Rote Raben Vilsbiburg

deutscher Volleyballverein

Rote Raben Vilsbiburg ist ein Volleyballverein aus Vilsbiburg, Bayern, dessen erste Frauenmannschaft in der Bundesliga spielt. 2008 und 2010 wurden sie Deutscher Meister sowie in den Jahren 2009 und 2014 DVV-Pokalsieger.

Rote Raben Vilsbiburg
Deutscher Volleyball-Verband
Vereinsdaten
Gründung 1971
Adresse Seyboldsdorfer Str. 20
84137 Vilsbiburg
Geschäftsführer André Wehnert
Homepage roteraben.de
Volleyball-Abteilung
Liga Bundesliga
Spielstätte Ballsporthalle
Trainer Florian Völker
Co-Trainer Rebekka Maria Schneider, Andreas Häußler, Akis Efstathopoulos
Erfolge 2005, 2006 Deutscher Vizemeister
2008 Deutscher Meister
2009 DVV-Pokalsieger
2009 Deutscher Vizemeister
2010 Deutscher Meister
2012 DVV-Pokalfinalist
2014 DVV-Pokalsieger
2014 Deutscher Vizemeister
letzte Saison Bundesliga-Fünfter, Playoff-Viertelfinale
Stand: 28. August 2019

Bundesliga-TeamBearbeiten

Der Kader für die Saison 2020/21 besteht aus folgenden Spielerinnen:

Kader – Saison 2020/21
Name Nr. Nation Größe Geburtsdatum Position im Verein seit Vertrag bis
Josepha Bock 11 Deutschland  Deutschland 1,81 m 23. Jan. 2000 MB 2019[1] 2021[2]
Danielle Brisebois 4 Kanada  Kanada 1,84 m 14. Aug. 1994 AA 2020[3] 2021[3]
Alexis Conaway 12 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1,82 m 12. Jan. 1996 AA 2020[4] 2021[4]
Simona Dammer 2 Deutschland  Deutschland 1,74 m 25. Aug. 2002 L 2020[5] 2021[5]
Corina Glaab 6 Deutschland  Deutschland 1,79 m 25. Mai 2000 Z 2015[6] 2021[2]
Jodie Guilliams 15 Belgien  Belgien 1,81 m 26. Apr. 1997 AA 2019[7] 2021[7]
Kayla Haneline 13 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1,88 m 4. Juli 1994 MB 2020[8] 2021[8]
Luisa Keller 3 Deutschland  Deutschland 1,83 m 25. Aug. 2001 AA 2020[9] 2021[9]
Lena Möllers 5 Deutschland  Deutschland 1,88 m 6. Jan. 1990 Z 2019[10] 2021[2]
Myrthe Schoot 9 Niederlande  Niederlande 1,83 m 29. Aug. 1988 L 2017[7] 2021[7]
Nikki Taylor * bis Nov. 2020 14 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1,93 m 23. Juli 1995 D 2019[11] 2021[2]
Jazmine White 16 Kanada  Kanada 1,86 m 14. Dez. 1993 MB 2020[12] 2021[2]

Positionen: AA = Annahme/Außen, D = Diagonal, L = Libero, MB = Mittelblock, Z = Zuspiel

Neuzugänge 2020
Spielerin bisheriger Verein
Danielle Brisebois Schwarz-Weiss Erfurt[3]
Alexis Conaway Liiga Ploki[4]
Simona Dammer VC Olympia Berlin[5]
Kayla Haneline LP Viesti Salo[8]
Luisa Keller USC Münster[9]
Jazmine White Sm’Aesch Pfeffingen[12]
Abgänge 2020
Spielerin neuer Verein
Alba Hernández unbekannt[2]
Paula Hötschl 1. VC Wiesbaden[13]
Eszter Nagy zweite Mannschaft[13]
Neira Ortiz Fatum Nyíregyháza[14]
Daria Przybylak Mutterschutz[13]
Iris Scholten NawaRo Straubing[15]
Nelmeira Valdez Szent Benedek RA[13]
Nikki Taylor unbekannt[16]

Neuer Cheftrainer ist seit 2020 Florian Völker.[17] Er wurde Nachfolger des Schweizers Timo Lippuner, der die Mannschaft seit 2017 trainierte.[18] Als Scout arbeitet Andreas Häußler. Für die medizinische Betreuung sind die Ärzte Karl-Heinz Attenberger, Rüdiger Meesters und Gudrun Mendler sowie die Physiotherapeuten Maximilian Hartl und Maximilian Häußler zuständig. Teammanager ist André Wehnert.

GeschichteBearbeiten

Männliche Jugendliche gründeten am 2. Oktober 1971 unter der Leitung von Ekkehard Wetzel eine Volleyball-Abteilung beim TSV Vilsbiburg, die zunächst noch „Turnspiele“ genannt wurde. Elmar Stoffler war der erste Abteilungsleiter. Wipp Hufnagl förderte den Volleyball an der örtlichen Realschule. 1972 entstand die erste Frauenmannschaft, die mit dem Trainer Klaus Deinböck und einheimischen Spielerinnen mehrere Aufstiege schaffte und 1976 die zweite Bundesliga erreichte. 1981 gelang den Frauen mit Trainer Wolfgang Schellinger der Aufstieg in die erste Bundesliga. Der Verein verpflichtete nun erstmals ausländische Spielerinnen und den tschechoslowakischen Trainer Beppo Stolarik. 1987 wurde die Volleyball-Abteilung aus dem Hauptverein in den eigenen Verein VSV Vilsbiburg übertragen.

1990 stieg Vilsbiburg aus der Bundesliga ab. Wegen finanzieller Probleme zog sich der Verein 1992 in die Bezirksliga zurück. 1995 übernahm Klaus-Peter Jung-Kronseder das Management des Vereins. Er verstärkte die Mannschaft unter anderem mit Vera Bondar und verpflichtete den Trainer Milos Zika. Außerdem sorgte er für eine bessere Nachwuchsförderung. 1998 bekam der Verein den Namen Rote Raben Vilsbiburg, nachdem der Grafikdesigner Stefan Hulbe das Konzept entwickelt hatte. Ein Jahr später kehrte Vilsbiburg in die Bundesliga zurück und der Fanclub „Rabenpower“ wurde gegründet. Nach einem weiteren Jahr in der zweiten Liga gelang 2001 der sofortige Wiederaufstieg. Im gleichen Jahr entstand die GmbH für den Bundesliga-Betrieb.

Mit Trainer Mike Schöps und Katja Wühler gelangte Vilsbiburg in die Spitzengruppe der Bundesliga. In der Saison 2004/05 wurde Vilsbiburg erstmals Vizemeister. Diesen Erfolg wiederholten sie in der folgenden Saison, als sie hinter dem Schweriner SC erneut den zweiten Platz belegten. Im DVV-Pokal 2004/05 erreichten die Roten Raben das Halbfinale gegen Bayer Leverkusen. Ein Jahr später mussten sie sich in der gleichen Runde dem Schweriner SC geschlagen geben. Die Saison 2006/07 verlief mit dem sechsten Platz in der Bundesliga und der Achtelfinal-Niederlage im DVV-Pokal weniger erfolgreich.

Mit dem argentinischen Trainer Guillermo Gallardo wurde Vilsbiburg 2008 erstmals deutscher Meister. Im DVV-Pokal musste sich die Mannschaft im Halbfinale dem späteren Pokalsieger VfB 91 Suhl mit 2:3 geschlagen geben. 2009 erreichte sie dann das Endspiel und gewann mit einem 3:2-Sieg gegen den Dresdner SC zum ersten Mal den DVV-Pokal. In der Bundesliga belegte der Titelverteidiger den zweiten Platz hinter Schwerin. Außerdem waren die Roten Raben erstmals international aktiv und erreichte mit Siegen gegen Asterix Kieldrecht, Jinestra Odessa und VC Kanti Schaffhausen gleich das Final Four im CEV-Pokal, das sie auf dem vierten Platz abschlossen. In der Bundesliga-Saison 2009/10 wurde Vilsbiburg vor den punktgleichen Wiesbadenerinnen zum zweiten Mal deutscher Meister. Die Titelverteidigung im DVV-Pokal verpasste das Team durch eine Niederlage im Halbfinale gegen Suhl. Im Challenge Cup mussten sich die Bayern dem belgischen Kontrahenten Asterix Kieldrecht im Achtelfinale geschlagen geben.

In der folgenden Europapokal-Saison spielten sie im CEV-Pokal. Nach einer erfolgreichen ersten Runde gegen Știința Bacău verloren sie im Achtelfinale den Golden Set gegen Valeriano Alles Menorca. Auf nationaler Ebene erreichten sie das Halbfinale der Bundesliga-Playoffs und das Viertelfinale im DVV-Pokal. In der Bundesliga-Saison 2011/12 unterlag Vilsbiburg erneut im Halbfinale dem Schweriner SC. Das gleiche Duell gab es im Pokalfinale, das die Roten Raben mit 1:3 verloren. Im CEV-Pokal besiegten sie zunächst den ukrainischen Verein Chimik Juschne und unterlagen dann VK Dynamo Krasnodar im Golden Set mit 14:16. 2012/13 kam Vilsbiburg jeweils ins Halbfinale der Bundesliga (gegen Dresden) und des DVV-Pokals (gegen Schwerin). Außerdem spielten sie erneut im CEV-Pokal; dort gewannen sie gegen den albanischen Meister Minatori Rrëshen und verloren im Golden Set des Achtelfinale gegen Azerrail Baku.

In der Bundesliga-Saison 2013/14 erreichte Vilsbiburg das Playoff-Finale, in dem sich Dresden nach drei Spielen durchsetzte. Erfolgreicher verlief das Endspiel im DVV-Pokal, das die Roten Raben im Gerry-Weber-Stadion mit 3:0 gegen die VolleyStars Thüringen gewannen. Zum dritten Mal in Folge nahmen sie am CEV-Pokal teil. Nach einer erfolgreichen ersten Runde gegen ZOK Jedinstvo Brčko aus Bosnien reichte ein 3:2-Heimsieg im Achtelfinale gegen den finnischen Konkurrenten LP Salo nicht zum Weiterkommen. Die Saison 2014/15 verlief für die Roten Raben schlechter. Sie mussten als Achter der Hauptrunde erst die Pre-Play-offs absolvieren und unterlagen Dresden im Viertelfinale. Im DVV-Pokal schieden sie im Halbfinale bei den Ladies in Black Aachen aus. Ein Jahr später kamen sie als Bundesliga-Sechster ins Playoff-Viertelfinale, das sie gegen Allianz MTV Stuttgart verloren. Demselben Gegner unterlagen sie im Pokal-Achtelfinale. Das Duell gab es auch im Halbfinale des DVV-Pokals 2016/17 und wieder setzte sich Stuttgart durch.

Weitere MannschaftenBearbeiten

Die zweite Frauenmannschaft der Roten Raben spielt in der Zweiten Liga Süd. Hier kommen viele junge Talente zum Einsatz. Die weiteren drei Frauenmannschaften sind in der Bezirksliga, in der Bezirksklasse und in der Kreisliga vertreten. Seit 2007 gibt es eine Männermannschaft, die aktuell in der Bezirksliga spielt. Im Jahr 2019 wurde eine zweite Herrenmannschaft zum Spielbetrieb angemeldet. Außerdem gehen die Roten Raben mit fünf Jugendmannschaften an den Start.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Junges Talent mit Potenzial: Josepha Bock kommt vom VCO Berlin. Rote Raben Vilsbiburg, 2. September 2019, abgerufen am 15. Mai 2020.
  2. a b c d e f Top-Angreiferin Nikki Taylor bleibt im RabenNest. Rote Raben Vilsbiburg, 13. Mai 2020, abgerufen am 15. Mai 2020.
  3. a b c Top 3-Scorerin Danielle Brisebois wechselt zu den Roten Raben. Rote Raben Vilsbiburg, 26. Juni 2020, abgerufen am 26. Juni 2020.
  4. a b c Neuzugang Nr. 2: Alexis Conaway kommt aus Finnland ins RabenNest. Rote Raben, 23. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  5. a b c „Top-Libera in ihrem Jahrgang“: Simona Dammer, 17, neu im RabenNest. Rote Raben, 7. Juli 2020, abgerufen am 7. Juli 2020.
  6. Bis 2021 im Rabennest: Corina Glaab unterschreibt für drei Jahre. Rote Raben, 2018, abgerufen am 15. Mai 2020.
  7. a b c d Starkes Teamgerüst: Auch Myrthe Schoot und Jodie Guilliams bleiben. Rote Raben Vilsbiburg, 29. Mai 2020, abgerufen am 29. Mai 2020.
  8. a b c US-Girl Kayla Haneline erster Neuzugang der Roten Raben. Rote Raben Vilsbiburg, 20. Juni 2020, abgerufen am 20. Juni 2020.
  9. a b c Noch ein Top-Talent für die Raben: Luisa Keller kommt aus Münster. Rote Raben Vilsbiburg, 10. Juli 2020, abgerufen am 10. Juli 2020.
  10. Zuspielerin Lena Möllers kehrt ins RabenNest zurück. Rote Raben Vilsbiburg, 2019, abgerufen am 15. Mai 2020.
  11. Hawaii-Neuzugang mit zwei Baseball-Opas: Nikki Taylor freut sich auf die Bundesliga. Rote Raben, 11. August 2019, abgerufen am 15. Mai 2020.
  12. a b Noch mehr Power aus Kanada: Rote Raben holen Jazmine White. Rote Raben, 30. Juni 2020, abgerufen am 6. Juli 2020.
  13. a b c d Frauen-Bundesliga: Wechselbörse. Volleyball-Magazin, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  14. Neira Ortiz oficializa su firma en Hungría. El Vocero, 16. Juni 2020, abgerufen am 22. Oktober 2020 (spanisch).
  15. Von der Vils an die Donau. NawaRo Straubing, 18. Juni 2020, abgerufen am 18. Juni 2020.
  16. Rote Raben trennen sich von Nikki Taylor. volleyball.de, 11. November 2020, abgerufen am 11. November 2020.
  17. Der Neue steht fest: Florian Völker wird Trainer der Roten Raben. Rote Raben Vilsbiburg, 19. März 2020, abgerufen am 15. Mai 2020.
  18. Timo Lippuner wechselt von Sm’Aesch Pfeffingen in die Bundesliga. TagesWoche, 15. Februar 2017, abgerufen am 7. Oktober 2017.

WeblinksBearbeiten