USC Münster

deutscher Volleyballverein

Der USC Münster ist ein Volleyball-Verein aus Münster, dessen erste Frauen-Mannschaft in der Bundesliga spielt. Mit neun Meistertiteln, elf Siegen im DVV-Pokal sowie vier Titeln im Europapokal ist diese eine der erfolgreichsten deutschen Mannschaften. In früheren Jahren waren die Männer in Münster erfolgreich, sie waren von 1965 bis 1972 deutscher Meister und gewannen 1976 den DVV-Pokal.

USC Münster
Deutscher Volleyball-Verband
Vereinsdaten
Gründung 1961
Adresse Sperlichstraße 10
48151 Münster
Präsident Martin Gesigora
Homepage http://www.usc-muenster.de/
Volleyball-Abteilung
Liga Bundesliga
Spielstätte Großsporthalle Berg Fidel
Trainerin Lisa Thomsen
Co-Trainer Felix Jülicher, Tim Mücke
Erfolge Männer:

Frauen:

letzte Saison 9. Platz Bundesliga
Stand: 2. Juli 2021

TeamBearbeiten

Der Kader für die Saison 2021/22 besteht aus folgenden Spielerinnen.

Kader – Saison 2021/22
Name Nr. Nation Größe Geburtsdatum Position im Verein seit Vertrag bis
Meghan Barthel 12 Deutschland  Deutschland 1,79 m 23. März 2000 Z 2021[1] 2023[1]
Sara Đukić 18 Slowenien  Slowenien 1,86 m 6. Juli 1996 MB 2021[2] 2022[2]
Marta Hurst 7 Portugal  Portugal 1,84 m 7. Juli 1992 AA 2021[3] 2022[3]
Erika Kildau 5 Deutschland  Deutschland 1,60 m 2. Sep. 2002 L 2020 2024
Mia Kirchhoff 15 Deutschland  Deutschland 1,82 m 10. Sep. 2004 AA 2020 2022
Elena Kömmling 17 Deutschland  Deutschland 1,79 m 2. Jan. 2000 AA 2021[4] 2023[4]
Juliane Langgemach 9 Deutschland  Deutschland 1,88 m 6. Nov. 1994 MB 2016 2022
Nikolina Maroš 2 Osterreich  Österreich 1,82 m 8. Mai 1997 D 2021[5] 2023[5]
María Priscilla Schlegel 16 Spanien  Spanien 1,84 m 29. Aug. 1993 AA 2021[6] 2022[6]
Iris Scholten 6 Niederlande  Niederlande 1,91 m 15. Nov. 1999 D 2021[7] 2022[7]
Kateřina Valková 10 Tschechien  Tschechien 1,78 m 6. Feb. 1996 Z 2021[8] 2023[8]
Barbara Roxana Wezorke 11 Deutschland  Deutschland 1,86 m 12. Apr. 1993 MB 2019 2022

Positionen: AA = Annahme/Außen, D = Diagonal, L = Libero, MB = Mittelblock, Z = Zuspiel

Neuzugänge 2021
Spieler bisheriger Verein
Meghan Barthel Schwarz-Weiss Erfurt[1]
Sara Đukić GEN-I Volley Nova Gorica[2]
Marta Hurst Haro Rioja Vóley[3]
Elena Kömmling VV Grimma[4]
Nikolina Maroš ASKÖ Linz Steg[5]
María Priscilla Schlegel VK UP Olomouc[6]
Iris Scholten NawaRo Straubing[7]
Kateřina Valková VK UP Olomouc[8]
Abgänge 2021
Spieler neuer Verein
Nele Barber unbekannt[9]
Linda Bock Dresdner SC[9]
Anika Brinkmann Karriereende[9]
Liza Kastrup 1. VC Wiesbaden[9]
Demi Korevaar unbekannt[9]
Heloiza Lacerda Pereira unbekannt[9]
Adeja Lambert unbekannt[9]
Pia Mohr unbekannt[9]
Taylor Nelson unbekannt[9]
Sarah van Aalen unbekannt[9]

Cheftrainerin ist Lisa Thomsen, die den Niederländer Teun Buijs Ende Oktober 2020 ablöste.[10] Sie wird unterstützt von den Co-Trainern Felix Jülicher und Tim Mücke.[11] Die sportliche Leitung hat Ralph Bergmann, der auch Lisa Thomsen während ihrer Babypause von Dezember 2020 bis März 2021 als Cheftrainer vertrat. Für die medizinische Betreuung sind die Mannschaftsärzte Christian Fechtrup, Stephan Maurer, Jessica Maurer und Rieke Herzog, die Sportpsychologin Charlotte Raue sowie die Physiotherapeuten Nadine Rensing und Benedikt Wentrup zuständig.

GeschichteBearbeiten

Gegründet wurde der USC unter dem Namen Universitäts-Sportclub Münster im Jahre 1961. Zunächst waren die Männer um Karl Herzog, Hans-Ulrich Graßhoff und Manfred Kindermann erfolgreich. Sie waren von 1965 bis 1972 ununterbrochen Deutscher Meister und gewannen 1976 den DVV-Pokal. Seit die Volleyballabteilung 1981/82 eigenständig wurde und Unabhängiger Sportclub Münster heißt, haben die Frauen die Führung übernommen. Mit derzeit neun Deutschen Meisterschaften und elf DVV-Pokalsiegen ist der USC nach dem Schweriner SC der zweiterfolgreichste deutsche Verein bei den Frauen. Ein weiterer Meistertitel wurde 1998 aberkannt, weil die Münsteranerin Wendy Stammer gedopt war.[12] Auch international waren die Münsteranerinnen erfolgreich: Sie gewannen den CEV-Pokal 1982, 1994 und 1996 sowie den Europapokal der Pokalsieger 1992. Zahlreiche Rekordnationalspielerinnen und Volleyballerinnen des Jahres spielten beim USC: Annedore Richter, Margret Stender, Uschi Westphal, Heidi Kerstiens, Marina Staden, Sigrid Terstegge, Gudula Staub, Karen Baumeister, Alexandra Ludwig, Ariane Radfan, Ines Pianka, Beate Bühler, Ulrike Schmidt, Anne-Kathrin Schade, Judith Flemig, Angelina Grün, Maren Brinker, Louisa Lippmann.[13] Die Mannschaft wurde vom Sportbund der Stadt Münster beim Ball des Sports 1995, 1996, 1997, 2000, 2001, 2004, 2005 sowie 2011 als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.[14]

BundesligaBearbeiten

Der USC Münster wurde 2004 zum achten Mal deutscher Meister. In der folgenden Saison gelang den Westfalen die Titelverteidigung. In der Saison 2005/06 belegte die Mannschaft nach der Meisterrunde den vierten Platz. Ein Jahr später konnte sich der USC nicht für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifizieren und belegte als bestes Team der Playdown-Runde den siebten Platz. Noch schlechter war das Ergebnis in der 2008 mit dem neunten Platz. Nachdem die Endrunde abgeschafft worden war, wurde Münster in der Saison 2008/09 erneut Neunter, wobei der USC die gleiche Punktzahl und das gleiche Satzverhältnis wie der achtplatzierte Köpenicker SC und außerdem punktgleich mit dem Zehnten und Elften war. In der folgenden Saison verbesserte sich der Verein um einen Rang. 2011 wurde Münster ebenfalls Achter. In der Saison 2011/12 gelang dem USC das beste Ergebnis seit sechs Jahren, als er sich als Vierter der Hauptrunde für die Play-Offs qualifizierte und erst im Halbfinale dem Dresdner SC unterlag. Ein Jahr später musste sich die Mannschaft dem gleichen Gegner im Play-Off-Viertelfinale geschlagen geben. 2014 gelangte der USC als Siebter der Hauptrunde über die Pre-Play-Offs ins Viertelfinale und schied dort nach drei Spielen gegen den 1. VC Wiesbaden aus. Den gleichen Weg ging Münster in der Saison 2014/15, als es das Aus im Viertelfinale gegen Allianz MTV Stuttgart gab. In der Saison 2015/16 qualifizierte sich der USC wie vier Jahre zuvor als Vierter der Hauptrunde für die Play-Offs und unterlag erneut erst im Halbfinale dem Dresdner SC, der sich anschließend den Meistertitel holte. In der Saison 2016/17 belegten die Münsteranerinnen nach der Hauptrunde Platz Sieben, qualifizierten sich durch zwei Siege in den Pre-Play-Offs über Suhl für das Viertelfinale und schieden dort nach zwei Niederlagen gegen Stuttgart aus. In der Saison 2017/18 erreichten sie als Hauptrunden-Sechster ebenfalls das Play-Off-Viertelfinale, in dem sie nach zwei 0:3-Niederlagen gegen den späteren Meister SSC Palmberg Schwerin ausschieden. Wieder Hauptrunden-Siebter wurden sie in der Saison 2018/19, woraufhin sie im anschließenden Play-Off-Viertelfinale erneut gegen Schwerin mit zwei Niederlagen (0:3 und 2:3) ausschieden.

DVV-PokalBearbeiten

Die Münsteranerinnen gewannen 2004 in Schwerin mit einem 3:2 im Finale gegen den TV Fischbek den DVV-Pokal. In der folgenden Saison erreichten sie als Titelverteidiger erneut das Endspiel und setzten sich in Bonn mit 3:0 gegen Bayer Leverkusen durch. 2006 schafften sie zum dritten Mal in Folge den Einzug ins Finale, das erstmals im Gerry-Weber-Stadion ausgetragen wurde; diesmal musste sich der USC jedoch dem Schweriner SC mit 0:3 geschlagen geben. In der Saison 2006/07 schied Münster bereits im Viertelfinale gegen Leverkusen aus. 2007/08 gegen den VfB 91 Suhl, 2008/09 gegen Schwerin und 2009/10 gegen den Dresdner SC endete der Pokalwettbewerb für die Westfalen ebenfalls im Viertelfinale. In der Saison 2010/11 verlor Münster das Achtelfinale daheim gegen das Allgäu Team Sonthofen mit 2:3. Ein Jahr später konnte der USC den Titelverteidiger Smart Allianz Stuttgart im Viertelfinale nicht aufhalten. Im DVV-Pokal 2012/13 wiederholte sich dieses Ergebnis. In der folgenden Saison unterlag Münster im Viertelfinale den VolleyStars Thüringen. 2014/15 erreichte der USC das Halbfinale, das er gegen den späteren Pokalsieger Stuttgart verlor. In der Saison 2015/16 schied der USC erneut im Halbfinale gegen Allianz MTV Stuttgart aus. 2016/17 gewann Münster im Achtelfinale mit 3:2 gegen Wiesbaden und schied im Viertelfinale mit 0:3 gegen Schwerin aus. 2017/18 sowie 2018/19 scheiterte man erneut jeweils im Viertelfinale gegen Stuttgart bzw. Schwerin. 2019/20 schieden die Münsteranerinnen bereits im Achtelfinale gegen den SC Potsdam aus.

Weitere MannschaftenBearbeiten

Beim USC Münster gibt es neben der Bundesliga-Mannschaft vier weitere Frauen-, zwei Männer- und zahlreiche Jugendmannschaften. Die zweite Frauenmannschaft spielte jahrelang in der 2. Bundesliga Nord und heute in der 3. Liga West. Die Jugendmannschaften des Vereins gewannen zahlreiche Westdeutsche und Deutsche Meisterschaftstitel.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Henner Henning: Meghan Barthel kommt als zweite Zuspielerin aus Erfurt zum USC Münster. Westfälische Nachrichten, 30. April 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  2. a b c Blockerin Sara Dukic ist die letzte Neue des USC Münster. Westfälische Nachrichten, 13. Juli 2021, abgerufen am 14. Juli 2021.
  3. a b c Henner Henning: Neuer Angriffselan aus Portugal – der USC Münster holt Marta Hurst. Westfälische Nachrichten, 11. Mai 2021, abgerufen am 18. Mai 2021.
  4. a b c Neuzugang Nummer sechs beim USC Münster: Elena Kömmling verlässt Sachsen erstmals. USC Münster, 11. Juni 2021, abgerufen am 11. Juni 2021.
  5. a b c USC Münster verpflichtet Österreichs Kapitänin Nikolina Maros. Westfälische Nachrichten, 9. Juli 2021, abgerufen am 12. Juli 2021.
  6. a b c Henner Henning: Spanische Sprungkraft für den USC mit Maria Priscilla Schlegel. Westfälische Nachrichten, 1. Juni 2021, abgerufen am 4. Juni 2021.
  7. a b c Henner Henning: USC sichert sich mehr Power mit Iris Scholten. Westfälische Nachrichten, 27. April 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  8. a b c Henner Henning: Katerina Valkova ist die neue Strippenzieherin beim USC Münster. Westfälische Nachrichten, 18. Mai 2021, abgerufen am 19. Mai 2021.
  9. a b c d e f g h i j Alfred Riese: Annika Brinkmann verlässt den USC Münster. Westfälische Nachrichten, 7. Mai 2021, abgerufen am 18. Mai 2021.
  10. Henner Henning, Wilfried Sprenger: USC Münster stellt Teun Buijs frei – Lisa Thomsen wird neue Cheftrainerin. Westfälische Nachrichten, 28. Oktober 2020, abgerufen am 29. Oktober 2020.
  11. Jülicher und Mücke werden beim USC die beiden Thomsen-Assistenten. Westfälische Nachrichten, 30. Juni 2021, abgerufen am 2. Juli 2021.
  12. Die Deutschen dürfen doch vom Olympiagold träumen welt.de 9. März 2016
  13. Geschichte USC Münster (Memento vom 24. Juni 2009 im Internet Archive)
  14. Westfälische Nachrichten: Letzte Runde ist eingeläutet – Hochgeschwindigkeits-Endspurt: Viele Kandidaten geben im neuen Jahr schon wieder Vollgas, Münsters Sportler des Jahres 2012, 30. Januar 2013.