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St. Zeno (Bad Reichenhall)

Ortsteil von Bad Reichenhall

St. Zeno ist ein Ortsteil von Bad Reichenhall. Bis 1905 war St. Zeno eine eigenständige Gemeinde mit dem Ortszentrum einen Kilometer nordöstlich des Reichenhaller Stadtzentrums, und mit einer Fläche von 165,95 Hektar und 921 Einwohnern (Stand: 1904). Nach der letzten Volkszählung vom 25. Mai 1987 wurden nur noch zwei „Gebäude mit Wohnraum“ (Klostergebäude) mit 25 Einwohnern zum Ortsteil St. Zeno gerechnet,[1] während die übrigen Bereiche der früheren Gemeinde als mit Bad Reichenhall zusammengewachsen gelten.

St. Zeno
Koordinaten: 47° 43′ 53″ N, 12° 53′ 20″ O
Höhe: 475 m
Fläche: 1,66 km²
Einwohner: 25 (25. Mai 1987)
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1905
Postleitzahl: 83435
Vorwahl: 08651
Karte

Lage und GliederungBearbeiten

Die ehemalige Gemeinde St. Zeno war mit den Dörfern St. Zeno und Froschham sowie den Weilern Leopoldsthal, Traunfeld und Vogelthenn in fünf Ortsteile gegliedert.[2] Im ersten amtlichen Ortsverzeichnis von 1875 wurden außerdem noch die Einöden Wegscheid und Bahnhof Reichenhall als weitere eigenständige Ortsteile ausgewiesen.[3] Die Gemarkung grenzt jedoch nicht an das frühere gemeindefreie Gebiet Forst St. Zeno, wie aufgrund der Namensgleichheit vermutet werden könnte.

GeschichteBearbeiten

Benannt ist der Ort nach dem ehemaligen Kloster der Augustiner-Chorherren. Auffälligstes Bauwerk ist die dem Kloster angeschlossene Kirche St. Zeno, die als größter romanischer Kirchenbau Oberbayerns gilt.

Wegen des Aufschwunges als Kurbad herrschte am Ende des 19. Jahrhunderts im Hauptort Bad Reichenhall eine rege Bautätigkeit. Aufgrund der durch die Topographie vorgegebenen Möglichkeiten zur räumlichen Entwicklung standen alsbald von 200 errichteten Villen und Landhäusern bereits 61 auf dem Gemeindegebiet von St. Zeno, was das Zusammenwachsen und schließlich die Eingemeindung begünstigte.

Am 1. Dezember 1905 wurde der Hauptteil der Gemeinde mit den Ortsteilen St. Zeno, Froschham, Traunfeld und Vogelthenn in Bad Reichenhall eingemeindet. Diese ehemaligen Ortsteile werden innerhalb Bad Reichenhalls nicht mehr unterschieden bzw. sind allesamt in St. Zeno als einem Ortsteil von Bad Reichenhall aufgegangen. Der Weiler Leopoldsthal unmittelbar an der österreichischen Grenze, eine vom übrigen Gemeindegebiet durch das Kirchholz getrennte Exklave mit weniger als acht Hektar Fläche, ging zeitgleich mit ihren 14 Einwohnern an die Gemeinde Bayerisch Gmain, wurde aber auch in ihr laut Amtlichem Ortsverzeichnis letztmals 1925 als separater Ortsteil verzeichnet.

Am 1. Januar 1981 vergrößerte sich die Gemarkung um rund 56 Hektar, als ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Kirchholz nach Bad Reichenhall eingemeindet und der Gemarkung St. Zeno zugeschlagen wurde (der größere Teil von Kirchholz kam zu Bayerisch Gmain).

SchulstandortBearbeiten

Ein Teil der Klostergebäude beherbergt heute die Mädchenrealschule der Erzdiözese München und Freising. In unmittelbarer Nachbarschaft des Klosters erwarb 1868 Josef Freiherr von Karg-Bebenburg (1833–1899) eine Länderei und errichtete darauf 1871 eine Villa mit Parkanlage. Die Villa Karg ist heute Teil des Karlsgymnasiums, die Parkanlage der Karlspark. Ebenso ist St. Zeno heute Standort der St.-Zeno-Schule (Mittelschule), des Sonderpädagogischen Förderzentrums und der Steigenberger Hotelfachschule. Das Gelände der 2006 eingestürzten Eislaufhalle liegt ebenfalls in unmittelbarer Nähe der Schulen. Im September 2009 sollte auf diesem Gelände nach dem Abriss der Eislaufhalle der Campus Bad Reichenhall der IUBH School of Business and Management entstehen.[4][5] Der Campus befindet sich jedoch heute bei der Hotelfachschule, nachdem die Hochschule 2013 den Erbpachtvertrag für das Gelände der eingestürzten Eislaufhalle wegen absehbar unzureichender Auslastung nicht verlängert hat.[6] Das Gelände ist somit nach wie vor unbebaut (Stand: 2015).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: St. Zeno (Bad Reichenhall) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 70 (Digitalisat).
  2. Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister, München, 1904
  3. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 54, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  4. dpa: Hochschule auf Areal der eingestürzten Reichenhaller Eishalle, Meldung im Münchner Merkur, online ab 7. Mai 2009 unter merkur.de
  5. Campus Bad Reichenhall (Memento des Originals vom 23. Juni 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iubh.de, Webseite zum Standort Bad Reichenhall der IUBH School of Business and Management, online unter iubh.de
  6. Kein Campusneubau an der Münchner Allee, online unter heimatzeitung.de am 7. Oktober 2013.