Gordon Herbert

kanadischer Basketballtrainer
Basketballspieler
Gordon Herbert
2015-03-01 Fraport Skyliners vs Mitteldeutscher BC 41 by Michael Frey.jpg
Spielerinformationen
Voller Name Gordon Walter Herbert
Geburtstag 16. Februar 1959
Geburtsort Penticton, Kanada
Größe 198 cm
Position Small Forward
College Idaho
Vereine als Aktiver
1982–1985 FinnlandFinnland Hyvinkaan Tahko
1985–1988 FinnlandFinnland Turun NMKY
1988–1990 FinnlandFinnland Forssan Koripojat
1990–1991 FinnlandFinnland Helsingin NMKY
1991–1994 FinnlandFinnland UU-Korihait
Nationalmannschaft
1983–1986 KanadaKanada Kanada
Vereine als Trainer
Vereine:
1994–1996 FinnlandFinnland UU-Korihait
1996–1999 FinnlandFinnland Espoon Honka
1999–2000 OsterreichÖsterreich Oberwart Gunners
2000–2001 DeutschlandDeutschland DJK Würzburg
2001–2004 DeutschlandDeutschland Opel Skyliners Frankfurt
2004–2006 FrankreichFrankreich Paris Basket Racing
2006–2007 FrankreichFrankreich Élan Béarnais Pau-Orthez
2007–2008 GriechenlandGriechenland Aris Thessaloniki
2008–2009 KanadaKanada Toronto Raptors (AC)
2009–2010 FinnlandFinnland Espoon Honka
2010–2011 DeutschlandDeutschland Dt. Bank Skyliners Frankfurt
2011–2012 DeutschlandDeutschland Alba Berlin
2013–2019 DeutschlandDeutschland Fraport Skyliners
seit 2020 0 RusslandRussland Awtodor Saratow
Nationalmannschaften:
2005–2006 GeorgienGeorgien Georgien
0000 2018 KanadaKanada Kanada
Seit 0 2019 KanadaKanada Kanada (AC)

Gordon Walter Herbert (* 16. Februar 1959 in Penticton, British Columbia) ist ein kanadischer Basketballtrainer und ehemaliger -spieler. Er war als Spieler und Trainer viele Jahre in Finnland aktiv und besitzt auch die finnische Staatsbürgerschaft.

LaufbahnBearbeiten

Herbert, Sohn einer Sportlehrerin und eines Anwalts,[1] spielte als Junge Eishockey und Basketball. Letztere Sportart hatte auch seine Mutter auf Hochschulebene betrieben.[1] Er studierte zunächst am North Idaho College (in dessen Sport-Ruhmeshalle er 2009 aufgenommen wurde)[2] in den Vereinigten Staaten und wechselte dann an die Universität von Idaho. Dort blieb er bis 1982.[3] Er ging anschließend für seine Basketball-Profikarriere zunächst kurz nach Belgien[1] und dann für zwölf Jahre nach Finnland. Dort stand der 1,98 Meter große Flügelspieler ab 1982 und bis 1994 in Diensten fünf verschiedener Vereine. Mit der kanadischen Nationalmannschaft nahm er an den Olympischen Spielen 1984 und der Weltmeisterschaft 1986 teil. 1983 gewann er mit Kanadas Studentennationalmannschaft Gold bei den Weltstudentenspielen in Edmonton.[4] 1991 erlangte er einen Hochschulabschluss im Fach Sportpsychologie.[1]

Seine Spielerkarriere endete 1994, als er Trainer wurde. In Finnland trainierte er UU Korihait und Honka Espoo. Espoo führte er im Spieljahr 1998/99 zur Vizemeisterschaft, in 1996/97 und 1997/98 erreichte die Mannschaft unter Herbert jeweils den dritten Rang in der ersten finnischen Liga.[5] 1999 wechselte Herbert zum österreichischen Bundesligisten Oberwart Gunners und wurde nach einem Jahr im Burgenland vom deutschen Erstligisten DJK S.Oliver Würzburg verpflichtet. Die Würzburger führte er im Spieljahr 2000/2001 als Tabellenfünfter in die Bundesliga-Meisterrunde, wo das Ausscheiden gegen Gießen erfolgte. Seine Saison in Würzburg sei der „positive Wendepunkt seiner Karriere“ gewesen, sagte Herbert später.[6]

Er wechselte 2001 innerhalb der Bundesliga zu den Skyliners Frankfurt. Diese gewannen unter seiner Leitung 2004 die deutsche Meisterschaft. Grundstein zur Meisterschaft wurde für Herberts Mannschaft die gute Verteidigung. Die Frankfurter gestatteten den Gegnern in 21 Partien der Saison 2003/04 nur weniger als 70 Punkte.[7] Herberts Truppe gelang es auf dem Weg zum Titel, trotz einer personell dünnen Besetzung Verletzungsrückschläge wegzustecken.[8][9] Seine erste Frankfurter Amtszeit dauerte drei Jahre, anschließend war Herbert für den französischen Klub Paris Basket Racing als Cheftrainer tätig. Den verschuldeten Hauptstadtverein[10] führte er in der Saison 2004/05 trotz finanzieller Unwägbarkeiten[11] auf den vierten Tabellenplatz in der Hauptrunde,[12] ehe man im Viertelfinale ausschied.[13] In seinem zweiten Pariser Jahr verpasste er mit der Mannschaft den Einzug in die Meisterrunde.[14] 2006/07 arbeitete er für Élan Béarnais Pau-Orthez, mit dem er den französischen Pokal in der Saison 2006/07 gewann. Bis auf den Sieg im Pokalwettbewerb verlief das Jahr in Pau-Orthez wegen des Verpassens der Meisterrunde enttäuschend.[15] Von 2005 bis 2006 war neben seinen Aufgaben im Vereinsbereich Trainer der georgischen Nationalmannschaft[16]. Von 2007 bis 2008 war er Cheftrainer von Aris Thessaloniki in Griechenland. Zur folgenden Spielzeit kehrte Herbert nach Kanada zurück und wurde der für die Spielerentwicklung zuständige Assistenztrainer der NBA-Franchise Toronto Raptors.[17]

In der Saison 2009/10 trainierte Herbert zeitweilig abermals Honka Espoo.[18] Am 12. April 2010 wurde er erneut als Trainer der Frankfurt Skyliners vorgestellt. Dort ersetzte er Murat Didin, welcher von den Skyliners freigestellt wurde. Damit begann Herberts zweite Amtszeit in Frankfurt, nachdem er bereits von 2001 bis 2004 als Trainer der Skyliners tätig war. Sein Vertrag hatte zunächst eine Laufzeit bis zum Ende der Saison 2010/2011. In dieser Zeit führte Herbert die Skyliners 2010 in die Finalserie um die deutsche Meisterschaft sowie ins Pokalfinale und 2011 zum zweiten Platz in der Hauptrunde. Zur Saison 2011/2012 wechselte er zu Alba Berlin. Mit Berlin scheiterte Herbert im Viertelfinale der Play-offs gegen die s.Oliver Baskets und wurde im Juni 2012 entlassen.

Im Mai 2013 wurde bekannt, dass Herbert zur Saison 2013/2014 erneut Headcoach der Fraport Skyliners aus Frankfurt wird. Damit übernahm er den Posten zum dritten Mal in seiner Karriere. 2016 gewann er mit Frankfurt den FIBA Europe Cup und wurde zum Trainer des Jahres in der Basketball-Bundesliga gewählt.

Im Februar 2018 wurde Herbert zum Trainer der kanadischen Basketballnationalmannschaft ernannt, um diese durch die WM-Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 zu führen.[19] Sein Amt als Frankfurter Cheftrainer legte er nach dem Abschluss der Saison 2018/19 nieder. Sein Vertrag mit dem Verein ruhte zunächst ein Jahr, er blieb dem Bundesligisten jedoch als Berater verbunden.[20] Im Juni 2019 gab der kanadische Basketballverband bekannt, dass Herbert gemeinsam mit Nick Nurse das Trainergespann der Nationalmannschaft bei der WM 2019 bilden werde, wobei Nurse in der Rolle des Cheftrainers die Hauptverantwortung übertragen bekam.[21] Danach war er als Berater bei den Brooklyn Nets tätig.[22] Im Mai 2020 gaben die Frankfurter bekannt, dass Herbert nicht zu ihnen zurückkehren werde, da er seine Stelle im Trainerstab der kanadischen Nationalmannschaft nicht aufgeben wollte.[23]

Zur Saison 2020/21 übernahm Herbert das Traineramt beim russischen Verein Awtodor Saratow.[24]

Erfolge & AuszeichnungenBearbeiten

als Trainer

PrivatlebenBearbeiten

Herbert ist seit 1985 mit der Finnin Sari verheiratet,[6] das Paar hat zwei Söhne.[25] Beide Söhne, Mikael und Daniel, schafften beim finnischen Klub UU-Korihait Uusikaupunki den Sprung in die Erstligamannschaft, Daniel spielte in der Saison 2013/14 für die zweite Herrenmannschaft der Frankfurt Skyliners in der 2. Bundesliga ProB.[26] Mikael war finnischer Juniorennationalspieler.[27] Im Oktober 2018 wurde Daniel unter seinem Vater Co-Trainer in Frankfurt.[28]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Made in Canada - Gordon Herbert feiert 45. Geburtstag. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  2. NIC Athletics - Hall of Fame. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  3. Gordie Herbert College Stats. Abgerufen am 18. Juni 2020 (englisch).
  4. Canada name Gordie Herbert to coach second window of Americas Qualifiers. Abgerufen am 18. Juni 2020 (englisch).
  5. schoenen-dunk.de
  6. a b Der positive Wendepunkt einer Karriere. In: inFranken.de. (infranken.de [abgerufen am 30. September 2018]).
  7. Basketball: Die Frankfurt Skyliners sind Meister. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 18. Juni 2020]).
  8. "Es gibt keine Geheimnisse mehr". 1. Juni 2010, abgerufen am 18. Juni 2020.
  9. Heute vor zehn Jahren: WIR SIND DEUTSCHER MEISTER! Abgerufen am 18. Juni 2020.
  10. Lourdement endetté, le Paris Basket Racing tente de retrouver une stabilité économique. In: Le Monde.fr. 2. Februar 2006 (lemonde.fr [abgerufen am 18. Juni 2020]).
  11. La bonne passe du Paris Basket. Abgerufen am 18. Juni 2020 (französisch).
  12. Classement 2004-05 JEEP® ÉLITE | LNB.fr. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  13. Paris | LNB.fr. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  14. Classement 2005-06 JEEP® ÉLITE | LNB.fr. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  15. Pau sauve sa saison. 13. Mai 2007, abgerufen am 18. Juni 2020.
  16. Profil auf der offiziellen Webseite des georgischen Basketballverbandes (Memento des Originals vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gbf.ge (englisch)
  17. Raptors Add Herbert to Coaching Staff Meldung auf der offiziellen Webseite der Toronto Raptors vom 12. Juli 2008
  18. Gordon Herbert ottaa komennon Hongassa Helsingin Sanomat vom 25. August 2009 (finnisch)
  19. Große Ehre für Gordon Herbert – Fraport Skyliners Headcoach wird Trainer der kanadischen Nationalmannschaft. Abgerufen am 9. Februar 2018 (englisch).
  20. https://www.fraport-skyliners.de/news-service/details/sebastian-gleim-wird-neuer-headcoach-der-fraport-skyliners/
  21. https://www.basketball.ca/en/news-article/nick-nurse-named-head-coach-gordie-herbert-associate-head-coach
  22. Gordon Herbert chooses Canada instead of Frankfurt Skyliners. In: Archysport. 19. Mai 2020, abgerufen am 20. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  23. Gordon Herbert kehrt nicht zurück. 18. Mai 2020, abgerufen am 20. Mai 2020.
  24. Gordie Herbert Has Headed BC Avtodor. Abgerufen am 2. Juli 2020.
  25. Berlin inside. (bz-berlin.de [abgerufen am 30. September 2018]).
  26. Fraport Skyliners e. V.: ProB Team 2013-2014. Abgerufen am 30. September 2018.
  27. Getting to Know…Mikael Herbert - Tulane University. Abgerufen am 30. September 2018 (englisch).
  28. fraport-skyliners.de