiligt waren. König Ludwig I. stellte zudem 10.000 Gulden als zusätzliche Finanzhilfe zur Verfügung, um an die Saline angrenzende Bürgerhäuser zu erwerben. Einerseits sollten damit großzügige Freiflächen geschaffen werden, um das Übergreifen eines Feuers auf den Rest der Stadt zu verhindern oder wenigstens zu erschweren und andererseits auch die repräsentative Größe der Anlagen zu ermöglichen. Insgesamt wurden 51 Brandstätten erworben. Gärtner und Ohlmüller waren Friedrich von Schenk unterstellt, der zur damaligen Zeit Direktor der Salinenadministration war. Gärtner war alleine für Planung und Bau des Beamtenstocks zuständig, der Sitz der Salinenverwaltung wurde. Spatenstich war am 30. April 1836, das Gebäude war nach dreijähriger Bauzeit 1839 als erster Bau der neuen Anlage fertiggestellt.

Friedrich von Schenk und Daniel Ohlmüller planten den Neubau der Saline. Es ist nicht überliefert, wer für welchen Teil der Anlage zuständig war. Sichergestellt ist, dass von Schenk die technischen Anlagen im Hauptbrunnhaus – insbesondere die mächtigen oberschlächtigen Wasserräder und die Pumpen – konstruierte und Ohlmüller sich überwiegend für die Planung der neuen Brunnhauskapelle verantwortlich zeigte. 1838 erfolgte die Grundsteinlegung des Hauptbrunnhauses, ab 1840 waren die Pumpen in Betrieb. Das erste Sudhaus nahm 1844 den Betrieb auf, das letzte war 1851 fertiggestellt.

Die inzwischen Alte Saline genannte Saline war bis 1929 in Betrieb und ist heute noch als Industriedenkmal zu besichtigen. Auf dem Florianiplatz haben die Anwohner, als Dank dafür dass ihre Häuser erneut vom Feuer verschont wurden, 1885 den Florianibrunnen erbaut.

Entwicklung zum WeltkurortBearbeiten

Im benachbarten Kirchberg, das inzwischen ein Teil von Bad Reichenhall ist, wurde die Kirchbergquelle 1713 als Heilquelle erstmals belegt. 1846 eröffnete Ernst Rinck mit der Sole- und Molkenkuranstalt Achselmannstein den ersten Kurbetrieb in Reichenhall. Zwei Jahre zuvor übernahm Mathias Mack die heutige Kur-Apotheke. Ebenfalls 1844 wurde Mack zum Bürgermeister gewählt. In seiner Eigenschaft als Apotheker, Bürgermeister und Geschäftsmann begründete Mack gemeinsam mit dem Hotelier Rinck den Kurbetrieb in Reichenhall. Es dürfte Macks Verdienst gewesen sein, dass König Maximilian II. im Sommer 1848 einen Kuraufenthalt in Reichenhall machte. Mack hatte den König Anfang des Jahres bei einem Besuch in die Stadt eingeladen. Dem König folgte bald der Adel Deutschlands, Österreich-Ungarns und vor allem Russlands. 1856 gelang Mack erstmals die Gewinnung von Latschenkiefernöl, das in der Folge ein wichtiges Kurmittel wurde. Bis zur Jahrhundertwende entstanden unzählige Villen, Hotels und Kurbetriebe, insbesondere im Kurviertel. 1854 wurde die erste Ausstellung des Heimatmuseums präsentiert, für die Mack seine Sammlung von Versteinerungen und Mineralien spendete. Ab 1868 wurde schrittweise der Kurgarten durch Carl von Effner gestaltet und das Kurorchester gegründet. 1866 wurde die Eisenbahnlinie von Freilassing nach Reichenhall eröffnet. Dies erleichterte die Anreise der Kurgäste und den Vertrieb des Reichenhaller Salzes. Zwischen 1878 und 1880 wurde in der Nähe der Triftanlagen ein modernes Krankenhaus errichtet. 1888 war die Verlängerung der Bahnstrecke bis nach Berchtesgaden abgeschlossen. Zwischen 1889 und 1890 wurde die Luitpoldbrücke über die Saalach errichtet, welche die ehemalige Lange Brücke ersetzte. Am 15. Mai 1890 nahmen die Elektricitäts-Werke Reichenhall den Betrieb auf. Am Kirchberger Mühlbach wurde mit Wasserkraft Strom für 2000 Glühlampen in Karlstein und Bad Reichenhall erzeugt. Es war das erste öffentliche Wechselstromkraftwerk Deutschlands und das erste öffentliche Elektrizitätswerk in Bayern.

 
Schaden an der Luitpoldbrücke nach dem Hochwasser 1899

Seit dem 7. Juni 1890 darf die Stadt auf Verfügung des bayerischen Prinzregenten den Zusatz Bad führen.[28] Neun Jahre später wurde sie königlich bayerisches Staatsbad. 1892 wurde die Befeuerung der Sudpfannen der Alten Saline auf Steinkohle umgestellt. Ein Hochwasser beschädigte am 14. September 1899 die Triftanlagen der Stadt, ein Bogen der Luitpoldbrücke wurde durch das Hochwasser so schwer beschädigt, dass er einstürzte. 1900 wurde das Kurhaus errichtet, das direkt an den Kurgarten grenzt und bis heute als Altes Kurhaus existiert. Am 1. Dezember 1905 wurde der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde St. Zeno der Stadt Bad Reichenhall und der andere Teil der Gemeinde Gmain angegliedert.[28] 1911 wurde das erste Sanatorium in Bad Reichenhall eröffnet. Am 1. Januar 1914 nahm das Saalachkraftwerk den Dienst auf. Der dort erzeugte Strom wurde verwendet, um die Bahnstrecke von Freilassing nach Berchtesgaden zu elektrifizieren. Dort wird bis heute Strom erzeugt und damit ist das Saalachkraftwerk eines der ältesten Bahnkraftwerke Deutschlands, das sich noch in Betrieb befindet.

Während eines Kurkonzertes im Garten des Axelmannstein wurde die Telegrammnachricht von der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgerehepaares in Sarajevo angeschlagen. An dem Tag war Erzherzog Ludwig Viktor, der jüngste Bruder Kaiser Franz Josephs, im Garten des Axelmannstein anwesend, der daraufhin die Stadt sofort in Richtung Salzburg verließ. Während des Ersten Weltkriegs gingen die Gästezahlen in der Stadt deutlich zurück, in vielen Kuranstalten und Hotels wurden Lazarette eingerichtet.

Zeit der Weimarer RepublikBearbeiten

In der frühen Zwischenkriegsära gab es eine intensive Bautätigkeit. Im industriellen Bereich wurde die heutige Neue Saline errichtet, im Kur- und Tourismussektor die Predigtstuhlbahn und das Kurmittelhaus, die Stadt investierte in das Städtische Krankenhaus. Dadurch kam es ab der Mitte der 1920er Jahre zu einem wirtschaftlichen Wiederaufschwung in Bad Reichenhall. Der eigene Flughafen „Mayerhof“ sorgte für die Anbindung an den aufkommenden Flugverkehr, welcher ab 1926 durch die Deutsche Lufthansa betrieben wurde.[29]

Zeit des NationalsozialismusBearbeiten

Der von Adolf Hitler für seinen zweiten Regierungssitz bei Berchtesgaden in Auftrag gegebene Flughafen Reichenhall-Berchtesgaden sollte erst auf dem bestehenden Reichenhaller Flugplatz „Mayerhof“ eingerichtet werden, wurde dann jedoch am 21. Januar 1934 im benachbarten Ainring offiziell eingeweiht.

Im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht wurde Bad Reichenhall ab 1934 Garnisonsstadt. In der damals eigenständigen westlichen Nachbargemeinde Karlstein entstand hierfür eine neue Kaserne, die, wie von Anfang an geplant, „mit Wirkung ab 1. Juli 1937“ durch einen Regierungsbeschluss in die Gemarkung Bad Reichenhall eingemeindet wurde und bis heute baulich nahezu unverändert existiert. 1939 war die Kaserne Standort des III. Btl. des Gebirgsjäger-Regimentes 100 mit Regimentsstab und 16. Panzer-Abwehr-Abteilung unter dem Kommando von Oberstleutnant Utz. Außerdem waren die I. Abteilung des Gebirgs-Artillerie-Regimentes 79 und eine Sanitätsstaffel in Bad Reichenhall untergebracht.

 
Gedenktafel für Opfer des Bombenangriff an einem Gebäude der Alten Saline

Der alliierte Bombenangriff vom 25. April 1945 forderte kurz vor Kriegsende mindestens 215 Todesopfer. Die Kaserne mit ihren zahlreichen Lazaretten hingegen hatte keine nennenswerten Schäden zu verzeichnen.

NachkriegszeitBearbeiten

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Bad Reichenhall zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete in der nicht mehr von Soldaten genutzten Kaserne ein Lager zur Unterbringung sogenannter Displaced Persons ein.

Die 1933 verliehene Reichenhaller Ehrenbürgerwürde an Paul von Hindenburg sowie an die prominenten Vertreter des Nationalsozialismus Adolf Hitler, Franz Ritter von Epp, Ernst Röhm und Adolf Wagner wurde ihnen am 4. Januar 1946 wieder aberkannt.

 
Heutiger Standort der Spielbank im Kurgastzentrum mit Theater (2012)

1955 wurde in Bad Reichenhall Bayerns erste Spielbank errichtet.[30]

Drei Jahre nach Gründung der Bundeswehr zog 1958 wieder eine Gebirgsjägertruppe in die Bad Reichenhaller Kaserne ein. Ab dem 13. Juni 1966 nach dem Antisemiten und ehemaligen Wehrmachtsgeneral der Gebirgstruppe Rudolf Konrad in General-Konrad-Kaserne benannt, erhielt sie nach jahrzehntelangen Protesten am 1. August 2012 den Namen „Hochstaufen-Kaserne“.[31]

Ab der GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern verlor Bad Reichenhall am 1. Juli 1972 den Status als kreisfreie Stadt und wurde in den neu geschaffenen Landkreis Bad Reichenhall eingegliedert. Dieser umfasste neben der Stadt Bad Reichenhall den Landkreis Berchtesgaden und den südlichen Teil des Landkreises Laufen. Als ehemals kreisfreie Stadt wurde Bad Reichenhall zur Großen Kreisstadt erhoben. Ob Bad Reichenhall Kreisstadt des neuen Landkreises würde, war vorerst offen. Der neu zusammengetretene Kreistag sprach sich für Freilassing aus, auch Berchtesgaden war im Rennen. Die bayerische Staatsregierung entschied aber schließlich zugunsten von Bad Reichenhall. Dagegen musste die Kurstadt am 1. Mai 1973 hinnehmen, dass ihr Name nicht der Landkreisname blieb. Der Landkreis erhielt seinen heutigen Namen (Landkreis Berchtesgadener Land). Das Amtsgericht Bad Reichenhall wurde am 1. Juli 1973 aufgehoben und der bisherige Gerichtssprengel dem des Amtsgerichts Laufen zugeschlagen.

Im Zuge der Gebietsreform auf Gemeindeebene wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Karlstein und Marzoll am 1. Mai 1978 eingemeindet.[32]

Im Mai 1980 wurde im neu errichteten Landratsamt in Bad Reichenhall die Arbeit aufgenommen und im Gegenzug die Außenstelle des Landratsamtes in Berchtesgaden aufgelöst. Die Kreisstadt erhielt allerdings nicht alle zentralen Einrichtungen des Landkreises und auch landkreisweit zuständige Behörden anderer Gebietskörperschaften verblieben an anderen Orten (z. B. Finanzamt, allgemeine Berufsschule, Knabenrealschule oder das bereits erwähnte Amtsgericht) insbesondere in dem ehemaligen Kreishauptort Berchtesgaden bzw. der ehemaligen Kreisstadt Laufen.

Am 1. Januar 1981 wurde das gemeindefreie Gebiet Kirchholz aufgelöst und zwischen Bayerisch Gmain und Bad Reichenhall (Gemarkung St. Zeno) aufgeteilt. Auch die Gemarkung Kirchholz wurde aufgelöst.

Im November 1982 kam es auf der B 20 in der Ortsdurchfahrt nahe dem Gaswerkgelände zu einer Brandkatastrophe mit einem Tanklastzug. Sie forderte ein Todesopfer, sieben Anwohner wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Übergreifen auf die Tankstelle konnte verhindert werden.[33]

Im September 1993 wurde das Wirtsleute-Ehepaar des Reichenhaller Hauses am Hochstaufen Opfer eines Raubmordes. Die beiden 14- und 16-jährigen kroatischen Täter wurden 1994 von einem kroatischen Gericht zu acht bzw. 14 Jahren Haft verurteilt.

Nach der Gesundheitsreform von 1996Bearbeiten

 
Rupertustherme

Mit der Gesundheitsreform von 1996 wurden u. a. auch Kuren als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sehr eingeschränkt. Dies führte in Bad Reichenhall zu einem spürbaren Rückgang der Kurgastzahlen und damit auch zu großen Verlusten bei einer bislang großen Einnahmequelle für die Stadt. Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier und der Kurdirektor versuchten mit auf „Verjüngung“ angelegten Angeboten und öffentlichen Investitionen in Höhe von 50 Mio. DM eine neue Zielgruppe als Gäste der Stadt anzusprechen.[34] Wiewohl Heitmeier bis zum Ende seiner Amtszeit 2006 die Erneuerung der städtischen Fußgängerzone vollzogen, eine neue Therme eröffnet und die Errichtung eines international beachteten Forschungszentrums für Höhendruckkammern im historischen Kurmittelhaus in Angriff genommen hatte, musste er sich die Kritik gefallen lassen, den „einst mondänen Kurort“ nach der Gesundheitsreform „zu langsam neu ausgerichtet zu haben“.[35]

Am 1. November 1999 kam es zu einem Amoklauf in Bad Reichenhall, bei dem ein 16-jähriger vier Passanten tötete und fünf weitere Personen schwer verletzte, darunter den Schauspieler Günter Lamprecht und seine Lebensgefährtin Claudia Amm. Nach der Tat beging der Amokschütze Selbstmord.[36][37]

Seit Anfang der 2000er ist die Stadt bestrebt, nachhaltigen Tourismus voranzutreiben. 2001 wurde sie zur Alpenstadt des Jahres gekürt und einige Jahre später Mitglied bei Alpine Pearls.[38] 2005 wurde die Rupertustherme mit Baukosten von 32 Mio. Euro errichtet, um die Stadt an den veränderten Gesundheitsmarkt anzupassen. Gleichzeitig musste allerdings die Instandhaltung und Renovierung bereits bestehender Einrichtungen und Gebäude häufig hinter der Schaffung neuer Prestigebauten zurückstehen. (→Siehe dazu auch den Abschnitt: Tourismus.)

 
Gedenkstätte für die Opfer des Eishalleneinsturzes

Am 2. Januar 2006 forderte der Einsturz der Eislaufhalle Bad Reichenhall 15 Menschenleben, darunter 12 Kinder und Jugendliche; 34 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Trotz eines Bürgerentscheides, bei dem sich 53 % der abstimmenden Reichenhaller für die Errichtung einer neuen Eis- und Schwimmhalle an diesem Standort aussprachen, hielt die Stadt an der Planung einer Touristik-Hochschule auf dem Gelände fest, die ab September 2009 als Campus Bad Reichenhall der IUBH School of Business and Management errichtet werden sollte.[39][40] Der Campus befindet sich jedoch heute bei der Hotelfachschule, nachdem die Hochschule 2013 den Erbpachtvertrag für das Gelände der eingestürzten Eislaufhalle wegen absehbar unzureichender Auslastung nicht verlängert hat.[41] Der größte Teil des Geländes ist nach wie vor unbebaut.

Ein brennender Bergwald am Thumsee forderte ab dem 13. April 2007 elf Tage die Einsatzkräfte. Drei Tage lang wurde vom Landratsamt Katastrophenalarm ausgelöst, um die internationalen zivilen, militärischen und privaten Kräfte, einschließlich bis zu zwölf Hubschraubern, zu koordinieren. Personen kamen nicht zu Schaden.

Ab Ende 2007 war eine Diskussion um eine von Harry Vossberg initiierte und von Angerer dem Älteren entworfene, über 50 m hohe Christusstatue auf dem Hausberg Predigtstuhl im Gange. Die neu geplante Statue wäre damit 22 m höher geworden als das Vorbild in Rio de Janeiro. Das Vorhaben wurde im September 2008 vom Stadtrat abgelehnt.[42]

Ein Bürgerentscheid von 2013 über die seit Jahren geplante Bundesstraßenumfahrung von Bad Reichenhall in zwei Tunneln erreichte das notwendige Quorum nicht. Nur etwas mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten ging zur Abstimmung. Und ohne die Zustimmung der Bad Reichenhaller Bürger erachtete der seinerzeit als Bundesverkehrsminister wie auch als Bundestagsabgeordneter zuständige Peter Ramsauer (CSU) die Chancen für die Umsetzung einer solchen Bundesstraßenumfahrung für sehr gering.[43]

Im Juli 2014 rückte Bad Reichenhall in den Fokus der Öffentlichkeit, als ein in der Hochstaufen-Kaserne stationierter Bundeswehrsoldat in der Nacht nach dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in der Innenstadt mit einem Kampfmesser knapp 30 Mal auf einen einheimischen Rentner einsticht und diesen tödlich verletzt. Eine weitere 17-jährige verletzt er schwer, als er diese in ein Auge und in die Brust sticht. Nach einer internationalen Fahndung wird der Täter knapp drei Wochen nach der Tat im norwegischen Trondheim gefasst und im Juli 2015 zu 14 Jahren Haft verurteilt.

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014[44]
Wahlbeteiligung: 41,7 % (2008: 45,9 %)
 %
40
30
20
10
0
38,1 %
23,6 %
20,3 %
13,4 %
4,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,1 %p
-4,2 %p
+6,1 %p
-0,3 %p
+0,5 %p

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat Bad Reichenhall umfasst 24 Stadträte und den Oberbürgermeister. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt dar:

CSU: 10 Sitze (einschl. OB)
FWG: 6 Sitze
GRÜNE/Bürgerliste: 5 Sitze
SPD: 3 Sitze
FDP: 1 Sitz
 
Rathaus in Bad Reichenhall

Gegenüber der Wahl 2008 hat die CSU einen Sitz verloren, Die Grünen/Bürgerliste errangen einen Sitz hinzu. Sonst gab es keine Veränderungen.

OberbürgermeisterBearbeiten

Bei der Stichwahl am 26. März 2006 setzte sich Herbert Lackner (CSU) gegen den seit 1988 im Amt befindlichen OB Wolfgang Heitmeier (FWG) durch und ist seit 1. Mai 2006 neuer Oberbürgermeister. Bei der Wahl am 11. März 2012 erreichte Lackner im ersten Wahlgang 48,2 % der Stimmen und musste in der Stichwahl am 25. März gegen den parteilosen Kandidaten der Grünen Manfred Hofmeister antreten, der 18,2 % erhielt.[45] Bei der Stichwahl am 25. März wurde Herbert Lackner mit 56,0 % der Stimmen erneut zum Oberbürgermeister gewählt.[46]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von silber und gold. Vorn ein blaues Rautenmuster. Hinten ein rechtsgewendeter rot bezungter und rot bewehrter schwarzer Panther.“[47]

Bedeutung: Das weiß (silber)-blaue Rautenmuster zeugt von der langen Zugehörigkeit der Stadt zum Machtbereich der Wittelsbacher. Das Rautenmuster stammt ursprünglich aber aus dem Wappen der Grafen von Bogen. Die Wittelsbacher übernahmen es später. Der Panther stammt aus dem Wappen der Grafen von Ortenburg. Das Stadtwappen entspricht dem Hoheitszeichen von Niederbayern, zu dem Reichenhall ursprünglich gehörte (1255–1506).[47]

Ältere Wappen: Das älteste bekannte Siegel zeigte das Agnus Dei im 13. Jahrhundert. Im selben Jahrhundert, vermutlich im Zeitraum der Stadtgründung, erschienen schon das Rautenmuster und der Panther im Wappen.[47]

Die Wappenführung wurde 1929 richtiggestellt auf der Rechtsgrundlage, dass das Wappen im Siegel überliefert ist (Siegelführung seit dem 13. Jahrhundert belegt).[47]

WahlkreiseBearbeiten

Bad Reichenhall gehört zum Bundestagswahlkreis Traunstein und zum Stimmkreis Berchtesgadener Land für Landtags- und Bezirkstagswahlen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

PhilharmonieBearbeiten

Eine Kurmusik wurde 1858 erstmals als „Bademusik“ unter der Leitung des Stadtthürmermeisters erwähnt. 1868 gründete Joseph Gung’l die heute noch bestehende Bad Reichenhaller Philharmonie. Heute ist die Bad Reichenhaller Philharmonie ein ganzjährig spielendes anerkanntes Kulturorchester mit einem weitgespannten Repertoire.

MuseenBearbeiten

Das Heimatmuseum ist im ehemaligen Getreidestadel, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde, untergebracht. Das Museum ist seit 2006 wegen Sanierung geschlossen. Das Salzmuseum befindet sich in der Alten Saline, die nach dem großen Stadtbrand von 1834 nach den Plänen von Friedrich von Schenk und Joseph Daniel Ohlmüller errichtet wurde. In Bad Reichenhall gibt es zudem noch ein Faschingsordenmuseum.

BauwerkeBearbeiten

BauensemblesBearbeiten

In der Stadt Bad Reichenhall sind fünf Bereiche als Bauensembles definiert und in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Ein großer Teil der Gebäude der Ensembles sind zusätzlich als Einzeldenkmal in die Denkmalliste eingetragen.

Das Ensemble Obere Stadt rund um den Florianiplatz bildet den ältesten Teil der Stadt, der mehr als einmal von Stadtbränden – zuletzt beim großen Stadtbrand von 1834 – sowie von der Bombardierung 1945 ganz oder teilweise verschont wurde. Viele Häuser am Florianiplatz reichen im Kern mindestens bis ins Mittelalter zurück, teilweise wird sogar vermutet, dass Teile der Häuser noch aus der Römerzeit stammen.

Direkt nördlich an das Ensemble Obere Stadt schließt das Ensemble Alte Saline an, dessen Kern die nach dem Stadtbrand 1834 neu errichtete, heute Alte Saline mit Sudhäusern, Magazinen, Solereserven und der Brunnhauskapelle bildet. Zum Ensemble gehören auch die Salinenstraße, der Beamtenstock gegenüber der Saline sowie der Obere und der Untere Lindenplatz.

Ein weiteres Ensemble ist das Ensemble Rathausplatz, das westlich an das Ensemble der Alten Saline anschließt und die Häuser am Rathausplatz sowie den Platz selbst mit Wittelsbacherbrunnen umfasst. Ebenso wie der Großteil der Häuser im nördlich anschließenden Ensemble Poststraße wurde auch der Rathausplatz ein Opfer der Flammen des Stadtbrandes von 1834. Die meisten Häuser dort stammen deshalb aus der Zeit des Wiederaufbaus um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Etwas isoliert von den anderen Ensembles liegt das Ensemble Kurviertel, das sich zwischen Bahnhofstraße und Salzburger Straße nördlich des Kurgartens erstreckt. Die dortigen Villen entstanden größtenteils zur Blütezeit des Kurortes Bad Reichenhall um die Jahrhundertwende.

Kur, Gesundheit und FremdenverkehrBearbeiten

Aus der Anfangszeit des Kurbetriebes in Bad Reichenhall stammen das Grandhotel Axelmannstein sowie die Kur-Apotheke. Hotelier Ernst Rinck und der Apotheker und Bürgermeister Mathias Mack waren ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die treibende Kraft, um einen Kurbetrieb in der Stadt zu etablieren. Die anfängliche Sole- und Molkenkuranstalt Axelmannstein wurde zwischen 1909 und 1911 durch den damaligen Besitzer Alois Seethaler abgerissen und in der heutigen Form neu aufgebaut, die Kur-Apotheke ist die älteste Apotheke der Stadt, seit einem Umzug 1872 befindet sie sich im ehemaligen Bauernbräu in der Ludwigstraße.

Der Kurgarten wurde ab 1868 durch Carl von Effner angelegt. Zum Kurgarten gehören heute das Gradierhaus von 1910, das als Freiluft-Inhalatorium die vorherigen Gradierwerke ersetzt, sowie die Wandelhalle mit Konzertrotunde aus dem Jahr 1912. Gradierhaus, Wandelhalle und Rotunde wurden durch Eugen Drollinger erbaut. Direkt an den Kurgarten schließt das Königliche Kurhaus von 1900 an. Das Staatlich-Städtische Kurmittelhaus wurde von 1928 im Zuge einer Neuausrichtung des Kurortes nach dem Ersten Weltkrieg erbaut. Beide Gebäude plante Max Littmann.

Die Predigtstuhlbahn ist die älteste original erhaltene Großkabinenseilschwebebahn der Welt und wurde 1928 in Betrieb genommen. Tal- und Bergstation, und die Technik der Seilbahn sind fast unverändert im Originalzustand erhalten.

IndustriedenkmälerBearbeiten

Wahrzeichen der Stadt ist die Alte Saline, die zwischen 1838 und 1851 nach Plänen von Joseph Daniel Ohlmüller und Friedrich von Schenk errichtet wurde. Die Alte Saline gilt heute als Industriedenkmal von europäischem Rang, die Salzproduktion jedoch wurde ab 1929 in die Neue Saline verlagert.

Zwischen 1617 und 1619 wurde die Soleleitung erbaut, um überschüssige Sole in einer Filialsaline in Traunstein und später in Rosenheim zu Salz zu verarbeiten. Entlang der ehemaligen Trasse der Soleleitung, die 1958 endgültig stillgelegt wurde, führt ein Wanderweg von Bad Reichenhall bis Traunstein. Von den ehemaligen Brunnhäusern in Bad Reichenhall sind noch die Brunnhäuser Fager und Seebichl erhalten.

Ebenfalls eng mit der Saline verknüpft waren die Triftanlagen, von denen heute noch mehrere Reste erhalten sind. Markantester Teil der Anlagen ist das Triftwehr in der Saalach oberhalb der Luitpoldbrücke. Die Neue Saline wurde auf ehemaligen Teilen der Triftanlagen errichtet, dort finden sich heute noch Reste von Ufermauern und Schleusen sowie ein denkmalgeschützter Salinenstadl der Alten Saline.

Als Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bau des Saalachkraftwerks begonnen wurde, endete auch die Holztrift nach Bad Reichenhall. Das Kraftwerk wurde zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden errichtet und ging am 1. Januar 1914 offiziell in Betrieb. Es ist weitestgehend original erhalten und eines der ältesten Bahnkraftwerke Deutschlands, das sich noch in Betrieb befindet.

SakralbautenBearbeiten

Weitere BautenBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

 
Mauerreste eines Vorgängerbaus im Innenhof der Alten Saline

Neben den Baudenkmälern in Bad Reichenhall auch viele Bodendenkmäler, knapp 50 davon waren 2018 ebenfalls in der Denkmalliste für Bad Reichenhall eingetragen.

Viele Bodendenkmäler befinden sich im Bereich der Kirchen und Burgen im Stadtgebiet. Fundamente und Mauerreste von Vorgängerbauten, Funde von Gebrauchsgegenständen sowie Gräber sind dort die häufigsten Funde. Vorhandene Bebauung – unabhängig davon, in welcher Zeit diese entstanden ist – erschwert jedoch das Auffinden und Erforschen von Bodendenkmälern. Im Bereich der Oberen Stadt, welche das älteste Siedlungsgebiet der Stadt selbst darstellen dürfte, sind wenige oder keine Bodendenkmäler bekannt. Die heutige Bebauung, die fast überwiegend noch aus dem Mittelalter stammt, verhindert auch eine gezielte Suche. Anders verhält es sich bei Bodendenkmälern, die in späterer Zeit nicht überbaut wurden. Ein Beispiel dafür ist der Burgstall Vager oberhalb der „alten“ Thumseestraße am östlichen Ausläufer des Müllnerbergs. Die Anlage wurde lange Zeit an anderer Stelle vermutet und erst 2001 durch den Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall und Umgebung im Wald auf einem Felsrücken lokalisiert und archäologisch erforscht.

Wichtige Bodendenkmäler sind zudem die Siedlungen der Höhenlagen von Karlstein im Langackertal und im Bereich der Schmalschlägerstraße. Diese stammen aus der Bronzezeit, der Urnenfelderzeit, der Hallstattzeit, der Latènezeit und der römischen Kaiserzeit und lieferten wichtige Erkenntnisse über die Besiedelungsgeschichte des heutigen Bad Reichenhall. Insbesondere durch diese Funde ist heute eine viertausendjährige Siedlungsgeschichte des Reichenhaller Tals belegt.

Im Bereich des Ortsteils Marzoll finden sich viele wichtige Spuren der römischen Besiedelung, dort wurde unter anderem eine Villa rustica entdeckt. Ebenfalls in Marzoll wurden zwei Keltenschanzen sowie umfangreiche Spuren aus der Bronze- und der Urnenfelderzeit entdeckt.

ParksBearbeiten

Im 4 ha großen Königlichen Kurgarten steht das Gradierhaus, in dem auf einer Länge von 162 m die Sole über 200.000 Schwarzdornreisigbündel 14 Meter tief fällt, um den Salzgehalt zu erhöhen. Das Gradierwerk dient in seiner heutigen Gestalt als Freiluftinhalatorium, daneben befinden sich eine Trinkhalle, eine Wandelbahn und eine Wandelhalle von Eugen Drollinger aus dem Jahr 1912.

Der Dr.-Ortenau-Park erinnert mit seinem Namen an den jüdischen Kurarzt Gustav Ortenau, der bis 1938 im Ort wirkte.[48]

Weitere Anlagen sind der Rupertuspark an der Luitpoldstraße, der Wittelsbachergarten hinter dem Kurgastzentrum, der Karlspark in St. Zeno und der Kurpark in Karlstein.

Sport und SportvereineBearbeiten

SportvereineBearbeiten

Einer der größten Vereine ist der TSV 1862 Bad Reichenhall e.V. mit insgesamt 21 Abteilungen. Neben klassischen Ballsportarten (Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Volleyball sowie Badminton, Tennis und Tischtennis) werden Kampfsportarten (Judo und Taekwon-Do), Leichtathletik, Schwimmen sowie Nischensportarten wie Boxen, Cricket, Fechten und Triathlon angeboten. Weitere Sportvereine sind der SV Marzoll e.V., der AC 1901 Bad Reichenhall e.V. (Ringen), der Radsportverein Berchtesgadener Land e.V., der Reichenhaller Tennisclub e.V., die SSG Bad Reichenhall e.V. (Schwimmsportgruppe), der Gleitschirmclub Albatros, der Tauchclub Bad Reichenhall-Thumsee e.V. sowie der Windsurferclub BGL e.V.

Im Wintersport engagieren sich der Ski-Klub Bad Reichenhall e.V. (Ski alpin), der SV Marzoll e.V. (Ski alpin und Langlauf), der Eishockey-Athletic-Club Bad Reichenhall, der 1. Eisstock-Club Bad Reichenhall e.V. und der Eisstockclub Karlstein-Thumsee.

Zu den Schützenvereinen zählen die Böllerschützen Karlstein, die Böllerschützen Bad Reichenhall, die Gebirgsschützenkompanie Reichenhall e.V., die Königlich Privililegierte Feuerschützengesellschaft Bad Reichenhall, die Schützengesellschaft Karlstein-Kaitl e.V. und der Schützenverein Marzoll.

SportstättenBearbeiten

  • Sporthalle und Sportplatz Münchner Allee
  • Nonner Stadion
  • Mehrzweckhalle Grundschule Karlstein
  • Sporthalle und Sportplatz der Bundeswehr an der Nonner Straße
  • Freibad Marzoll
  • Rupertustherme mit Sportbad
  • Tennisplätze TSV 1862 (Reichenbachstraße)
  • Tennisplätze TC Bad Reichenhall (Nonner Au)
  • Eisstockbahnen Karlstein und Bad Reichenhall
  • Sporthalle des Karlsgymnasiums
  • Sporthalle und Sportplatz Marzoll
  • Golfplatz Marzoll

VeranstaltungenBearbeiten

Der TSV 1862 Bad Reichenhall e.V. veranstaltet einmal jährlich sowohl den Thumsee-Triathlon sowie den Rupertusthermenlauf.

Der SK Bad Reichenhall trägt die Stadtmeisterschaft im alpinen Skilauf sowie den Anderl-Hinterstoißer-Gedächtnislauf aus. Anderl Hinterstoißer war Mitglied des SK Bad Reichenhall und führte in den 1930er Jahren in den Alpen mehrere aufsehenerregende Erstbegehungen durch. Beim Versuch einer Erstbegehung in der Eiger-Nordwand verunglückte Hinterstoißer. Der Ski-Klub erinnert bis heute mit einem Wettkampf, bestehend aus Skibergsteigen sowie einem Abfahrtslauf, an den Bergsteiger. Früher würde auch der Pewo-Pertsch-Lauf veranstaltet. Johannes „Pewo“ Pertsch war in den späten 1930er Jahren einer der besten deutschen Skiläufer im Abfahrtslauf. Er fiel am 9. April 1941 im Alter von nur 21 Jahren am Fuß des Olymp in Griechenland. Seine Rekordzeit von 6,42 Minuten für die nordseitige Abfahrt des Predigtstuhls wurde bis 1951 nicht erreicht.

Der Gleitschirmclub Albatros Bad Reichenhall veranstaltet seit dem Jahr 1993 einmal jährlich – meist im August – den „Grazi-Man“. Es handelt sich dabei um einen alpinen Dreikampf, bestehend aus einem Fahrradrennen auf dem Mountainbike, einem Berglauf und einem Paragleiterflug. Der Wettkampf kann sowohl von Mannschaften als auch von Einzelwettkämpfern bestritten werden. Auf der ersten Teilstrecke zwischen dem Offiziersheim an der Langen Gasse und der Höllenbachalm müssen die Radfahrer eine Strecke von etwa 6,5 km und 400 Höhenmeter überwinden. Es wird übergeben an die Läufer, die eine Laufstrecke von knapp 5 km und eine Höhendifferenz von gut 600 m zwischen Höllenbachalm und der Zwieselalm überwinden müssen. Ab der Zwieselalm starten die Gleitschirmflieger, die punktgenau auf der Weitwiese landen müssen. Der Name des Grazi-Man geht zurück auf den ehemaligen Wirt der Zwieselalm, der nie mit seinem Vornamen Pankraz, sondern stets Grazei genannt wurde.

ErfolgeBearbeiten

Einer der größten Erfolge für einen Sportverein aus Bad Reichenhall war der Sieg bei den Eisstock-Europameisterschaften im Jahr 1971. Die Mannschaft des EC Karlstein-Thumsee, bestehend aus Dieter Holzner, Alois Kink, Manfred Scheidsach und Harald Strobl, setzte sich im Schweizerischen Tarasp gegen die Konkurrenz durch.

Regina Häusl, die für den SK Bad Reichenhall startete, gewann im Alpinen Skiweltcup 1999/2000 den Abfahrtsweltcup und ist zweifache Juniorenweltmeisterin.

Stefan Holzner aus Bad Reichenhall ist fünffacher Ironmansieger. Er gewann zweimal den Ironman Neuseeland, einmal den Ironman Austria und zweimal den Ironman Germany.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

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TourismusBearbeiten

GeschichtlichesBearbeiten

Seit 1846 ein Kur- und Badeort, lebt Bad Reichenhall nicht zuletzt vom Tourismus und den Kurbetrieben. Mit der Jahrtausendwende wurden hierfür grundlegend neue Entscheidungen getroffen:

  • 1997 wurde der Staatsbadbetrieb in eine private Rechtsform überführt – die Staatliche Kurverwaltung wurde aufgelöst und die Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain gegründet.
  • 2005 wurde die landkreisweite Marketinggesellschaft Berchtesgadener Land Tourismus gegründet mit dem Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain als einem der drei Gesellschafter. Die Gesellschaft vermarktet die gesamte Tourismusregion Berchtesgadener Land.
  • Der Nachfrage entsprechend und um mit entsprechenden Angeboten anderer Kur- und Wellness-Destinationen mithalten zu können, wurde im März 2005 die RupertusTherme eröffnet.
  • Die Stadt wurde Mitglied bei Alpine Pearls, einer 2006 gegründeten Kooperation von 27 Tourismusgemeinden aus sechs Alpenstaaten, die u. a. ihren Gästen die Möglichkeit einer autofreien An- und Abreise und die einfache Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vor Ort sowie weitere klimaschonende Urlaubsangebote zu bieten sucht.[38]

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2001 wurde Bad Reichenhall für sein besonderes Engagement zur Umsetzung der Alpenkonvention, des wichtigsten internationalen Schutz- und Förderprogramms für den Alpenraum, zur Alpenstadt des Jahres gekürt. Der 1997 gegründete Verein, der diesen Preis auslobt, hat seinen Sitz in Bad Reichenhall.

Andere WirtschaftszweigeBearbeiten

 
Bad Reichenhaller Markensalz

Deutschlandweit bekannt ist das Reichenhaller Markensalz. Dies wird in der Saline Bad Reichenhall der Südwestdeutschen Salzwerke AG gesiedet.

Weltweit bekannt sind die Patisserieprodukte der Firma Reber, am meisten wohl die Mozartkugeln, deren größter Produzent Reber heute ist. In der Stadt hat die älteste Latschenkiefernölbrennerei der Welt Josef Mack ihren Firmensitz.

VersorgungBearbeiten

Öffentliches Versorgungsunternehmen sind die Stadtwerke Bad Reichenhall, die seit 1898 örtlicher Stromversorger sind und die Stadt auch mit Erdgas und Trinkwasser versorgen. 2016 und 2017 haben die Stadtwerke zudem ein eigenes Glasfasernetz aufgebaut, um die Kunden in den Außenbezirken von Bad Reichenhall mit „schnellem Internet“ zu versorgen. Je nach Wohngebiet bieten die Stadtwerke dabei FTTC, FTTB und FTTH, also Verlegung bis in die Nähe des Kunden bei Nutzung der vorhandenen (Kupfer-)Leitungen für die Reststrecke, Verlegung bis ins Haus des Kunden (bei Nutzung der vorhandenen Leitungen im Haus) sowie Verlegung bis ins Haus mit direktem Anschluss an das Glasfasernetz. Bei FTTH bieten die Stadtwerke auch Fernseh- und Radioprogramme an. Die Stadtwerke betreiben zudem den Nahverkehr der Stadt und das Freibad in Marzoll.

Für die Ortsteile Karlstein und Kirchberg gibt es zudem die Elektrizitätsgenossenschaft Karlstein eG.

BundeswehrBearbeiten

Nach ihrem ersten Einzug von 1934 bis 1945 sind seit 1958 die in Bad Reichenhall erneut stationierten Gebirgsjäger ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region. Seit 2012 trägt der Standort den Namen Hochstaufen-Kaserne, vorher war sie nach dem Wehrmacht-General Rudolf Konrad benannt.

Weitere öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Seit der Gründung des Landkreises Berchtesgadener Land ist die Stadt Bad Reichenhall Sitz des Landratsamtes.

2015 wurde beschlossen, den Hauptsitz des Landesamtes für Maß und Gewicht von München nach Bad Reichenhall zu verlagern. Es befindet sich seither bereits der „Hauptsitz Aufbaueinheit“ in Bad Reichenhall.

VerkehrBearbeiten

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
welche „wichtigen Verkehrsverbindungen der Antike“?, es fehlen zudem Flughäfen und ein historischer Überblick kann auch nicht schaden.
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Bereits in der Antike verliefen im Gebiet der heutigen Stadt wichtige Verkehrsverbindungen.

StraßenverkehrBearbeiten

 
Loferer Straße (B20/B21)

Mit der Bundesautobahn 8 verfügt die Stadt über eine Autobahnanbindung. Die Anschlussstelle Bad Reichenhall, mit der größten Verkehrsbedeutung für die Stadt, liegt allerdings in der nördlichen Nachbargemeinde Piding. Die Stadt ist über die B 20 an sie angebunden. Im Bad Reichenhaller Stadtgebiet selbst gibt es lediglich eine Viertelanschlussstelle im Ortsteil Schwarzbach mit Auffahrt von der B 21 in Richtung München.

Die B20 verbindet die Kreisstadt mit den anderen größeren Städten und Gemeinden des Landkreises, im Süden Bischofswiesen und Berchtesgaden und im Norden Piding, Ainring, Freilassing und Laufen. Von Osten nach Westen verläuft die B21 durch das Stadtgebiet. Sie ist Teil des kleinen Deutschen Ecks und verbindet den Salzburger Zentralraum mit dem ebenfalls zum Land Salzburg gehörenden Pinzgau. Beide Bundesstraßen umfahren die Innenstadt als Umgehungsstraße auf gemeinsamer Trasse vom Verkehrsverteiler am ehemaligen Gablerknoten nordöstlich der Innenstadt über den Verkehrsverteiler Nord bis zum Verkehrsverteiler Süd am östlichen Ende der Kretabrücke. Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens durch Durchgangs- und Schwerlastverkehr werden seit mittlerweile 40 Jahren vergeblich Überlegungen angestellt, eine neue Ortsumgehung in Bad Reichenhall zu bauen.[49] Das Projekt „Neue Ortsumfahrung Bad Reichenhall“ wurde vom Bundesverkehrsministerium auch wieder in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen und als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft.[50]

BahnverkehrBearbeiten

Das erste Teilstück der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden bis Bad Reichenhall wurde 1866 in Betrieb genommen. Ab 1888 war die Strecke auf die heutige Länge bis nach Berchtesgaden ausgebaut. Neben dem Bahnhof Bad Reichenhall existiert der Haltepunkt Kirchberg. Dieser wurde eingerichtet, da Kirchberg – das zu dieser Zeit noch zur Teil der eigenständigen Gemeinde Karlstein war – damals ein wichtiger Kur- und Fremdenverkehrsort war. Ab 1914 wurde die Strecke elektrifiziert, den Strom lieferte das Saalachkraftwerk in Bad Reichenhall, das bis heute in Betrieb ist.

Der Zugverkehr zwischen Freilassing und Berchtesgaden wird seit einigen Jahren überwiegend durch die Berchtesgadener Land Bahn abgewickelt. Die Strecke ist im Nahverkehr in das System der S-Bahn Salzburg eingebunden. Die Linie S3 verbindet Bad Reichenhall mit Schwarzach im Pongau über Freilassing und Salzburg, die Linie S4 verkehrt im Stundentakt zwischen Berchtesgaden und Freilassing über Bad Reichenhall. Durch die beiden Linien ist der Takt zwischen Bad Reichenhall und Freilassing in der Hauptverkehrszeit auf eine halbe Stunde verdichtet.

In Freilassing bestehen mehrere Umsteigemöglichkeiten zu Anschlüssen in Richtung Salzburg, München und Mühldorf.

Mit dem IC Königssee – der in diesem Streckenabschnitt allerdings als Nahverkehrszug ausgewiesen ist – von bzw. nach Hamburg erfolgt an beiden Bahnhöfen Bad Reichenhalls auch ein Intercity-Halt.

Weiterer öffentlicher NahverkehrBearbeiten

 
Citybus der Linie 4 (Rupertustherme-Mayerhof)

Die Stadtwerke Bad Reichenhall sind seit jeher verantwortlich für den Stadtbusverkehr. Die Linie 1 zwischen Bayerisch Gmain und dem Reichenhaller Ortsteil Schwarzbach sowie die Linie 2 zwischen dem Thumsee und Piding werden seit den 1990er Jahren durch die Citybus-Linien 3 und 4 verstärkt, die das Nahverkehrsangebot innerhalb der Stadt ergänzen.

Busverbindungen in die Nachbarorte innerhalb des Landkreises sowie des Nachbarlandkreises Traunstein, dem Pinzgau und der Stadt Salzburg werden vom Regionalverkehr Oberbayern, dem ÖBB-Postbus sowie den Bussen der Salzburg AG angeboten.

FlughäfenBearbeiten

Der nächstgelegene deutsche Verkehrsflughafen ist der Flughafen „Franz Josef Strauß“ in München. Dieser liegt Luftlinie etwa 110 km Entfernt, die schnellste Straßenverbindung über die A 8, die A 99, A 9 und die A 92 ist etwa 170 km lang und ist in gut eineinhalb Stunden zu bewältigen. Die Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert etwa drei Stunden. Der Flughafen ist – gemessen an der Zahl der Fluggäste – der zweitgrößte Flughafen Deutschlands.

Wesentlich näher an Bad Reichenhall ist der Flughafen Salzburg im benachbarten Österreich, der jedoch nur 4 % des Fluggastaufkommens des Münchner Flughafens hat. Luftlinie nur 12 km entfernt, erreicht man den Flughafen, der sich westlich von Salzburg und damit nahe der Landesgrenze befindet, von Bad Reichenhall mit dem Auto in etwa 15 Minuten. Die direkte Busverbindung vom Hauptbahnhof in Bad Reichenhall mit den Bussen der ÖBB zum Flughafen dauert zwischen 18 und 37 Minuten. Die leichte Erreichbarkeit macht den Flughafen Salzburg zu einem beliebten Reiseflughafen auch im benachbarten Deutschland, direkte Flugverbindungen bestehen in wichtige Urlaubsländer wie Griechenland, Ägypten, Israel oder die Türkei, direkt angeflogen werden auch Inseln wie Mallorca, Fuerteventura und Teneriffa. Auch zu nördlichen und östlichen Destinationen bestehen Direktflüge; z. B. nach England, Schottland, Irland, Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland oder Lettland. Auch viele Winterurlauber nutzen den Flughafen, um zwischen November und März Skiurlaub in Österreich und insbesondere im Land Salzburg zu machen.

Flugplatz MayerhofBearbeiten

Die ersten Planungen für einen eigenen Flugplatz im Stadtgebiet gab es bereits 1919. Damals lag dem Stadtrat ein Angebot der Rumpler-Werke vor, die bei Vorhandensein eines geeigneten Flugplatzes einen Linienverkehr einrichten würden. 1922 wurde diese Idee erneut diskutiert und 1924 schließlich erste Schritte unternommen. Ein geeignetes Feld beim Mayerhof in St. Zeno wurde für zehn Jahre gepachtet, planiert und erschlossen und ein Funktionsgebäude errichtet. Der Flugplatz wurde am 2. Mai 1925 offiziell eröffnet, als eine sechssitzige Fokker F.III mit dem Kennzeichen D-542 mit drei Landtagsabgeordneten und einem Münchener Zeitungsredakteur landete. Ab diesem Zeitpunkt wurde Bad Reichenhall auf der Linie 35 des „Süddeutschen Aero-Lloyd“ in der Zeit zwischen Mai und Oktober täglich von München-Oberwiesenfeld aus angeflogen. Das Grandhôtel Axelmannstein stellte einen eigenen Wagen ab, der die Gäste vom Flugplatz ins Hotel brachte. 1926 wurde für 30.000 RM ein Hangar errichtet. Rentabel war der Flugplatz jedoch nie, da mehrere Flüge am Tag sowie ein Betrieb während der Wintermonate vom Stadtrat abgelehnt wurden. 1926 wurden 1110 Passagiere mittels Flugzeug nach Bad Reichenhall gebracht. Als im gleichen Jahr Salzburg in Himmelreich einen Flugplatz anlegte, verlor der Standort in Bad Reichenhall an Bedeutung und konnte in der Folge nicht mehr direkt, sondern nur über Salzburg angeflogen werden. Der Flugplatz wurde weiterhin von der Stadt subventioniert, während der Weltwirtschaftskrise wurde dies jedoch erschwert und 1931 stellte die Süddeutsche Luft Hansa den Flugbetrieb München–Salzburg–Bad Reichenhall ein. Bis 1939 wurde der Flugplatz nur noch für Rundflüge genutzt.[51] Im Zweiten Weltkrieg kam der Flugverkehr endgültig zum Erliegen und wurde nach dem Krieg nicht mehr aufgenommen.

Der Hangar des Flugplatzes Mayerhof befand sich in etwa dort, wo heute das Landratsamt ist. Das Flugfeld war südöstlich davon im Bereich des heutigen Froschhamer Wegs und des Waldwegs.

Der Flugplatz Mayerhof war auch Ausgangspunkt für viele Rundflüge des Bad Reichenhaller Luftbildfotografen Karl Kruse, der in dieser Zeit viele Luftaufnahmen der Stadt anfertigte. In den 1920er Jahren flog auch Ernst Udet den Bad Reichenhaller Flugplatz mehrmals an. Weitere prominente Gäste waren Eduard von Schleich, Kronprinz Leopold von Bayern mit Gemahlin Gisela von Österreich, Familie Krupp sowie Heinz Rühmann, der im Besitz einer Pilotenlizenz war und mehrere Male selbst im eigenen Flugzeug nach Bad Reichenhall flog.

Sportflughafen WeißbachBearbeiten

1947 wurde ein Sportflughafen im benachbarten Weißbach, das heute zur Stadt Bad Reichenhall gehört, eingerichtet. Gut zwei Jahrzehnte war der Flughafen in Betrieb, als Alpenflug Reichenhall wurden Rundflüge in der näheren Umgebung angeboten. 1971 wurde das Gelände verkauft.

MedienBearbeiten

Das Reichenhaller Tagblatt wurde 1840 gegründet und erschien von Anfang der 1970er Jahre bis 2015 mit den Mantelseiten des Traunsteiner Tagblatts. Es gehört seit 2014 zur Verlagsgruppe der Passauer Neuen Presse und übernimmt deren überregionalen Teil. Aus demselben Haus stammt das landkreisweite wöchentliche Anzeigenblatt Berchtesgadener Wochenblatt, das eine Auflage von 37.200 hat.

Der Sender Bad Reichenhall im Kirchholz versorgt seit 1967 die Kurstadt mit Radioprogrammen des Bayerischen Rundfunks. In Bad Reichenhall sind zudem u. a. der Österreichischen Rundfunk, freie Sender wie Antenne Bayern und seit dem 1. Januar 2009 der Lokalsender Bayernwelle SüdOst mit Sitz in Freilassing empfangbar. Bayernwelle SüdOst hat die Frequenz des 2008 eingestellten Senders Untersberg live übernommen. Zudem sendet die Radiofabrik aus Salzburg mehrere regelmäßige Formate speziell für Bad Reichenhall.[52]

BildungBearbeiten

 
Grundschule an der Heilingbrunnerstraße, benannt nach dem Hauptlehrer Heilingbrunner, der Mitbegrunder und Leiter der Fortbildungsschule war

In der Stadt gibt es das Karlsgymnasium und die Realschule der Erzdiözese München und Freising in St. Zeno. Weiterhin gibt es eine Mittelschule (St. Zeno), ein Sonderpädagogisches Förderzentrum, eine Montessori-Schule und vier Grundschulen (Heilingbrunnerstraße, St. Zeno, Marzoll und Karlstein).

Weitere Bildungseinrichtungen sind die Berufsfachschule für Krankenpflege an der Kreisklinik Bad Reichenhall der Kliniken Südostbayern, die Städtische Musikschule, die Städtische Volkshochschule und die Steigenberger Akademie.

Im September 2009 wurde der Campus Bad Reichenhall der IUBH School of Business and Management eröffnet.[39][40]

LiteraturBearbeiten

  • Herbert Pfisterer: Bad Reichenhall in seiner bayerischen Geschichte. Motor + Touristik, München 1988.
  • Birgit Gruber-Groh: Bad Reichenhall (= Historischer Atlas von Bayern. 57) Lassleben, Kallmünz 1995, ISBN 3-7696-9948-3.
  • Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall. Ph.C.W. Schmidt, Neustadt/Aisch 2009, ISBN 978-3-87707-759-7.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Statistik. stadt-bad-reichenhall.de. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  3. Ludwig-Maximilians-Universität München/Bayerisches Landesamt für Umwelt: Erdbebendienst Bayern: Subnetz Reichenhall
  4. 10. Ortsteil: Predigtstuhl
  5. Landschaftsschutzgebiete auf lra-bgl.de, abgerufen am 29. Oktober 2018
  6. a b c Große Kreisstadt Bad Reichenhall, Statistik kommunal 2017 auf statistik.bayern.de (pdf), abgerufen am 15. November 2018
  7. Bayerisches Landesamt: statistik.bayern.de (PDF, Volkszählungen 1970 und 1987, S. 6 von 29.)
  8. ergebnisse.zensus2011.de
  9. Stefan Rademacher: Religion in Berlin: ein Handbuch, ein Projekt der „Berlin-Forschung“ der Freien Universität Berlin, 2003, S. 449
  10. Thomas Stöllner: Hallstatt. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 13, 1999, S. 439–441.
  11. Andreas Kraus, Geschichte Bayerns: Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 1988, S. 88
  12. Gruber-Groh, Bad Reichenhall, S. 110
  13. 850 Jahre Stadt Bad Reichenhall – Eine Stadt macht Geschichte
  14. Herbert Pfisterer: Bad Reichenhall in seiner bayerischen Geschichte, München 1988, Motor + Touristik Verlag, S. 105.
  15. Stefan Weinfurter, Die Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes – Reformidee und Anfänge der Regularkanoniker in Berchtesgaden, in: Geschichte von Berchtesgaden: Zwischen Salzburg und Bayern (bis 1594), Bd. 1, Hrsg. Walter Brugger et al., Berchtesgaden 1991, S. 254.
  16. Urkunde: Salzburg, Erzstift (798-1806) AUR 1196 XII 11 im europäischen Urkundenarchiv Monasterium.net. Urkunde vom 1. Dezember 1196, Lateran − „Papst Cölestin III. befiehlt dem Eb von Salzburg und den Äbten von St. Peter und Raitenhaslach (Raitenhaselac) auf Bitte des Domkapitels den Streit desselben mit dem Stift Berchtesgaden wegen Beeinträchtigung bei der ihm von Eb Konrad I. geschenkten Saline am Tuval zu entscheiden.“; Quelle Regest: Salzburger Urkundenbuch, II. Band, Urkunden von 790 bis 1199. Willibald Hauthaler und Franz Martin. S. 683.
  17. Urkunde: Salzburg, Erzstift (798-1806) AUR 1198 im europäischen Urkundenarchiv Monasterium.net. Urkunde von 1198, Salzburg − „Eb Adalbert III. verfügt, dass aller Ertrag von neuentdeckten Salzwerk am Tuval, vom Barmstein (Pabensteine) bis (Nieder-) Alm (Alben) und Grafengaden (Grauengadamen), zwischen dem Erzbischof, dem Domkapitel und dem Stift Berchtesgaden gleichmäßig geteilt werden soll, ebenso auch der Ertrag eines von einer der Parteien unternommenen neuen Baues.“; Quelle Regest: Salzburger Urkundenbuch, II. Band, Urkunden von 790 bis 1199. Willibald Hauthaler und Franz Martin. S. 706.
  18. A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit, Stichwort: Geschichte des Landes, S. 108–109.
  19. Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke, Band 1. Salzburg 1815; S. 84 sowie dazu davor auch ab S. 80 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  20. Karl Heinrich Ritter von Lang: Baierns alte Grafschaften und Gebiete als Fortsetzung von Baierns Gauen, Nürnberg 1831, Riegel und Wießner, S. 99–100.
  21. Karl Heinrich Ritter von Lang: Baierns alte Grafschaften und Gebiete als Fortsetzung von Baierns Gauen, Nürnberg 1831, Riegel und Wießner, S. 99–100. Lang schreibt von einem „Leudold V.“ als letztem Peilsteiner – hier dürfte evtl. eine Verwechselung mit dem 1219 verstorbenen Luitold III. aus dem Plainer Haus vorliegen.
  22. Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke, Band 1. Salzburg 1815; S. 100–101. Koch-Sternfeld hebt zwar das Aussterben einer Line der Planer hervor, nach neuerer Literatur war aber das Aussterben der Peilsteiner hier entscheidend (vgl. Fröhlich in „Marzol“).
  23. Herbert Fröhlich: Marzoll, S. 98. Fröhlich nennt ausschließlich das Aussterben der Peilsteiner als Ausgangspunkt für den Vergleich zwischen Herzog und Erzbischof.
  24. a b Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke, Band 1. Salzburg 1815; S. 100–101 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  25. Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin/Boston 2012, S. 515 f.; laut Thomas Stöllner: Hallstatt. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 13, 1999, S. 439 allerdings erst 1353.
  26. Herbert Pfisterer: Bad Reichenhall in seiner bayerischen Geschichte; Saalforste und Holztrift; S. 193ff
  27. Hanns Freydank: Zur Geschichte der Saline Traunstein in Bayern. In: Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Deutschen Reich. Band 83, Nr. 10, 1935, S. 535
  28. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 434.
  29. Österreichische Nationalbibliothek-Anno, Salzburger Volksblatt 1. März 1926
  30. J. Lang: 50 Jahre Spielbank Bad Reichenhall – Die Geschichte von Bayerns erster Spielbank. 2005.
  31. Bad Reichenhall: Neuer Name für die Kaserne. BGLand24.de vom 17. September 2012
  32. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 597.
  33. Tankwagenunfall in Bad Reichenhall am 22. November 1982 Website der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall, abgerufen am 12. Mai 2012
  34. Jungbrunnen für die Kur. In: Die Zeit vom 10. Oktober 1997, online abgerufen unter merkur.de
  35. Süddeutsche Zeitung vom 4. Januar 2006: Wolfgang Heitmeier – Rathauschef unter öffentlichem Druck
  36. Amoklauf in Bad Reichenhall. Bericht im Spiegel vom 2. November 1999
  37. Amoklauf in Bad Reichenhall Polizei rätselt über das Motiv. Der Spiegel 2. November 1999
  38. a b Webseite zu Bad Reichenhall auf alpine-pearls.com
  39. a b dpa: Hochschule auf Areal der eingestürzten Reichenhaller Eishalle, Meldung im Münchner Merkur, online ab 7. Mai 2009 unter merkur.de
  40. a b Campus Bad Reichenhall, Webseite zum Standort Bad Reichenhall der IUBH School of Business and Management, online unter iubh.de
  41. Kein Campusneubau an der Münchner Allee, online unter heimatzeitung.de am 7. Oktober 2013.
  42. Stadtratssitzung vom 18. September 2008 (PDF; ca. 300 kB) TOP 3; S. 12.
  43. Kirchholztunnel-Bürgerentscheid scheitert am Quorum, online unter www.wochenblatt.de am 21. April 2013.
  44. bgland24.de, Kommunalwahlergebnisse Reichenhall
  45. Politik, Angaben der Stadt zu Oberbürgermeister, Stadtrat und vertretene Parteien, online unter stadt-bad-reichenhall.de
  46. Lt. Amtliches Endergebnis der Stichwahl; PDF-Datei dazu nicht mehr abrufbar
  47. a b c d hdbg.de Zu Bedeutung und Ursprung des Bad Reichenhaller Wappens in Haus der Bayerischen Geschichte
  48. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 118
  49. Max Aicher schlägt "Auentunnel" statt Kirchholztunnel vor. heimatzeitung.de, 23. November 2016, abgerufen am 6. Juni 2017.
  50. Bundesverkehrswegeplan 2013. BMVI, 3. August 2016, S. 102, abgerufen am 6. Juni 2017 (pdf).
  51. Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, S. 706–710
  52. radiofabrik.at: Page Hallo Nachbarland (Memento des Originals vom 14. September 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radiofabrik.at, abgerufen am 26. Juli 2013