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Kanton Basel-Stadt

(Halb-) Kanton der Schweiz
Kanton Basel-Stadt
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: BS
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Basel
Beitritt zum Bund: 1501
Fläche: 37 km²
Website: www.bs.ch
Bevölkerung
Einwohner: 193'908 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 5241 Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
35,2 % (31. Dezember 2015)[2]
Arbeitslosenquote: 4,0 % (31. Dezember 2015)[3]
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons

Koordinaten: 47° 33′ N, 7° 36′ O; CH1903: 611620 / 267377 Basel-Stadt (Kürzel BS; französisch Bâle-Ville, italienisch Basilea Città, rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Basilea-Citad?/i) ist ein Kanton in der Deutschschweiz. Der Hauptort und zugleich einwohnerstärkster Ort ist Basel. Der Kanton zählt zum Wirtschaftsraum Nordwestschweiz und zur grenzüberschreitenden Metropolregion Basel.

Der Stadtkanton ist der flächenkleinste und zugleich am dichtesten besiedelte Schweizer Kanton und besteht aus der Stadt Basel sowie den politischen Gemeinden Riehen und Bettingen. Der Kanton Basel-Stadt grenzt sowohl an Deutschland als auch an Frankreich.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Halbkanton Basel-Stadt liegt im Nordwesten der Schweiz. Der Fläche nach ist er der kleinste Kanton, von der Einwohnerzahl her belegt er Platz 15 von 26. Die Gemeinde Basel liegt am Rheinknie, in dem der Birsig in den Rhein mündet und dieser seine Fliessrichtung von Westen in Richtung Norden ändert. Das Rheinknie bildet das südliche Ende der Oberrheinischen Tiefebene.

Hinzu kommen die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen nördlich des Rheins. Riehen erstreckt sich entlang des Wiesentals und zählt rund 21'000 Einwohner. Bettingen ist unterteilt in die Ortschaften Bettingen Dorf und St. Chrischona, hat rund 1200 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe, deren markantester Punkt der Fernsehturm St. Chrischona ist.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Politische GemeindenBearbeiten

 
Gemeinden des Kantons Basel-Stadt

Seit 1908 ist die Gemeinde Kleinhüningen in die Stadt Basel eingemeindet.

Nachfolgend aufgelistet sind alle drei politischen Gemeinden per 31. Dezember 2017:[4]

Politische Gemeinde Einwohner
Basel 171'513
Riehen 21'244
Bettingen 1151
BezirkeBearbeiten
 
Ehemalige Bezirke des Kantons Basel-Stadt

Nach der Trennung von Basel-Landschaft bestand der Stadtkanton aus zwei Bezirken, dem Stadtbezirk mit der Gemeinde Basel und dem Landbezirk mit den Gemeinden Kleinhüningen, Riehen und Bettingen. Mit der kantonalen Verfassung von 1889 wurde die Ebene der Bezirke aufgehoben.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 1200.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt nach Staatsangehörigkeit 1990–2010
Staatsbürgerschaft[5] 1990
(%)
2000
(%)
2010
(%)
Schweiz  Schweiz 77,52 72,44 67,36
Deutschland  Deutschland 2,60 3,27 7,58
Italien  Italien 6,42 5,44 4,18
Turkei  Türkei 3,27 4,38 3,56
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 2,79 3,13
Serbien  Serbien
Montenegro  Montenegro
Kosovo  Kosovo
1,17
Spanien  Spanien 2,78 2,16 2,81
Portugal  Portugal 0,42 0,79 1,35
Mazedonien  Mazedonien 1,12 1,17
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 0,35 0,48 0,96
Frankreich  Frankreich 0,59 0,54 0,76
Indien  Indien 0,12 0,17 0,65
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 0,25 0,31 0,63
Osterreich  Österreich 0,45 0,45 0,58
Kroatien  Kroatien 0,81 0,54
Sri Lanka  Sri Lanka 0,30 0,63 0,49
Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina 0,68 0,41
Niederlande  Niederlande 0,18 0,21 0,32

Die Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt ist sehr heterogen und reflektiert die Geschichte des Kantons als wichtiger Handels- und Industriestandort. Die Bevölkerungsentwicklung ist seit den 1980er-Jahren rückläufig.[6] Die Abwanderung in angrenzende Gemeinden anderer Kantone und der strukturelle Verlust von Arbeitsplätzen mit dem Wandel in der industriellen Produktion zählen zu den wichtigen Gründen hierfür. Per 31. Dezember 2017 betrug die Einwohnerzahl des Kantons Basel-Stadt 193'908.[7] Die Bevölkerungsdichte liegt mit 5241 Einwohnern pro Quadratkilometer annähernd bei dem 26-fachen des Schweizer Durchschnitts (206 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am 31. Dezember 2015 auf 35,2 Prozent, während landesweit 24,6 Prozent Ausländer registriert waren.[8] Per 31. Dezember 2015 betrug die Arbeitslosenquote 4,0 Prozent gegenüber 3,7 Prozent auf eidgenössischer Ebene.[9]

Religionen – KonfessionenBearbeiten

Religionszugehörigkeit im Kanton Basel-Stadt der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren 2016[10]
Religionszugehörigkeit Anzahl
Einwohner
Anteil
in Prozent
Evangelisch-reformiert 28'286 17,4
Römisch-katholisch 29'185 17,9
Andere christliche Glaubensgemeinschaften 8'681 5,3
Jüdische Glaubensgemeinschaften 1'161 0,7
Islamische Glaubensgemeinschaften 12'253 7,5
Andere Religionsgemeinschaften 3'466 2,1
Konfessionslos 77'321 47,5
keine Angabe 2'296 1.4
Kanton Basel-Stadt (Gesamt) 162'649 100

Die früher dominante protestantische Bevölkerung von 85'000 im Jahre 1980 auf 35'000 per Ende 2010 zurückgegangen. Die Zahlen sind allerdings verschieden zu interpretieren. Bei den Protestanten, den Katholiken, bei den Juden und bei den Christkatholiken wird die institutionelle Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft gezählt (öffentlich-rechtlich anerkannte Gemeinschaften), bei den Muslimen, den «Anderen» und den Ostkirchenanhängern (wie Serbisch-Orthodoxen oder Griechisch-Orthodoxen) die Glaubenszugehörigkeit (Stand Ende 2010).[11]

GeschichteBearbeiten

Der Kanton in seinen heutigen Grenzen entstand 1833, als sich vom damaligen Kanton Basel der heutige Kanton Basel-Landschaft im Rahmen der Basler Kantonstrennung abspaltete. Basel-Stadt hatte lange Zeit einen Wiedervereinigungsartikel in der Verfassung, erst mit der Totalrevision 2006 wurde er fallengelassen. Die Verfassung von Basel-Landschaft gebietet Eigenständigkeit. Im Jahre 1969 wurde über eine Wiedervereinigung abgestimmt, die Stimmberechtigten votierten in Basel-Stadt klar dafür, in Basel-Landschaft dagegen. Die Wiedervereinigung war politisch chancenlos. Im September 2014 ist eine weitere Abstimmung zur Fusion beider Basel durchgeführt worden.[12] Wieder gab es in Basel-Stadt ein knappes Ja (54,9 % Ja), während in Basel-Landschaft die Fusion klar abgelehnt worden ist (68,3 % Nein). Pragmatischer Ausweg aus diesem Dilemma sind gemeinsame Verwaltungseinheiten und Institutionen und der freiwillige Abgleich von Gesetzen und Verordnungen.

Die Geschichte von Basel-Stadt ist grösstenteils mit der Geschichte der den Stadtkanton dominierenden Stadt Basel identisch, siehe dort.

VerfassungBearbeiten

Die Stimmberechtigten des Kantons Basel-Stadt haben die aktuelle Kantonsverfassung[13] am 30. Oktober 2005 angenommen. Diese trat am 13. Juli 2006 in Kraft und löste die Verfassung vom 2. Dezember 1889 ab.[14]

Direktdemokratische VolksrechteBearbeiten

3000 Stimmberechtigte können eine ausformulierten (formulierte) oder allgemein gehaltene (unformulierte) Volksinitiative einreichen, die eine Änderung der Verfassung oder eine Änderung, den Erlass oder die Aufhebung eines Gesetzes oder eines referendumsfähigen Grossratsbeschlusses betrifft.

Zwingend der Volksabstimmung unterstehen alle Verfassungsänderungen, alle formulierten Volksinitiativen sowie alle unformulierten Volksinitiativen, denen der Grosse Rat nicht zustimmt (obligatorisches Referendum).

2000 Stimmberechtigte können eine Volksabstimmung über einen Beschluss des Grossen Rates verlangen, der den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung eines Gesetzes oder aber eine Ausgabe in gewisser, vom Gesetz festgelegter Höhe betrifft (fakultatives Referendum).

Legislative – Grosser RatBearbeiten

Das Parlament des Kantons nennt sich Grosser Rat. Es umfasst 100 Mitglieder,[15] die jeweils nach dem Proporzwahlverfahren für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt werden. Im Jahr 2013 kam es zu einer Änderung bei der Sitzverteilung.[16] Der Vertreter Aktives Bettingen (AB) schloss sich der FDP an.

Sitzverteilung im Grossen Rat Basel-Stadt zwischen 1996 und 2017
Partei 1996 2000 2004 2008 2012 2016 Sitzverteilung 2017 Wähleranteil in Prozent
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 39 39 46 32 33 34
14
34
4
1
7
10
1
14
15
14 34 10 14 15 
Insgesamt 100 Sitze
Grossratswahlen vom 23. Oktober 2016
Wahlbeteiligung: 41,66 %
 %
40
30
20
10
0
32,48
14,30
13,78
13,35
9,23
5,85
4,31
2,63
4,07
EVP/BDP
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2012
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,75
-0,73
+4,21
+1,56
-1,90
-1,46
-0,69
-1,57
+1,17
EVP/BDP
Sonst.
Schweizerische Volkspartei (SVP) 3 14 15 14 15 15
Grünes Bündnis 20 12 16 13 13 14
Liberal-Demokratische Partei (LDP) 14 16 12 9 10 14
FDP.Die Liberalen 17 18 18 11 12 10
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 13 14 11 8 8 7
Grünliberale Partei (glp) 0 0 0 5 5 4
Evangelische Volkspartei (EVP) 6 6 6 4 1 1
Aktives Bettingen (AB) 0 0 0 1 1 1
Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer
und Asylanten in unserer Heimat
(VA)
0 0 0 0 2 0
Demokratisch-Soziale Partei (DSP) 10 6 6 3 0 0
Schweizer Demokraten (SD) 8 5 0 0 0 0

Exekutive – RegierungsratBearbeiten

Der Regierungsrat wird nach dem Majorzwahlverfahren auf jeweils vier Jahre gewählt.

Mitglieder des Regierungsrates (seit 2017)[17]
Regierungsrat Partei Departement
Elisabeth Ackermann, Regierungspräsidentin GB Präsidialdepartement (PD)
Eva Herzog, Regierungsvizepräsidentin SP Finanzdepartement (FD)
Christoph Brutschin SP Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU)
Baschi Dürr FDP Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD)
Lukas Engelberger CVP Gesundheitsdepartement (GD)
Conradin Cramer LDP Erziehungsdepartement (ED)
Hans-Peter Wessels SP Bau- und Verkehrsdepartement (BVD)

Anders als in den meisten andern Kantonen, die ein rotierendes System kennen, wird das Regierungspräsidium vom Volk und für die ganze vierjährige Legislaturperiode gewählt.

JudikativeBearbeiten

Oberste Gerichtsinstanz in Basel-Stadt ist das Appellationsgericht. Es ist zugleich kantonales Verwaltungsgericht und kantonales Verfassungsgericht und übt die Aufsicht über die erstinstanzlichen Gerichte aus.

Dem Appellationsgericht untergeordnet sind das Zivilgericht, das Strafgericht, das Jugendstrafgericht und das Sozialversicherungsgericht.

GemeindenBearbeiten

Schweizweit eine Besonderheit ist, dass fast alle Geschäfte der Gemeinde Basel vom Kanton Basel-Stadt geführt werden. Damit sind Parlament, Regierung und Verwaltung des Kantons auch direkt für die Stadtgemeinde zuständig. Riehen und Bettingen verfügen dagegen über selbständige Gemeindeorgane. Ausserhalb der kantonalen Verwaltung liegen einige soziale Institutionen wie das Bürgerspital Basel oder das bürgerliche Waisenhaus, die traditionell durch die Bürgergemeinde der Stadt Basel verwaltet werden.

Der Kanton Basel-Stadt ist einer der wenigen Kantone in der Schweiz, in dem für Einbürgerungen die Bürgergemeinden zuständig sind. Die Legislative der Bürgergemeinde Basel ist der Bürgergemeinderat, dessen Mitglieder die Bürgergemeinderäte sind, sein Präsident ist der Bürgergemeinderatspräsident. Die Exekutive heisst Bürgerrat, seine Mitglieder sind die Bürgerräte, sein Präsident ist der Bürgerratspräsident.

ReligionsgemeinschaftenBearbeiten

Durch die Verfassung öffentlich-rechtlich anerkannt sind die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Kirche sowie die israelitische Gemeinde. Sie ordnen ihre inneren Verhältnisse selbständig und geben sich eine Verfassung, die vom Regierungsrat genehmigt werden muss.

PolitikBearbeiten

ParteiensystemBearbeiten

Basel-Stadt verfügt heute über ein heterogenes Mehrparteiensystem mit fragmentierten Flügeln auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Neben den im Basler Grossen Rat, dem Kantonsparlament, vertretenen Parteien Grünes Bündnis, SP, CVP, EVP, FDP, LDP, glp und SVP sind noch weitere Parteien wie auch einzelne parteiunabhängige Politiker aktiv. Der Kanton Basel-Stadt ist der einzige Deutschschweizer Kanton, in dem die Liberale Partei der Schweiz (LPS, in Basel die Liberaldemokratische Partei, LDP) eine bedeutende Rolle spielt, diese gilt dort als Partei des «Daigs», der traditionellen Basler Elite.

Lange Zeit war Basel eine sozialdemokratische Hochburg. In den 1930er-Jahren stellten Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen sogar die Mehrheit, diese Zeit ging als «rotes Basel» in die Geschichte ein. In der Zeit des Kalten Kriegs dominierten jedoch auch in Basel die bürgerlichen Kräfte. In der Gegenwart kann weder das rot-grüne noch das bürgerliche Lager eine absolute Mehrheit beanspruchen. In der Grossratswahl 2012 erreichten beide Lager gleich viele Sitze, wobei der Einzug der rechtspopulistischen «Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» ins Kantonsparlament Aufsehen erregte.

Bei den Nationalratswahlen 2003 erreichte die Linke in Basel-Stadt (als einziger Schweizer Kanton) die absolute Mehrheit der Stimmen, ebenso anlässlich der Nationalratswahlen vom November 2007.

IntegrationspolitikBearbeiten

Viel Beachtung in der Politik findet das Basler Integrationsmodell von Thomas Kessler.

Vertreter von Basel-Stadt in der BundesversammlungBearbeiten

Basel-Stadt entsendet fünf Vertreter in den Nationalrat:[18]

Basel-Stadt entsendet als Halbkanton einen Vertreter in den Ständerat:[19]

Internationale PartnerschaftBearbeiten

  • Vereinigte Staaten  Massachusetts, Vereinigte Staaten. Zwischen dem Kanton Basel-Stadt und dem US-Bundesstaat Massachusetts wurde am 20. Juni 2002 eine Partnerschaft mittels «Sister-State Agreement» begründet.[20]

WirtschaftBearbeiten

Im Kanton Basel-Stadt sind die chemische und pharmazeutische Industrie sowie der Handel von nationaler Bedeutung. Als Finanzplatz hat Basel noch eine gewisse Bedeutung hinter Zürich. Das Wirtschaftsleben konzentriert sich auf die Gemeinde Basel (Details siehe dort).

TourismusBearbeiten

 
Die jährliche internationale Kunstmesse Art Basel

Touristisch ist Basel sehr gut erschlossen: Unterkünfte jeder Preisklasse, von Jugendherbergen bis zu historisch bedeutsamen Luxushotels wie dem Hotel Les Trois Rois, bieten zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten, und Basel Tourismus, die halbstaatliche Organisation zur Förderung von Tourismus in Basel, unterhält nicht nur Informationsstellen, sondern bietet auch ein breites Angebot an Ausflügen und anderen Dienstleistungen an.

Basel birgt eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, darunter die Altstadt, das Basler Münster, den Fernsehturm St. Chrischona sowie zahlreiche neuere Bauwerke von bedeutenden Architekten. Weiter ziehen der Zoo Basel, der grösste zoologische Garten der Schweiz, das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz und die zahlreichen Museen oder Anlässe wie die Basler Fasnacht viele Besucher an.

Auch unter Kunstliebhabern ist Basel seit Jahrzehnten ein Begriff: Neben weltbekannten Sammlungen der Fondation Beyeler, des Tinguely-Museums, oder des Basler Kunstmuseums lockten die zahlreichen Sonderausstellungen der Museen und natürlich die Art Basel, eine der weltweit wichtigsten Kunstmessen, jedes Jahr Zehntausende Besucher nach Basel.

VerkehrBearbeiten

StrassenverkehrBearbeiten

Basel ist Drehkreuz des Strassenverkehrs Nord-Süd von Frankreich und Deutschland durch die Schweiz. Die Autobahn A3 von Frankreich gelangt über die Nordtangente zur Stadtautobahn A2, der sogenannten Osttangente, welche den Verkehr von Deutschland durch die Stadt Richtung Süden leitet. Ausserhalb der Stadt trennen sich darauf die beiden Zweige wieder. Die A2 führt weiter zum Gotthard bzw. nach Bern und die A3 nach Zürich.

FlugverkehrBearbeiten

Der binationale Flughafen Basel Mulhouse Freiburg (EuroAirport) liegt vollständig auf französischem Territorium, ist jedoch in einen französischen und einen schweizerischen Sektor aufgeteilt. Der letztere ist mit einer zolltechnisch exterritorialen Strasse, einer sogenannten Zollfreistrasse, mit der Schweiz verbunden, die unter dem Namen «Flughafenstrasse» in Basel beginnt.

BahnverkehrBearbeiten

 
Bahnhof Basel SBB

Der Kanton Basel-Stadt besitzt drei internationale Bahnhöfe. Der Schweizer Bahnhof Basel SBB und der französische Bahnhof Basel SNCF befinden sich beide in einem Gebäude, südlich des Stadtzentrums auf Grossbasler Seite. Wer vom Schweizer Bahnhof zum französischen möchte, muss eine Zollgrenze passieren. Der von der Deutschen Bahn betriebene Badische Bahnhof befindet sich auf Kleinbasler Seite und ist ebenfalls zolltechnisch von der Schweiz getrennt. Dieser Bahnhof wird vor allem von Reisenden aus Deutschland benutzt, die zwischen Hochrheinstrecke, Wiesentallinie (Regio-S-Bahn Basel–LörrachZell im Wiesental) und Oberrheinbahn umsteigen und dabei Schweizer Gebiet passieren müssen.

Im Weiteren existieren vier Lokalbahnhöfe. St. Jakob befindet sich an der Bözberglinie bzw. Hauensteinlinie nach Muttenz; bislang jedoch halten Züge hier nur bei Grossereignissen im St. Jakob-Park. Die Station Dreispitz an der Juralinie (im Mai 2006 eröffnet) soll den Bahnhof SBB von Pendlerströmen vor allem Richtung Birsigtal entlasten.

Einen ähnlichen Status wie den des Badischen Bahnhofs haben die Stationen St. Johann an der SNCF-Strecke nach Mülhausen sowie Riehen Niederholz und Riehen an der deutschen Wiesentallinie. Alle drei Stationen liegen zwar auf Schweizer Territorium, sind aber zolltechnisch französisches bzw. deutsches Hoheitsgebiet.

SchifffahrtBearbeiten

Auch über den Fluss Rhein ist Basel an den Rest der Schweiz und der Nachbarländer angeschlossen. So befährt die Schifffahrtsgesellschaft Basel den Rhein hinauf nach Rheinfelden. Basel ist zugleich der Heimathafen diverser Reedereien, welche von hier aus Kreuzfahrten auf dem Rhein sowie zum Main und zur Mosel anbieten.

Daneben ist Basel der Heimathafen der Schweizerischen Hochseeschifffahrt.

Ein wichtiger Stützpfeiler der Schweizer Wirtschaft ist die Basler Rheinschifffahrt mit ihren Rheinhäfen Kleinhüningen, St. Johann und Birsfelden.

NahverkehrBearbeiten

Der innerstädtische Verkehr sowie die Feinerschliessung der näheren Umgebung erfolgen mit einem ausgedehnten Tramnetz, ergänzt durch zahlreiche Buslinien der Basler Verkehrs-Betriebe, der Baselland Transport AG und der Autobus AG Liestal und einiger weiterer Unternehmen.

BildungBearbeiten

In den 1990er-Jahren wurde das gesamte öffentliche Schulsystem reformiert. Der zweijährige Kindergarten ist seit August 2005 obligatorisch. Die offizielle Schulzeit, die Volksschule, beginnt mit dem Kindergarten, dauert elf Jahre und beginnt ab dem fünften Lebensjahr. In Abhängigkeit vom genauen Geburtsdatum kann die Einschulung um ein Jahr hinausgeschoben werden.[21]

Ablauf der Schule
Bezeichnung Dauer Niveaus Bewertungsform Selektion
Kindergarten 2 Jahre keine keine keine
Primarschule alt: 4; neu: 6 Jahre keine keine alle
Sekundarschule
(ab 2015/16)
3 Jahre Leistungszug A (allg. Anforderungen)
Leistungszug E (erweiterte A.)
Leistungszug P (hohe A.)
Noten Zeugnis der Primarschule oder freiwillige Aufnahmeprüfung
Orientierungsschule (OS)
(läuft 2016/2017 aus)
3 Jahre ab dem dritten Jahr: G- (Grund-) und E- (erweitertes) Niveau in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Französisch Grundanforderungen teilweise, Grundanforderungen, mittlere Anforderungen, hohe Anforderungen erreicht alle
Gymnasium alt: 5; neu: 4 Jahre keine Noten Übertrittsentscheid der OS oder Prüfung; aus der Sekundarschule kommend basiert der Entschied auf dem Leistungszug: E-Zug und hohe Noten, oder P-Zug
Weiterbildungsschule (WBS)
(läuft 2016/2017 aus)
2 Jahre A-Zug (Grundansprüche) und E-Zug (erweiterte Ansprüche) Noten alle, die nicht ins Gymnasium gehen

Das Schulmodell mit OS und WBS wird im Zuge der Schulharmonisierung abgeschafft. Danach gilt auch in Basel das Modell mit sechs Klassen Primar- und drei Klassen Sekundarschule oder Gymnasium. Die Umstellung begann 2013. Somit wird 2017 die WBS auslaufen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, definitive Jahresergebnisse, 2017. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 13. November 2018 (definitive Jahresergebnisse).
  2. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen. Bundesamt für Statistik (BFS), 26. August 2016, abgerufen am 31. Mai 2017.
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, abgerufen am 13. Januar 2016 (PDF; 807 kB).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  5. Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt nach Staatsangehörigkeit seit 1990. Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, 21. Februar 2014, archiviert vom Original am 4. September 2014; abgerufen am 1. August 2014 (XLS; 470 kB).
  6. Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsdynamik beider Basel (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive), Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 7. August 2010.
  7. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, definitive Jahresergebnisse, 2017. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 13. November 2018 (definitive Jahresergebnisse).
  8. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen. Bundesamt für Statistik (BFS), 26. August 2016, abgerufen am 31. Mai 2017.
  9. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, abgerufen am 13. Januar 2016 (PDF; 807 kB).
  10. http://www.statistik.bs.ch/zahlen/tabellen/1-bevoelkerung/religionszugehoerigkeit.html Statistisches Amt Basel-Stadt, abgerufen am 9. August 2018
  11. Statistisches Amt Basel-Stadt.
  12. Fusion beider Basel – Baselbiet fegt Wiedervereinigung vom Tisch. Neue Zürcher Zeitung, 28. September 2014, abgerufen am 18. März 2016.
  13. Verfassung des Kantons Basel-Stadt. Vom 23.03.2005 (Stand 22.06.2014). Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 1. August 2014.
  14. Umsetzung der neuen Kantonsverfassung. Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, 30. November 2005, abgerufen am 1. August 2014.
  15. Bis Februar 2008 sassen 130 Mitglieder im basel-städtischen Grossen Rat.
  16. Politisches Kräfteverhältnis. Grosser Rat Basel-Stadt, abgerufen am 1. August 2014.
  17. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt. Regierungsrat Basel-Stadt, abgerufen am 8. Mai 2017.
  18. Grün gewinnt einen Sitz. Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 19. Oktober 2015.
  19. Mitglieder des Ständerates: Kanton Basel-Stadt. Bundesversammlung, archiviert vom Original am 22. Januar 2014; abgerufen am 1. August 2014.
  20. Schwesterstaaten beidseits des Atlantiks. Kanton Basel-Stadt, abgerufen am 14. November 2016.
  21. Kurz erklärt. Kanton Basel-Stadt, abgerufen am 24. April 2015.