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Koordinaten: 47° 22′ 19,1″ N, 8° 32′ 9,4″ O; CH1903: 682878 / 247373

  UBS Group AG
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Staat SchweizSchweiz Schweiz
Sitz Zürich[1]
Rechtsform Aktiengesellschaft (AG)[1]
ISIN CH0244767585
BC-Nummer 230[2]
BIC UBSWCHZH80A[2]
Gründung 22. April 1862 als Bank in Winterthur
Website www.ubs.com
GeschäftsdatenVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Daten veraltetVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Jahr fehlt
Bilanzsumme CHF 915,642 Milliarden
(2017)[3]
Mitarbeiter 61'253 [3]
Leitung

Unternehmensleitung

SchweizSchweiz Sergio P. Ermotti
(CEO)
DeutschlandDeutschland Axel A. Weber
(VR-Präsident)

Die UBS Group AG ist eine Schweizer Grossbank mit Sitz in Zürich.[1] Sie zählt zu den weltweit grössten Vermögensverwaltern.[4]

Ursprünglich war der Name das Akronym aus französisch Union de banques suisses bzw. italienisch Unione di Banche Svizzere, später dann auch englisch Union Bank of Switzerland.[5] Heute steht UBS offiziell als Eigenname ohne weitere Bedeutung (siehe auch den Abschnitt Geschichte).

Die Bank gehört zur Gruppe von 30 Grossbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als systemisch bedeutsame Finanzinstitute (systemically important financial institution) eingestuft wurden.[6] Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital. Die Aufsichtsfunktion nimmt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) wahr.[7]

Inhaltsverzeichnis

KonzernüberblickBearbeiten

2017 war die UBS in 52 Ländern und an allen wichtigen Finanzplätzen mit über 1000 Niederlassungen vertreten.[8][9]: davon mit 9 Niederlassungen in Deutschland, 2 in Österreich und über 300 in der Schweiz. Die Anzahl der vom Konzern beschäftigten Mitarbeiter belief sich am Ende des Jahres 2017 weltweit auf 61'253[3], davon etwa 34 % in Nord- und Lateinamerika, 34 % in der Schweiz, 18 % im übrigen Europa, dem Nahen Osten und Afrika, sowie weitere 14 % im asiatisch-pazifischen Raum.[10]

Ende 2017 belief sich das von der UBS verwaltete Vermögen auf ca. 3'179 Milliarden Schweizer Franken.[3] Nach eigenen Angaben ist die UBS Group AG der grösste und wachstumsstärkste Vermögensverwalter der Welt.[11] UBS Group AG ist eine Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht[1], ihre Aktien sind an der SIX Swiss Exchange und an der New York Stock Exchange (NYSE) notiert.[12]

RestrukturierungBearbeiten

UBS Group AG wurde am 10. Juni 2014, als Holdinggesellschaft des UBS-Konzerns[13][14], in der Schweiz in der Form einer Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht gegründet und in das Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen.[1] UBS Group AG hat ihren Hauptsitz in Zürich[1], ihre Aktien haben die ISIN CH0244767585. Die primäre operative Einheit der Gruppe ist derzeit die UBS AG, die im Jahre 1978 gegründete und in die Handelsregister der Kantone Basel-Stadt (am 28. Februar 1978)[15] und Zürich (am 13. Februar 1998) eingetragene Aktiengesellschaft mit ihren registrierten Firmensitzen in Basel und Zürich. Weder die Unternehmensbereiche von UBS AG, noch das Corporate Center sind rechtlich selbständige Einheiten, sondern führen ihre Geschäftsaktivitäten über die weltweiten Niederlassungen des Stammhauses aus. Darüber hinaus werden die Geschäfte - wo nötig oder wünschenswert - auch über lokale Tochtergesellschaften ausgeführt.[16]

Im Rahmen der Restrukturierungsmassnahmen waren keine Änderungen im Verwaltungsrat oder in der Geschäftsleitung der UBS beabsichtigt. Die Einrichtung einer Konzern-Holdinggesellschaft verfolgte hauptsächlich den Zweck, die Abwicklungsfähigkeit der Gruppe mit Blick auf die schweizerischen Anforderungen an das Grössenvertrauen (Too-big-to-fail-Anforderungen) zu verbessern und die jeweils geltenden Anforderungen in anderen Ländern, in denen die Gruppe Geschäfte tätigt, zu erfüllen.[13] So sollten Strukturen geschaffen werden, die im Falle einer Krise erlauben würden systemrelevante Teile fortzuführen und Problemgeschäfte abzuspalten.[13] Die Umstrukturierung wurde durch einen Aktientausch abgewickelt.[13] Dabei erwarb per 31. Dezember 2014 die UBS Group AG 96,68 % der Aktien der UBS AG.[13][17][18] Nach Abschluss der Transaktion wurde die UBS Group AG zur Holdinggesellschaft der UBS AG und deren drei Tochtergesellschaften in der Schweiz, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten.[13] Die UBS Group AG hat im Rahmen eines Squeeze-out-Verfahrens[13], das in der zweiten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen wurde, eine Kraftloserklärung beantragt, die vom Handelsgericht des Kantons Zürich genehmigt wurde. Danach wurden die Aktien der verbleibenden Minderheitsaktionäre der UBS AG automatisch in die Aktien der UBS Group AG umgetauscht, und die UBS Group AG wurde damit zu 100 % Eigentümerin der UBS AG.[19]

Die Aktien der UBS Group AG sind seit dem 28. November 2014 an der SIX Swiss Exchange (Tickersymbol: UBSG) kotiert und werden seit demselben Tag auch an der New York Stock Exchange (Ticker-Symbol: UBS) regulär gehandelt.[13] Am 17. Januar 2015 erfolgte die Dekotierung der Aktien der UBS AG von der NYSE.[19] Nach Abschluss des Squeeze-out-Verfahrens fand auch die Dekotierung der Aktien der UBS AG von der SIX statt.[19]

Neben der Einrichtung einer neuen Holdinggesellschaft wurden folgende Veränderungen vorgenommen:

  • In Absprache mit den britischen und schweizerischen Aufsichtsbehörden wurde das Geschäfts- und Betriebsmodell für die UBS Limited überarbeitet mit der Folge, dass die UBS Limited in höherem Mass die Risiken und Chancen ihrer geschäftlichen Aktivitäten zu tragen hat bzw. behalten wird.[20] Die Gruppe hat die Kapitalisierung von UBS Limited entsprechend erhöht.
  • In den USA hat die Gruppe die neuen Regeln für ausländischen Banken (bekannt gegeben vom Federal Reserve Board in den Abschnitten 165 und 166 des Dodd-Frank) implementiert. Zum 1. Juli 2016 wurden sämtliche US-Tochtergesellschaften der UBS unter UBS Americas Holding LLC als Zwischenholdinggesellschaft zusammengefasst, die Eigentümerin des gesamten Geschäfts in den USA mit Ausnahme der US-Geschäftsstellen der UBS AG wurde.[20]
  • Im Jahresverlauf 2016 wurden die meisten operativen Tochtergesellschaften von Asset Management an die UBS Asset Management AG übertragen. Wealth-Management-Tochtergesellschaften in Italien, Luxemburg (einschliesslich der Niederlassungen in Dänemark, Österreich und Schweden), den Niederlanden und Spanien mit der UBS Deutschland AG, die in UBS Europe SE umbenannt wurde, um eine neue europäische Rechtseinheit zu gründen, die ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main (Deutschland) hat.[20]
  • 2016 wurde die UBS Group Funding (Switzerland) AG - eine hundertprozentige direkte Tochtergesellschaft der UBS Group AG – gegründet, deren Zweck in zukünftiger Emission von verlustabsorbierenden zusätzlichen Kernkapitalinstrumenten und nicht nachrangigen unbesicherten Schuldtiteln besteht.[20]

Regulatorische Anforderungen und weitere externe Entwicklungen, darunter der erwartete Austritt Grossbritanniens aus der EU, könnten zu weiteren Änderungen an der Rechtsstruktur des Konzerns führen, wie der Übertragung von operativen Tochtergesellschaften der UBS AG in direkte Tochtergesellschaften der UBS Group AG, der weiteren Konsolidierung operativer Tochtergesellschaften in der EU sowie Anpassungen betreffend den Standort von Produkten und Dienstleistungen. Diese strukturellen Änderungen werden mit der FINMA und anderen regulatorischen Aufsichtsbehörden erörtert.[20]

Verwaltungsrat und KonzernleitungBearbeiten

Konzernleiter (CEO) der UBS Group AG ist Sergio Ermotti. Er folgte auf Oswald Grübel. Verwaltungsratspräsident ist seit Mai 2012 Axel A. Weber, der Kaspar Villiger ablöste. Ehrenpräsident war von 1996 bis zu seinem Tod 2014 Nikolaus Senn.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates sind[21]: Die Konzernleitung der UBS AG besteht aus[22]:
  • Axel A. Weber (Präsident des Verwaltungsrats / Vorsitzender des Corporate Culture and Responsibility Committee / Vorsitzender des Governance and Nominating Committee seit 2014)
  • Michel Demaré (Unabhängiger Vizepräsident / Mitglied des Audit Committees / Mitglied des Compensation Committee / Mitglied des Governance and Nominating Committee seit 2014)
  • David Sidwell (Senior Independent Director / Vorsitzender des Risk Committee / Mitglied des Governance and Nominating Committee seit 2014)
  • Reto Francioni (Mitglied des Compensation Committee / Mitglied des Corporate Culture and Responsibility Committee / Mitglied des Risk Committee seit 2014)
  • Ann F. Godbehere (Vorsitzende des Compensation Committee / Mitglied des Audit Committee seit 2014)
  • William G. Parrett (Vorsitzender des Audit Committee / Mitglied des Compensation Committee / Mitglied des Corporate Culture and Responsibility Committee seit 2014)
  • Julie G. Richardson (Mitglied des Risk Committee seit 2017)
  • Isabelle Romy (Mitglied des Audit Committee / Mitglied des Governance and Nominating Committee seit 2014)
  • Robert W. Scully (Mitglied des Risk Committee seit 2016)
  • Beatrice Weder di Mauro (Mitglied des Audit Committee / Mitglied des Corporate Culture and Responsibility Committee seit 2014)
  • Dieter Wemmer (Mitglied des Risk Committee seit 2016)
  • Markus Baumann (Generalsekretär seit 2017)

AusbildungBearbeiten

Die UBS bietet in der Schweiz jährlich über 300 Plätze für Lehrlinge und Praktikanten an, wobei die Bank bis 2009 im Durchschnitt 70 Prozent der Lehrabgänger übernahm. Ihre Anzahl wurde 2009 erstmals auf 50 % verringert, gleichzeitig wurden allerdings Plätze in einem internen Förderprogramm für hochqualifizierte Abgänger geschaffen und befristete Arbeitsverträge für neun Monate eingeführt.[23] Ausserdem bestehen weltweit Talentförderungsprogramme für die besten Lehrabsolventen sowie für Hochschulabgänger, unter anderem der 2014 eingeführte Master-Lehrgang, welcher in Zusammenarbeit mit der Universität Bern in der Schweiz und der University of Rochester in Singapur angeboten wird.

GeschäftsbereicheBearbeiten

Das Privat- und Firmenkundengeschäft der UBS in der Schweiz beträgt je nach Kundensegment einen Marktanteil zwischen einem Viertel und einem Drittel. Ende 2017 erreichte die UBS den Marktanteil von etwa 80 % der Vermögen in der Schweiz, bediente ein Drittel der Haushalte, vermögenden Privatpersonen und Pensionskasse, tätigte Bank- und Wertschriftendienstleistungen für über 120.000 Firmenkunden sowie rund 80 % der in der Schweiz domizilierten Banken.[24]

Die operative Struktur der Gruppe gliedert sich in Corporate Center und vier Unternehmensbereiche: Global Wealth Management, Personal & Corporate Banking, Asset Management und Investment Bank.[25]

Global Wealth ManagementBearbeiten

Im Geschäftsbereich Global Wealth Management verwaltete die UBS per Ende des Jahres 2017 Vermögen in Höhe von 2343 Milliarden Franken und war in mehr als 45 Ländern mit rund 190 Niederlassungen präsent. Ende des Jahres 2017 beschäftigte dieser Bereich 23'200 Mitarbeiter. Dieser Geschäftsbereich bietet für vermögende private Kunden weltweit das gesamte Angebotsspektrum des Unternehmens, von umfassenden Finanzdienstleistungen bis zu den Dienstleistungen der Vermögensberatung.[26]

Das globale Wealth-Management Geschäft von UBS in Nord- und Südamerika besteht aus dem US-amerikanischen und dem kanadischen Wealth-Management-Geschäft sowie dem internationalen Geschäft in den USA.[27] UBS Wealth Management USA ist ein Ausläufer des ehemaligen Paine Webber-Brokerage-Geschäfts. Das Geschäft wurde im März 2001 nach der Übernahme durch UBS zunächst in UBS Paine Webber umbenannt. Die Division bietet voll integrierte Wealth-Management-Lösungen für sehr vermögende und vermögende Kunden.[28] UBS wurde an den Euromoney Awards for Excellence 2017 als "Best Bank for Wealth Management in North America" ausgezeichnet.[29]

Die wichtigsten Konkurrenten von UBS in dieser Division sind Bank of America, Credit Suisse, Morgan Stanley, JP Morgan Chase, Wells Fargo und Charles Schwab. [30]

Personal & Corporate BankingBearbeiten

Der Unternehmensbereich Personal & Corporate Banking bietet seinen Kunden Zugang zu umfassenden Finanzprodukten und -dienstleistungen[31] und ist ein zentraler Baustein des Universalbankmodells von UBS Schweiz, indem dieser Bereich eine führende Position in der Schweiz für die Privat-, Firmen- und institutionellen Kunden einnimmt.[31] Das Vertriebsnetz für Privatkunden und Unternehmen umfasst nicht nur Kundendienstzentren, sondern auch 1'250 Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals sowie digitale Bankdienstleistungen. UBS betreut über 85 % der 1'000 grössten Schweizer Unternehmen und 85 % der im Inland ansässigen Banken.[32] In den Jahren 2015 und 2017 zeichnete das internationale Finanzmagazin Euromoney UBS als "Best Domestic Cash Manager Switzerland" aus.[33] Per 31. März 2018 erreichte dieser Geschäftsbereich ein Kreditportfolio von CHF 130,8 Milliarden und beschäftigte 5'160 Mitarbeiter.[34]

Der Hauptkonkurrent von UBS in diesem Geschäftsbereich ist die Credit Suisse.

Asset ManagementBearbeiten

Der Geschäftsbereich Asset Management stellt UBS Vermögensverwalter für institutionelle und private Kunden sowie Finanzintermediäre dar.[31] Ende 2017 beliefen sich die verwalteten Vermögen auf insgesamt 766 Milliarden Franken. In diesem Geschäftsbereich wurden 3600 Mitarbeiter beschäftigt.[35] Damit ist UBS Asset Management der grösste Investmentfonds-Manager der Schweiz und einer der grössten Hedge-Fonds- und Immobilien-Investment-Manager weltweit.[35] Hauptniederlassungen befinden sich in Chicago, Frankfurt am Main, Hartford, Hongkong, London, New York City, Paris, Singapur, Sydney, Tokio und Zürich.[36] Das Angebot erstreckt sich auf alle wichtigen traditionellen und alternativen Anlageklassen,[35] wobei zum Beispiel die Einheit Fund Management Services Dienstleistungen sowohl für traditionelle als auch alternative Anlagefonds erbringt.[37] Im Februar 2017 gaben die UBS Group AG und die Northern Trust Corporation eine Vereinbarung zur Übernahme der Fondsverwaltungseinheiten von UBS Asset Management in Luxemburg und der Schweiz bekannt. Diese Akquisition wird die Expansion der Northern Trust Corporation in diese beiden Länder erleichtern und das amerikanische Unternehmen zum grössten Fondsadministrator in den lokalen Märkten und zu einem der zehn weltweit führenden Anbieter der Branche machen. Am Ende der Transaktion, die für das zweite Halbjahr 2017 erwartet wird, wird die amerikanische Gesellschaft insgesamt CHF 420 Milliarden verwalten. UBS Asset Management wird ihren Kunden auch weiterhin Fondsleitungs-, White Labelling- und Vertretungsdienstleistungen bieten.[38]

Die Hauptkonkurrenten von UBS in diesem Geschäftsbereich sind BlackRock, Vanguard Group, State Street Global Advisers (SSGA) und Fidelity Investments.[39]

Investment BankBearbeiten

Der Bereich Investment Bank besteht aus zwei Geschäftseinheiten: Corporate Client Solutions und Investor Client Services[40], und bietet umfassenden Zugang zu den weltweiten Kapitalmärkten,[40] indem dieser Geschäftsbereich für Unternehmen, institutionelle Kunden und Wealth-Management-Kunden Beratungs- und Abwicklungsdienstleistungen[40] sowie eine grosse Auswahl von innovativen Finanzlösungen anbietet.[31] Die Teilnahme der Investment Bank mit breiter Wertschriftenpalette an Kapitalmarktgeschäften umfasst Sales, Trading und Market Making.[31] Per Ende 2017 beschäftigte UBS in diesem Geschäftsbereich 2'000 Mitarbeiter in über 35 Ländern, mit Hauptniederlassungen in Hongkong, London, New York City, Singapur, Sydney, Tokio und Zürich.

Corporate CenterBearbeiten

Das Corporate Center gliedert sich in zwei Einheiten: Corporate Center – Core Functions und Corporate Center – Non-Core and Legacy Portfolio.[31] Die erste Einheit erbringt Kontrollleistungen für den gesamten Konzern[31] und erfüllt alle Logistik- und Supportfunktionen. Per 1. Januar 2015 wurde Corporate Center – Core Functions in zwei neue Bereiche aufgeteilt: Corporate Center – Services und Corporate Center – Group Asset and Liability Management (Group ALM).[20] Die zweite Einheit übernimmt das Non-Core-Geschäft sowie die Legacy-Positionen, die vor der Restrukturierung der Investment Bank angehörten.[20] Per Ende Dezember 2016 beschäftigte UBS in diesem gesamten Geschäftsbereich 23'955 Mitarbeiter in über 35 Ländern, mit Hauptniederlassungen in Hongkong, London, New York City, Singapur, Sydney, Tokio und Zürich, die zuvor Teil der Investment Bank waren.

GeschichteBearbeiten

Die Gründung der Bank in Winterthur im April 1862 gilt als offizielles Gründungsdatum der UBS.[41] Die heutige UBS AG entstand im Juni 1998 aus dem Zusammenschluss der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG, auf Französisch und Italienisch mit UBS abgekürzt)[42] mit Hauptsitz in Zürich, und des Schweizerischen Bankvereins (SBV) mit Hauptsitz in Basel.[43] Von der Schweizerischen Bankgesellschaft wurde das Kürzel,[44] vom Schweizerischen Bankverein das Schlüssel-Logo übernommen.

Schweizerische Bankgesellschaft (SBG), 1862–1998Bearbeiten

 
Gebäude der Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. als Filiale der UBS in Offenbach

1912 schlossen sich die 1862 gegründete, im Kreditgeschäft und in der Eisenbahnfinanzierung tätige Bank in Winterthur und die Toggenburger Bank, die 1863 in Lichtensteig gegründet wurde, und als Handels- und Notenbank tätig war, zur Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG; Union de Banques Suisses, Unione di Banche Svizzere, Union Bank of Switzerland) zusammen.[44] Nach dem Ersten Weltkrieg expandierte die SBG im Inland durch mehrere Übernahmen und Filialeröffnungen in der ganzen Schweiz. Zu einem Aufschwung trugen auch das Auslandskreditgeschäft in Deutschland und Osteuropa sowie die Beteiligung an der Emission von Auslandsanleihen bei. Dank hoher Reservenbildung während dieser Zeit wurden die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg überstanden, auch wenn die Bilanzsumme und das Kapital um ca. die Hälfte zurück gingen.

Die SBG hatte lange Zeit mehrere Sitze, erst 1918 wurde die Zentralbuchhaltung, 1945 auch der Hauptsitz nach Zürich verlegt, und die in Turbulenzen geratene Eidgenössische Bank übernommen.[44] Nach 1945 wurde das Filialnetz der SBG im Inland weiter ausgebaut. 1967 fusionierte die SBG mit der Interhandel, einer ehemaligen Tarnfirma der I.G. Farben, wodurch sie zur damals grössten Schweizer Bank aufstieg.[45] Ausserdem eröffnete sie ihre erste ausländische Niederlassung in London.[45]

1975 wurde eine SBG-Niederlassung in New York City gegründet.[44] Mitte der 1980er Jahre begann die Umwandlung der SBG in ein globales Finanzinstitut durch den Ausbau des Investment Bankings, die Stärkung des internationalen Asset Managements und des Offshore-Finanzplatzes. Im Jahr 1985 kaufte die SBG die Deutsche Länderbank AG, Frankfurt am Main-Berlin, und firmierte sie in Schweizerische Bankgesellschaft (Deutschland) AG, Frankfurt am Main, um.[46] 1986 folgte die Übernahme der in der institutionellen Vermögensverwaltung führenden Londoner Brokerage-Firma Phillips & Drew. Hohe Kosten führten jedoch zu einer Änderung der Expansionsstrategie. In den weiteren Jahren übernahm die SBG mehrere andere Banken, unter anderem 1996 die Ersparniskasse Langenthal (EKL), die Appenzell-Ausserrhodische Kantonalbank oder die Hamburger Bank Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. im Jahr 1997.[47] Dadurch gelang der SBG der Einstieg ins Private Banking in Deutschland und der Ausbau ihres institutionellen und Anlagefondsgeschäfts. Am 30. Juli 1997, wurde die SBG in UBS umbenannt.[44]

Schweizerischer Bankverein (SBV), 1854–1998Bearbeiten

 
Hauptsitz des SBV, Basel, ca. 1920

1854 wurde in Basel unter dem Namen Basler Bankierverein ein Konsortium aus sechs Privatbanken gebildet, um Industrie- und Eisenbahnprojekte zu finanzieren.[44] Nach dem Deutsch-Französischen Krieg setzte wirtschaftlicher Aufschwung an, der zu einem steigenden Kapitalbedarf führte. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wurde 1871 unter dem Namen Basler Bankverein in Frankfurt durch das Konsortium mit dem Frankfurter Bankverein eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel gegründet.[44] Bereits im Jahre 1872 öffnete der erste Schalter des Basler Bankvereins.[44] 1895 fusionierte die Bank mit dem Zürcher Bankverein, 1896 mit der Schweizerischen Unionbank in St. Gallen, 1897 mit der Basler Depositen-Bank und wurde in "Schweizerischer Bankverein (SBV)" umbenannt. Mit der Eröffnung von Filialen und der Übernahme der Banque d’Espine, Fatio & Cie. in Genf 1906, der Bank Fratelli Pasquali in Chiasso 1908, der Banque d'escompte et de dépôts in Lausanne und Aigle 1912, expandierte SBV in die ganze Schweiz.[47] Bereits 1898 wurde die erste Auslandsniederlassung in London eröffnet.[44] 1917 änderte die Bank ihre sämtlichen Namen, mit Ausnahme des deutschen, in Société de Banque Suisse (SBS) (bis dahin Bankverein Suisse), Società di Banca Svizzera (SBS) und Swiss Bank Corporation (SBC) (Swiss Bankverein).[47]

 
Gebäude des SBV, Zürich, 1912

1918 überstieg die Bilanzsumme der SBV erstmals eine Milliarde Schweizer Franken. Da die in Deutschland, Mitteleuropa und Italien geführten SBV-Geschäfte grösstenteils in Zürich bearbeitet wurden, wirkte sich die Weltwirtschaftskrise besonders stark auf die Rechnungsergebnisse des Sitzes Zürich aus und hatte einen starken Rückgang im Kredit- und Passivgeschäft sowie im Wertpapierhandel zufolge. Der Börsenumsatz des SBV Zürich, der an der Zürcher Börse den Umsatzanteil von circa 12 % aufwies, sank von 658 Millionen im Jahr 1929 auf 378 Millionen Schweizer Franken 1935.

1936 gründete der Bankverein die Goldraffinerie Métaux Précieux S.A. in Le Locle.[48] 1937 führte der SBV sein neues Logo mit den drei Schlüsseln ein, die Vertrauen, Sicherheit und Verschwiegenheit symbolisieren sollten.[44] 1939 wurde in New York City die erste Niederlassung in den USA eröffnet.[44] 1945 übernahm der Bankverein die zu den Schweizer Grossbanken zählende Basler Handelsbank, die am Ende des Zweiten Weltkrieges zahlungsunfähig geworden war.[44] 1950 verfügte der Bankverein über 31 Niederlassungen in der Schweiz und drei im Ausland. Mit der wachsenden Verflechtung der internationalen Finanzmärkte folgte in den 1950er und 60er Jahren ein Ausbau der Auslandspräsenz - vor allem in den USA, aber auch in Kanada, Asien, Lateinamerika und Europa. Ab 1969 war die Bank auf allen fünf Kontinenten vertreten (1966: in Asien mit Tokio, und 1969 in Australien mit Sydney). 1964 verlegten zwei Geschäftsleitungsmitglieder das erste Mal ihren Arbeitsplatz nach Zürich, der juristische Sitz blieb aber weiterhin in Basel. 1972 wurde mit der Ständerätin Lise Girardin die erste Frau in den Verwaltungsrat gewählt.

Immobilienkrise und Deregulierung des Schweizer Bankensektors zu Beginn der 90er Jahre führte auch beim SBV zur Strategieänderung, die ihren Ausdruck in einer aktiven Expansionspolitik im Investment Banking und in der Vermögensverwaltung ausserhalb der Schweiz fand. So wurde 1992 die auf Derivate und Risikomanagement spezialisierte US-amerikanische Firma O'Connors & Associates, 1995 die Londoner Merchant Bank S.G. Warburg übernommen und eigenes Risikomanagement grundlegend reformiert.

Am 4. Februar 1998 stimmten die Aktionäre auf einer ausserordentlichen Generalversammlung in Basel der Fusion mit der UBS zu.[44] Am 15. April wurde die 126. (und letzte) ordentliche Generalversammlung des Schweizerischen Bankvereins in Basel abgehalten. Über das Wochenende des 27./28. Juni 1998 wurde die Fusion mit der UBS rechtlich vollzogen.[49]

Entstehung der UBS AG (1997/98) und Entwicklung bis 2007Bearbeiten

 
Das Firmenlogo der UBS. Drei Schlüssel symbolisieren Sicherheit, Vertrauen und Verschwiegenheit.

Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) wurde am 8. Dezember 1997 offiziell über die beabsichtigte Fusion der UBS und des Schweizerischen Bankvereins informiert und kündigte an, diese nach dem Einreichen aller notwendigen Unterlagen zu prüfen[49][50]. Zu diesem Zeitpunkt betrugen die Bilanzsummen jeweils 400 Milliarden CHF (SBG/UBS) und 300 Milliarden CHF (SBV), so dass die (an der Bilanzsumme gemessen) zweitgrösste Bank der Welt entstehen sollte. Weltweit beschäftigten die beiden Banken 58'000 Mitarbeiter: 30'000 (SBG/UBS) und 28'000 (SBV). Vom SBV wurde dabei das Logo mit den drei Schlüsseln[44] und von der SBG (Union de Banques Suisses) das französische Akronym «UBS» übernommen. Der Projekttitel der Fusion hiess ursprünglich «United Bank of Switzerland», welches somit das gleiche Akronym ergab. Aus markenrechtlichen Gründen wurde der Projekttitel nie zum offiziellen Namen der Bank. UBS ist daher keine Abkürzung, sondern ein Eigenname ohne weitere Bedeutung.[51]

Am 4. Mai 1998 wurde die Fusion mit Auflagen genehmigt, und am 27./28. Juni 1998 rechtlich vollzogen.

 
Filiale der UBS in St. Moritz

1999 wurde der auf das Portfoliomanagement für private und institutionelle Anleger sowie der auf das Anlagefondsgeschäft spezialisierte Asset-Manager GAM übernommen. Im Jahr 2000 wurde der US-amerikanische Vermögensverwalter PaineWebber Inc. gekauft.[44] Drei Jahre später, im Mai 2003, übernahm die UBS die französische Vermögensverwaltungsgeschäft von der Lloyds TSB.[47] Im September des gleichen Jahres kaufte sie das Prime-Brokerage-Geschäft von ABN AMRO.[47] Im darauffolgenden Jahr 2004 erwarb UBS die Capital Markets Division der Charles Schwab Corporation sowie das Vermögensverwaltungsgeschäft der Bank Julius Bär in Nordamerika und das Vermögensverwaltungsgeschäft der Dresdner Bank Lateinamerika AG.[49] Weiter kaufte die UBS 2004 mit der Sauerborn Trust AG das grösste Multi Family Office in Deutschland.[52] 2005 übernahm die UBS den Immobilienarm der Siemens Kapitalanlagegesellschaft mbH und führte diese als UBS Real Estate Kapitalanlagegesellschaft mbH fort.[47] Im September 2005 schloss die UBS einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Bank of China.

Drei Monate später, im Dezember 2005, verkaufte die UBS ihre drei unabhängigen Privatbanken, Ehinger & Armand von Ernst, Banco di Lugano und Ferrier Lullin sowie GAM an die Julius Bär Holding,[47], im April 2006 gab die UBS die Übernahme des Privatkundengeschäft der Piper Jaffray Companies, sowie im Mai die Übernahme der brasilianischen Investment-Bank Banco Pactual S.A. bekannt, und übernahm die globalen Future- und Optionsgeschäfte von ABN AMRO. Im September 2006 erwarb die UBS das Geschäftsstellennetz von McDonald’s-Investments.[47] Die Beteiligung an der Bank of China im Umfang von rund 3,4 Milliarden US-Dollar Limited H-Shares wurde 2008 an institutionelle Anleger verkauft.[53]

Beginn der Subprime-Krise (2007–2008)Bearbeiten

Infolge der durch die Finanzkrise ab 2007 erlittenen Verluste musste die UBS am 10. Dezember 2007 zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar vornehmen. Um ihre Kapitalbasis zu stärken, kündigte die UBS gleichzeitig eine Kapitalerhöhung im Umfang von 13 Milliarden Franken in Form einer Privatplatzierung zweier Investoren an: elf Milliarden Franken entfielen auf die Government of Singapore Investment Corporation Pte Ltd. (GIC), den Staatsfonds von Singapur, und weitere zwei Milliarden Franken auf einen Investor aus dem Nahen Osten.[54] Auf der ausserordentlichen Generalversammlung am 27. Februar 2008 stimmten die Aktionäre der geplanten Kapitalerhöhung mit klarer Mehrheit zu. Eine von der Anlagestiftung Ethos beantragte Sonderprüfung wurde hingegen knapp abgelehnt.[55][56]

Am 1. April 2008 gab die UBS in einer Medienmitteilung bekannt, dass sie für das 1. Quartal 2008 einen Reinverlust von ungefähr zwölf Milliarden Schweizer Franken und Abschreibungen in Höhe von ungefähr 19 Milliarden US-Dollar auf Positionen im US-Immobilienmarkt und damit zusammenhängenden strukturierten Krediten erwartete.[57] Damit erhöhte sich die Gesamtsumme der bisherigen Abschreibungen auf 40 Milliarden Schweizer Franken.

In einer am gleichen Tag veröffentlichten Medienmitteilung gab die UBS zudem bekannt, dass der bisherige Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung stehe. Der Verwaltungsrat der UBS gab darin zudem bekannt, dass er der Generalversammlung vom 23. April 2008 die Wahl von Peter Kurer in dieses Gremium vorschlage. Dieser sollte die Nachfolge von Marcel Ospel als Präsident übernehmen.[58] Wie anlässlich der Veröffentlichung des Berichts «Finanzmarktkrise und Finanzmarktaufsicht» durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht am 14. September 2009 bekannt wurde, erfolgte der Rücktritt von Marcel Ospel auf den damaligen Generalversammlungstermin auf Veranlassung der Eidgenössischen Bankenkommission.[59]

Nachdem mehrere Banken in Europa und den USA staatliche Finanzhilfe erhielten, griffen die Schweizerische Eidgenossenschaft und die Schweizerische Nationalbank (SNB) der UBS mit zwei Finanzspritzen unter die Arme, um gravierende, lang andauernde volkswirtschaftliche Konsequenzen eines drohenden Konkurses abzuwenden. Am 16. Oktober 2008 sprachen der Bund und die Nationalbank der UBS bis zu 60 Milliarden US-Dollar zu: Davon sollten 54 Milliarden US-Dollar von der Nationalbank in eine Zweckgesellschaft zum Erwerb von problembehafteten Wertpapieren der UBS fliessen[60]. Die Schweizerische Eidgenossenschaft selbst stellte der angeschlagenen UBS 6 Milliarden Franken in Form einer Pflichtwandelanleihe zur Verfügung[61]. Die Höhe der von der UBS in die Zweckgesellschaft zu transferierenden Aktiven wurde im Februar 2009 auf 39,1 Milliarden US-Dollar reduziert, wovon maximal 35 Milliarden US-Dollar von der SNB getragen wurden[62]. Die Verwaltung dieser Aktiven wird von der UBS gegen Entschädigung durchgeführt.[63]

Für das Geschäftsjahr 2008 vermeldete die UBS einen Reinverlust von 19,7 Milliarden Schweizer Franken, wobei der Verlust von über 8 Milliarden Schweizer Franken im vierten Quartal angefallen war. Im vierten Quartal hatte die UBS ihre Risikopositionen verringert und Kosten abgebaut, es waren jedoch über 80 Milliarden Schweizer Franken an Kundengeldern abgeflossen. Aufgrund eines positiven Nettozuflusses an Neugeldern im Januar – sowohl im Wealth Management als auch in der Vermögensverwaltung – sprach die UBS in einer Medienmitteilung von einem ermutigenden Start ins Jahr 2009, obwohl die Bank die Lage an den Finanzmärkten weiterhin als instabil bezeichnete. Der UBS-Konzernchef Sergio Ermotti bezeichnete im November 2012 rückblickend die damalige Krise als «Nahtod-Erfahrung».[64]

Rechtliche Auseinandersetzungen mit den USA (2008/2009)Bearbeiten

Im Juni 2008 wurde öffentlich bekannt, dass das amerikanische Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC gegen die UBS ermittelten. Der Verdacht lautete auf regelmässige Beihilfe der UBS für zehntausende US-Staatsbürger zur Steuerhinterziehung in den Jahren von 2000 bis 2007. Raoul Weil, damaliges Mitglied der UBS-Konzernleitung, wurde vom Department of Justice in Florida angeklagt. Im November 2014 wurde er nach einem 3-wöchigen Prozess freigesprochen.[65]

Die USA beantragten im Sommer 2008 in einem Amtshilfeverfahren von der Schweiz die Herausgabe der Daten der betroffenen Bankkunden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) leitete eine Prüfung ein, ob sich die Preisgabe vertraulicher Bankdaten im Einklang mit dem zwischen der Schweiz und den USA geltenden Doppelbesteuerungsabkommen vereinbaren lassen stünde.[66] Laut den in der Schweiz geltenden Regeln dürfen Banken Kundendaten nur weitergeben, wenn gegen konkrete Personen strafrechtlich relevante Vorwürfe erhoben werden.[67] Die Nichtangabe von Vermögens- und Einkommenswerten gilt in der Schweiz nicht als Steuerbetrug, sondern als Steuerhinterziehung.

Erste Untersuchungsergebnisse der EStV bezüglich der Preisgabe der von den USA geforderten Kundendaten wurden nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung für März oder April 2009 angekündigt.[66] Dies dauerte den US-Behörden zu lange und der Schweiz wurde eine Frist gesetzt, bis zu deren Ablauf sie die geforderten Daten herauszugeben hatte – anderenfalls drohte die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die UBS in den USA. Kurz vor Ablauf dieser Frist, am 18. Februar 2009, lenkte die UBS schliesslich ein.[68] Auf Veranlassung der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA[66] gab sie die geforderten 250 bis 300 Kundendaten heraus und stimmte einer Zahlung von 780 Millionen US-Dollar als «Rückzahlung ungerechtfertigter Gewinne» (die in diesen Fällen auf rund 300 Millionen US-Dollar bei «hinterzogenen» 18 Milliarden US-Dollar geschätzt wurden) samt Strafaufschlag zu.[69] Dass die FINMA in diesem Fall einen Verstoss gegen das Bankgeheimnis zuliess, begründete sie mit den Artikeln 25 und 26 des Schweizer Bankengesetzes, die bei «drohender Insolvenzgefahr» «Schutzmassnahmen» gestatten. Die Herausgabe der Kundendaten wurde daher als Schutzmassnahme vor einem Gerichtsprozess in den USA betrachtet, der die UBS zu weitaus höheren Strafzahlungen hätte verurteilen können.[66] Schweizer Medien und Politiker reagierten empört auf diese «Preisgabe des Bankgeheimnisses» – die Neue Zürcher Zeitung bezeichnete dieses Vorgehen am nächsten Tag als «Kapitulation im Steuerstreit mit den USA».[66]

Der Aktienkurs der UBS fiel am folgenden Freitag, dem 20. Februar 2009, um 14 % auf 11 Schweizer Franken und am Montag darauf um weitere 9,1 % auf 10 Schweizer Franken. Nachdem die Aktie am Dienstag erstmals unter 10 Franken geschlossen hatte, erholte sie sich in den folgenden Tagen wieder auf über 11 Schweizer Franken, fiel aber am 5. März erneut auf ein Rekordtief von 9,52 Schweizer Franken.[70]

Die Zahlung von 780 Millionen US-Dollar und die Herausgabe von 250 bis 300 Kundendaten wurden in den Medien oft als «Ausgleich» bezeichnet. Tatsächlich handelte es sich hierbei jedoch um eine aussergerichtliche Einigung (Deferred Prosecution Agreement), bei welcher der Beschuldigte «eine gewisse Verantwortung für illegales Verhalten»[68] eingesteht, eine Busse bezahlt, Besserung gelobt und einer Beaufsichtigung zustimmt.[68] Im Gegenzug wird vorläufig keine Anklage vor Gericht erhoben, was für ein Unternehmen existenzbedrohend sein könnte (so brach die Revisionsgesellschaft Arthur Andersen in den USA 2002 aufgrund eines Gerichtsprozesses zusammen und zehntausende Angestellte wurden entlassen[68]). Es bleibt jedoch die Möglichkeit der Anklageerhebung weiterhin bestehen, insbesondere wenn der Beschuldigte im Verlauf einer von der Staatsanwaltschaft festgelegten «Bewährungsphase» nicht ausreichend (nach Ermessen der Staatsanwaltschaft) mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und sein rechtswidriges Handeln nicht einstellt. Zudem droht die Staatsanwaltschaft mit der Veröffentlichung der Anklageschrift. Im Falle der UBS betrug diese Bewährungsphase 18 Monate. Am 20. Februar 2009 untersagte das Schweizer Bundesverwaltungsgericht die Herausgabe der UBS-Kundendaten, nachdem acht betroffene Bankkunden Beschwerde gegen die Verfügung der FINMA eingereicht hatten.[71]

Auf der UBS-Generalversammlung am 14. April 2010 in Basel wurde das Traktandum über die Entlastung des Verwaltungsrates für die Jahre von 2007 bis 2009 intensiv diskutiert. Der Grund dafür war die als riskant erachtete Wirtschaftspraxis, die vom damaligen Verwaltungsrat unter der Präsidentschaft von Marcel Ospel verfolgt und genehmigt worden war. Der UBS-Verwaltungsrat entschied sich im Dezember 2009, keine Klage gegen die vorherigen Verwaltungsräte zu erheben. Eine Entlastung, Décharge genannt, die der Verwaltungsrat auf der Generalversammlung beantragte, hätte die Verwaltungsräte in den Jahren 2007 bis 2009 vor Klagen geschützt. Vor der Abstimmung führten die Aktionäre eine emotionale Diskussion, ebenso wurden kritische Stimmen gegen die Verwaltungsräte laut. Die Aktionäre stimmten schliesslich der Décharge des Verwaltungsrates für die Jahre 2008 und 2009 zu, jedoch verweigerten sie diese mit 52,75 % der Stimmen für das Jahr 2007. Damit waren die damaligen UBS-Verantwortlichen Marcel Ospel, Peter Wuffli, Marcel Rohner und Peter Kurer weiterhin nicht vor Klagen geschützt. Neu in den Verwaltungsrat wurde zudem der Lufthansa-Konzernchef Wolfgang Mayrhuber gewählt.[72]

Im Sommer 2015 haben US-Behörden erneut Ermittlungen gegen die UBS aufgenommen. Gebüsst würden Verkäufe von durch Hypotheken gesicherten Wertpapieren, auch Mortgage Backed Securities genannt. Die Investoren seien nicht vollumfänglich über die Wertpapiere informiert worden.[73]

Hoher Verlust durch Handelsgeschäfte eines Mitarbeiters (2011)Bearbeiten

Am 15. September 2011 teilte die UBS vor Börsenbeginn mit, dass ein Händler bei ungenehmigten Handelsgeschäften schätzungsweise 2 Milliarden US-Dollar (ca. 1,74 Milliarden Schweizer Franken) Verlust verursacht habe. Es seien keine Kundenpositionen betroffen. Die Bank gab eine Gewinnwarnung für das laufende dritte Quartal heraus.[74]

In London war wenige Stunden zuvor der 31-jährige UBS-Investmentbanker Kweku Adoboli festgenommen worden.[75] Dieser wurde im November 2012 von einem Gericht in London wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt.[76] Er legte Berufung gegen das Urteil ein.[77] Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hatte noch am Tag der Adobolis Verhaftung, dem 16. September 2011,[78] eine umfassende, unabhängige Untersuchung in Zusammenarbeit mit der britischen Finanzmarktaufsicht Financial Services Authority (FSA) angekündigt.[79]

Am 18. September 2011 bezifferte die UBS den Verlust auf 2,3 Milliarden US-Dollar (ca. 2 Milliarden Schweizer Franken). Weiter gab die UBS an, der Verlust sei durch unautorisierten, spekulativen Handel mit verschiedenen Aktienindexfutures des S&P 500, DAX und Euro Stoxx im Verlauf der letzten drei Monate entstanden. Dabei habe der Händler, der im Bereich «Global Synthetic Equity» in London arbeitete, die Risikolimiten überschritten. Dies habe er aber dadurch verdeckt, dass er Schein-Absicherungsgeschäfte getätigt habe, was zu einer Verfälschung der tatsächlichen Dimension des Risikos geführt habe. Nachdem die UBS-Kontrollstellen die Positionen des Händlers geprüft und Rückfragen an ihn gerichtet hätten, habe dieser am 14. September 2011 seine unerlaubten Aktivitäten zugegeben. Der UBS-Verwaltungsrat setzte einen speziellen Ausschuss ein, um zu den unerlaubten Handelsaktivitäten und deren Bezug zum Kontrollumfeld eine unabhängige Untersuchung durchzuführen.[80][81]

Am 24. September 2011 übernahm der Vorstandsvorsitzende Oswald Grübel die Verantwortung für den Vorfall und trat zurück.[82][83] Am 5. Oktober 2011 wechselte die UBS im Bereich Global Equities der Investment Bank die zwei Co-Leiter aus. Ausserdem wurden gegen weitere Mitarbeiter Disziplinarmassnahmen ergriffen.[84]

Libor-Skandal 2012–2013Bearbeiten

Im Rahmen des so genannten «Libor-Skandals», bei dem Manipulationen des Referenzzinssatzes LIBOR sowie weiterer Zinssätze – nämlich EURIBOR und japanischer TIBOR – im Interbankengeschäft bekannt wurden, stimmte die UBS im Dezember 2012 einer Vergleichszahlung von rund 1,4 Mrd. Schweizer Franken an US-amerikanische, britische und Schweizer Behörden zu. Ausserdem räumte UBS Securities Japan in einem Anklagepunkt den Betrug durch Manipulation von Referenzzinssätzen ein.[85] Da die UBS in einem Strafverfahren des EU-Kommissars für Wettbewerb gegen das Libor-Kartell als eine von zwei Kronzeuginnen aufgetreten war, verzichtete die EU-Kommission im Dezember 2013 auf eine Geldbusse der Bank von 2,5 Milliarden Euro. Sechs andere Banken zahlten Bussen in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro.[86][87]

Laufende Ermittlungen in Frankreich seit 2011Bearbeiten

Nach einer ersten Voruntersuchung im März 2011 leitete die Pariser Staatsanwaltschaft im April 2012 Ermittlungen zu UBS-Geschäftsaktivitäten in Frankreich wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein.[88] Auslöser waren anonym an französische Behörden übermittelte Unterlagen gewesen, die auf die Existenz von nicht-deklarierten UBS-Konten französischer Kunden in der Schweiz und auf parallele Bankaufzeichnungen für die Jahre von 2002 bis 2007 hingewiesen haben sollen.[89]

Im Juli 2012 fanden Hausdurchsuchungen in der UBS-Niederlassung in Bordeaux und bei UBS-Managern in Strassburg statt.[88] Einige Monate später, im Oktober 2012, erklärte Jean-Frédéric de Leusse, Chef von UBS Frankreich, bei internen Untersuchungen der Bank seien keine betrügerischen Machenschaften festgestellt worden.[89]

Wegen des Vorwurfs des illegalen Anwerbens von Kunden sowie der Geldwäscherei und der Hehlerei wurden formelle Ermittlungsverfahren zunächst gegen Patrick de Fayet, der in den Jahren 2008 und 2009 die Position des UBS-Generaldirektors in Frankreich innehatte, sowie einen ehemaligen UBS-Leiter in Lille, und einige leitende UBS-Angestellte in Strassburg aufgenommen,[89][90] und ab Ende Mai 2013 wegen des Verdachts auf Vertuschung von Steuerhinterziehung auch gegen die UBS Frankreich. Als «Zeugin mit Rechtsbeistand» bekam die Bank einen Status als Beschuldigte und Zeugin gleichzeitig.[91]

Im Juni 2013 wurden die Ermittlungsverfahren auf die Schweizer UBS ausgeweitet. Die französische Staatsanwaltschaft verdächtigte die Bank, an gesetzeswidrigen Vertriebspraktiken in Frankreich beteiligt gewesen zu sein.[92][93]

Während der noch anhängigen Rechtsverfahren erhob im Februar 2014 eine ehemalige Marketingchefin von UBS Frankreich in einem Buch den Vorwurf, die Bank habe aktiv an Steuerhinterziehung für Kunden mitgewirkt. UBS bestritt ihre Darstellungen.[94][95][96]

Ermittlungsverfahren in DeutschlandBearbeiten

Im Jahr 2012 hatte eine vom Bundesland Nordrhein-Westfalen angekaufte Daten-CD Ermittlungen gegen die UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ausgelöst, wobei deutsche Kunden bei der Bank bis zu 20 Milliarden Schweizer Franken unversteuert angelegt haben sollen. Am 24. Februar 2014 berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die UBS zur Zahlung einer Vergleichssumme von 200 Millionen Euro bereit sei.[97][98] The Guardian nannte in einem Artikel vom September 2016 eine Summe von 300 Millionen Euro.[99]

Im September 2016 wurde in der Schweiz Klage gegen den Angestellten, der die Daten-CD an Nordrhein-Westfalen verkauft hatte, wegen Verletzung des Bankgeheimnisses erhoben.[99]

Ermittlungsverfahren in EnglandBearbeiten

Nach dem Entscheid der Londoner High Court of Justice 2014 musste die Bank die Verluste in Höhe von 400 Millionen Euro aus hochriskanten Spekulationen im KWL-Skandal mit den Kommunalen Wasserwerken Leipzig selber tragen. Im Urteil wurde festgestellt, dass sich einer der KWL-Geschäftsführer von Finanzberatern bestechen liess, während der zweite Geschäftsführer half, dies zu verschleiern.[100]

Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDBBearbeiten

Der Enthüllungs-Blog «Sarawak Report» veröffentlichte am 12. Juli 2016 Dokumente, die nachweisen, dass im Jahr 2014 rund 1,9 Milliarden US-Dollar aus dem Umfeld des malaysischen Staatsfonds 1MDB auf ein UBS-Konto in Singapur abgezweigt worden sind. Damit sollte die UBS in eine der grössten Geldwäscherei-Affären der Geschichte verwickelt sein, wie auch die Privatbanken BSI, Falkon, Coutts und Rothschild. Es wird verdächtigt, dass der malaysische Premier Najib Razak und einige seiner Vertrauten insgesamt bis zu 4 Milliarden US-Dollar aus dem Staatsfonds 1MDB in die eigenen Taschen umgeleitet hatten. Die neue Schätzung von «Wall Street Journal» beläuft sich auf bis zu 6 Milliarden US-Dollar. Die UBS realisierte nachträglich selbst, dass mit den Transaktionen etwas nicht stimmte, und erstattete Meldung an die Behörden. Die schweizerische Bundesanwaltschaft hat nach aktuellem Stand kein Strafverfahren gegen die UBS eröffnet.[101]

UBS in Deutschland, Österreich und der SchweizBearbeiten

Der deutsche Markt war für die UBS und ihre Vorgänger SBV und SBG sehr wichtig. So wurde noch kurz vor der Fusion die wichtige deutsche Privatbank Schröder Münchmeyer Hengst (SMH) gekauft und die Vermögensverwaltung vorerst unter diesem Namen weitergeführt. Zum 1. Juli 2003 wurde SMH vollständig in die Struktur der UBS integriert und hiess seitdem UBS Wealth Management AG. Am 3. Juli 2005 wurden in Deutschland die UBS-Geschäftsbereiche Wealth Management, Investment Bank und zum Teil Asset Management in der neuen Gesellschaft UBS Deutschland AG zusammengefasst.[102]

Derzeit verfügt die UBS in Deutschland über Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart und München.[103] UBS bietet den Kunden in Deutschland Dienstleistungen in den Bereichen Wealth Management, Investment Banking und Asset Management an. Trotz des schwierigen deutschen Marktes strebt die UBS an, ab 2018 nachhaltig profitabel zu sein.[104]

In Österreich ist die UBS seit 1994 mit einer Niederlassung in Wien präsent. Derzeit verfügt die UBS in Österreich auch über eine Filiale in Salzburg.[105] UBS bietet den österreichischen Kunden Dienstleistungen in den Bereichen Wealth Management, Investment Banking und Asset Management an. Privatpersonen wird eine umfassende Vermögensplanung, Unternehmen und Institutionen eine grosse Auswahl an den in Österreich zum Vertrieb zugelassenen UBS Fonds angeboten.

Die UBS legte zum 1. Dezember 2016 die meisten ihrer Wealth-Management-Einheiten in Europa (darunter auch in Deutschland und Österreich) zu einer Rechtseinheit, der UBS Europe SE, zusammen. Die neue europäische Tochtergesellschaft hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main und ist über ein Netz von Niederlassungen auf den europäischen Märkten vertreten. Die Unternehmensform der Societas Europaea ermöglicht der UBS strategische Flexibilität.[106]

Da die Schweizer «Too big to fail»-Bestimmung verlangt, dass im Krisenfall systemrelevante Teile der Grossbanken fortgeführt werden können, wurde von der UBS im November 2014 eine neue Banklizenz beantragt, und am 15. Juni 2015 die neue Einheit UBS Switzerland AG geschaffen, die alle Geschäfte auf dem Schweizer Markt übernahm.[107]

RebrandingBearbeiten

Im Juni 2015 kündigte der Kommunikationschef der UBS Group AG an, dass der Auftritt gegen innen und aussen überarbeitet werde. Die Veröffentlichung des Projekts «it’s time» wurde für den Herbst 2015 angekündigt,[108] eine neue Werbekampagne wurde im September gestartet. Sie soll das Vertrauen in die Bank wieder aufbauen und dank der vorwiegend digitalen Kampagne, die nächste Generation als Kunden gewinnen.[109]

KonkurrenzBearbeiten

Auf globaler Ebene konkurriert die UBS mit den grossen, globalen Investmentbanken wie J.P. Morgan Chase, Goldman Sachs, Merill Lynch etc.[110] Im aktuellen Rating der weltgrössten Banken (nach Aktiva) von S&P Global liegt die UBS auf Platz 26.[111]

Die grössten Konkurrenten der UBS auf nationaler Ebene sind Credit Suisse[112], die Raiffeisen Bank, Post Finance, die Migros Bank und einige Kantonalbanken, wie z. B. die Zürcher Kantonalbank und die Banque Cantonale Vaudoise.

In Europa konkurriert die UBS mit verschieden Grossbanken wie der Deutschen Bank, HSBC, BNP Paribas, Natixis, Royal Bank of Scotland, Santander und Unicredit. Im aktuellen Rating der grössten europäischen Banken (nach Aktiva) von S&P Global belegt die UBS Platz 11.[113]

In den USA steht die UBS im Wettbewerb mit den dort ansässigen amerikanischen Grossbanken wie Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley.[114]

KritikBearbeiten

1997 machte der bei der SBG angestellte Nachtwächter Christoph Meili die Vernichtung von Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus publik. Auf internationalen Druck hin Im selben Jahr richteten der Schweizerische Bankverein und die Schweizerische Bankgesellschaft zusammen mit der Credit Suisse einen Fonds zur Entschädigung von Holocaust-Opfern ein. Den Banken wurde vorgeworfen, Guthaben im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar zu lagern, die deutsche Nationalsozialisten jüdischen Bürgern geraubt und in der Schweiz deponiert haben.[115][116]

Wie auch andere Schweizer Banken wurden die Vorgänger der UBS für ihre Geschäftsbeziehungen mit Südafrika zur Zeit der Apartheid kritisiert. 2002 wurde in New York eine Klage von 91 Apartheid-Opfern gegen UBS, Credit Suisse und 20 weitere westlichen Unternehmen eingereicht, die durch Zusammenarbeit mit Südafrika dessen Menschenrechtsverstösse unterstützt haben sollen. Die Klage wurde im November 2004 abgewiesen und befindet sich in der Berufung.[117]

Die UBS engagiere sich laut einer belgischen und einer niederländischen Nichtregierungsorganisation (NGO) in der Finanzierung von Unternehmen, die an der Entwicklung oder Produktion von Streubomben beteiligt sind, wobei dieses Engagement mit 465 Mio. US-Dollar beziffert wird.[118][119][120]

Die Schweizerische Bundesanwaltschaft eröffnete 2012 ein Strafverfahren gegen die UBS wegen des Verdachts auf Geldwäscherei. Nach Angaben des Bruno Manser Fonds soll Musa Aman, Regierungschef eines malaysischen Bundesstaats, von Holzkonzernen für die Erteilung von Holzkonzessionen und für die Exportgenehmigung von Tropenhölzern Bestechungsgelder verlangt und diese bei der UBS anschliessend gewaschen haben.[121]

Seit November 2016 steht die UBS wegen ihrer Mitfinanzierung der Eigentümerfirmen der umstrittenen Dakota Access Pipeline (DAPL) in der Kritik.[122] Die Pipeline führt von North Dakota nach Illinois und verläuft durch die Stammesgebiete der dortigen Ureinwohner Sioux. Barack Obama liess den Weiterbau der Ölleitung Ende 2016 stoppen,[123] Donald Trump genehmigte ihn zu Beginn seiner Präsidentschaft wieder.[124] Ein Bericht der Informationssendung "10 vor 10" im SRF vom 22. Februar 2017 zeigt, dass die UBS eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Pipeline bzw. der Firmen dahinter spielt.[125] Andere Finanzinstitute wie die größte norwegische Bank DNB[126] und die niederländische ABN AMRO[127] haben wegen der Kritik an dem Projekt hinsichtlich Menschenrechts- und Umweltrisiken ihre finanzielle Beteiligung an dem Vorhaben beendet.

Mediale RezeptionBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Das Magazin Global Finance hat in seinem Report World’s Best Bank 2017[128] die UBS in den folgenden Kategorien ausgezeichnet:

  • Best Investment Bank; Best M&A Bank [129]
  • Best Foreign Exchange Bank.[128]

In seiner Auszeichnungsserie Awards for Excellence verlieh das Finanzmarktmagazin Euromoney 2017 zum sechsten Mal in Folge die Auszeichnung Best Bank in Switzerland an die USB.[130] Zudem erhielt die UBS die Auszeichnungen Best Investment Bank in Switzerland[130] sowie Western Europe’s best bank for advisory 2017[131] und als beste globale Privatbank.[132]

SponsoringBearbeiten

Die Kommunikationspolitik der UBS schliesst die Öffentlichkeitsarbeit ein, wobei auch Sponsoring-Aktivitäten eingesetzt werden. Nach eigenen Angaben beruht die Sponsoring-Strategie der Gruppe auf der Spezialisierung.[133] Historisch gesehen, haben sich Sport und (zeitgenössische) Kunst als zwei Hauptbereiche herauskristallisiert[133]. Auch auf anderen Gebieten, wie z. B. Forschung, ist die UBS ebenfalls aktiv.

SportBearbeiten

Seit 2010 ist UBS als Sponsor der Formel 1 aktiv,[134] und seit 2011 als Teampartnerin[135] von Mercedes-AMG Petronas[136] sowie als Offizieller Sponsor des Monaco Grand Prix und als Prestige Partner des Automobile Club de Monaco (ACM).[137]

Im Jahr 2013 weitete die UBS ihr Engagement als Offizieller Partner der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel[138] auf den Bereich Skirennen aus.[139]

Das Engagement der UBS in der Schweiz schliesst den UBS Kids Cup mit über 850 Leichtathletik-Wettbewerben und 130‘000 Teilnehmenden[140] ein, sowie die IAAF Diamond League Veranstaltung Weltklasse Zürich[141], und als Hauptsponsorin bei Athletissima in Lausanne[142] seit 1982[143], sowie bei Gala dei Castelli[144] seit 2014.[145]

Als Kampagne des Jahres 2016 wurde die UBS an den fünften Swiss Sponsorship Awards 2017 mit dem UBS Kids Cup für das beste Sportsponsorship ausgezeichnet.[146] Als ausschlaggebende Kriterien wurden hierbei Innovation und Nachhaltigkeit, sowie eine klare Zielgruppendefinition und digitale Aktivierung angeführt.

Bei dem ältesten Eishockey-Klubturnier der Welt, Spengler Cup Davos trat die UBS im Jahr 1985[147] erstmals als Hauptsponsorin[148] auf.

Im Jahr 2015[149] übernahm die UBS die Rolle der Titelsponsorin bei dem Hongkongs ältesten Profisportereignis und einem der renommiertesten internationalen Golfturniere Asiens, UBS Hong Kong Open.[150]

Andere BereicheBearbeiten

Für Aufsehen sorgte das im Jahr 2012 gegründete UBS International Center of Economics in Society, als assoziiertes Institut der Universität Zürich.[151] Unter dem Titel «Zürcher Appell»[152] hatten 27 Wissenschafter den Vertrag zwischen der UBS und der Universität Zürich öffentlich kritisiert.[153] Der Anschein der Befangenheit der Universität war der Hauptpunkt der Kritik im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Einrichtung.[153] Die Mehrheit der Kritiker hielt auch fest, dass die UBS „an sich nichts falsch gemacht“ habe,[153] auch nachdem der Vertrag öffentlich gemacht wurde.[154][155]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: UBS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

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  5. Wir über uns. Geschichte von UBS.
  6. 2017 list of global systemically important banks (G-SIBs) In: Financial Stability Board (FSB) vom 21. November 2017 (PDF; 105 kB)
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  8. UBS E-Paper. Abgerufen am 30. Dezember 2017.
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  17. 90% der UBS-Aktionäre nehmen an Aktientausch teil Finanz und Wirtschaft,abgerufen am 23. Januar 2015
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  50. Zusammenschluss UBS - Schweizerischer Bankverein, Pressemitteilung der Wettbewerbskommission, 8. Dezember 1997
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  52. UBS Wealth Management in Germany and Sauerborn Trust together. UBS. Abgerufen am 29. Oktober 2013.
  53. UBS trennt sich von ihrem Anteil an der Bank of China. Neue Zürcher Zeitung. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  54. UBS: UBS stärkt ihre Kapitalbasis und passt Bewertungen an, Medienmitteilung vom 10. Dezember 2007, Zugriff am 31. Dezember 2015.
  55. UBS-Aktionäre heissen Singapur willkommen, NZZ, 27. Februar 2008.
  56. 13 Milliarden für die UBS – 27. Februar 2008 (Memento vom 1. März 2008 im Internet Archive), Tagesschau, 27. Februar 2008
  57. UBS – Medienmitteilungen: Vorankündigung eines erwarteten Verlustes von ungefähr CHF 12 Milliarden im 1. Quartal 2008 (1. April 2008)
  58. UBS – Medienmitteilungen: Marcel Ospel steht zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat nicht mehr zur Verfügung, 1. April 2008
  59. „Finanzmarktkrise und Finanzmarktaufsicht“ (PDF; 821 kB) Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, 14. September 2009 (siehe Seite 35/71)
  60. Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 16. Oktober 2008 (PDF; 60 kB)
  61. Medienmitteilung des Eidgenössischen Finanzdepartements vom 16. Oktober 2008
  62. Schweizerische Nationalbank, Medienmitteilung vom 10. Februar 2009 (PDF; 60 kB)
  63. 20 Minuten online: UBS verdient auch mit Schrottpapieren Millionen
  64. Bankbranche laut UBS-Chef Ermotti in historischem Umbruch, Tages-Anzeiger, 15. November 2012
  65. Schnelle Entscheidung: Freispruch für Raoul Weil. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. November 2015, abgerufen am 14. Juni 2015.
  66. a b c d e Kapitulation im Steuerstreit mit den USA: Weitergabe von Kundendaten – Zahlung von 780 Millionen Dollar. In: Neue Zürcher Zeitung Online, 19. Februar 2009 (Printausgabe: 20. Februar 2009)
  67. Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen. Das Portal der Schweizer Regierung. Abgerufen am 1. Januar 2016.
  68. a b c d Juristisches Damoklesschwert über der UBS. Heikle Aspekte rund um Aufschub der Strafverfolgung in den USA.. Abgerufen am 30. April 2016.
  69. Klaus Bonanomi: UBS zahlt Strafe und gibt Kundendaten preis. In: Der Standard Online, 19. Februar 2009 (Printausgabe: 20. Februar 2009)
  70. Tagesgespräch an der Börse: UBS-Aktie fällt auf Rekordtief von 10 Franken – Banken überdenken Kaufempfehlungen für die Titel der Grossbank. In: Neue Zürcher Zeitung, 24. Februar 2009
  71. APA/AP: Schweizer Gericht untersagt Herausgabe von UBS-Unterlagen. derstandard.at, 20. Februar 2009
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