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Fuerteventura ist eine der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, rund 120 Kilometer westlich der marokkanischen Küste. Mit einer Fläche von 1659,74 km² hat sie einen Anteil von 22,15 Prozent an der Landfläche der Kanaren. Damit ist sie nach Teneriffa die zweitgrößte Insel des Archipels. Die Insel hat 109.596 Einwohner (Stand 1. Januar 2013).[1] Ihre Hauptstadt ist Puerto del Rosario. Dort befindet sich der internationale Flughafen von Fuerteventura. Die Landessprache ist Spanisch. Fuerteventura bildet mit der durch die rund 11,5 Kilometer breite Meerenge La Bocayna von ihm getrennten, nördlich gelegenen Insel Lanzarote die östliche Grenze der Kanaren und gehört wie die anderen Kanarischen Inseln geographisch zu Afrika.

Fuerteventura
NASA-Satellitenaufnahme (2006)
NASA-Satellitenaufnahme (2006)
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Kanarische Inseln
Geographische Lage 28° 26′ N, 14° 0′ WKoordinaten: 28° 26′ N, 14° 0′ W
Fuerteventura (Kanarische Inseln)
Fuerteventura
Länge 98 km
Breite 28 km
Fläche 1 660 km²
Höchste Erhebung Pico de la Zarza
807 msnm
Einwohner 109.596 (1. Januar 2013)
66 Einw./km²
Hauptort Puerto del Rosario
Flagge und Wappen Fuerteventuras
Flagge und Wappen Fuerteventuras

Mit Lanzarote und Gran Canaria gehört Fuerteventura zur spanischen Provinz Las Palmas. 2015 wurde Marcial Morales Martín von der Coalición Canaria zum Präsident der Inselregierung ernannt.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Fuerteventura ist die älteste Insel der Kanaren. Sie entstand vor etwa 20,6 Millionen Jahren und ist vulkanischen Ursprungs. Der Großteil der Inselmasse entstand vor etwa 5 Millionen Jahren und ist seitdem durch Wind und Wetter stark erodiert. Die letzten vulkanischen Aktivitäten auf Fuerteventura erloschen vor 4000 bis 5000 Jahren.

Der höchste Punkt auf Fuerteventura ist der Berg Pico de la Zarza (807 m), auch Pico de Jandía genannt, auf der gleichnamigen Halbinsel.

Im Nordosten der Insel, bei Corralejo, befinden sich große Wanderdünen (Parque Natural de Corralejo). Der Sand besteht zu großen Teilen aus zerriebenen Meerestiergehäusen (Muscheln, Schneckenhäuser). An manchen Stellen tragen auch Kalkformationen vom ehemaligen Meeresboden, die ebenso wie die schwarzen Vulkanreste stark erodieren, ihren Teil zum meist gesprenkelten Sand bei.

Die Insel erreicht zwischen der Nord- und Südwestspitze eine Länge von knapp einhundert Kilometern und misst an der breitesten Stelle 31 Kilometer. Der Istmo de la Pared ist mit fünf Kilometern Breite die schmalste Stelle Fuerteventuras und gliedert die Insel in zwei Teile: den nördlichen Teil Maxorata, nach dem auch die ursprünglichen Inselbewohner Majoreros benannt sind, und die südliche Halbinsel Jandía. Die Inselfläche von knapp 1700 Quadratkilometern ist, im Vergleich zu anderen Kanarischen Inseln, mit rund 66 Einwohnern pro km² nur dünn besiedelt.

GeologieBearbeiten

Phasen der EntstehungBearbeiten

Das geologische Alter der vulkanischen Insel, das heißt der über Wasser erstarrten Gesteine, wurde mittels Ar/Ar-Datierung mit etwa 22 Millionen Jahre ermittelt,[3] andere Forscher sprechen von 20,6 Millionen Jahren.[4] Die ihr benachbarte und ursprünglich mit ihr verbundene Insel Lanzarote entstand hingegen vor etwa 15,5 Millionen Jahren.

Wie bei anderen Inseln des Archipels liegen der Entstehung von Fuerteventura drei Schildvulkanstrukturen zugrunde (12–22 Millionen Jahre alt).[5] Es handelt sich dabei um einen südlichen, einen mittleren und einen nördlichen Vulkankomplex, die inzwischen stark erodiert sind und teilweise unter der Meeresoberfläche liegen. An diesen wurden vor allem die radialen Gangschwärme untersucht.[6]

Die Schildvulkane wiederum ruhen auf noch älteren Strukturen, die entweder als unterseeische Vulkane (Seamounts) wirksam waren und unterhalb des Meeresspiegels blieben, oder später durch Landhebungen aufgrund der vulkanischen Aktivität (Intrusionen) bzw. absinkenden Meeresspiegel über die Wasseroberfläche hinausragten. Sie haben ein Alter von etwa 22 bis 48 Millionen Jahren. Unterhalb der Seamounts wiederum befinden sich Sedimentschichten und ozeanische Kruste, die hier 180 Millionen Jahre alt ist.[5]

Wie auch auf anderen Inseln der Kanaren folgte den Aufbauperioden eine Phase der Erosion und eine einige Millionen Jahre währende Pause in der vulkanischen Aktivität. Diese setzte erst vor rund fünf Millionen Jahren wieder ein und dauerte bis in die erdgeschichtliche Gegenwart an, die letzten Eruptionen fanden vor einigen Tausend Jahren statt.[3]

ErosionBearbeiten

Die ältesten Teile der Insel sind im Westen, die jüngsten im Osten sichtbar. Daraus ist ersichtlich, dass die Erosion große Teile der früheren Inselstruktur zerstört hat, was gemäß der vorherrschenden Lehrmeinung nicht zuletzt auf enorme Flankenkollaps-Ereignisse zurückzuführen ist.[7] Wasser-, vor allem Meereserosion und Wind trugen das Ihrige zum heutigen Aussehen der Insel bei. In den Kaltzeiten wurde bei niedrigem Meereswasserstand durch den Wind viel Material abgetragen und in Dünen angehäuft, wobei sich Sedimente, etwa Muschelsand mit vulkanischen Gesteinspartikeln vermischten.[3] Auch hoben Intrusionen unter Fuerteventura und La Palma Teile dieser Inseln um mehrere Tausend Meter an.[8]

KlimaBearbeiten

Das Klima ist das ganze Jahr über mild, was den Kanarischen Inseln den Beinamen Inseln des ewigen Frühlings eingebracht hat. Das Meer gleicht die Temperaturen aus, und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara weitgehend fern. Fuerteventura ist mit 147 mm pro Jahr im Kanarenvergleich sehr niederschlagsarm. Die Wolken ziehen darüber hinweg, weil die Berge zu niedrig sind. Verstärkt durch die Fehler der Vergangenheit (Brennholzgewinnung, Haltung freilaufender Ziegen) wirkt sich dies in jüngster Zeit besonders auf die Landwirtschaft aus – der Tomatenanbau ist stark rückläufig, Olivenbäume sind erst im Kommen, nur Aloe vera wird noch reichlich angebaut. Man spricht von Halbwüste mit Tendenz zur Wüste. Palmen und andere Gewächse werden fast ausschließlich künstlich bewässert. Die teilweise starken Regenfälle in den Wintermonaten fließen, begünstigt durch die fehlende Vegetation, größtenteils ungenutzt und ungebremst ins Meer ab. Die Erosion ist sehr hoch. Speicherbecken füllen sich immer wieder mit Material auf und müssen ausgebaggert oder neu angelegt werden. Ein besonderes Wetterphänomen ist der Calima, ein heißer Ostwind aus der Sahara. Während einer Calima-Wetterlage kann die Temperatur sprunghaft um 10 °C ansteigen und die Luft extrem trocken werden. Der Wind kann neben feinem Sand, der den Himmel verdunkeln und die Sicht senken kann, auch afrikanische Wanderheuschrecken sowie andere Insekten mit sich bringen.

 
Klimadiagramm
Monatliche Durchschnittstemperaturen für Corralejo (Fuerteventura)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 20 21 23 24 25 26 29 29 28 27 25 21 Ø 24,9
Min. Temperatur (°C) 14 13 13 14 16 18 19 20 20 18 17 15 Ø 16,4
Sonnenstunden (h/d) 6 7 7 8 9 11 11 11 9 7 6 6 Ø 8,2
Regentage (d) 7 4 3 2 1 0 0 0 1 4 6 6 Σ 34
Wassertemperatur (°C) 18 17 17 18 18 19 19 20 20 20 19 19 Ø 18,7
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Quelle: fehlt

EinwohnerBearbeiten

Jahr Einwohner
1991 36.908
1995 42.882
1999 53.903
2003 74.983
2007 94.386
2008 100.929
2011 104.072

Obwohl sich heute die Bevölkerung an den touristisch geprägten Orten an der Küste konzentriert, befinden sich die Sitze der Gemeindeverwaltungen, mit Ausnahme der Hauptstadt Puerto del Rosario, in vergleichsweise kleinen historischen Orten im Inselinnern. Fuerteventura ist in sechs Gemeindebezirke eingeteilt (Einwohnerzahlen zum 1. Januar 2008/Vergleich 1. Januar 2000):

Die Bevölkerungszahl hat sich von 1996 bis 2006 um 146,82 Prozent erhöht. Im Dezember 2006 zählte die Insel 105.980 Einwohner. Davon sind knapp ein Drittel (29,20 Prozent) Ausländer.

Natürliche Symbole der InselBearbeiten

Zu den natürlichen Symbolen der Insel Fuerteventura wurden die Kragentrappe (Chlamydotis undulata fuertaventurae) und die endemische Euphorbia-Art Euphorbia handiensis erklärt.[9]

GeschichteBearbeiten

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Fuerteventura wurden etwa seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. von den Altkanariern bewohnt, die sich auf dieser Insel als Majo oder Maho bezeichneten. Einige Forscher vertreten den Standpunkt, dass phönizische Seefahrer Fuerteventura und Lanzarote besiedelten, eindeutig belegt ist dies jedoch nicht. Quer über die Landenge der Insel, die den nördlichen Teil vom südlichen Teil trennte, hat es eine Mauer, die La Pared de Jandía (die Mauer von Jandía) gegeben. Ob diese Mauer zwei Königreiche oder nur verschiedene Weidegebiete abgrenzte ist unklar. Es bestand vermutlich noch eine zweite Mauer in der Mitte der Insel die das nördliche Maxorata und das südliche Gandía abgrenzte.

1312 landete Lancelotto Malocello auf Lanzarote. Aufgrund seiner fantastischen Berichte brachen – im Jahr 1340 – Spanier und Portugiesen mit Expeditionen in Richtung Kanaren auf. Die Inseln wurden von europäischen Goldsuchern, Händlern und Sklavenjägern heimgesucht.

Im Jahr 1402 startete der Normanne Jean de Béthencourt eine Expedition von Lanzarote aus, das er vorher unterworfen hatte. Im Januar 1405 ließ sich König Guize mit seinen Gefolgsleuten taufen. Einen Tag später folgte auch König Ayoze mit vielen seiner Einwohner. Die Könige verblieben auf der Insel und bekamen sogar Ländereien zurück. Betancuria wurde als Hauptstadt gegründet. 1412 legte Béthencourt vor dem spanischen König den Lehnseid ab. 1424 wurde Fuerteventura aus politischen Gründen Bistum. Der Bischof trat sein Amt aber nie vor Ort an. 1430 wurde die Ernennung zum Bistum für ungültig erklärt und Guillén de las Casas erwarb den Besitzanspruch auf die Insel. 1441 kam der Franziskaner Didakus auf die Insel und gründete das Kloster Fortaventure. Er gilt als Missionar der Guanchen. 1456 ging der Besitz des Guillén auf dessen Erben, Diego García de Herrera, über. Herrera und seine Nachfolger herrschten als Señores über die Insel und erschlossen sie systematisch. Wichtige Einnahmequelle des Herrera-Clans war die Sklavenjagd an der nordafrikanischen Küste.

1708 setzte die spanische Krone den Großgrundbesitzer Pedro Sánchez Dumpiérrez als ihren politischen und militärischen Statthalter auf Fuerteventura ein. Er war mit einer Tochter des auf der Insel vor ihm bereits politisch bedeutenden Feldwebels Sebastian Trujillo Ruiz verheiratet und wurde der erste der „Coronels“ (Obristen). In der Folge behielten die Nachkommen aus dieser Verbindung über das Ende der Feudalherrschaft im Jahr 1811 hinaus bis zum Tod des siebten Coronel im Jahr 1870 dieses Amt.[10]

1740 landeten englische Korsaren bei Gran Tarajal und wollten die Insel unterwerfen, sie wurden jedoch in zwei Schlachten bei Tuineje besiegt. Während des 17. und 18. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen von Freibeutern. Daher wurden zum Schutz der Insel 1740 die beiden Festungstürme von El Cotillo und Caleta de Fuste errichtet.

1834 wurde Antigua neue Hauptstadt, 1835 wurde der Verwaltungssitz nach Puerto de Cabras (heute: Puerto del Rosario) verlegt. 1836 wurde die Feudalherrschaft der Señores abgeschafft. 1852 wurden die Kanarischen Inseln von Isabella II. zur Freihandelszone erklärt. Die Militärherrschaft über die Insel wurde 1859 aufgelöst und Puerto de Cabras wurde 1860 schließlich die neue und jetzige Hauptstadt der Insel.

1912 wurden den Kanaren die Selbstverwaltungsrechte (Cabildo Insular) zugestanden. Fuerteventura und Lanzarote wurden 1927 Teil der Provinz Las Palmas. 1966 kamen die ersten Urlauber auf die Insel. 1975 wurden etwa 4500 spanische Fremdenlegionäre nach Puerto del Rosario verlegt. 1982 bekamen die Kanarischen Inseln einen eigenen Autonomiestatus. 1986 trat Spanien der Europäischen Gemeinschaft bei, die Kanaren behielten aber ihren Sonderstatus. Der Fremdenverkehr wurde 1990 zur wichtigsten Einnahmequelle der Insel, die Bautätigkeiten erreichten ihren Höhepunkt. Die Fremdenlegion wurde 1996 wieder von Fuerteventura abgezogen.

WirtschaftBearbeiten

 
Ziegenkäse in einer Käserei auf Fuerteventura
 
Zuchtanlage für Aloe Vera

Der Hauptwirtschaftszweig ist der Tourismus: von sanftem, naturnahem Tourismus im Inselinneren bis hin zu größeren und stark frequentierten Hotelketten für Massentourismus im Küstenbereich. Von den jährlich gut zwei Millionen Touristen sind 35 Prozent Deutsche. Viele Sportarten werden angeboten – vor allem Wassersport: Segeln, Surfen, Schwimmen, Wasserski, Jetski, Tauchen und mit Einschränkungen auch Wandern und (Kamel-)Reiten. Bauern bieten regionale Produkte an und partizipieren somit geringfügig am Tourismus. Wenn sie aber nicht gerade im Besitz küstennaher Weideflächen sind, geht der Fortschritt am Großteil der alteingesessenen Bevölkerung vorbei oder schadet sogar den traditionellen Großfamilien durch Abwanderung der Jugend in die Touristenorte und das besonders bei Immobilien gestiegene Preisniveau. Vorteile sind in der verbesserten Infrastruktur zu sehen.

Fuerteventura ist 2008 – wie Spanien insgesamt – von der Wirtschaftskrise erfasst worden. Die in den vorangegangenen Jahren aufstrebende Bauindustrie, die neben dem Tourismus eine der tragenden Säulen der Wirtschaft war, ist zusammengebrochen. Die Arbeitslosigkeit war im Rahmen der Krise auf über 33 Prozent gestiegen, die Jugendarbeitslosigkeit (bei den unter 25-Jährigen) lag in dieser Zeit mit rund 55 Prozent noch darüber.

Regionale Produkte sind vor allem Ziegenkäse und Meersalz, kanarische Kartoffeln (Papas Arrugadas) und kanarische Tomaten (rückläufig). In einigen Gemeinden wird seit längerer Zeit die Heilpflanze Aloe vera gezüchtet, angebaut und exportiert. Dieses einheimische Bioprodukt ist allerdings durch Markenpiraterie und Billigimporte, vor allem aus China, Indien und Pakistan, bedroht. Untersuchungen im Jahr 2015 bezifferten den Schaden durch falsch deklarierte Importprodukte auf 21 Millionen Euro pro Jahr.[11]

VerkehrBearbeiten

Die Insel, die heute hauptsächlich vom Tourismus lebt, hat mit dem internationalen Flughafen Verbindungen in mehrere europäische Länder.

Der Seehafen der Inselhauptstadt Puerto del Rosario ist der größte Umschlagplatz der Insel. Unter anderem unterhielt die Reederei Naviera Armas seit Anfang 2008 eine direkte Fährverbindung zum marokkanischen Hafen Tarfaya, die allerdings für unbestimmte Zeit unterbrochen wurde, als die Autofähre Assalama am 30. April 2008 vor Tarfaya sank. Weitere Häfen gibt es in Morro Jable, Corralejo, Gran Tarajal und El Castillo. Von Corralejo aus verkehrt stündlich eine Fähre nach Playa Blanca auf die nördliche Nachbarinsel Lanzarote. Morro Jable hat eine Fährverbindung mit Las Palmas auf Gran Canaria. Die Fähre setzt einmal am Tag über und braucht etwa dreieinhalb Stunden. Der Hafen von Gran Tarajal wie auch der Hafen von Morro Jable sind immer noch im Ausbau (Stand: 2007). Von Las Palmas gibt es eine Verbindung nach Gran Tarajal.

Straßenverkehr und RegionalbuslinienBearbeiten

Das Straßennetz ist gut ausgebaut und darüber jeder Ort der Insel gut erreichbar.

Zwischen den größeren Orten gibt es ein Netz von Regionalbuslinien. Der Verkehr wird in erster Linie durch die regionale Verkehrsgesellschaft Tiadhe durchgeführt, die im Juni 2015 nach eigenen Angaben über etwa 100 Fahrzeuge verfügt. Zentraler Knotenpunkt des Netzes ist der Busbahnhof von Puerto del Rosario. Linie 1 verkehrt als wichtige Verbindung zwischen der Inselhauptstadt und der touristisch bedeutenden Halbinsel Jandía zwischen Puerto del Rosario und Morro Jable und durchquert in ihrem Verlauf auch wichtige Orte im Hinterland der Insel wie zum Beispiel Antigua. Aber sie verbindet dabei auch Zentren wie Gran Tarajal, La Lajita, Costa Calma sowie weitere Orte entlang der Fernverkehrsstraße FV-2. Es wird dabei etwa ein Stundentakt angeboten. Je nach Tageszeit in Abschnitten mit zahlreichen verdichtenden Fahrten (z. B. als Linie 5 bzw. 25) oder aber mit geringfügigen Taktlücken zu nachfrageschwächeren Tageszeiten.

Ähnlich häufig verkehren die Linie 3 und 6, die Puerto del Rosario mit Caleta de Fuste (sowie den Flughafen) bzw. Corralejo verbinden. Mit der Linie 10 existiert ferner ein Expressbus (bei vergleichbarem Fahrpreis) zwischen Puerto del Rosario und Morro Jable, der in seinem Verlauf auch den Flughafen sowie Caleta de Fuste anbindet und sich somit in seiner Route von der Linie 1 unterscheidet.

Einige Linien, die Orte im Hinterland Fuerteventuras verbinden, verkehren zum Teil nur mit sehr wenigen oder sogar nur einer einzigen täglichen Fahrt. So verkehrt der Bus auf den Linien 4 und 9 zwischen Morro Jable und Pájara (mit unterschiedlichen Linienverläufen) jeweils täglich nur einmal.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ecomuseo La Alcogida

Bei Touristen beliebt sind die weiten Sandstrände entlang der Ostküste. Im Norden, nahe Corralejo, gibt es den unter Naturschutz stehenden Dünenpark, zu dem auch die vorgelagerte Insel Lobos gehört. Die konstanten Winde machen die Strände der Insel interessant für Wassersportler, Wellenreiter an der Westküste, Windsurfer im Norden bei Corralejo oder an der Ostküste (besonders am langen Strandabschnitt zwischen der Costa Calma und Jandía). Hier hat sich auch das Kitesurfen etabliert. Der Westen der Insel besteht zu einem großen Teil aus Steilküste mit lebensgefährlichen ablandigen Strömungen.

In La Lajita gibt es den Oasis-Park, einen Zoo mit Tier-Shows und Kamel-Safari. Dazu gehört ein botanischer Garten.

Im nordwestlichen Inselinneren befindet sich das Museum Ecomuseo La Alcogida in Tefia. Mit Mitteln der Europäischen Union wurden hier mehrere verfallene Bauernhöfe restauriert. Es wird die Handwerkskunst und Lebensweise der Bevölkerung Fuerteventuras vor der Zeit des Tourismus gezeigt. Zu sehen sind unter anderem Steinmetze, Bäcker, Stellmacher und Stickerinnen.

In Fuerteventuras Berglandschaft, aber auch an den zu den Stränden der Ostküste abfallenden Hängen, kann man auf Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) treffen, die sich flink durch die Steine bewegen und von Fall zu Fall an Menschen gewöhnt sind. Die ersten Tiere wurden 1965 aus Nordafrika eingeschleppt; sie vermehrten sich rasch und richten heute teilweise schwere Schäden an der Vegetation an. Außerdem kann man auf den Nordafrikanischen Igel (Erinaceus algirus, der als Insektentilger geschätzt wird), Fledermäuse und eine Spitzmausart (Crocidura canariensis) sowie Kaninchen (Jagdwild) treffen.

Bei Cofete auf der Halbinsel Jandía befindet sich die Villa Winter, ein nach dem ehemaligen Eigentümer benanntes Anwesen mit undurchsichtiger Vergangenheit.

Im Municipio Tindaya steht der La Montaña Tindaya. Er wird auch als heiliger Berg bezeichnet. Vor nicht allzu langer Zeit wurden dort bedeutende Überreste der Ureinwohner gefunden. Ein 2016 gefundener Stein zeigt einige wenige Buchstaben, die – ähnlich dem Stein von Rosette – aus mehr als einer Schrift stammen: einerseits der libysch-latinischen, andererseits der libysch-berberischen oder aber der alt-iberischen Schrift. Damit kann der Stein die Frage, ob die Urbevölkerung Fuerteventuras (überwiegend) von afrikanischen Berber-Völkern oder südwesteuropäischen Völkern stammt, nicht entscheiden. Der kurze Texte wurde als „Sohn von Makuran und von Timamasi, Tochter von Timamasi“ entziffert.[12] Die Echtheit des 1992 gefundenen Zanata-Steins ist dagegen umstritten.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Miguel de Unamuno, ein baskischer Philosoph, lebte 1924 einige Monate auf der Insel als politisch Verbannter. Von ihm stammt die Zeile „Fuerteventura ist eine Oase in der Wüste der Zivilisation“. Seit einigen Jahren steht ihm zu Ehren ein Denkmal am Fuß der Montaña Quemada, nahe Tindaya.
  • Jürgen Hönscheid lebt seit 1986 auf der Insel. Er wurde 1982 der erste deutsche Windsurf-Profi.

BildergalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Fuerteventura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Fuerteventura – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Spanisches Statistikamt
  2. Presidencia. In: cabildofuer.es. Abgerufen am 13. April 2019 (spanisch).
  3. a b c Juan Carlos Carracedo, Simon Day: Canary Islands. Terra, Harpenden 2002, ISBN 1-903544-07-6, S. 29 (Classic Geology in Europe 4).
  4. C. J. Stillman: Giant Miocene landslides and the evolution of Fuerteventura, Canary Islands. In: Journal of Volcanology and Geothermal Research. 94, 1/4, 1999, S. 89–104 (Abstract), (englisch); Zugriff: 24. Juni 2011.
  5. a b Juan Carlos Carracedo, Simon Day: Canary Islands. Terra, Harpenden 2002, ISBN 1-903544-07-6, S. 24 (Classic Geology in Europe 4).
  6. E. Ancochea, J. L. Brändle, C. R. Cubas, F. Hernán, M. J. Huertas: Volcanic complexes in the eastern ridge of the Canary Islands. The Miocene activity of the island of Fuerteventura. In: Journal of Volcanology and Geothermal Research. 70, 3/4, March 1996, S. 183–204 (Abstract), (englisch); Zugriff: 24. Juni 2011.
  7. Juan Carlos Carracedo, Simon Day: Canary Islands. Terra, Harpenden 2002, ISBN 1-903544-07-6, S. 21 (Classic Geology in Europe 4).
  8. Hans-Ulrich Schmincke: Vulkanismus. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14102-4, S. 65.
  9. Ley 7/1991, de 30 de abril, de símbolos de la naturaleza para las Islas Canarias. Gesetzestext vom 30. April 1991 (spanisch).
  10. José Concepción Rodríguez, Juan Ramón Gómez-Pamo Guerra del Río: Los Coroneles. Katalogtext zur Ausstellung Arte, sociedad y poder. La Casa de los Coroneles, Fuerteventura. 2009 (spanisch, lacasadeloscoroneles.org [abgerufen am 30. November 2018]).
  11. Productos de aloe vera asiático se comercializan como canarios e ingresan hasta 21 millones gracias al engaño. In: eldiario.es. 20. November 2015, abgerufen am 28. September 2018 (spanisch).
  12. Harald Braem: Auf den Spuren der Ureinwohner: Ein archäologischer Reiseführer für die Kanaren. 240 S., Zech Verlag, 2018, ISBN 978-84-934857-3-3, eISBN 978-84-943429-8-1