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Pflanze

eukaryotischer Organismus, der meist in der Lage ist Photosynthese zu betreiben
(Weitergeleitet von Pflanzen)
Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris)

Als Pflanzen (Plantae) werden heute zumeist Lebewesen bezeichnet, die sich nicht fortbewegen können und Photosynthese betreiben. Der Begriff wurde in früheren Zeiten sehr verschieden gefasst, und auch heute sind mehrere verschiedene Definitionen gebräuchlich. Das Teilgebiet der Biologie, das sich wissenschaftlich mit der Erforschung der Pflanzen im weitesten Sinn, einschließlich der Algen und der Pilze, befasst, ist die Botanik.

Inhaltsverzeichnis

BegriffBearbeiten

Der Ausdruck Pflanze leitet sich ab von lateinisch planta: Fußsohle, Setzling. Er geht zurück auf das Festtreten der Erde um einen frisch gepflanzten Setzling mit dem Fuß. „Pflanzen“ waren also ursprünglich vor allem die Kulturpflanzen. Im Lateinischen war für das Pflanzenreich der Ausdruck vegetabilia gebräuchlich, der auf die Verben vegere: in Kraft sein, blühen und vegetare: beleben, erregen zurückzuführen ist (etymologisch verwandt mit dem deutschen wachsen). Die erste Behandlung von Pflanzen als einer besonderen Kategorie von Naturwesen findet sich im Werk des Aristoteles. Diesem geht es vor allem um die Unterscheidung zu den Tieren. In seinem Werk De anima unterscheidet er die Wesen nach der Ausprägung ihrer Seele. Eine nährende oder vegetative Seele, die für Wachstum und Fortpflanzung verantwortlich sei, komme allen Lebewesen, also auch den Pflanzen, zu. Erste tiefergehende Untersuchungen über Pflanzen stellte sein Schüler und Nachfolger Theophrast an, der deshalb als „Vater der Botanik“ gilt.[1]

Seit Aristoteles wurden drei Naturreiche unterschieden: Mineralien, Pflanzen und Tiere. Auch Carl von Linné folgte dieser Unterteilung in seinem Werk Systema Naturae. 1969 schlug Robert Whittaker vor, die Pilze als eigenes Reich aus dem Pflanzenreich auszugliedern,[2] und dies setzte sich allmählich durch. Neuere Definitionen des Pflanzenreichs unterscheiden sich darin, ob bzw. welche Algen zu den Pflanzen gezählt werden. In der engsten Fassung werden alle Algen ausgeschlossen und nur noch die Embryophyta oder Landpflanzen als Pflanzen bezeichnet,[3] zu denen die Samenpflanzen, die Farne, die Schachtelhalme, die Bärlappgewächse und die verschiedenen Gruppen der Moose gehören. Alternativ werden manche oder alle Grünalgen hinzugenommen; andere Autoren beziehen zusätzlich noch die Rotalgen und die Glaucophyta mit ein.[4]

Merkmale und BedeutungBearbeiten

Das wesentliche Charakteristikum, durch das sich Pflanzen von Tieren und von Pilzen unterscheiden, ist der Besitz von Chloroplasten und damit die photoautotrophe Lebensweise. Letzteres bedeutet, dass sie die zum Leben notwendige Energie durch Photosynthese gewinnen können (Phototrophie) und dass sie keine organische Nahrung benötigen (Autotrophie), sondern organische Substanzen durch die Assimilation von Kohlendioxid bilden können. Dabei tragen die Landpflanzen (Embryophyta) zu etwa 50 % der photosynthetischen Primärproduktion bei. 30 % entfallen auf Algen und autotrophe Protisten etwa unter den Dinoflagellaten, 20 % auf Prokaryoten wie die Cyanobakterien.[5] Die Cyanobakterien (früher Blaualgen genannt) weisen viele Übereinstimmungen mit den Chloroplasten auf, und laut der allgemein akzeptierten Endosymbiontentheorie gingen letztere vor über einer Milliarde Jahren aus Cyanobakterien hervor, die als Symbionten aufgenommen wurden. Da die Photosynthese der natürliche Prozess ist, durch den Sauerstoff entsteht, geben die vorgenannten Zahlen auch den relativen Beitrag der verschiedenen phototrophen Lebewesen an der Sauerstoffproduktion an. Heterotrophe Lebewesen wie Menschen, Tiere und Pilze beziehen ihre Nahrung und den zur Atmung nötigen Sauerstoff letztlich von den autotrophen, wobei im Meer vor allem das Phytoplankton am Anfang der Nahrungskette steht.

Zur Bedeutung von Pflanzen für den Menschen siehe Nutzpflanzen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Joachim W. Kadereit, Christian Körner, Benedikt Kost, Uwe Sonnewald: Strasburger Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften. 37. Aufl., Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pflanzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikibooks: Bestimmungsbuch Pflanzen Mitteleuropas – Lern- und Lehrmaterialien
  Wikiquote: Pflanze – Zitate
  Wiktionary: Pflanze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Toepfer: Historisches Wörterbuch der Biologie. Geschichte und Theorie der biologischen Grundbegriffe. Band 3: Parasitismus – Zweckmäßigkeit. J.B. Metzeler, Stuttgart und Weimar 2011. ISBN 978-3-476-02319-3. Eintrag Pflanze, Seite 11–33.
  2. R. H. Whittaker: New concepts of kingdoms of organisms. Science 163, S. 150−160 (1969).
  3. Sina M. Adl, A. G. B. Simpson, C. E. Lane, J. Lukeš, D. Bass, S. S. Bowser, M. W. Brown, F. Burki, M. Dunthorn, V. Hampl, A. Heiss, M. Hoppenrath, E. Lara, L. le Gall, D. H. Lynn, H. McManus, E. A. D. Mitchell, S. E. Mozley-Stanridge, L. W. Parfrey, J. Pawlowski, S. Rueckert, L. Shadwick, C. L. Schoch, A. Smirnov, F. W. Spiegel: The Revised Classification of Eukaryotes. In: Journal of Eukaryotic Microbiology. 59, 2012, S. 429–514. (PDF online)
  4. Joachim W. Kadereit, Christian Körner, Benedikt Kost, Uwe Sonnewald: Strasburger Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften. 37. Aufl., Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014, S. 544f.
  5. Jane Reece & al.: Campbell Biologie. 10. Aufl., Pearson, Hallbergmoos 2016, S. 795.