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Terence Schofield

deutscher Basketballtrainer

NCAA bei den UCLA BruinsBearbeiten

Schofield spielte von 1968 bis 1971 während seines Studiums in den USA für die Basketballmannschaft der UCLA Bruins[2] unter Coach John Wooden in der NCAA. Wooden wurde zur Legende im US-amerikanischen Hochschulbasketball, weil er mit den Bruins zwischen 1963 und 1975 zehnmal Meister in der NCAA wurde. Schofield selbst gehörte den Meisterteams in den Saisons 68/69, 69/70 & 70/71 an. Im ersten Meisterjahr spielte Schofield noch zusammen mit Lew Alcindor, der später als Kareem Abdul-Jabbar einer der bedeutendsten Spieler in der Profiliga NBA werden sollte. Weitere Mannschaftskameraden von Schofield waren auch Bill Sweek, der später mit Le Mans Sarthe Basket als Trainer Meisterschaften in Frankreich feiern sollte, John Ecker, der nach seinem Abschluss an der UCLA für Bayer Leverkusen in Deutschland spielte und dort Lehrer wurde, sowie Jonathan Chapman,[3] der nach dem Studium ebenfalls in der deutschen Bundesliga spielte. Schofield bestritt insgesamt 83 Spiele für die UCLA-Hochschulmannschaft und kam auf Mittelwerte von 6,1 Punkten und 1,6 Rebounds je Begegnung.[2] In seinem Abschlussjahr 1970/71 erhielt der 1,90 Meter große Aufbauspieler das NCAA Postgraduate Scholarship als Stipendium und wurde als Bruins' Most Improved Player des Jahres sowie mit dem UCLA Faculty Athletic Representative Award geehrt.[4][5] Nach Schofields Abschluss feierte UCLA unter Wooden bis 1975 noch weitere Meisterschaften unter anderem mit Bill Walton sowie dem späteren Leverkusener Spieler Greg Lee und Wilbert Olinde, den Schofield selbst nach Deutschland zum SSC Göttingen holen sollte.

Bundesliga bei SSC Göttingen und Trainer NationalmannschaftBearbeiten

Schofield kam 1973 als Spieler nach Deutschland zum damaligen SSC Göttingen. In der Anfangszeit habe er in Göttingen unter anderem wegen des Wetters Heimweh gehabt, blickte der Kalifornier 2017 zurück.[6] Zuvor war sein Wechsel ins französische Bordeaux geplatzt, Walther Meyer holte ihn daraufhin auf Vermittlung von John Ecker nach Niedersachsen, wo Schofield zunächst 600 DM im Monat erhielt und zusätzlich als Lektor an der Universität Göttingen arbeitete.[7] In der Saison 73/74 führte er die Bundesliga-Korbjägerliste mit 335 in der Hauptrunde erzielten Punkten an.[8] Nachdem sich der SSC 1975 nicht für die eingleisige erste Liga qualifizieren konnte, kehrte man durch den Aufstieg 1976 in die höchste Klasse zurück. 1977 gelang es Schofield, den UCLA-Absolventen Olinde nach Göttingen zu holen, welcher als Kapitän und Identifikationsfigur des Vereins der Fixpunkt der folgenden Göttinger Erfolge werden sollte. 1978 verpasste Göttingen unter Schofield knapp die Bundesliga-Meisterrunde und stand vor dem Aus als Trainer, hatte aber in Abteilungsleiter Walther Meyer einen Fürsprecher, der sich für ihn einsetzte und letztlich dafür sorgte, dass Schofield im Amt blieb.[7] 1980 gewann Schofield als Trainer mit dem SSC zum ersten Mal die Meisterschaft. Im Anschluss fusionierte der Verein mit der TG 1846 Göttingen zum ASC 1846 Göttingen. Als ASC gelangen zwei weitere Meisterschaften 1984 und 1985 sowie zweimal der Pokalsieg.[9] Gemeinsam mit Meyer trainierte Schofield zudem Göttinger Jugendmannschaften.[7]

Schofields Erfolge als Göttinger Trainer führten dazu, dass der DBB ihn ab 1980 zusätzlich zum Bundestrainer der Herren-Nationalmannschaft berief. Er übte dieses Amt in Personalunion mit dem Trainer von BSC Saturn Köln Professor Theodor Schober aus.[10] Dabei gelang der bundesdeutschen Nationalmannschaft bei der EM 1981 erstmals seit 1965 wieder die sportliche Qualifikation für ein Endrundenturnier – bei der EM 1971 und den Olympischen Spielen 1972 war man als Gastgeber qualifiziert. 1983 übernahm Ralph Klein die Nationalmannschaft und qualifizierte sie begünstigt durch den Boykott des Ostblocks für Olympia 1984 in Los Angeles.

Trainer TTL BambergBearbeiten

1988 zog sich der ASC Göttingen aus wirtschaftlichen Gründen aus der Basketball-Bundesliga zurück. Schofield ließ sich von der Universität Göttingen beurlauben und wurde Trainer des Erstligisten TTL Bamberg. Nach dem Pokalfinale 1990 wurde mit dem Pokalsieg 1992 der erste nationale Titel der Bamberger gefeiert. 1993 wurde man in der Meisterschaft nur vom damals übermächtigen Rekordmeister TSV Bayer 04 Leverkusen im Finale abgefangen. Am Jahresende 1994 brach Schofield während eines Meisterschaftsspiels bewusstlos auf der Bamberger Trainerbank zusammen, nahm auf Anraten seines Arztes Abstand vom Basketball und kehrte danach nicht mehr an den Spielfeldrand zurück. Stattdessen ging er nach Göttingen zurück und wurde wieder als Hochschullehrer tätig.[11]

Schofield arbeitete danach noch als Sportdirektor für die SG Braunschweig bis 1998 in der Bundesliga.

Er engagierte sich noch in seiner Freizeit bei seinem deutschen Stammverein, dem ASC Göttingen.[12] Am Seminar für Englische Philologie der Universität Göttingen war Schofield bis 2013 als Lektor tätig.[13]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Terence Schofield im Munzinger-Archiv, abgerufen am 5. Dezember 2009 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. a b Terry Schofield College Stats. Abgerufen am 25. Mai 2019 (englisch).
  3. 1970-71 UCLA Bruins Roster and Stats. Abgerufen am 25. Mai 2019 (englisch).
  4. Bruins 2009-10 MEN'S BASKETBALL MEDIA GUIDE S. 103, 108–109; (englisch) PDF (3,66 MB), abgerufen am 5. Dezember 2009.
  5. JohnWooden, Jack Tobin: They Call Me Coach. Chicago 2004, S. 165ff. (online auf: books.google.de abgerufen am 5. Dezember 2009)
  6. So erlebte Schofield sein erstes Weihnachten in Göttingen. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  7. a b c Vor 40 Jahren kommt Terry Schofield aus Los Angeles nach Göttingen. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  8. Von Sarodnik, über Kämpf und Wendt zu Nowitzki und Wood - Alle Topscorer der Bundesliga-Historie. In: Basketball-Bundesliga. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  9. Wolfgang Buss: Schofield kam, sah und siegte - vom US-College-Star zum Deutschen Meister? In: Arnd Krüger, Swantje Scharenberg (Hrsg.): Zeiten für Helden - Zeiten für Berühmtheiten im Sport. LIT, Münster 2014, ISBN 978-3-643-12498-2, S. 179–194.
  10. SPON Archiv: Besser im Block. In: Der Spiegel. 21/1981, 18. Mai 1981, abgerufen am 14. Dezember 2009.
  11. wbeyersdorf.de: Abstand zur Spitze kleiner geworden. Saison-Rückblick 1994/95 TTL Bamberg, Fränkischer Tag 15. April 1995, abgerufen am 14. Dezember 2009.
  12. ASC Göttingen von 1846 e.V.: Trainerplan Basketball-Abteilung 2006@1@2Vorlage:Toter Link/www.asc46-basketball.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 14. Dezember 2009.
  13. Terry Schofield und sein großer Auftritt mit dem legendären Abdul-Jabbar. Abgerufen am 25. Mai 2019.