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Liste der Geotope im Landkreis Rosenheim

Wikimedia-Liste

Diese Liste enthält die Geotope des Oberbayerischen Landkreises Rosenheim in Bayern.[1] Die Liste enthält die amtlichen Bezeichnungen für Namen und Nummern des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) sowie deren geographische Lage. Diese Liste ist möglicherweise unvollständig. Im Geotopkataster Bayern sind etwa 3.400 Geotope (Stand Oktober 2018) erfasst. Das LfU sieht einige Geotope nicht für die Veröffentlichung im Internet geeignet. Einige Objekte sind zum Beispiel nicht gefahrlos zugänglich oder dürfen aus anderen Gründen nur eingeschränkt betreten werden.

Name Bild Geotop ID Gemeinde / Lage Geologische Raumeinheit Beschreibung Fläche m² / Ausdehnung m Geologie Aufschlussart Wert Schutzstatus Bemerkung
Quartärprofil in der ehemaligen Kiesgrube SW von Hörmating 187A001 Tuntenhausen
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die Kiesgrube Hörmating liegt in einem Drumlin. 1960 wurde daraus erstmals von Ebers ein danach kontrovers diskutiertes und dadurch berühmt gewordenes Quartärprofil beschrieben. Unter würmzeitlicher Grundmoräne liegen mehrere Schotterhorizonte, die teilweise durch Bodenbildungen getrennt sind, die unterschiedlich als holozän entstanden, als frühes Würm-Interstadial oder als ältere Interglaziale gedeutet wurden. Der Aufschluss hatte sich schon seinerzeit durch den Abbau verändert und damit die Interpretationen beeinflusst. Heute ist dier Abbau stillgelegt, die Flächen werden als Lagerplatz genutzt. Die Profilböschung ist stachlig überwachsen und schwer zugänglich. Der Aufschluss ist als Naturdenkmal ND- 01270 Drumlin – Anschnitt bei Hörmating geschützt. Die Naturdenkmalsfläche ist in Abb. 4 dargestellt. 2700
90 × 30
Typ: Standard-/Referenzprofil, Fossiler Boden, Schichtfolge
Art: Moräne, Schotter
Kiesgrube/Sandgrube wertvoll Naturdenkmal
Steinbruch der Zementwerke Rohrdorf bei Sinning 187A002 Rohrdorf
Position
Chiemgauer Alpen Im Steinbruch der Zementwerke Rohrdorf sind mit steilem Südfallen in Mergel (Stockletten) der Stad- Formation Corallinaceenschuttkalke (Lithothamnienkalk) eingeschaltet. Eingeschuppt kommt Bürgen- Formation (Adelholzener Schichten) vor. Eine geologische Karte und ein Schichtprofil des Steinbruchs ist in Lammerer et al. (2011) enthalten. Die Lithothamnienkalke bei Sinning wurden 1808 beim Bau der Soleleitung entdeckt und über Jahrzehnte als Rosenheimer Granitmarmor als beliebter Werkstein abgebaut. Seit 1930 wird im Werk Zement hergestellt. Kein Betreten des aktiven Steinbruchs ohne Zustimmung der Eigentümer! 446500
950 × 470
Typ: Schichtfolge, Tierische Fossilien
Art: Mergelstein, Kalkstein
Steinbruch besonders wertvoll kein Schutzgebiet
Straßenaufschlüsse im Eozän bei der Gfallermühle 187A003 Kiefersfelden
Position
Mangfallgebirge Aufgeschlossen sind alttertiäre Konglomerate mit Geröllen mesozoischer Gesteine. Es ist einer der wenigen Aufschlüsse von inneralpinem Eozän. 600
120 × 5
Typ: Schichtfolge, Gesteinsart, Tierische Fossilien
Art: Konglomerat, Sandstein, Mergelstein
Böschung wertvoll kein Schutzgebiet
Straßenaufschlüsse im Eozän SW von Mühlbach 187A004 Kiefersfelden
Position
Mangfallgebirge Aufgeschlossen sind alttertiäre Mergel mit Landschnecken. Es ist einer der wenigen Aufschlüsse von inneralpinem Eozän. 900
300 × 3
Typ: Schichtfolge, Tierische Fossilien
Art: Konglomerat, Sandstein, Mergel
Böschung wertvoll Landschaftsschutzgebiet
Straßenaufschluss zwischen Langweid und Rohrdorf 187A005 Neubeuern
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Das Profil liegt in Pinswanger und Adelholzener Schichten sowie Stockletten. Überdeckt wurde es von spätwürmglazialen Seeablagerungen des ehemaligen Rosenheimer Sees. 5250
350 × 15
Typ: Standard-/Referenzprofil
Art: Mergelstein, Tonstein
Böschung bedeutend kein Schutzgebiet
Steinbruch am Kirchberg ENE von Neubeuern Steinbruch am Kirchberg 2015 1.JPG
187A007 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen Einziger Aufschluss von Bayrischem Helvetikum in Rifffazies, das Riff liegt auf der Intrahelvetischen Schwelle. Die grauen Korallenkalke liegen auf Stockletten, die Rotalgenknollen (Rhodolithe) enthalten. 6000
150 × 40
Typ: Standard-/Referenzprofil, Tierische Fossilien, Gesteinsart
Art: Kalkstein, Mergelstein
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Ehemalige Steinbrüche am Bürgl bei Altenbeuern 187A008 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen In dem Härtlingszug liegt ein bedeutendes Helvetikums-Profil mit ehemals reichem Fossilgehalt. Der ehemalige Mühlstein-Bruch wird heute als Freilichtbühne genutzt. Alles Lockermaterial wurde entfernt, weshalb kaum noch Fundmöglichkeiten bestehen. 5200
130 × 40
Typ: Schichtfolge, Tierische Fossilien, Härtling
Art: Mergelstein, Sandstein
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Nagelfluh der Biber S von Brannenburg / Degerndorf 187A009 Brannenburg
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die Biber ist ein Inselberg aus riss-glazialen Deltaschottern, die steil (Schichtneigung!) in einen See geschüttet wurden. Es handelt sich um eine 50 – 60 m mächtige Gesteinsabfolge mit einem hohen Anteil von Kristallingeröllen (Durchmesser 1 – 5 cm, vereinzelt über 10 cm) in kalkiger Matrix. Die dickbankige Wechselfolge von Konglomeraten und Sandsteinen zeigt auch auskeilende Lagen und Kreuzschichtung. Die Biber-Nagelfluh wird heute noch in drei Steinbrüchen als Werkstein abgebaut. Die aktiven Steinbrüche ohne Erlaubnis nicht betreten! Früher wurden vor allem Mühlsteine hergestellt. Der älteste schriftliche Beleg eines Mühlsteinbruchs in Bayern bezieht sich auf Degerndorf und stammt aus dem 10. Jahrhundert. Die steilen West- und Südwände der Biber sind Relikte dieses alten Abbaus. Am Festplatz bei der Kirche St. Magdalena zeigen Felswände die Gesteinsstruktur der Nagelfluh. Unterhalb sind an einem großen Nagelfluhblock Spuren der Mühlsteingewinnung erhalten. 365400
870 × 420
Typ: Gesteinsart, Sedimentstrukturen, Bearbeiteter Fels
Art: Konglomerat
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Nagelfluhwand bei Weng Nagelfluhwand bei Weng 2015 3.JPG
187A010 Tuntenhausen
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der sehr ausgedehnte ehemalige Kies- und Nagelfluhabbau (vermutlich Mindel-Deckenschotter) ist teilweise stark verstürzt. Große Teile der Abbauwände sind aber noch auf fast 300 m Länge erhalten. 19200
320 × 60
Typ: Gesteinsart
Art: Konglomerat
Kiesgrube/Sandgrube bedeutend kein Schutzgebiet
Ehemaliger Steinbruch am Eckbichl 187A011 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen Es steht Süd-Helvetikum mit dem fossilreichen Profil der Kressenbergschichten an. 1400
70 × 20
Typ: Schichtfolge, Tierische Fossilien
Art: Kalksandstein
Steinbruch wertvoll Landschaftsschutzgebiet
Aufschlüsse im Fluderbachtal E von Gernmühl 187A012 Samerberg
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der Aufschluss ist Teil eines Standardprofils des Würmglazials und besitzt europaweite Bedeutung. Er zeigt fossilführende (Laub- und Nadelbäume) riß-würm-interglaziale Seetone des Törwanger Beckens, die von Würmmoräne überlagert werden. 5000
200 × 25
Typ: Standard-/Referenzprofil, Pflanzliche Fossilien, Mineralien
Art: Moräne, Ton, Seekreide
Prallhang/Flussbett/Bachprofil besonders wertvoll kein Schutzgebiet
Deckengrenze im Steinbruch S von Nußdorf 187A013 Nußdorf am Inn
Position
Chiemgauer Alpen Der weithin sichtbare Steinbruch Nußdorf baut in Alpinem Muschelkalk der Lechtal-Decke ab. Die Schichtfolge steht senkrecht oder fällt steil nach Süden hin ein. Ganz im Süden waren auf 680 m Höhe die hangenden schwarzen Partnachmergel vor einer Wand aus Wettersteinkalk aufgeschlossen (Ganss 1980). Der Alpine Muschelkalk bildet die Basis der Lechtal-Decke. Deren steilstehende Überschiebungsbahn auf die Allgäu-Decke ist zwischen den untersten Sohlen des alten Abbaubereichs aufgeschlossen. Die Überschiebungsbahn wird von schwarzen Mergeln mit zerflaserten Kalksteinen gebildet. Sie entstammen der angrenzenden Ammergau-Formation in der Allgäu-Decke. Die Brücke im Steinbruch überspannt die Deckengrenze, die sich unter der verbliebenen Sichtschutzwand aus Muschelkalk nach NE fortsetzt. Den aktiven Steinbruch nicht ohne Zustimmung der Eigentümer betreten! 87500
350 × 250
Typ: Störung, Gesteinsart, Diskordanz
Art: Kalkstein, Mergelstein
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Typlokalität der Sachrang-Formation W von Sachrang 187A014 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Die Typlokalität der Sachrang-Formation liegt abgelegen nahe der Grenze zu Tirol oberhalb von Sachrang. Von Mitterleiten W von Sachrang (keine Parkmöglichkeit, von Sachrang aus aufsteigen) nimmt man den Wanderweg Richtung Spitzstein/Altkaseralm und biegt auf 870 m in Weidegelände auf einen unmarkierten breiten Weg links ab. Am Waldrand dann weglos und steil – Vorsicht! - hinunter zur Prien absteigen. Am Rande des von Westen kommenden Seitenarms stehen die blättrigen bis dünnplattigen und bituminösen Tonmergelsteine der Sachrang-Formation des Unterjura an. Diese Schwarzschiefer sind eine Sonderfazies (anoxisches Milieu) innerhalb der Allgäu-Formation und haben ihre außeralpine Entsprechung in den Posidonienschiefern der Alb. Nach Ebli (1991) handelt es sich hier um das wohl eindrucksvollste Vorkommen alpiner Lias-Schwarzschiefer. Unterhalb stehen dm-bankige Kalksteine der Allgäu-Formation an. 1600
80 × 20
Typ: Typlokalität
Art: Tonmergelstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil besonders wertvoll kein Schutzgebiet
Deckenüberschiebung an der Prien bei Bach 187A015 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen An der Straße, die links der Prien von Bach nach Süden führt, ist die Überschiebung der Lechtal-Decke auf die Allgäu-Decke aufgeschlossen. Hier – im Fenster von Aschau – wurden im Talgrund der Prien die Gesteine der Lechtal-Decke so tief abgetragen, dass die darunterliegende Allgäu-Decke gleichsam in einem Fenster zutage tritt. Das hell anwitternde, im Anschlag aber dunkelgraue und bituminös riechende, dickbankige Gestein ist der Alpine Muschelkalk der Lechtal-Decke. Stark zerschert liegen darunter und daneben rötliche Mergel- und Kieselkalke des Oberjura der Allgäu-Decke. 200
40 × 5
Typ: Lagerungsverhältnisse, Schichtfolge
Art: Kalkstein, Kieselkalkstein
Hanganriss/Felswand wertvoll FFH-Gebiet
Fossilien im Mitteljura des Laubenstein-Gipfelrückens 187A016 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Der Gipfelrücken des Laubensteins ist aus Crinoidenkalk des Mittleren Juras aufgebaut. Das hellrötliche Gestein ist recht hart und besteht zu einem großen Teil aus Stielgliedern von Seelilien und Haarsternen (Crinoiden). Die Zwischenräume sind von sparitischem (grobkristallinem) Calcit erfüllt. Unter Einfluss der Verwitterung zerfällt das Gestein daher zu einem groben Grus. Die Crinoiden sind in ihrem Lebensbereich – auf Meeresschwellen – eingebettet und zerfallen, teilweise aufgearbeitet durch Wellenbewegung oder von Strömungen umgelagert. Stellenweise sind massenhaft Brachiopoden im Gestein, die Innenräume oft hohl und mit Calcitkriställchen ausgekleidet. Sie finden sich auch herausgewittert. 80000
400 × 200
Typ: Tierische Fossilien
Art: Kalkstein
Felshang/Felskuppe wertvoll FFH-Gebiet
Rauhwacken an der Steinlingalm SE von Aschau 187A017 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen An der Steinlingalm unterhalb der Kampenwand liegen große Blöcke eines rauhwackenartigen Dolomits. Man könnte sie für Bergsturzmaterial halten, aber es sind herausgewitterte bodenständige Härtlinge in der mit Rauhwacken, Kalksteinen, Sand- und Tonsteinen hier recht wechselhaft aufgebauten Raibl-Formation. 2000
100 × 20
Typ: Gesteinsart
Art: Rauhwacke, Dolomitstein
Block bedeutend kein Schutzgebiet
Jüngere Obere Meeresmolasse E von Oberachthal 187A018 Riedering
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Am Großbach E von Oberachthal sind Schichtfolgen der Jüngeren Oberen Meeresmolasse aufgeschlossen. Die glaukonithaltigen Fein- bis Mittelsande sind in die Ulperting-Formation zu stellen. Eingeschaltet sind Lagen von Sandstein. Eine Sandsteinbank bildet hier eine kleine Naturbrücke (die aber ein Betreten nicht aushalten würde!). Die Sande enthalten Lagen von Muschelschill, häufig kohlige Holzreste und stellenweise reichlich Austernschalen. 1000
100 × 10
Typ: Gesteinsart, Tierische Fossilien
Art: Sand
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll kein Schutzgebiet
Nagelfluh der Herreninsel im Chiemsee 187A019 Chiemsee (Gemeinde)
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion In einem früheren Abbau an der Nordspitze der Herreninsel sind zu Nagelfluh verfestigte frühwürmzeitliche Vorstoßschotter aufgeschlossen. Die schlecht sortierten Schotter wechsellagern mit Sanden. Darüberliegende Grundmoräne war nicht aufgeschlossen. 1400
140 × 10
Typ: Gesteinsart
Art: Konglomerat, Sand
Kiesgrube/Sandgrube bedeutend Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Obere Meeresmolasse der Herreninsel im Chiemsee 187A020 Chiemsee (Gemeinde)
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion 1873 kaufte König Ludwig II. die Herreninsel und 1878 wurde der Grundstein für das Neue Schloss Herrenchiemsee gelegt. Zur Gewinnung von Naturstein wurde der alte Steinbruch des Klosters an der Südseite der Insel wiedereröffnet. Hier zeigt das Digitale Geländemodell auf fast 500 m Länge eine künstliche Terrasse, die durch den Steinbruchbetrieb entstand. In dem überwachsenen Gelände stehen an alten Bruchwänden Kalksandsteine der Oberen Meeresmolasse (OMM, Neuhofer Schichten) an. Teils führen sie Fossilien (Muschelschill). 9800
490 × 20
Typ: Gesteinsart, Steinbruch/Grube
Art: Kalksandstein
Steinbruch wertvoll Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Prallhang der Prien an der Rainer Mühle 187A021 Prien am Chiemsee
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Am östlichen Prienufer südlich bis östlich der Rainer Mühle ist ein Teil des in der älteren Literatur oft erwähnten Prienprofils aufgeschlossen. Am Geotoppunkt im Süden stehen Mürbsandsteine des Chatt, die eine reiche marine Molluskenfauna enthalten sollen, an (Waschhaus-Horizont). Zugänglich ist der steile und überwachsene Prallhang wohl nur durch den Fluss bei Niedrigwasser im Sommer. Über den Fluss hinweg sind steilstehende Sandsteine erkennbar. Nach Norden zu schließt sich eine Wechselfolge von Sandsteinen und Mergeln an und an der Brücke an der Rainer Mühle liegt in Tonmergeln der Horizont der Rainer Mühle mit Mikrofossilien, die die Schicht in das jüngste Oligozän einordnen lassen. Dieser wichtige Fossilhorizont konnte auch noch in niederbayerischen Bohrungen nachgewiesen werden. Die Tonmergel des obersten Oligozän lassen sich lithologisch nicht von denen des Aquitan (Miozän) unterscheiden. In der geologischen Karte sind sie als Mergel der Jüngeren Unteren Meeresmolasse zusammengefasst. 5250
350 × 15
Typ: Schichtfolge, Tierische Fossilien
Art: Sandstein, Mergelstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil besonders wertvoll Landschaftsschutzgebiet
Prallhang der Prien NE von Dösdorf 187A022 Bernau am Chiemsee
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Am östlichen Prallhang der Prien stehen – nur weglos zugänglich – Tonmergel bis sandige Mergel mit Sandsteinbänken der Chatt-Sande an. Überlagert werden sie von rißzeitlichen Terrassenschottern, die zu Nagelfluh verkittet sind. Herabgestürzte Blöcke dieser Nagelfluh liegen im Fluss. Auf dem stauenden Tertiär tritt Quellwasser aus, das reichlich Kalktuff abgeschieden hat und noch abscheidet. Am Forstweg oberhalb ist ein Granit-Findling freigelegt und beschildert. Er ist als Grenzstein markiert und mit der Jahreszahl 1610 und mit einem A für Aschau und W für Wildenwart beschriftet. 23000
230 × 100
Typ: Gesteinsart, Schichtquelle
Art: Kalktuff, Konglomerat, Sandstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil bedeutend Landschaftsschutzgebiet
Flysch des Schauergrabens SSW von Bernau a. Chiemsee 187A023 Bernau am Chiemsee
Position
Chiemgauer Alpen Im Schauergraben sind quarzitische Sandsteinbänke in Wechsellagerung mit feingeschichtete Tonsteinen aus der Rehbreingraben-Formation aufgeschlossen. Eine Besonderheit sind konglomeratisch-brekziöse Fanglomeratschüttungen von nahegelegenen Klippen und Inseln des paläozoischen Untergrundes. Dieser Wildflysch findet sich in Bayern ansonsten nur im Allgäu. In den Brekzien fallen Quarzporphyre und Melaphyre auf, die vermuten lassen, dass der paläozoische und ältere Untergrund von einem vermutlich permischen Vulkanismus durchsetzt war. 1800
120 × 15
Typ: Schichtfolge, Gesteinsart
Art: Tonstein, Sandstein, Breccie
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll kein Schutzgebiet
Baustein-Schichten im Tobel W von Bad Feilnbach 187A024 Bad Feilnbach
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Am Oberlauf eines Tobels stürzt der Feilnbach in einem wilden Amphitheater aus hohen, steilen Wänden über eine Felsstufe aus marinen Baustein-Schichten. Blöcke aus Felsstürzen liegen im Tobel. Tobelabwärts stehen Tonmergel-Schichten an. In den weichen Schichten sind Rutschungen ausgebildet. Der weglose Zugang in den westlichen Tobelbereich ist bachauf sehr schwierig, etwas weniger schwierig über die südlichen steilen Hänge und Kämme. Vorsicht! 10000
200 × 50
Typ: Gesteinsart, Wasserfall
Art: Sandstein
Hanganriss/Felswand bedeutend kein Schutzgebiet
Osterbach-Schichten des Ultrahelvetikum SW von Bad Feilnbach 187A025 Bad Feilnbach
Position
Mangfallgebirge Entlang des Osterbachs SW von Bad Feilnbach ist eine sehr wechselhafte Schichtfolge von mittleren bis feinen Breccien, Sandsteinen, Kalken, Mergeln, Tonschiefern und deren Übergangsgesteinen aufgeschlossen. Sie konnte den bekannten Schichtfolgen des Ultrahelvetikums nicht zugeordnet werden und erhielt daher einen eigenen Namen. Am Weg ostseitig bachauf entlang des Osterbachs folgen auf Molasse und Helvetikum etwa ab Höhe 610 m die Osterbach-Schichten. Am Geotoppunkt sind sie in der Wegböschung angeschnitten. Abb. 3 zeigt (beim Hammer) eine Sandsteinschüttung, die in eine Kalk- Mergel-Wechselfoge eingreift. Bei Pflaumann & Stephan (1968) findet sich eine Lageskizze der Aufschlüsse in den Osterbach-Schichten, wobei viele im Bachbett durch die Verbauung inzwischen überschottert sein dürften. 4000
200 × 20
Typ: Typlokalität
Art: Breccie, Sandstein, Kalkstein
Hanganriss/Felswand wertvoll kein Schutzgebiet
Ehem. Steinbruch W von Fischbach a. Inn 187A026 Flintsbach am Inn
Position
Mangfallgebirge Der weithin sichtbare ehemalige Steinbruch (Rauscherbruch) mit der 140 m hohen Abbauwand mit Bermen zeigt überwiegend stark gefaltete, dünn- bis mittelbankige Kalksteine der Allgäu-Formation mit dunklen Mergelzwischenlagen. Im Südwesten grenzen an einer Störung mittel- bis dickbankige, braune Kalksteine der Kössen-Formation an. Gelände des ehemaligen Steinbruchs nur mit Zustimmung der Eigentümer betreten! Von den steilen Wänden fernbleiben – hohe Steinschlaggefahr! 80000
400 × 200
Typ: Schichtfolge, Gesteinsart
Art: Kalkstein, Mergelstein
Steinbruch bedeutend kein Schutzgebiet
Steinbruch Hafnach (Maggeswand) S von Fischbach a. Inn 187A027 Flintsbach am Inn
Position
Mangfallgebirge In dem Steinbruch ist senkrechtstehend Wettersteinkalk eines Sattelkerns aufgeschlossen. Zu den oberen Bermen und nach Süden hin fallen die Schichten weniger steil ein und über dem oberen Wettersteinkalk steht Raibl-Formation an. Der oberste Wettersteinkalk enthält die im gesamten bayerischen Alpenraum anzutreffenden Eisenvererzungen – hier als Pyritimprägnationen, die an der Oberfläche rostbraun verwittern. Die basale Raibl-Formation besteht aus Feinsandsteinen, über denen Kalksteine und Dolomite mit schwarzen Tonmergelsteinen liegen. Feinlaminierte Dolomite ganz im Süden enthalten Bitumenhäutchen, die sich im Geruch beim Anschlagen bemerkbar machen. Dieser Dolomit ist bereits in den Hauptdolomit zu stellen. Kein Betreten des aktiven Steinbruchs ohne Erlaubnis der Eigentümer! 220000
500 × 440
Typ: Schichtfolge, Gesteinsart
Art: Kalkstein, Tonmergelstein, Sandstein
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Aufschluss im Hohenburger Hügelfeld N von Zuhr 187A028 Soyen
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion In einer verfallenen Grube nördlich des Gehöfts Zuhr ist von einem klassischen, 1924 von Troll beschriebenen und fotografierten (Abb. 4) Aufschluss noch ein kleiner Rest der Abbauwand offen geblieben. Eine schräg einfallende enge Wechsellagerung von Feinschottern bis Feinsanden ist von kleinen Verwerfungen durchsetzt. Diese Art der Sedimentation ist typisch für ein Kame-Delta: Am Eisrand wurden Sedimente in einen See geschüttet. Es kann sich nur um einen kleinen, von Eis umgebenen See gehandelt haben. Das Hohenburger Hügelfeld wurde von den frühen Erforschern als Besonderheit ausgegrenzt, weil es eine Unterbrechung des im Osten und Westen anschließenden Endmoränenzugs darstellt. Statt einer zusammenhängenden Endmoräne mit Till-Anteilen liegen hier Hügel kiesig-sandiger Sedimente vor. Das wird daran liegen, dass sich in diesem Bereich der Schmelzwasserabfluss des Gletschers in einem Gletschertor konzentrierte. Abb. 4 © Archiv des Geographischen Instituts Bonn, NL Troll 9
3 × 3
Typ: Gesteinsart, Störung
Art: Sand, Kies
Kiesgrube/Sandgrube wertvoll kein Schutzgebiet
Würmzeitlicher Till am Prallhang der Attel S von Unterübermoos 187A029 Pfaffing
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion An der Wanderwegbrücke über die Attel unterhalb von Unterübermoos ist an einem Prallhang ein Till (Geschiebemergel), typisches Sediment einer – hier würmzeitlichen – Grundmoräne aufgeschlossen. In feiner tonig-mergeliger Matrix liegen Gerölle und Geschiebe. Überlagert wird der Till von Schmelzwasserschottern. Aufschlüsse im Till sind gar nicht so häufig: Für die Kiesgewinnung enthält er zuviel Feinanteile, für die Tongewinnung zuviel Kies, so dass der Geologe auf natürliche Aufschlüsse wie hier angewiesen ist. 48
12 × 4
Typ: Gesteinsart
Art: Kies, Moräne
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet
Granitmarmor im Steinbruch S von Thalmann 187A030 Rohrdorf
Position
Chiemgauer Alpen Im Steinbruch südlich von Thalmann sind Corallinaceenschuttkalke (Lithothamnienkalke) als Bänke in Mergel (Stockletten) der Stad-Formation eingelagert. Der Corallinaceen-Detritus wurde in subaquatischen Rutschungen oder Turbidit-ähnlich in den tiefergelegenen Ablagerungsraum der Mergel eingetragen. Die Lithothamnienkalke bei Sinning wurden 1808 beim Bau der Soleleitung entdeckt und über Jahrzehnte als Rosenheimer Granitmarmor als beliebter Werkstein abgebaut. Der große Rohrdorfer Bruch in diesem Gestein ist im Allgemeinen nicht zugänglich. Hier, im Bruch bei Thalmann, wurde aber durch einen kurzlichen Abbau ein neuer, frischer und instruktiver Aufschluss geschaffen. Der kurzzeitige Abbau diente der Gewinnung von für Restaurierungsarbeiten dringend benötigtem Naturwerkstein. Von steilen Steinbruchwänden fernbleiben – Steinschlaggefahr! 5400
90 × 60
Typ: Gesteinsart, Schichtfolge
Art: Kalkstein, Mergelstein
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Typlokalität der Pinswang-Schichten E von Pinswang 187A031 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen Hagn hat Mergelsteine im Pinswanger Graben bei Neubeuern aufgrund von Makro- und Mikrofossilien ins Untere Obercampan einordnen können und benannte sie in seiner Dissertation von 1952 als Pinswanger Schichten. In der Schlucht des Talgrabens E von Pinswang sind die Pinswang-Schichten als blaugraue, geschichtete Mergelsteine aufgeschlossen. Die Pinswang-Schichten des Nordhelvetikums wurden küstenfern am äußeren Schelf abgelagert. Stratigrafisch liegt unter den Pinswang-Schichten der Stallau- Grünsandstein, über den Pinswang-Schichten folgen die Pattenau-Schichten. 3250
130 × 25
Typ: Typlokalität
Art: Mergelstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil besonders wertvoll kein Schutzgebiet
Mühlsteinbruch Hinterhör Muehlsteinbruch Hinterhoer Neubeuern-1.jpg
187G001 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen Im Bruch sind deutliche Spuren des Mühlstein-Abbaues durch unterschiedliche Techniken zu erkennen. Der grobklastische Neubeurer Mühlsandstein ist ein mehrere 10er m mächtiges Schichtglied der Schwarzerzschichten. Als heller Mühlsandstein war er von 1489 bis 1860 im Abbau. Möglicherweise ist der Steinbruch aber wesentlich älter, denn archäologische Untersuchungen von drei Wassermühlen in Dasing (Lkr. Augsburg) aus den Jahren ca. 100, 743 und 840 n. Chr. brachten Mühlsteinfragmente aus Neubeurer Mühlsandstein ans Licht. Die für Mühlsteine geeignete Schicht fällt steil nach S ein, weshalb die Abbauwand stark überhängt. Das Geotop gehört zu Bayerns hundert schönsten Geotopen und wird vor Ort mit einer entsprechenden Infotafel erläutert. 800
40 × 20
Typ: Steinbruch/Grube
Art: Sandstein
Steinbruch besonders wertvoll Naturdenkmal, Bodendenkmal Bayerns schönste Geotope Nr. 52
Gipsstollen im Steinbachtal 187G002 Nußdorf am Inn
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoäenenregion In die Rauhwacken der Raibler-Schichten wurden mehrere Stollen zur Gipsgewinnung getrieben die heute unzugänglich oder zumindest stark versturzgefährdet sind. Die Felswand suedlich des Steinbachs bildet einen guten Aufschluss in typischen Raibler Rauhwacken. Typ: Stollen, Felswand/-hang, Gesteinsart
Art: Gips, Rauhwacke
Tunnel, Stollen, Schacht wertvoll kein Schutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Wolfsschlucht Neubeuern Wolfsschlucht Neubeuern1.png
187G003 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen Aufgeschlossen sind Gesteine der Südhelvetischen Fazies. Die steile Schlucht entstand durch den selektiven Abbau eines gleichkörnigen, glaukonitführenden Kalksandsteins (bis 25 m mächtig), stellenweise auch verstürzte untertägige Wetzsteinabbaue. Die Grünsandsteine der Schmalflözschichten fanden Verwendung als Schleif- und Wetzsteine. Benachbart liegt der Alveolinenquarzit, der ebenfalls zu den Kressenberger Schichten gehört. 600
60 × 10
Typ: Steinbruch/Grube
Art: Sandstein
Hanganriss/Felswand wertvoll kein Schutzgebiet
Ehem. Schieferkohle-Abbau W von Wasserburg a. Inn 187G004 Wasserburg am Inn
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der rekonstruierte Stolleneingang erinnert an den Abbau von Schieferkohle (Braunkohle) zwischen Wasserburg und Gars in der Zeit von 1890 bis 1920. Die Schieferkohlen entstammen Torflagen des Riß-Würm-Interglazials oder Frühwürm-Interstadialen und wurden durch Schotter-, Moränen- und Eisauflast kompaktiert. 10
5 × 2
Typ: Stollen
Art: Braunkohle
Tunnel/Stollen/Schacht wertvoll FFH-Gebiet
Höhlenhaus Weber an der Wand in Oberaudorf 187G005 Oberaudorf
Position
Mangfallgebirge Der Weber an der Wand ist ein Höhlenhaus, denn seine Rückwand ist eine leicht überhängende Felswand aus Oberrhätkalk mit einer kleinen Höhle. An der Weberwand wird direkt neben dem Haus recht schwierig geklettert. In der Halbhöhle hatten in früheren Zeiten Eremiten eine Behausung, ehe im 19. Jahrhundert ein Webermeister das Grundstück kaufte, das Haus in seiner heutigen Gestalt baute und bald als Wirtshaus öffnete. Das Haus hatte viele bedeutende Persönlichkeiten zu Gast und wird mit seiner sonnigen Lage auch heute viel besucht. Auf Höhe der 1. Etage ist ein kleiner Höhlenraum mit Quelle und Sinterbelägen, der nach Voranmeldung besucht werden kann. 400
50 × 8
Typ: Felsenkeller
Art: Kalkstein
Felsenkeller wertvoll Baudenkmal
Grafenloch und Roßstall in der Luegsteinwand SW von Oberaudorf 187G006 Kiefersfelden
Position
Mangfallgebirge Im senkrechten bis überhängenden Fels aus Oberrhätkalk der Luegsteinwand liegen zwei Höhlen: das Grafenloch und der Roßstall. Das Grafenloch (Luegsteinhöhle) weist Reste von Mauerwerk auf und konnte nach Grabungen als Höhlenburg des 10. bis 13. Jahrhunderts datiert werden. In der tiefsten Grabungsschicht fand sich Keramik der Urnenfelderzeit. Der benachbarte Roßstall soll der Sage nach die Pferde des Grafen beherbergt haben. Zum Grafenloch führt ein Steig, der auf den letzten Metern schmal ist und Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt (Drahtseil bergseitig), dann führt eine steile Stahltreppe aufwärts. Zum Roßstall führt vorher bei den letzten Holzstufen ein Pfad zur Wand. 184
23 × 8
Typ: Felsenkeller
Art: Kalkstein
Hanganriss/Felswand wertvoll Landschaftsbestandteil
Wendelsteinhöhle (Schauhöhle) 187H001 Brannenburg
Position
Mangfallgebirge Ca. 400 m lange Schauhöhle im Gipfelaufbau des Wendelsteins. Im natürlichen Eingang liegt ganzjährig Eis und Firn. 2000
400 × 5
Typ: Karst-Schacht-&Horizontalhöhle
Art: Kalkstein
Höhle wertvoll Landschaftsschutzgebiet
Felsentor in Raibl-Formation SSW von Aschau 187H002 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Von Hammerbach führt der Wanderweg zur Ellandalm am Geotop Hammerbachquelle vorbei und auf 760 m Höhe durch ein Felssturzgebiet. 2009 wurde hier der Wanderweg verschüttet. Inzwischen ist er aufwändig wieder hergestellt. Oberhalb steht Dolomitstein des Hauptdolomits über Rauhwacken der Raibl- Formation an. Beide Gesteine sind tektonisch stark beansprucht und zerbrochen. Insbesondere die Schichten der Raibl-Formation grusen ständig ab. Die Auswitterung weicherer oder stärker zerrütteter Rauhwacken-Partien hat ein beeindruckendes Felsentor hinterlassen. Die steinschlaggefährdeten Bereiche nicht betreten! 1500
50 × 30
Typ: Ausbruchs/Auswitterungshöhle
Art: Rauhwacke
Hanganriss/Felswand bedeutend FFH-Gebiet
Laubenstein-Ponor an der Laubensteinalm SW von Aschau 187H005 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Ein Ponor ist ein Schluckloch (Bachschwinde) in Karstgebiet, in dem ein oberirdisches Gewässer verschwindet und unterirdisch in einem Höhlensystem weiterfließt. Dem Laubenstein-Ponor fließt auf wasserstauenden Mergeln der Unterkreide (Schrambach-Formation) ein Bächlein zu, das zwischen Blockwerk im verkarsteten Kalkstein des Oberjura verschwindet. Die Karstwässer des Laubensteingebiets treten in der Hammerbachquelle auf 720 m SSW von Aschau wieder zutage. 225
15 × 15
Typ: Karst-Schacht-&Horizontalhöhle, Bachschwinde
Art: Kalkstein
Doline/Erdfall bedeutend FFH-Gebiet
Ponorhöhle am Schloßberg in Oberaudorf 187H008 Oberaudorf
Position
Mangfallgebirge Der Weg zur Höhle ist im Ort mit Ponorhöhle beschildert. Sie liegt an der Westseite des Schloßbergs und ist mit einer Tafel erläutert. Obwohl die Höhle im Kalkstein des Oberrhätkalks liegt, ist sie nicht durch Kalklösung entstanden, sondern durch ein Auseinanderklaffen des Schloßbergs – vermutlich als Folge von Eisauflast und nachfolgender Entlastung. In der nur 13 m langen Höhle verschwindet ein Bächlein, das auf der anderen Seite wieder zutage tritt. Die Kluft, die die Ponorhöhle entstehen ließ, setzt sich nach oben fort und bildet dort die Schloßberghöhle, deren (Zwischen-)Böden im Wesentlichen von verklemmten Blöcken und Steinen gebildet werden. 26
13 × 2
Typ: Kluft-/Tektonische Höhle
Art: Kalkstein
Höhle bedeutend Landschaftsschutzgebiet
Quellen und Fälle des Hammerbachs SSW von Aschau 187Q001 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Die Hammerbach-Quelle am Wanderweg zur Ellandalm entwässert die Laubenstein-Mulde und ist eine der am stärksten schüttenden Quellen der bayerischen Alpen. Die Karstquelle mit einer mittleren Schüttung von etwa 400 l/s in feuchten Jahren tritt aus Hauptdolomit auf einer Höhe von 720 m aus. Die Verkarstung hat hier den während des Pleistozäns rasch eingetieften Talgrund noch nicht erreicht. Grundwassermarkierungen haben nachgewiesen, dass das 1,3 km weiter WSW in einem Ponor unterhalb des Laubensteins auf 1160 m Höhe (Hammerbachquelle in der TK) versickernde Wasser hier wieder zutage tritt. Der nur zeitweilig und gering wasserführende Bach oben leistet aber nur einen kleinen Beitrag zur Quellschüttung. Die Hammerbach-Quelle entwässert das umfangreiche Höhlensystem unter dem Laubenstein. Mit der großen Wassermenge der Quelle konnten direkt unterhalb Eisenhämmer und eine Drahtzieherei betrieben werden. 3300
220 × 15
Typ: Schichtquelle
Art: Dolomitstein
kein Aufschluss wertvoll FFH-Gebiet
Urschlachquelle und Eiszerfallslandschaft SW von Halfing 187Q003 Halfing
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die Urschlachquelle ist die Quelle der Söchtenauer Ache. Die Quelle liegt in einem Toteiskessel zwischen Moränen des Ölkofener Stadiums an der Ostseite des früheren Inn-Gletschers. Nach diesem Stadium muss sich der Gletscher rasch zurückgezogen haben, denn er hat kaum noch weitere prägnante Moränenzüge Richtung Süden hinterlassen. In einer nicht weit entfernten Bohrung wurde wenige Meter tiefer unter Kiesen die wasserstauende Tertiäroberfläche angetroffen. Es kann also angenommen werden, dass diese Kiese auf dem Tertiär auch hier der Grundwasserleiter sind und dass die Quelle da austritt, wo die Moräne als Deckschicht fehlt. Quellaustritte können auch in den Tümpeln am aufgewirbelten Sand erkannt werden. Das Einzugsgebiet der Quelle kann jenseits der Moränenwälle in dem heutigen schottererfüllten Trockental im Osten vermutet werden. Dieses Tal entwässerte ehemals den Eisrand. 19500
150 × 130
Typ: Verengungsquelle, Eiszerfallslandschaft
Art: Moräne, Kies
kein Aufschluss wertvoll FFH-Gebiet
Eggstätt-Hemhofer Seenplatte 08-07-26+12-43-27+Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte, Einbesee.JPG
187R001 Bad Endorf
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Auf der Seenplatte ist eine modellartige Eiszerfallslandschaft im Nahtbereich des Inn-/Ciemseegletschers erhalten. 15000000
6000 × 2500
Typ: Eiszerfallslandschaft
Art: Moräne
kein Aufschluss wertvoll Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Doline Wolfsgrube bei Flintsbach Doline Wolfsgrube Flintsbach-1.jpg
187R002 Flintsbach am Inn
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die Doline entstand durch Nachsackung von quartären Schottern in ausgelaugte Bereiche der (gipsführenden) Raibler Schichten. Am ND befindet sich eine Erläuterungstafel. Besonders auffällig sind die sehr steilen Flanken, die sehr gleichmäßig ausgebildet sind. Sie weisen auf eine relativ junge Entstehung hin. 506
23 × 22
Typ: Doline
Art: Schotter, Gips
kein Aufschluss wertvoll Naturdenkmal
Wasserfälle am Tatzelwurm 2632 - Tatzelwurm.JPG
187R003 Oberaudorf
Position
Mangfallgebirge Das Wasser stürzt über mehrere Kaskaden (6 und 10 m) im Rät (Bank- und Riffkalke). 1000
100 × 10
Typ: Wasserfall
Art: Kalkstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll Naturdenkmal, Landschaftsschutzgebiet
Gletscherschliff bei Fischbach Gletscherschliff bei Fischbach a.Inn.JPG
187R004 Flintsbach am Inn
Position
Mangfallgebirge Der bekannte Gletscherschliff im Wettersteinkalk weist neben Schrammen und polierten Flächen auch Strudeltöpfe und Schmelzwasserrinnen auf. Er wurde beim Bau der Autobahn 1960 entdeckt und freigestellt. Beginnende Beeinträchtigung durch Bewuchs und Verwitterung der Gesteinsoberfläche. 2002 im Programm Bayerns schönste Geotope aufgenommen. 4000
100 × 40
Typ: Gletscherschliff, Rundhöcker, Gletschermühle, Kolk
Art: Kalkstein
Felshang/Felskuppe wertvoll Naturdenkmal, Landschaftsschutzgebiet Bayerns schönste Geotope Nr. 2
Erratischer Block NW von Schnaitsee 187R005 Babensham
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der besonders große Findlingsblock liegt auf äußerer Würm-Endmoräne. 20
4 × 5
Typ: Findling
Art: Blöcke
Block bedeutend Naturdenkmal
Erratischer Block Bräundlstein S von Reichertsham Braeundlstein.jpg
187R006 Babensham
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Sehr großer Findlingsblock. 14
3 × 4
Typ: Findling
Art: Blöcke
Block bedeutend kein Schutzgebiet
Findling Grauer Stein bei Oberaudorf Grauer Stein 5.jpg
187R007 Oberaudorf
Position
Mangfallgebirge Der kantige Granitfindling liegt auf Fernmoränenmaterial und zeigt Abbauspuren. 12
4 × 3
Typ: Findling
Art: Granit
Block bedeutend Naturdenkmal
Toteislandschaft am Kesselsee 187R008 Edling
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Würmeiszeitliche Eiszerfallslandschaft mit zahlreichen ausgeprägten Hohlformen. 750000
500 × 1500
Typ: Toteisloch
Art: Moräne
kein Aufschluss bedeutend Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet
Luegsteinwand Oberaudorf 187R009 Kiefersfelden
Position
Mangfallgebirge Im Wandbereich stehen Räto-Lias-Kalke und alpines Tertiär an. Das Gebiet ist kaum zugänglich. 42000
140 × 300
Typ: Felswand/-hang
Art: Kalkstein
Hanganriss/Felswand wertvoll Landschaftsbestandteil Landschaftsschutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Tuffberg Vagen 187R010 Feldkirchen-Westerham
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die alten Tuffabbaue sind vollständig verwachsen. Das Wasser der starken Quellaustritte wird gefasst. 56000
400 × 140
Typ: Sinterbildung, Schichtquelle
Art: Kalktuff, Schotter
kein Aufschluss bedeutend Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet
Gletscherschliff mit Findling am Eckbichl 187R011 Neubeuern
Position
Chiemgauer Alpen Der Schliff ist z. T. abgebaut, südöstlich davon liegt der gerundete Gneisfindling. 100
10 × 10
Typ: Gletscherschliff
Art: Sandstein, Gneis
Felshang/Felskuppe wertvoll Landschaftsschutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Halmsee SE von Oed 187R012 Soyen
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die beiden Toteislöcher liegen auf Schmelzwasserschottern der Steppacher Ebene, Ebinger Stufe. Die offenen Wasserflächen sind durch Gräben verbunden. Das Grundstück gehört einem Anglerverein und ist nicht frei zugänglich. 35000
350 × 100
Typ: Toteisloch
Art: Schotter
kein Aufschluss bedeutend Naturdenkmal
Toteiskessel NW von Oed 187R013 Pfaffing
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der Kessel liegt auf Schmelzwasserschottern der Steppacher Ebene und Ebinger Stufe. Er ist verlandet und nur noch als flache Geländedepression zu erkennen. 50000
250 × 200
Typ: Toteisloch
Art: Schotter
kein Aufschluss bedeutend Naturdenkmal
Terrasse NE von Hemhof 187R014 Bad Endorf
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Zu erkennen ist eine Terrassenkante am Rand einer Moräne. 175000
700 × 250
Typ: Drumlin-/G.moränenfeld
Art: Moräne
kein Aufschluss bedeutend kein Schutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Os S von Hemhof 187R015 Bad Endorf
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Das Os wurde durch einen Feldweg angeschnitten. 180
60 × 30
Typ: Os
Art: Moräne
kein Aufschluss bedeutend Naturschutzgebiet FFH-Gebiet Vogelschutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Toteisloch SW von Eggstätt 187R016 Eggstätt
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Das Toteisloch südlich der alten Römerstraße enthält keinen See mehr, wie die vielen anderen Toteislöcher im Naturschutzgebiet, sondern ist verlandet und mit einer Zwischenmoorvegetation bewachsen. Eine kleine Kiesabgrabung im Westen zeigt den Inhalt der umgebenden Schottermoräne. 19600
140 × 140
Typ: Toteisloch
Art: Moräne
kein Aufschluss geringwertig Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Thaler See mit Moor 187R017 Bad Endorf
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Das wassergefüllte Toteisloch besitzt am Südufer ein kleines Kalkflachmoor. 75000
500 × 150
Typ: Toteisloch, Niedermoor
Art: Moräne, Torf
kein Aufschluss bedeutend Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Eiszerfallslandschaft von Hartsee und Kautsee 08-07-26+13-24-59+Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte, Kautsee.JPG
187R018 Bad Endorf
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Am SW- und NE-Ufer des wassergefüllten Toteisloches liegen Nieder- und Übergangsmoore. 500000
1000 × 500
Typ: Eiszerfallslandschaft, Toteisloch, Niedermoor
Art: Moräne
kein Aufschluss bedeutend Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Ehem. Torfstich im Hochmoor N vom Pelhamer See 187R019 Höslwang
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Am Utshamer Filz wurde intensiver Torfabbau betrieben. 67200
420 × 160
Typ: Hochmoor, Torfstich
Art: Torf, Moräne
kein Aufschluss bedeutend kein Schutzgebiet
Findling Steinwies SW von Oberlengendorf Findling Steinwies 2015 6.JPG
187R020 Bad Feilnbach
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der große Block aus hellem, feinkörnigem, nicht-porphyrischen Ortho-Gneis (lt. Wi. Weinelt Zentralgneis) ist eckig bis kantengerundet, an der Westseite gespalten. Ein Feldkreuz und eine Kapelle markieren seine Lage. Bemerkenswert sind rundliche Erosionsformen, die vermutl. auf die ursprüngliche Lage des Gesteins in einem Gletscherschliff zurückzuführen sind. 40
8 × 5
Typ: Findling
Art: Gneis
Block bedeutend kein Schutzgebiet Bayerns schönste Geotope Nr. 42
Grubalm-Polje beim Spielberg SW von Aschau 187R021 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Bei der geschlossenen Hohlform handelt es sich um eine Karsterscheinung, die in dieser Ausprägung im Laubensteingebiet einzigartig ist und in anderen Bereichen der bayerischen Alpen selten auftritt. Die Grubalm-Polje wurde nicht glazial überformt, daher können karstgenetische Prozesse besonders gut beobachtet werden. 175000
700 × 250
Typ: Polje
Art: Kalkmergelstein, Kalkstein
kein Aufschluss besonders wertvoll FFH-Gebiet
Der Stoa von Edling (NE von Rudering) 187R022 Edling
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Der riesige Findling wurde 1989 beim Kiesabbau entdeckt und aufgrund seines enormen Gewichts (etwa 200 t) an Ort und Stelle belassen. Er besteht aus einer fossilführenden Kalksteinbrekzie, die mit dem Kramsacher Marmor aus dem Inntal vergleichbar ist. 35
7 × 5
Typ: Findling
Art: Kalkstein
Block bedeutend kein Schutzgebiet
Blockmeer am Tatzelwurm 187R023 Oberaudorf
Position
Mangfallgebirge Bei der mit Fichtenmischwald bestandenen Felsblock-Wildnis zwischen Tatzelwurm und Großem Mühlberg handelt es sich um eine auf den liegenden, Wasser führenden und als Gleithorizont wirkenden Kössener Schichten ins Rutschen geratene und aufgrund zahlreicher Klüfte zerfallene Rätkalk-Platte. 600000
1000 × 600
Typ: Blockmeer, Rutschung
Art: Blöcke, Kalkstein, Mergelstein
kein Aufschluss wertvoll Landschaftsschutzgebiet
Terrasse N von Kiefersfelden 187R024 Kiefersfelden
Position
Mangfallgebirge Zwischen Kiefersfelden und Oberaudorf befindet sich am linken Ufer des Inn eine würmeiszeitliche Terrasse, die durch Bewuchs eindrucksvoll erkennbar gemacht wird. Auf der Terrassenebene finden sich Glazialformen wie Drumlins und Kames. 1750000
3500 × 500
Typ: Terrasse
Art: Schotter
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll kein Schutzgebiet
Gießenbachklamm W von Kiefersfelden Giessenbachklamm Kiefersfelden-1.jpg
187R025 Kiefersfelden
Position
Mangfallgebirge Westlich von Kiefersfelden bildet der Gießenbach an seinem Unterlauf eine beeindruckende Klamm im Hauptdolomit (Vordere Gießenbachklamm). Neben Erosionsformen (Kolke) und mehreren kleineren Wasserfällen sind auch Sinterbildungen von teilweise beachtlichen Ausmaßen zu beobachten. Die Klamm ist durch einen gesicherten Wanderweg ausgezeichnet erschlossen. Allerdings gilt während der Wintermonate (Wintereinbruch bis Ostern) aus Sicherheitsgründen ein Betretungsverbot. 10000
250 × 40
Typ: Klamm
Art: Dolomitstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll kein Schutzgebiet
Zwölferturm an der Gedererwand 187R026 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Der Zwölferturm – auch Gederer Turm genannt – ist ein beliebtes Fotomotiv und ein schwieriger Kletterfels. Der Felsturm aus Wettersteinkalk ist allseitig an Spalten bis zum Fuß von der Gedererwand getrennt. Der Wettersteinkalk (Trias) der Gedererwand bildet das Nordende der Kampenwand-Schubmasse der Lechtal-Decke. Er liegt auf Mergeln der Partnach-Formation (Trias, Lechtal-Decke) und der Tannheim-Formation (Kreide, Allgäu-Decke). Auf den instabilen Mergeln konnte die Scholle mit dem Zwölferturm aus der Wand um wenige Meter herauswandern. Großflächig vom Fuß der Gedererwand bis zur Maureralm kartierte Felssturzmassen lassen vermuten, dass derartige Ereignisse auch in der Vergangenheit stattfanden und mit dem Absturz von Türmen oder Wandteilen endeten. Es wird berichtet, dass um 1900 der Turm noch durch einen gewagten Sprung über die trennende Spalte erreicht werden konnte. Heute ist das nicht mehr möglich. Damit würde sich der Turm neigen. Messungen in den 90er Jahren konnten das allerdings nicht belegen. 800
40 × 20
Typ: Felsturm/-nadel
Art: Kalkstein, Mergel
Hanganriss/Felswand wertvoll kein Schutzgebiet
Eiszerfallslandschaft zwischen Meisham und Rachertsfelden 187R027 Eggstätt
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Zwischen Meisham und Rachertsfelden liegt eine Eiszerfallslandschaft aus Moränenhügeln, Toteislöchern und vermoorten Geländesenken. 880000
1100 × 800
Typ: Eiszerfallslandschaft
Art: Moräne
kein Aufschluss bedeutend kein Schutzgebiet
Wasserfall im Hauptdolomit des Talgrabens NE von Sachrang 187R028 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Der Weg zum Wasserfall ist von Berg aus beschildert. Der Pfad führt den Bach entlang. Schichtflächen des Hauptdolomits sind freigelegt. Der Wasserfall stürzt über bankigen und stellenweise stark zerbrochenen Hauptdolomit. 1400
70 × 20
Typ: Wasserfall
Art: Dolomitstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil bedeutend Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Klamm der Prien im Wettersteinkalk an der Kette SSW von Aschau 187R029 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Der schmale Fahrweg hoch über der Klamm der Prien war früher den Fuhrwerken der Aschauer Eisenwerke am Hammerbach vorbehalten und mit einer Kette gesperrt. Die Klamm der Prien durch den Wettersteinkalk wurde vielleicht schon von Schmelzwässern angelegt, als das breitere Tal weiter östlich noch vom zurückweichenden Prien-Gletscher erfüllt war. Dann füllte sich der Talgrund solange mit Schottern bis sich das Eis über den Pass südlich Sachrang zurückgezogen hatte und Schmelzwässer ausblieben. Die Wasserführung der Prien muss aber im Spät- und Postglazial noch hoch gewesen sein, denn viele der Schotter wurden wieder ausgeräumt. Der Blick in die Klamm zeigt randliche Wasserwalzen, die erahnen lassen, wie durch die stetige Schleifwirkung der Sedimente im Wasser Strudellöcher im Kalkstein entstehen. Die Prien-Klamm ist Station am Prientaler Erlebniswanderweg. 3900
130 × 30
Typ: Klamm
Art: Kalkstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil bedeutend FFH-Gebiet
Schoßrinn-Wasserfall SW von Schoßrinn 187R030 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Der weithin sichtbare Schoßrinn-Wasserfall stürzt eindrucksvolle 75 m in die Tiefe. Anstehendes Gestein ist der Alpine Muschelkalk der Lechtal-Decke. Der dunkelgraue, bankige Kalkstein ist von Calcitadern durchzogen und stellenweise eng verfaltet. Der Pfad zum Wasserfall im Wald entlang des Schoßbaches beginnt nach der geologischen Karte noch im Fenster von Aschau aus Allgäu-Decke und quert dann die Deckengrenze. Bei den im Bachbett stark zerflasert anstehenden Gesteinen handelt es sich vermutlich um Gesteine der Ammergau-Formation der Allgäu-Decke. Der Wasserfall zeigt, dass der Eisrückzug eine hohe Geländestufe hinterlassen hat, die vom Wasser des Schoßbaches in der seitdem vergangenen Zeit noch nicht durch eine tiefe Klamm ausgeglichen werden konnte. Neben der Wassermenge fehlt auch bei überwiegenden Kalken und Mergeln im Einzugsgebiet die Schleifwirkung von Quarzsanden. 600
30 × 20
Typ: Wasserfall
Art: Kalkstein
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll kein Schutzgebiet
Gletscherschliff N von Außerwald 187R031 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Der Mooserbichel bei Außerwald ist ein vom Gletscher überschliffener Härtling aus Alpinem Muschelkalk der Lechtaldecke, der im Fenster von Aschau als von der Erosion noch verschonter Deckenrest auf Oberjura-Gesteinen der Allgäu-Decke liegt. Der Prien-Gletscher hat an der Felswand auf der Ostseite des Mooserbichels schöne Schliffspuren hinterlassen. Gleichzeitig sind auf Störungsflächen, die in den Fels hineinziehen, Harnischstreifen zu sehen. 1200
80 × 15
Typ: Gletscherschliff
Art: Kalkstein
Hanganriss/Felswand wertvoll kein Schutzgebiet
Subrosionsdolinen an der Gedereralm ESE von Aschau 187R032 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Das buckelige Weidegelände nordöstlich vom Almgebäude der Gedereralm weist bemerkenswerte Karstformen auf Rauhwacken der Raibl-Formation auf. Eine abgedichtete Doline (Lokva) sammelt Oberflächenwasser und dient dem Weidevieh als Tränke. An einer weiteren Doline zeigen frische Risse in der Böschung und freigelegte Rauhwacke, dass hier der Auslaugungsprozess im Untergrund noch aktiv in Gang ist. Weggelöst wird in Schichten der Raibl-Formation vorhandener Gips. Gefördert wird die Auslaugung hier vermutlich dadurch, dass neben dem Geländerücken aus Rauhwacke noch ein Oberflächengewässer fließt, das – vielleicht nur zeitweise – Frischwasser in die benachbarten porösen Gesteine abgibt. Auffällige Sedimentärbrekzien in den Rauhwacken der Gedereralm wurden von Ganss (1967) beschrieben: Sie bestehen überwiegend aus scharfkantigen Dolomitstücken, enthalten aber auch gerundete Wettersteinkalk-Gerölle. 37500
250 × 150
Typ: Dolinenfeld
Art: Rauhwacke
Doline/Erdfall wertvoll kein Schutzgebiet
Felsenschlucht der Kaisersäle an der Kampenwand 187R033 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Die von weitem so schmal wirkende Gratmauer der Kampenwand enthält in Gipfelnähe eine Schlucht, die als Kaisersäle bekannt ist. Hier führt der Wanderweg von der Steinlingalm zum Gipfel durch. Das Streichen der steil aufgestellten Schichten fällt mit Auf- und Überschiebungsrichtungen senkrecht zur Schubrichtung der Lechtal-Decke zusammen. Verstärkte Erosion an den steilstehenden Flächen führt zusammen mit Schollenverkippungen durch hangseitige Massenentlastung zur Öffnung einer Gipfelschlucht. 6000
200 × 30
Typ: Schlucht
Art: Kalkstein
Felshang/Felskuppe bedeutend kein Schutzgebiet
Dolinenfeld der Riesenalmen WSW von Aschau 187R034 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Im Hochtal der Riesenalmen finden sich zahlreiche Karsterscheinungen: Dolinen, teils zu Großdolinen zusammengewachsen, eine Ponordoline, Karren und Karrenfelder, Karstgassen (im Digitalen Geländemodell erkennbar den Spielberg hochziehend), Buckelwiesen und Lokven. Lokven sind seichte Dolinen, deren Sohle abgedichtet ist, so dass sich Niederschlagswasser sammeln kann. An anderen Dolinen können dagegen frische Hangrisse beobachtet werden, die zeigen, dass die Verkarstung auch rezent fortschreitet. 160000
800 × 200
Typ: Dolinenfeld, Karren/-felder
Art: Kalkstein, Dolomitstein
Doline/Erdfall wertvoll FFH-Gebiet
Dolinen am Gipfelgrat der Hochries SSE von Grainbach 187R035 Aschau im Chiemgau
Position
Chiemgauer Alpen Im Gipfelbereich der Hochries und am Weg hinunter zu den Riesenalmen liegen im Plattenkalk etliche Dolinen. Weitere Dolinen am Fuß des Berges bei den Riesenalmen in Hauptdolomit, der sonst in der Regel nicht verkarstet ist, werden auf Kalkbänder in der Schichtfolge zurückgeführt. Aus Karsttrichtern im Plattenkalk im Umfeld des Hochriesgipfels werden rotlehmartige Paläoböden beschrieben (z. B. Jerz 1982), als deren Alter Ältestpleistozän bis Pliozän vermutet wird. Im Alpenraum war der eiszeitliche Bodenabtrag so stark, dass derart alte Böden äußerst selten erhalten sind. 14700
210 × 70
Typ: Dolinenfeld, Fossiler Boden
Art: Kalkstein
Doline/Erdfall wertvoll FFH-Gebiet
Historischer Bergsturz vom Schrofen W von Brannenburg 187R036 Brannenburg
Position
Mangfallgebirge Nach wochenlangen Regenfällen erfolgten am 9. August 1851 und in den nachfolgenden Tagen vom Schrofen Bergstürze und Rutschungen von 0,5 bis 1 Mio. m³ Gestein, die den Kirchbach zu einem See aufstauten. Aufgrund der starken Durchfeuchtung und trotz vieler Bemühungen, das Wasser abzuleiten, bewegten sich die haushohen Schuttmassen langsam und tagelang talwärts und zerstörten die Kirchbachmühle und die Häuser des Ortsteils Gmain bis auf eines. Am früheren – höhergelegenem – Wohnhaus der Kirchbachmühle (heute Bildungszentrum Haus Brannenburg) ist eine Gedenktafel angebracht, die besagt, dass der Bergrutsch … hier glücklich zum stehen kam – was sich wohl auf die Gefahr für den Ort Brannenburg bezieht, denn Gmain unterhalb wurde ja zerstört. Dem katastrophalen Bergsturz von 1851 waren andere vorangegangen und kleine Felsstürze vom Schrofen finden weiterhin statt, wie frische Anbrüche zeigen. Ursache für die Instabilität des Steilhangs ist das Aufliegen des spröden Hauptdolomits auf Raibl-Formation und vor allem auf Mergeln des Mittleren Juras. 750000
2500 × 300
Typ: Bergsturz
Art: Dolomitstein, Rauhwacke, Mergel
Hanganriss/Felswand wertvoll kein Schutzgebiet
Kundl und Backofen am Heuberg SE von Nussdorf a. Inn 187R037 Nußdorf am Inn
Position
Chiemgauer Alpen Manche Felsen sind so auffällig, dass sie eigene Namen erhalten und sich Sagen um sie ranken. Kundl und Backofen sind zwei vom Inntal auffällige Felsen aus Oberrhätkalk am Heuberg. Es sind überwiegend anspruchsvolle Kletterfelsen, die in jüngere Zeit auch dazu reizen, eine Highline zwischen ihnen zu spannen und zu begehen. 1000
50 × 20
Typ: Felsturm/-nadel
Art: Kalkstein
Block wertvoll kein Schutzgebiet
Glazialformen des Hohenburger Hügelfelds E von Soyen 187R038 Soyen
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die hügelige Landschaft zwischen Soyen und dem Inn wurde von den frühen Glazialgeologen als Besonderheit mit dem Namen Hohenburger Hügelland ausgegrenzt, weil sie eine Unterbrechung des im Osten und Westen anschließenden Endmoränenzugs darstellt. Statt einer zusammenhängenden Endmoräne mit Till-Anteilen liegen hier Hügel kiesig-sandiger Sedimente vor. Das wird daran liegen, dass sich in diesem Bereich der Schmelzwasserabfluss des Gletschers in einem Gletschertor konzentrierte. Aufschlüsse finden sich SE von Kraimoos (Abb. 3) oder nördlich von Zuhr (Geotop 187A028). Ein guter Ausblick auf das Hügelland ist vom Hochbehälter westlich Wetterstett möglich. 3000000
2.000 × 1.500
Typ: Eiszerfallslandschaft
Art: Sand, Kies
sonstiger Aufschluss wertvoll kein Schutzgebiet
Innleiten und Umlaufberg von Wasserburg am Inn 187R039 Wasserburg a.Inn
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Die hellen Prallhänge des Inn nördlich von Wasserburg bestimmten bis Anfang des 20. Jahrhunderts ganz wesentlich das Stadtbild und sind in alten Fotografien (siehe Darga & Wierer 2009) und Gemälden (z. B. von Jawlensky) festgehalten. Dass die Hänge frei von Vegetation waren lag daran, dass sie durch Rutschungen immer wieder in Bewegung kamen. Mit den neuen Uferbefestigungen am Hangfuß konnte der Inn dann nicht mehr erodieren und die Ursache für die Rutschungen verschwand. Die Innleiten wuchsen weitgehend zu. An den Innleiten liegt Moräne über hochwürmzeitlichen Schottern. Was heute in hellen Klippen aus der Vegetation herausragt, sind Bändertone mit eingestreuten Geröllen innerhalb der Moränenablagerungen. Stellenweise durchfeuchtet Stauwasser die Tone von oben und führt zu kleineren Rutschungen. Die Altstadt von Wasserburg liegt in einer Mäanderschlinge. Wäre die Südseite nicht befestigt (und der Fluss durch das Wehr oberhalb gezähmt), dann würde der Inn in der Zukunft die Schlinge durchbrechen und einen Altarm mit Umlaufberg hinterlassen. 234000
1.800 × 130
Typ: Prallhang, Umlauf-/Durchbruchsberg
Art: Moräne, Ton, Schotter
Prallhang/Flussbett/Bachprofil wertvoll FFH-Gebiet
Kerbtäler des Murnbeckens NE von Vogtareuth 187R040 Vogtareuth
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion In das Murn-Zweigbecken des Inn-Gletschers reichte nach dem Eisrückzug ein Ausläufer des – heute verschwundenen – Rosenheimer Sees hinein. In den feinkörnigen Seesedimenten bildete sich ein Gewässernetz von ganz eigener Form aus. Aufschlüsse in den Seetonen fehlen leider. 5250000
3.500 × 1.500
Typ: Kerbtal
Art: Schluff, Ton
kein Aufschluss wertvoll FFH-Gebiet
Kalktuffquellflur und Enzianwiese bei Gritschen 187R041 Nußdorf a.Inn
Position
Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion Nordöstlich von Gritschen treten Quellwässer aus, die Kalktuff abscheiden. Ein Niedermoor hat sich gebildet. Auf den Wiesen blüht eine nur noch selten anzutreffende Pflanzengemeinschaft. Pröbstl beschreibt von nahegelegenen Hangbereichen Rutschmaterial auf Grundmoräne und Seetonen. Dies sind die Grundwasserstauer. Wir sind hier im Randbereich des spätglazialen Schmelzwassersees. Am Eisrand verzahnen sich Schotter und Till. Die Schotterlagen sind als der Grundwasserleiter des Quellwassers zu vermuten. Die Enzianwiesen sind Naturdenkmal. Sie sind im Eigentum des Bundes Naturschutz und werden von diesem gepflegt. Die Wiesen bitte nicht betreten! Zur Blütezeit ist von der Straße aus ein Zugang abgegrenzt, der Fotos und Sicht auf die Pflanzen erlaubt. 24500
350 × 70
Typ: Hangquellmoor
Art: Torf, Kalktuff
kein Aufschluss wertvoll Naturdenkmal, FFH-Gebiet
Großrutschung Brechries am Jenbach S von Bad Feilnbach 187R042 Bad Feilnbach
Position
Mangfallgebirge Die durch die Großrutschung des Brechrieses verursachte vegetationsfreie Fläche ist weithin sichtbar und tritt auch im Luftbild (Abb. 4, über Digitalem Geländemodell) deutlich in Erscheinung. Die Rutschung wurde in den 1980er Jahren wahrgenommen, als eine Wildbachsperre nicht lange nach ihrer Fertigstellung zerstört wurde. Untersuchungen folgten, die eine großflächige Rutschung mit erheblichem Tiefgang feststellten. Daraufhin wurden weitere technische Schutzmaßnahmen in Form von Sperren und Ufersicherungen vorgenommen. Anfang 1998 erfolgten umfangreiche Massenbewegungen in Form von Felsstürzen und Rutschungen, die auch zu einem zeitweiligen Aufstau des Jenbachs führten. Die Wässer flossen aber unter den Geröllmassen ab. Die Rutschung und ihr Umfeld wurde durch zwei tiefreichende Bohrungen und weitere Geländeaufnahmen intensiv untersucht. Wegen des Gefahrenpotenzials in Form von Murenabgängen wird sie laufend geodätisch überwacht. Die Rutschung liegt in einer Wechselfolge von Kalksteinen und Kalkmergelsteinen der Kalkgraben-Formation. Sie sind im oberen Hangbereich sehr gut sichtbar. Warnschilder beachten und Rutschungsbereich nicht betreten! 60000
300 × 200
Typ: Rutschung
Art: Kalkmergelstein, Kalkstein, Sandstein
Hanganriss/Felswand wertvoll kein Schutzgebiet

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de, Geotoprecherche (abgerufen am 16. September 2017)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Geotope im Landkreis Rosenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien