Edling

Gemeinde in Deutschland

Edling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, die zwischen Ebersberg und Wasserburg am Inn liegt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Edling
Edling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Edling hervorgehoben

Koordinaten: 48° 3′ N, 12° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 475 m ü. NHN
Fläche: 20,04 km2
Einwohner: 4546 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83533
Vorwahl: 08071
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 124
Gemeindegliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 2
83533 Edling
Website: www.edling.de
Bürgermeister: Matthias Schnetzer (CSU[2])
Lage der Gemeinde Edling im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am InnKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Cyriacus in Edling

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Alpenvorland auf einer flachen Schotterebene inmitten einer Moränen- und Schotterlandschaft des Inngletschers der letzten Eiszeit, der Ort Edling selbst im Osten des Gemeindegebietes. Von dort aus sind es nach Rosenheim 26 Kilometer und in die Landeshauptstadt München 50 Kilometer. Die Ebrach durchquert die Gemeinde und den gleichnamigen Hauptort.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 36 Ortsteile:[3]

GeschichteBearbeiten

Edling findet 1041 in den Urkunden des Klosters Attl erstmals Erwähnung und war wohl Sitz Wasserburger Ministerialen, der Ettelinger. Später gehörte der Ort zum Rentamt München und zum Landgericht Wasserburg des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen wurde Edling im Königreich Bayern 1818 Sitz einer selbständigen politischen Gemeinde.

GebietsreformBearbeiten

Vor der Gemeindegebietsreform gehörte Edling zum Landkreis Wasserburg am Inn. Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Steppach eingegliedert.[4] Das geschah in der freiwilligen Phase der Gebietsreform. 1972 kam der Landkreis Wasserburg am Inn und damit auch Edling zum Landkreis Rosenheim.

Kampf um die SelbständigkeitBearbeiten

Der Freistaat Bayern schlug die Gemeinde Edling mit Wirkung vom 1. Mai 1978 dem Gebiet der Stadt Wasserburg am Inn zu, die damit für den Zentralitätsverlust im Rahmen der Landkreisgebietsreform 1972 entschädigt werden sollte. Mit seinem Urteil vom 29. April 1981 entschied der Bayerische Verfassungsgerichtshof, dass die Eingemeindung nichtig war. Seitdem ist die Gemeinde Edling wieder selbständig.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.152 auf 4.584 Einwohner bzw. um 45,4 %.

VerkehrBearbeiten

  • Straße: Die Bundesstraße 304 durchquert das Gemeindegebiet von West nach Ost und berührt den Ort Edling im Norden.

Weiter östlich kreuzt sie die B 15.

  • Schiene: Edling hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Grafing–Wasserburg (Filzenexpress), der stündlich bedient wird. Ein zweiter Haltepunkt im Ortsteil Brandstätt wurde am 13. Dezember 2014 stillgelegt.
  • Busverkehr: Edling ist mit fünf Buslinien an den Regionalverkehr Oberbayern angebunden.

PolitikBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2008 der Werkzeugmacher Matthias Schnetzer.

Gemeinderat:

2020[6] 2014[7] 2008[7] 2002[7]
Sitze insgesamt 16 16 16 16
CSU 8 8 7 5
UBG 1 4 4 5 4
ÜWG 2 4 4 4 6
FDP - - - 1
1 Unabhängige Bürgergemeinschaft für die Gemeinde Edling e. V.
2 Überparteiliche Wählergemeinschaft

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber neben einer senkrecht stehenden blauen Raute ein an einer erhöhten blauen Schrägleiste hängendes grünes Seeblatt.“[8]
Wappenbegründung: "Die Motive wurden entnommen den Wappen des Wasserburger Ministerialengeschlechtes der Edlinger (Seeblatt) und des Klosters Attel (Raute); sie stehen für die frühere Geschichte des Ortes. Der noch im 15. Jahrhundert blühende Ortsadel hatte einen bedeutenden Herrschaftsbereich um Edling aufgebaut und war im Hochmittelalter mit dem Erbtruchsessenamt der Abtei Rott am Inn bekleidet. Das Kloster Attel war im 17. und 18. Jahrhundert in Edling Grundherr über die Mehrzahl der Anwesen und im Gemeindeteil Atzenthal Herr über die dortige Hofmark."[9]

BildungBearbeiten

Edling ist Sitz der Franziska-Lechner-Schule. Die Grundschule dort besuchen Kinder aus der Gemeinde Edling und zu kleinen Teilen aus den Gemeinden Pfaffing und Soyen,[10] während sich der Mittelschulsprengel zusätzlich noch über die Gemeinden Pfaffing und Albaching sowie zwei Ortsteile von Frauenneuharting und einen Ortsteil von Emmering erstreckt.[11] Zusammen besuchen knapp 400 Kinder in Edling die Schule.[12] Die Mittelschule ist Mitglied im Schulverbund „Wasserburger Land“.[13]

PersönlichkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Amphitheater am Stoa
  • Die Pfarrkirche St. Cyriakus wurde Anfang des 19. Jahrhunderts barockisiert. Das Langhaus wurde 1898 nach Entwurf des Münchner Architekten Joseph Elsner neu errichtet. Die Deckengemälde schuf 1912 Anton Ranzinger.[14]
  • Amphitheater am Stoa
    Der „Stoa“ (bairisch für Stein) ist ein eiszeitlicher Findling (Felsblock), der bei Kiesabbauarbeiten gefunden wurde. Auf Grund seiner Größe war er nicht abtransportierbar. Entstanden ist der Stein untermeerisch vor ca. 160 Millionen Jahren. Vor etwa 15.000 Jahren gab das Eis den Stein frei, der aber zunächst unter den angeschwemmten Kies- und Schottervorkommen begraben blieb. Nachdem der Kiesabbau eingestellt wurde, wurden vom Kultur- und Heimatverein im Laufe mehrerer Jahre rund um den Findling Steintreppen in Anlehnung an antike Amphitheater errichtet. Hier finden viele kulturelle Veranstaltungen statt, unter anderem Open-Air-Inszenierungen der Wasserburger Theater Belacqua und Das Narrenschiff sowie Open-Air-Vorführungen des Wasserburger Kinos Utopia.
  • Wasserturm, erbaut 1926

WeblinksBearbeiten

Commons: Edling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Vorwort des 1. Bürgermeisters. Gemeinde Edling, abgerufen am 11. Juni 2020.
  3. Bayerische Landesbibliothek Online (BLO). Abgerufen am 19. Juli 2020.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 588 und 589.
  6. Bekanntmachung des Ergebnisses der Gemeinderatswahl 2020. Abgerufen am 17. Juli 2020.
  7. a b c Kommunalwahlen in Bayern
  8. Eintrag zum Wappen von Edling in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Gemeinde Edling - Chronik. Abgerufen am 9. August 2020.
  10. BayernAtlas Grundschulsprengel Edling. Abgerufen am 18. November 2020.
  11. BayernAtlas Mittelschulsprengel Edling. Abgerufen am 18. November 2020.
  12. Edling: Amtliche Statistik des LfStat. S. 17, abgerufen am 18. November 2020.
  13. Mittelschulverbund - Franziska-Lechner-Schule Edling. Abgerufen am 18. November 2020.
  14. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern IV: München und Oberbayern, Sonderausgabe 1990, S. 209