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Der Schweriner SC ist ein Sportverein aus Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern. Bekannt ist der Verein durch seine Volleyball-Frauen, die in der ersten Volleyball Bundesliga unter dem Namen SSC Palmberg Schwerin spielen und zwölffacher Deutscher Volleyball-Meister sind, zuletzt 2018. Auch in der Volleyball-Nachwuchsarbeit ist der SSC einer der führenden Vereine Deutschlands.

Schweriner SC / SSC Palmberg Schwerin
Wappen des Schweriner SC
Deutscher Volleyball-Verband
Vereinsdaten
Gründung 1957
Adresse Von Flotow Straße 20
19059 Schwerin
Vorsitzender Johannes-M. Wienecke
Homepage https://www.schweriner-sc.com/
Volleyball-Abteilung
Liga Bundesliga
Spielstätte PALMBERG ARENA Schwerin
Trainer Felix Koslowski
Co-Trainer Martin Frydnes
Paul Sens
Erfolge DDR-Meister
1976, 1977, 1980, 1981, 1982, 1983, 1984
DDR-Pokalsieger
1973, 1974, 1975, 1979, 1981, 1982, 1988, 1990
Europapokalsieger der Landesmeister
1978
Europapokalsieger der Pokalsieger
1975
Deutscher Meister
1995, 1998, 2000, 2001, 2002, 2006, 2009, 2011, 2012, 2013, 2017, 2018
DVV-Pokalsieger
2001, 2006, 2007, 2012, 2013, 2019
VBL-Supercupsieger
2017, 2018, 2019
letzte Saison Vizemeister
Stand: 20. Oktober 2019

Zahlreiche Rekordnationalspielerinnen, Olympiateilnehmerinnen und Volleyballerinnen des Jahres spielten beim SSC: Martina Schmidt, Ute Steppin, Dörte Techel, Christina Schultz, Sylvia Roll, Béatrice Dömeland, Hanka Pachale, Olessya Kulakova, Kathleen Weiß, Maren Brinker und Louisa Lippmann.

In der im Jahr 2000 gegründeten Abteilung SSC Breitensport werden u. a. Hockey, Handball und Fußball angeboten.

Volleyball (Frauen)Bearbeiten

Die Volleyballabteilung des Schweriner SC trägt seit Dezember 2016 den Namen SSC Palmberg Schwerin. Der Schönberger Möbelhersteller Palmberg erhielt die Namensrechte zunächst für fünf Jahre. Zuvor hatte sich das Unternehmen im Jahr 2015 bereits für zehn Jahre die Namensrechte an der Spielstätte des Vereins gesichert. Über die Höhe des Sponsoringengagements wurde Stillschweigen vereinbart.[1]

GeschichteBearbeiten

Den Startschuss für die Abteilung Volleyball unter dem Namen SC Traktor Schwerin markierte das Jahr 1957. Ab 1960 spielte der Verein auf Oberliga-Niveau. Ab 1964 übernahm Gerhard Fidelak das Traineramt. Von 1973 bis 1975 dreimal in Folge im Pokalwettbewerb der DDR erfolgreich. 1975 konnte mit dem Europapokal der Pokalsieger der erste internationale Titel gewonnen werden. In den nächsten beiden Jahren triumphierte der Verein in der Meisterschaft und gewannen anschließend mit dem Europapokal der Landesmeister 1978 den zweiten kontinentalen Titel. Nach dem nationalen Pokalsieg 1979 wurde der SC Traktor Schwerin von 1980 bis 1984 fünf Mal in Folge DDR-Meister und schaffte zweimal (1981 und 1982) das Double. 1988 und 1990 gab es im Pokalwettbewerb die letzten Schweriner Erfolge vor der Wiedervereinigung.

Im Jahr 1991 erfolgte die Umbenennung zum Schweriner SC. Nach 30 Trainerjahren in Schwerin beendete Gerhard Fidelak 1994 sein Trainerengagement. 1995 konnte der SSC erstmals die Meisterschaft im wiedervereinigten Deutschland gewinnen. Da dem USC Münster aufgrund eines Dopingfalls im Jahr 1998 die Meisterschaft aberkannt wurde, ging der Titel nachträglich an den Schweriner SC. Von 2000 bis 2002 konnte unter Trainer Michael Schöps drei Mal in Folge die Meisterschaft gewonnen werden. In den Jahren von 2003 bis 2008 trainierte der Norweger Tore Aleksandersen den Verein und wird 2006 mit dem Schweriner SC Deutscher Meister. Sein Nachfolger wurde der Niederländer Edwin Benne, der 2009 die Meisterschaft nach Schwerin holte. Im Januar 2010 wurde Benne als erster und bisher einziger Trainer des Clubs entlassen. Grund waren "Unstimmigkeiten zwischen dem Niederländer, den Spielerinnen und den SSC-Verantwortlichen", unter anderem hatte die Niederländerin Caroline Wensink um ihre Vertragsauflösung gebeten. Als Nachfolger sprang Tore Aleksandersen ein.

Ab der Saison 2011/12 übernahm der Niederländer Teun Buijs das Traineramt. Buijs führte den Verein 2012 und 2013 jeweils zur Deutschen Meisterschaft und zum DVV-Pokalsieg. Danach wechselte er zum polnischen Spitzenteam Trefl Sopot. Nachfolger von Bujis wurde Felix Koslowski, der seit 2015 zusätzlich Trainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ist.[2] Koslowski errang mit dem SSC Palmberg Schwerin die Meisterschaft 2017 und 2018.[3][4]

MannschaftBearbeiten

Der Kader für die Saison 2019/20 umfasst bisher folgende Spielerinnen:

Kader – Saison 2019/20
Name Nr. Nation Größe Geburtsdatum Position
McKenzie Adams 13 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1,90 m 13. Feb. 1992 AA
Lea Ambrosius 18 Deutschland  Deutschland 1,92 m 22. Mai 2000 MB
Nele Barber 2 Deutschland  Deutschland 1,83 m 27. Okt. 1994 AA
Lauren Barfield 12 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1,95 m 15. Mär. 1990 MB
Britt Bongaerts 7 Niederlande  Niederlande 1,85 m 03. Nov. 1996 Z
Kimberly Drewniok 8 Deutschland  Deutschland 1,88 m 11. Aug. 1997 D
Beta Dumančić 11 Kroatien  Kroatien 1,89 m 26. Mär. 1991 MB
Denise Hanke 10 Deutschland  Deutschland 1,83 m 31. Aug. 1989 Z
Romy Jatzko 14 Deutschland  Deutschland 1,85 m 26. Jan. 2000 AA
Nicole Oude Luttikhuis 9 Niederlande  Niederlande 1,91 m 26. Dez. 1997 AA
Anna Pogany 4 Deutschland  Deutschland 1,68 m 21. Juli 1994 L
Marie Schölzel 16 Deutschland  Deutschland 1,90 m 01. Aug. 1997 MB
Gréta Szakmáry 1 Ungarn  Ungarn 1,83 m 31. Dez. 1991 AA
Justine Wong-Orantes 5 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1,68 m 06. Okt. 1995 L

Positionen: AA = Annahme/Außen, D = Diagonal, L = Libero, MB = Mittelblock, Z = Zuspiel, U = Universal

Neuzugänge 2019
Spielerin bisheriger Verein
Nele Barber 1. VC Wiesbaden[5]
Romy Jatzko VC Olympia Berlin[6]
Nicole Oude Luttikhuis Ladies in Black Aachen[7]
Justine Wong-Orantes USA[8]
Abgänge 2019
Spielerin neuer Verein
Ralina Doschkowa TS Volley Düdingen[9]
Jennifer Geerties Imoco Volley Conegliano[10]
Elisa Lohmann VC Kanti Schaffhausen[11]
Tessa Polder Ladies in Black Aachen[12]
Nanaka Sakamoto unbekannt

Cheftrainer ist seit 2013 der gebürtige Schweriner Felix Koslowski, der zuvor die Volleyball-Frauen des VfB 91 Suhl betreute. Er löste den Niederländer Teun Buijs ab. Co-Trainer ist Martin Frydnes, der zuvor Trainer beim VCO Berlin war. Als weiterer Co-Trainer und Scout fungiert Paul Sens.

BundesligaBearbeiten

 
Louisa Lippmann, von 2016 bis 2018 beim SSC

In der Bundesliga wurden die Schwerinerinnen 1995 und 1998 deutscher Meister. In den Jahren 2000 bis 2002 holten sie die Schale drei Mal in Folge und 2006 schafften sie zum zweiten Mal nach 2001 das Double. Als Titelverteidiger wurden sie in der Saison 2006/07 Vizemeister hinter dem Dresdner SC. Ein Jahr später belegten sie punktgleich mit dem Zweiten Dresden und dem Vierten Suhl den dritten Rang. In der Saison 2008/09 gewann Schwerin wieder die deutsche Meisterschaft, mit jeweils zwei Punkten vor Vilsbiburg und Dresden. 2010 belegte die Mannschaft hinter Vilsbiburg und Wiesbaden den dritten Platz.

In der Saison 2010/11 gewann Schwerin im Playoff-Finale gegen den Dresdner SC (3:2 und 3:0) erneut die deutsche Meisterschaft. 2011/12 kam es zu einer Neuauflage des Finals. Die Schwerinerinnen konnten sich dabei wieder durchsetzen (3:2 und 3:2). Auch in der Saison 2012/13 wurde das Finale zwischen Schwerin und Dresden ausgetragen. Im Modus Best-of-five setzte sich der Schweriner SC am Ende mit 3:1, 1:3, 3:1 und 3:1 durch und gewann den dritten Titel in Folge. Als Titelverteidiger unterlag Schwerin im Playoff-Viertelfinale 2013/14 den Ladies in Black Aachen. In der folgenden Saison erreichte der SSC als Hauptrunden-Dritter das Playoff-Halbfinale und musste sich dort nach zwei Tiebreak-Niederlagen Allianz MTV Stuttgart geschlagen geben.

DVV-PokalBearbeiten

2001 gelang den Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern der erste Pokalsieg nach der Wiedervereinigung. In der Saison 2003/04 unterlagen sie Hamburg trotz Heimvorteil im Halbfinale und ein Jahr später scheiterten sie gegen den gleichen Gegner bereits im Achtelfinale. In der Saison 2005/06 erreichten sie nach einem Freilos in der ersten Runde mit Siegen gegen Dresden (3:1) und Vilsbiburg (3:0) das Finale im Gerry-Weber-Stadion, wo sie sich ohne Satzverlust gegen den USC Münster durchsetzten. Gegen Dresden konnte sie 2007 den Titel verteidigen. In der Saison 2007/08 schieden sie mit einem 2:3 gegen den 1. VC Wiesbaden im Viertelfinale aus. In der Saison 2008/09 verlor man mit 0:3 und 2009/10 mit 2:3 jeweils im Halbfinale gegen Dresden. 2010/11 scheiterten die Schwerinerinnen bereits im Achtelfinale mit 2:3 am späteren Pokalsieger Smart Allianz Stuttgart. 2012 gewann Schwerin den Pokal durch ein 3:1 im Endspiel gegen die Roten Raben Vilsbiburg. Ein Jahr später verteidigte die Mannschaft den Titel durch ein 3:0 im Endspiel gegen den 1. VC Wiesbaden. Im Halbfinale der Saison 2013/14 schied Schwerin im Halbfinale bei den VolleyStars Thüringen aus. 2014/15 unterlag die Mannschaft dem späteren Pokalsieger Allianz MTV Stuttgart im Viertelfinale. In der Saison 2016/17 schaffte man den ersehnten Finaleinzug nach Mannheim. Der SSC unterlag Allianz MTV Stuttgart mit 3:2. In der anschließenden Saison schied man in Dresden im Halbfinale aus.

Europa-PokalBearbeiten

1992 belegte der Schweriner SC bei der Europapokal-Endrunde in Münster den dritten Platz. 2007 fand das Final Four des Top Teams Cup erneut in Münster statt und der SSC konnte seinen Erfolg wiederholen. Nach einer Halbfinal-Niederlage gegen ZSKA Moskau (1:3) besiegten die deutschen Frauen am 11. März das niederländische Team Plantina Longa Lichtenvoorde mit 3:0 und gewann Bronze. Trotz des internationalen Erfolgs verzichtete Schwerin in der Saison 2007/08 wegen der im Vergleich zu den finanziellen Möglichkeiten zu hohen Belastung auf einen Start im Challenge Cup. In der Saison 2009/10 erreichten die Schwerinerinnen im CEV-Pokal nach Siegen über den VC Kanti Schaffhausen und Dinamo Bukarest das Viertelfinale, wo sie gegen Yamamay Busto Arsizio aus Italien ausschieden. 2010/11 schied man im Viertelfinale des Challenge Cups gegen Lokomotiv Baku aus. In der Saison 2011/12 blieben die Schwerinerinnen in der Gruppenphase der Champions League sieglos und schieden dann in der „Challenge Round“ des CEV-Pokals gegen Yamamay Busto Arsizio mit 2:3 und 1:3 aus. In der Playoff-Runde der Champions League 2012/13 war erneut Busto Arsizio die Endstation. Ein Jahr später scheiterten die Schwerinerinnen sieglos bereits in der Vorrunde der Champions League.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anpfiff: für den SSC Palmberg Schwerin! 12. Dezember 2016, abgerufen am 1. Februar 2017.
  2. DVV-Frauen: Deutsches Trainer-Duo übernimmt – Koslowski und Vollmer bei der Olympia-Qualifikation. DVV, 9. November 2015, abgerufen am 11. Juni 2017.
  3. Volleyball: SSC Schwerin feiert und will mehr (Memento des Originals vom 27. April 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.handelsblatt.com, Handelsblatt, 27. April 2017
  4. SSC Schwerin feiert Titelgewinn mit Autokorso durch Schwerin (Memento des Originals vom 27. April 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.svz.de, Schweriner Volkszeitung, 27. April 2017
  5. Mit Nele Barber ist der SSC-Außenangriff komplett. Schweriner Volkszeitung, 26. Juni 2019, abgerufen am 30. Juli 2019.
  6. Volleyball-Pokalsieger meldet ersten Neuzugang. Schweriner Volkszeitung, 17. Mai 2019, abgerufen am 30. Juli 2019.
  7. SSC holt holländische Nationalspielerin. Ostsee-Zeitung, 25. Juli 2019, abgerufen am 30. Juli 2019.
  8. Zweite Nationallibera für den SSC. Schweriner SC, 12. September 2019, abgerufen am 12. September 2019.
  9. Vier Neuverpflichtungen bei Volley Düdingen. nau.ch, 28. Juni 2019, abgerufen am 30. Juli 2019.
  10. Perfekt: Geerties wechselt zu Italiens Meister. Ostsee-Zeitung, abgerufen am 30. Juli 2019.
  11. VC Kanti hat neue Libera verpflichtet. Schaffhauser Nachrichten, 14. Mai 2019, abgerufen am 30. Juli 2019.
  12. Marrit Jasper bleibt eine Lady in Black, Tessa Polder kommt zurück. Aachener Nachrichten, 8. Juli 2019, abgerufen am 30. Juli 2019.