Französische Rugby-Union-Nationalmannschaft

Die Französische Rugby-Union-Nationalmannschaft (französisch Équipe de France de rugby à XV) ist die Nationalmannschaft Frankreichs in der Sportart Rugby Union und repräsentiert das Land bei allen Länderspielen (Test Matches) der Männer. Die organisatorische Verantwortung trägt die Fédération française de rugby (FFR). Jedes Jahr nimmt die Mannschaft am Turnier Six Nations teil, zusammen mit England, Irland, Italien, Schottland und Wales. Bisher gewann Frankreich den Titel 17 Mal, einschließlich neun Grand Slams – und teilte sich weitere acht Titelgewinne.

Frankreich
LogoBadge
Spitzname(n) XV de France, Les Bleus, Les Tricolores
Verband Fédération française de rugby
Trainer FrankreichFrankreich Fabien Galthié (seit 2019)
Kapitän Charles Ollivon
WR-Kürzel FRA
WR-Rang 6. (82,37 Punkte)
(Stand: 4. Februar 2020)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Fabien Pelous (118)[2]
Meiste erzielte Punkte
Frédéric Michalak (436)[3]
Meiste erzielte Versuche
Serge Blanco (38)[4]
Erstes Länderspiel
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 38:8 Frankreich FrankreichFrankreich
(1. Januar 1906)
Höchster Sieg
NamibiaNamibia Namibia 10:87 Frankreich FrankreichFrankreich
(16. September 2007)
Höchste Niederlage
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 61:10 Frankreich FrankreichFrankreich
(9. Juni 2007)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 9/9
Bestes Ergebnis: Vizeweltmeister 1987, 1999, 2011

Seine wichtigsten internationalen Auftritte hat das Team bei den seit 1987 alle vier Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften. Seit der ersten Austragung im Jahr 1987 hat Frankreich bei allen Weltmeisterschaften mindestens das Viertelfinale erreicht. Die Mannschaft stand dreimal im Finale (1987, 1999 und 2011), unterlag aber gegen Neuseeland, Australien und wieder Neuseeland. Frankreich trat während der Weltmeisterschaft 2007 als Gastgeber auf und auch die folgende Weltmeisterschaft 2023 soll wieder in Frankreich stattfinden.

Die Geschichte des französischen Rugbys geht zurück auf das Jahr 1872, als britische Einwanderer den Sport mit nach Frankreich brachten. Am Neujahrstag 1906 bestritt Frankreich in Paris sein erstes Test Match gegen die „All Blacks“ aus Neuseeland. Das Team spielte danach sporadisch gegen die Home Nations, bis es 1910 zu ihrem jährlich stattfindenden Turnier eingeladen wurde (den heutigen Six Nations). Frankreich nahm auch an den Rugbyturnieren früher Olympischer Spiele teil; so gewann man bei den Olympischen Spielen 1900 die Goldmedaille und in den 1920er Jahren zwei Silbermedaillen. Die Nationalmannschaft erzielte in den 1950er und 1960er Jahren weitere Erfolge, als sie 1959 erstmals das Five-Nations-Turnier gewinnen konnte und 1968 den ersten Grand Slam schaffte.

Traditionell spielt Frankreich in blauen Trikots, weißen Hosen und roten Socken – also in den Farben der Flagge Frankreichs. Neben ihrer Kurzbezeichnung XV de France (XV bzw. quinze entspricht den 15 Spielern) trägt sie daher auch die Spitznamen les Tricolores und les Bleus. Das Mannschaftslogo ist ein goldener gallischer Hahn auf einem roten Wappenschild. Frankreich bestreitet seine Heimspiele in verschiedenen Stadien, wobei die meisten im Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis stattfinden. 2002 zeichnete World Rugby die französische Nationalmannschaft als „Mannschaft des Jahres“ aus. Elf französische Rugbyspieler wurden in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen.

OrganisationBearbeiten

 
Lage aller Mannschaften, die an der französischen Top 14 teilnahmen (rote Punkte); in Rot umrandet Okzitanien, das traditionelle Zentrum des Rugbysports in Frankreich

Verantwortlich für die Organisation von Rugby Union in Frankreich ist die Fédération française de rugby (FFR). Sie wurde am 13. Mai 1919 gegründet und trat an die Stelle der Rugby-Kommission des polysportiven Verbandes Union des sociétés françaises de sports athlétiques.[5] Die FFR wiederum gründete 1934 die Fédération internationale de rugby amateur (FIRA) als Konkurrenz zum International Rugby Board (IRB, heute World Rugby), dem sie erst 1978 beitrat. Vor allem in Okzitanien im Süden Frankreichs war der Sport jahrzehntelang viel kleinteiliger strukturiert, entsprechend der deutlich größeren Beliebtheit dort. Im Norden des Landes deckten die einzelnen Teilverbände dagegen geografisch weitaus größere Gebiete ab. Im Rahmen einer grundlegenden Strukturreform der FFR im Jahr 2018 wurden die 26 bisherigen Teilverbände zu 13 zusammengeschlossen, deren Gebiet nun weitgehend jenen der Regionen Frankreichs entspricht.[6]

Drei Teilverbände sind grenzüberschreitend: Der Ligue régionale Auvergne-Rhône-Alpes de rugby gehört auch ein Verein aus der Schweiz an[7], während Andorra und Monaco von der Ligue régionale Occitanie de rugby bzw. der Ligue régionale Provence Alpes Côte d'Azur de rugby mitbetreut werden. Für die Organisation des professionellen Spielbetriebs ist die Ligue nationale de rugby zuständig; sie beaufsichtigt die beiden obersten Ligen, die Top 14 mit 14 Mannschaften und die Pro D2 mit 16 Mannschaften.[8]

Neben der eigentlichen Nationalmannschaft ruft die FFR weitere Auswahlmannschaften zusammen. Wie andere Rugbynationen verfügt Frankreich über eine U-20-Nationalmannschaft, die an den entsprechenden Six-Nations-Turnieren und Weltmeisterschaften teilnimmt.[9][10] Kinder und Jugendliche werden bereits in der Schule an den Rugbysport herangeführt und je nach Interesse und Talent beginnt dann die Ausbildung.[11] Die zweite Nationalmannschaft Frankreichs stellt seit der Saison 2017/18 der Barbarian Rugby Club.[12]

Der nationalen Meisterschaft übergeordnet sind die zusammen mit Mannschaften aus England, Irland, Italien, Schottland und Wales ausgetragenen internationalen Pokalwettbewerbe European Rugby Champions Cup und European Rugby Challenge Cup.

GeschichteBearbeiten

Frühe JahreBearbeiten

 
Die erste französische Nationalmannschaft, die am Neujahrstag 1906 das erste Test Match gegen Neuseeland bestritt

In Le Havre lebende britische Kaufleute führten den Rugbysport ein und gründeten dort im Jahr 1872 den ersten Verein Frankreichs, den Le Havre AC.[13] Bald darauf machten die Briten den Sport auch in der Hauptstadt Paris bekannt. Von dort aus begann er sich über Schulen und Universitäten im Rest des Landes auszubreiten.[14] Zwar liegen die Ursprünge im Norden, doch Rugby erfreute sich in den ärmeren Regionen im Süden weitaus größerer Beliebtheit. In Paris war Rugby – ähnlich wie in England – ein Sport der Oberschicht und des elitären Bürgertums. Hingegen zog er im Süden vor allem Bauern und im Weinbau beschäftigte Arbeiter in seinen Bann. Rugby galt dort als Ausdruck des Widerstands gegen die kulturelle Dominanz der Hauptstadt. Viele laizistisch eingestellte Lokalpolitiker förderten diesen Sport gerade auch deshalb, weil der Klerus der römisch-katholischen Kirche ihn als gewalttätig und sündhaft empfand. Ebenso sah die Bevölkerung darin ein Mittel, jahrhundertealte lokale Rivalitäten zwischen einzelnen Tälern, Kleinstädten und Dörfern zu pflegen.[15]

Der 1890 gegründete Sportverband Union des sociétés françaises de sports athlétiques (USFSA), der damals mehrere Sportarten umfasste, veranstaltete 1892 die erste Rugby-Meisterschaft (Vereine von außerhalb der Hauptstadtregion Île-de-France durften jedoch erst ab 1898 teilnehmen).[14] Ein Jahr später stellte die USFSA eine aus Spielern der Pariser Vereine Racing Club de France und Stade Français zusammengesetzte nationale Auswahl zusammen, die zu Spielen gegen englische Klubs reiste.[16] Bei den Olympischen Sommerspielen 1900 in Paris fand auch ein Rugbyturnier statt und die USFSA stellte erneut eine Auswahlmannschaft zusammen. Nach Siegen gegen Großbritannien (27:8; vertreten durch die Moseley Wanderers) und Deutschland (27:17; vertreten durch den SC Frankfurt 1880) gewann Frankreich die Goldmedaille.[17] Das damalige französische Team wird jedoch nicht als offizielle Nationalmannschaft betrachtet.[14]

Am 1. Januar 1906 fand vor 3000 Zuschauern im Pariser Parc des Princes das erste offizielle Test Match statt. Frankreich verlor mit 8:38 gegen die All Blacks aus Neuseeland, die damals durch Europa tourten.[18] Später schrieben die neuseeländischen Spieler Dave Gallaher und Billy Stead im Magazin The Complete Rugby Footballer den folgenden prophetisch anmutenden Satz über das französische Rugby:

“We are strongly of the opinion that the game will spread in their country and that in the course of time they will put a team in the field which will command the utmost respect of any other.”

„Wir sind sehr überzeugt davon, dass sich das Spiel in ihrem Land ausbreiten wird und dass sie mit der Zeit eine Mannschaft werden aufstellen können, die den allergrößten Respekt aller anderen verlangen wird.“

Dave Gallaher, Billy Stead[18]

Das erste Spiel gegen England fand am 22. März 1906 ebenfalls in Paris statt; diesmal verlor Frankreich mit 8:35. Das erste Auswärtsspiel folgte am 5. Januar 1907 im Athletic Ground in Richmond gegen England und ging mit 13:41 verloren. Zwei Tage zuvor traf eine weitere französische Auswahl im Parc des Princes auf die Springboks aus Südafrika. Das französische Team bestand ausschließlich aus Spielern von Stade Français und Racing Club de France. Da die besten Spieler bereits in England weilten, hatte dieses Spiel keinen Test-Match-Status. Nur zwei Spieler hatten internationale Erfahrung; entsprechend waren die Franzosen deutlich unterlegen und mussten sich mit 6:55 geschlagen geben, wobei die Südafrikaner 13 Versuche legten.[19]

Five Nations und Olympische SpieleBearbeiten

 
Rumänien gegen Frankreich bei den Interalliierten Spielen 1919
 
Die französische Mannschaft vor dem Spiel gegen England 1914
 
Finale des olympischen Turniers 1924 gegen die USA

1908 und 1909 trafen die Franzosen erstmals auf Wales und Irland, wobei diese beiden Auswärtsspiele ebenfalls mit Niederlagen endeten. Die Verbände der britischen Home Nations luden die Franzosen daraufhin zu ihrem jährlichen Turnier ein, womit aus der bisherigen Home Nations Championship das Five Nations (heute Six Nations) wurde.[20] Kurz vor der Abreise zum ersten Spiel der Five Nations 1910 gegen Wales versammelten sich lediglich 14 Spieler im Bahnhof Paris-Saint-Lazare, also ein Mann weniger als für ein vollständiges Team erforderlich. Der Teammanager konnte gerade noch rechtzeitig in einer nahe gelegenen Gemäldegalerie einen ihm bekannten Ersatzspieler finden und ihn zur Reise nach Swansea überreden.[21] Im weiteren Verlauf dieses Turniers kam es zur ersten Begegnung mit Schottland. Den ersten Sieg im Rahmen von Five Nations konnte Frankreich 1911 gegen Schottland feiern (ein knappes 16:15), ansonsten gab es bei den ersten sechs Turnierteilnahmen ausschließlich Niederlagen. Anfang Januar 1913 waren die Südafrikaner auf ihrer Europatour in Frankreich zu Gast; das erste Test Match zwischen beiden Teams endete mit einem 38:5-Sieg der Springboks.[22]

Der Erste Weltkrieg sorgte für eine fünfjährige Unterbrechung des internationalen Spielbetriebs. Sechs Monate nach dem Waffenstillstand trafen die Franzosen am 11. Mai 1919 in einem inoffiziellen Spiel auf die Auswahl der in Europa stationierten neuseeländischen Armee und verloren knapp mit 13:14.[23] Zwei Tage später machte sich die Rugby-Kommission der USFSA selbstständig und gründete mit der Fédération française de rugby (FFR) einen eigenen Verband. Beim Five Nations 1920 gelang der erste Sieg gegen Irland. Frankreich war beim Rugbyturnier der Olympischen Spiele 1920 in Antwerpen der einzige Teilnehmer neben der Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten. Im einzigen Spiel des Turniers verloren die Franzosen überraschend mit 0:8, sodass ihnen lediglich die Silbermedaille blieb.[17] Einige Wochen später revanchierten sich die Franzosen in Paris mit einem Sieg.

Bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris stand Rugby Union zum letzten Mal auf dem Programm. Die Gastgeber konnten im ersten Spiel Rumänien klar mit 59:3 bezwingen und standen im Finale erneut dem Team der USA gegenüber. Das Turnier war äußerst kontrovers: Zunächst war den Amerikanern zwölf Stunden lang die Einreise nach Frankreich verweigert worden, danach erhielten sie keinen Trainingsspielplatz zur Verfügung gestellt. Mit reisserischen Berichten fachte die Presse die antiamerikanische Stimmung weiter an. Im Finale, das vor 30.000 aufgehetzten Zuschauern im Stade Olympique Yves-du-Manoir stattfand, verloren die Franzosen mit 3:17, obwohl sie eigentlich die klaren Favoriten gewesen waren. Die Amerikaner wurden während der Siegerehrung ausgebuht und mit Gegenständen beworfen; Polizisten mussten sie aus dem Stadion eskortieren.[17][24] Dieser Misserfolg der Franzosen bildeten den Auftakt zu einer Serie von 13 Niederlagen in Folge. Unter anderem verloren sie 1925 mit 6:30 gegen die All Blacks, die erstmals nach 19 Jahren wieder durch Europa tourten.[25]

Ausschluss aus den Five NationsBearbeiten

 
Die französische Mannschaft im Jahr 1933

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre erwiesen sich die Franzosen allmählich als konkurrenzfähig und konnten den Rückstand zu den anderen Five-Nations-Teilnehmern verkleinern. 1927 gelang der erste Sieg gegen England, 1928 folgte der erste Sieg gegen Wales. Ebenfalls 1928 spielten sie erstmals gegen die tourenden Wallabies aus Australien und mussten sich nur knapp geschlagen geben. Um 1930 entglitt der FFR jedoch allmählich die Kontrolle. Berichte über verdeckten Professionalismus im damals reinen Amateursport – insbesondere Bezahlung und Abwerbung von Spielern mittels geheimer Absprachen – verärgerten den International Rugby Board (IRB) zusehends. Hinzu kam das Problem, dass Spiele immer häufiger in Schlägereien ausarteten und es auch unter den Zuschauern zu Ausschreitungen kam.[15] Besonders augenfällig war die Gewalt beim Five Nations 1931, als während der Partie zwischen Frankreich und Wales mehrere Spieler Verletzungen erlitten. Aus Protest gegen die Zustände gründeten 14 führende Vereine den dissidenten Verband Union française de rugby amateur, der von 1930 bis 1932 existierte. Trotz mehrerer Warnungen reagierte die FFR nicht zur Zufriedenheit des IRB, sodass Frankreich 1932 als Nichtmitglied des IRB nicht mehr zum Five Nations eingeladen wurde (in der Folge hieß das Turnier wieder Home Nations Championship).[26]

Darauf bedacht, weiterhin einen Länderspielverkehr aufrechtzuhalten, suchte die FFR nach neuen Partnern. Da es bereits seit 1927 mindestens einmal jährlich ein Test Match gegen Deutschland gegeben hatte, stieß der Verband mit dem Vorschlag, einen neuen internationalen Verband zu gründen, auf offene Ohren. Unter Federführung der FFR entstand 1934 die Fédération internationale de rugby amateur (FIRA) mit neun Mitgliedsverbänden, die daraufhin Europameisterschaften durchführte.[27] Die französische Nationalmannschaft trat dabei durchwegs gegen schwächere Gegner an. Dies führte zwischen 1931 und 1937 zu einer Serie von zwölf Siegen hintereinander – eine bis heute bestehende Bestmarke. 1939 erhielt die FFR vom IRB die Einladung, sich im folgenden Jahr wieder am Turnier der Home Nations zu beteiligen. Das für 1940 geplante Five-Nations-Turnier konnte jedoch wegen des Zweiten Weltkriegs nicht ausgetragen werden.[26] Der internationale Sportbetrieb kam zum Erliegen, mit einer Ausnahme: Am 25. Februar 1940, zweieinhalb Monate vor Beginn des Westfeldzugs, trug die Nationalmannschaft in Paris ein Spiel gegen die Auswahl der British Army aus und verlor mit 3:36.[28]

Diese deutliche Niederlage zeigte klar auf, dass die Qualität des französischen Rugby mittlerweile deutlich gesunken war. Während der Zeit des Ausschlusses hatten sich viele Rugbyspieler der professionell betriebenen Variante Rugby League zugewandt. Bis 1939 waren innerhalb weniger Jahre mehr als 200 Vereine entstanden, die zudem deutlich mehr Zuschauer anzogen als die Union-Vereine. Vor Kriegsausbruch schien es unausweichlich, dass Rugby League ähnlich wie in Australien bald die dominierende Variante sein würde. Im August 1940, nur sechs Wochen nach der Einsetzung des Vichy-Regimes durch die deutschen Besatzer, kündigte Sportminister Jean Ybarnégaray das bevorstehende Verbot von Rugby League an. Vier Monate später unterschrieb Marschall Philippe Pétain ein Dekret, das die Enteignung aller League-Vereine und ihre Verschmelzung mit Union-Vereinen anordnete. Vordergründig ging es der Regierung darum, die „moralischen Werte“ Frankreichs „neu zu beleben“ und der Professionalität im Sport ein Ende zu setzen. Andere professionell betriebene Sportarten wie Fußball, Radfahren und Boxen blieben jedoch davon verschont. Jahrzehnte später kam ans Licht, dass das Verbot hauptsächlich auf den Einfluss von Funktionären der FFR zurückzuführen war, die enge Beziehungen zu führenden Personen des Vichy-Regimes pflegten und die erstbeste Gelegenheit dazu genutzt hatten, die ernstzunehmende Konkurrenz auszuschalten. Rugby League konnte sich nach der Befreiung nie wirlich von diesem Schlag erholen und steht heute eindeutig im Schatten von Rugby Union.[15]

Von der Wiederauferstehung zum ersten Grand SlamBearbeiten

 
Frankreich gegen Italien in Rom, Europameisterschaft 1954
 
Argentinien gegen Frankreich 1954, Titelblatt von El grafico

In der Nachkriegszeit entwickelte sich das französische Rugby allmählich zum Besseren. 1945 und 1946 fanden die Victory Internationals statt – eine Serie von Spielen gegen Nationalmannschaften und militärische Auswahlteams, die nicht den vollen Status als Test Matches erhielten. Ab 1947 nahm Frankreich wieder am Five Nations teil. 1948 bezwang man die Waliser erstmals in Cardiff[29] und 1951 erstmals die Engländer in London. Ebenfalls 1948 gelang der erste Sieg über Australien. 1949 besuchte Frankreich als erste europäische Mannschaft Argentinien und gewann dort beide Test Matches gegen die Pumas. Beim Five Nations 1954 teilte sich Frankreich erstmals den Titel, zusammen mit England und Wales.[30] Im selben Jahr gelang der Mannschaft der erste Sieg über die neuseeländischen All Blacks im Stade Colombes (3:0) .[31] Im August 1954 besuchte Frankreich Argentinien erneut für zwei Test Matches. Beim Five Nations 1955 konnten England, Irland und Schottland bezwungen werden; ein weiterer Sieg über Wales hätte dem Team erstmals einen Grand Slam beschert, also Siege über alle anderen Teilnehmer im Verlauf desselben Turniers. Frankreich unterlag jedoch zuhause den Walisern und verpasste diesen historischen Erfolg knapp; immerhin blieb der geteilte Turniersieg.[32]

Baumeister der Rugby-Renaissance waren die Mannschaftskapitäne Jean Prat und Lucien Mias. Letzerer entwickelte die Gasse (Einwurf) weiter und brachte damit ein neues offensives Element ins Spiel. Als erste Mannschaft der Nordhemisphäre unternehmen die Franzosen 1958 eine Tour nach Südafrika. Sie galten im Vorfeld als klare Außenseiter, schafften aber im ersten Test Match in Kapstadt ein 3:3-Unentschieden. Eine noch größere Überraschung gelang ihnen im zweiten Test Match in Johannesburg mit einem 9:5-Sieg. Diese Tour gilt heute als Wendepunkt in der französischen Rugbygeschichte, denn die Bleus hatten bewiesen, dass sie nun endgültig zu den besten Mannschaften der Welt gehörten. Gleichwohl blieben die Franzosen weiterhin der FIRA treu und nahmen an den unregelmäßig stattfindenden Europameisterschaften teil. Zu diesen Spielen, von denen fast alle zu ihren Gunsten ausfielen, entsandten sie in den meisten Fällen die Reservemannschaft; aus diesem Grund gelten sie nicht als Test Matches (Ausnahmen sind die Partien gegen die hoch eingeschätzten Rumänen).[33] Heimsiege über Schottland und Wales sowie ein Unentschieden auswärts gegen England sicherten den Franzosen beim Five Nations 1959 den ersten ungeteilten Titel. Bei ihrer Ankunft in Dublin waren sie bereits Titelträger, doch eine 5:9-Niederlage gegen die Iren verhinderte erneut den Grand Slam.[34]

Beim Five Nations 1960 teilten sich die Bleus den Titel mit England. Anschließend brachen sie zu einer Tour nach Südamerika auf, wobei sie alle drei Test Matches gegen Argentinien deutlich für sich entschieden. Beim Five Nations 1961 errang Frankreich den nächsten ungeteilten Titel. Parallel dazu befanden sich die Springboks auf ihrer Europatour 1960/61 und erzielten den Grand Slam (in diesem Falle Siege gegen alle Home Nations während derselben Tour). Zum Abschluss trafen sie auf die Franzsoen, die ihnen ein hart umkämpftes 0:0-Unentschieden abringen konnten.[35] Verschiedene Sportjournalisten sprachen daraufhin vom „Spiel des Jahrhunderts“.[36] Die Bleus waren 1961 die erste europäische Mannschaft, die nach Neuseeland aufbrach. Sie verloren jedoch die Hälfte der Spiele gegen Provinzmannschaften und auch beide Test Matches gegen die All Blacks. Auf dem Weg zurück nach Hause legten sie einen Zwischenhalt in Australien ein und schafften in Sydney den ersten Auswärtssieg gegen die Wallabies.[37] Frankreich gewann die Five Nations 1962, verpasste jedoch wiederum den Grand Slam, nachdem man Wales unterlag. Erst 1963 erhielt die französische Nationalmannschaft ihren eigenen Nationaltrainer; diese Rolle war zuvor dem Mannschaftskapitän zugefallen. 1964 reisten die Bleus für eine kurze Tour nach Südafrika mit einem einzigen Test Matchd und schlugen die Springboks mit 8:6. Der südafrikanische Trainer Danie Craven bestand bis zu seinem Tod im Jahr 1993 darauf, dass dies das schlechteste Spiel gewesen sei, das die Springboks jemals gespielt hätten.[38]

Beim Five Nations 1966 schafften die Franzosen den bis dahin höchsten Sieg über England (13:0). Ein Jahr später folgte beim Five Nations 1967 der nächste Titelgewinn; eine knappe 8:9-Sieg im ersten Spiel gegen Schottland bedeutete jedoch, dass der lang ersehnte Grand Slam erneut ausbleib. Im Sommer 1967 tourten die Bleus fünf Wochen lang erneut Südafrika. Von den vier Test Matches gegen die Springboks gewannen sie eines, außerdem gelang ihnen ein Unentschieden. Anfang Januar 1968 musste die Nationalmannschaft zwei Schicksalsschläge wegstecken: Am Neujahrstag starb der Nationalspieler Guy Boniface an den Folgen eines Autounfalls. Vier Tage später kam auch Jean-Michael Capendeguy ums Leben, als er auf dem Nachhauseweg von Bonifaces Beerdigung ebenfalls in einen tödlichen Unfall verwickelt wurde.[39] Die tragische Ereignisse schweißten das Team zusammen und beim anschließenden Five Nations 1968 gewann es nicht nur das Turnier, sondern schaffte auch zum ersten Mal überhaupt den Grand Slam. Mannschaftskapitän Christian Carrère meinte, die Franzosen seien beim Turnier bisher nur geduldete Gäste gewesen, doch von nun an hätten ihnen die Briten Respekt gezollt.[40]

1970er und 1980er JahreBearbeiten

 
Frankreich gegen Argentinien während der Südamerikatour 1974, Titelblatt von El grafico

Frankreich brach 1968 nach Australien und Neuseeland auf, versäumte es aber wieder einen Eindruck zu hinterlassen, als man die Testserie gegen die All Blacks mit 0:3 verlor; auch gegen die Wallabies unterlag man in Sydney, wenn auch mit einem Punk unterschied. Während den Five Nations 1969 erlitt Frankreich einen Leistungseinbruch, als man in den ersten drei Spielen gegen Schottland, Irland und England verlor, jedoch Wales bezwang und deren Grand Slam verhindern konnte.

Les Bleus behielt den Status als ernst zunehmender Gegner in den Five Nations, als man 1970 den Titel mit Wales teilte und 1971 zweiter wurde. Für die 1971er-Tour der Franzosen nach Südafrika wurde der farbige Spieler Roger Bourgarel zunächst durch die Auswahlkommission ausgeschlossen, dann aber nach Intervention von Albert Ferrasse, dem Präsidenten der Fédération française de rugby, wieder ins Team aufgenommen. Der mit Ferrasse befreundete Danie Craven, inzwischen Südafrikas Verbandspräsident, gab dafür ausdrücklich seine Zustimmung. Die beiden Test Matches endeten mit einem Unentschieden und einem Sieg der Springboks.[41] Eine Testserie daheim gegen die Wallabies endete mit 1:1 unentschieden.

Während den Five Nations 1972 legte Frankreich im ersten Test Match im Stade Olympique in Colombes sechs Versuche und ließ nur einen zu, wodurch man England mit einem Rekordergebnis von 37:12 bezwingen konnte. Das Turnier musste wegen des Nordirlandkonflikts jedoch vorzeitig beendet werden, so dass es keinen Sieger gab. Nach dem Blutsonntag in Derry war die britische Botschaft in Dublin von einem aufgebrachten Mob niedergebrannt worden und zahlreiche Spieler hatten Drohbriefe, vermutlich von der IRA, erhalten.[42] Danach erfolgte der Gegenbesuch der Franzosen in Australien, wo man den Wallabies ein Unentschieden und einen knappen Sieg abringen konnte. Die Five Nations 1973 endeten zwischen allen fünf teilnehmenden Mannschaften gleichauf, einem einmaligen Ergebnis.

Jean Desclaux war zwischen 1973 und 1980 Nationaltrainer Frankreichs. 1974 gewann Frankreich wieder eine Testserie in Argentinien mit 2:0. 1975 besuchten die Pumas erstmals Frankreich, verloren jedoch in beiden Test Matches. 1975 waren die Franzosen erneut in Südafrika zu Besuch und absolvierten elf Spiele, von denen sie sechs gewannen (in beiden Test Matches behielten die Springboks die Oberhand). Während dieser Tour organisierte Craven drei Spiele gegen schwarze und multiethnische Mannschaften – eine Bedingung „sine qua non“, die Ferrasse für den Besuch der Franzosen gefordert hatte.[43] Während den Five Nations 1976 verlor Frankreich nur gegen Wales, dafür bezwang man jedoch England mit 30:9. Danach gelang ein 2:0-Heimsieg in der Testserie gegen die Wallabies. Während den Five Nations 1977 errang man unter dem Mannschaftskapitän Jacques Fouroux den zweiten Grand Slam. Die Franzosen ließen keinen Versuch zu und blieben während des gesamten Turnieres unbesiegt. Im Juli 1977 gelang den Pumas das erste Unentschieden gegen Frankreich. Im November bezwang Frankreich Neuseeland mit 18:10 in Toulouse, unterlag jedoch in Paris mit 3:15 gegen die All Blacks, wodurch die Testserie unentschieden endete.[44] Während den Five Nations 1978 traf Frankreich im entscheidenden Spiel im Cardiff Arms Park auf Wales, um zu entscheiden, wer den Grand Slam erhalten sollte, man unterlag jedoch mit 9:16 gegen Wales, die dadurch den Grand Slam gewannen. Im März 1978 wurde der französische Verband schließlich Mitglied des International Rugby Board (IRB), heute World Rugby. Am 14. Juli 1979, dem Nationalfeiertag Frankreichs, gelang der erste Sieg über die All Blacks in Neuseeland, als man im Eden Park in Auckland mit 24:19 gewann.[45]

1979 verbot die französische Regierung eine geplante Tour der Springboks und erklärte, es sei „unangemessen“, südafrikanische Mannschaften in Frankreich zu empfangen.[46] Nach der Ablehnung der Visa-Anträge der südafrikanischen Mannschaft durch die französischen Behörden im September 1979 kam es zu einem Gespräch zwischen den Außenministern beider Staaten. Danach informierte der südafrikanische Außenminister das South African Rugby Board (SARB) über die französische Position, wonach zumindest bis nach den Olympischen Spielen 1980 eine beiderseitige sportliche Begegnung nicht möglich sei. Entgegen der Missbilligung durch die französische Regierung beschloss die Fédération française de rugby, eine Einladung des SARB anzunehmen und 1980 in Südafrika eine Tour zu veranstalten sowie vorab eine Erkundungsmission nach Südafrika zu entsenden.[47] Diese Begegnung fand im Oktober 1980 unter internationalen Protesten statt. Nach ihrem Abschluss meinte der französische Verbandspräsident Albert Ferrasse, dass er mit den Fortschritten bei der Aufhebung der Trennung im südafrikanischen Rugbysport noch nicht zufrieden sei.[48]

1980er und frühe 1990er JahreBearbeiten

 
Jean-Pierre Rives, französischer Mannschaftskapitän 1981
 
Argentinien gegen Frankreich, 1988, El grafico

Im November 1980 fand das letzte Spiel gegen Südafrika während der Apartheid-Ära statt. Die Franzosen wurden von Jean-Pierre Rives angeführt und verloren den sogenannten „Sommertest“ gegen die Springboks im Newlands Stadium mit 15:37. Jacques Fouroux wurde kurz vor dem Beginn der Five Nations 1981 Nationaltrainer Frankreichs. In den zehn Jahren mit Fouroux als Nationaltrainer konnte Frankreich die Five Nations sechs mal gewinnen, einschließlich zwei Grand Slams (1981 und 1987). Frankreichs Erfolg beruhte auf dem starken Gedränge; diese Tatsache verärgerte einige französische Kommentatoren, die einen eher technischen Ansatz bevorzugten. Bekannte französische Nationalspieler aus dieser Zeit sind Philippe Sella, Daniel Dubroca und Serge Blanco.

Während den Five Nations 1981 sicherte sich Frankreich in Twickenham den Grand Slam. Während den Five Nations 1983 teilte sich Frankreich den Titel mit Irland und den Titel der Five Nations 1986 mit Schottland; die siegreichen Mannschaften gewannen jeweils drei Spiele und verloren je eines.[49] Am 8. April 1983 verbot die französische Regierung allen Sportverbänden im Land jeglichen Kontakt mit Südafrika, was unter anderem die Streichung der geplanten Tour der Franzosen zur Folge hatte.[50] Im November 1986 besuchte eine unerfahrene neuseeländische Mannschaft Frankreich. Die meisten der besten neuseeländischen Spieler waren 1986 auf Tour in Südafrika und wurden daraufhin suspendiert. Die Baby Blacks konnten dennoch in Toulouse mit 19:7 gewinnen. Frankreich gelang während der „Schlacht in Nantes“ die Revanche mit 16:3.

Die Five Nations 1987 gewann Frankreich mitsamt Grand Slam und man galt daraufhin bei der erstmals ausgetragenen Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1987 als einer der Favoriten. Im Halbfinale wurde Australien nach dreimaligem Rückstand mit 30:24 bezwungen. Im Finale konnten die Franzosen nicht mehr an diese Leistung anknüpfen und unterlagen den Neuseeländern mit 9:29.[51] Den Titel der Five Nations 1988 teilten sich Frankreich und Wales. Die Five Nations 1989 gewann Frankreich ebenfalls, verpasste nach einer 0:11-Niederlage gegen England jedoch den Grand Slam.[52]

Seit 1990Bearbeiten

 
Frankreich gegen die All Blacks im Stade de France, Saint-Denis, 2002
 
Frankreich (in weiß) gegen Schottland, 2004
 
Frankreich gegen Wales während den Six Nations 2007
 
Eröffnungsspiel der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007: Argentinien gegen Frankreich
 
Frankreich beantwortet den neuseeländischen Haka im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2007 auf seine Weise – und gewinnt das Spiel später
 
Finale der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2011 zwischen Frankreich und Neuseeland
 
Frankreich gegen Rumänien während der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2015

Bei der Weltmeisterschaft 1991 schied Frankreich nach einer Niederlage gegen England bereits im Viertelfinale aus,[53] das bisher schlechteste Abschneiden bei dem Turnier.

Nachdem die Verbannung Südafrikas nach dem Ende der Apartheid aufgehoben wurde, besuchte Südafrika 1992 wieder Frankreich, gefolgt von einem Gegenbesuch 1993. Der Tourkapitän Jean-François Tordo verletzte sich in einem Spiel gegen die Western Province und wurde durch Olivier Roumat ersetzt. Frankreich gewann die Testserie, nachdem man die Springboks mit 18:17 im Ellis Park bezwang; das vorhergehende Spiel in Durban endete mit 20:20-Unentschieden. Der Seriensieg für die Franzosen kam unerwartet, nachdem man zuvor gegen eine zweite Auswahl Südafrikas und die Provinzmannschaft aus Nordtransvaal verloren hatte; gegen den Freistaat gelang ein Unentschieden.[54]

In den frühen 1990er Jahren stand Frankreich im Schatten Englands. Acht Niederlagen hintereinander gegen die Mannschaften von Will Carling ab 1989 unterstrichen den damaligen Mangel an Disziplin der Franzosen. Während den Five Nations 1993 gewann Frankreich den einzigen Titel in den frühen 1990er Jahren, nachdem England sowohl in Cardiff als auch in Dublin besiegt wurde. 1992 besiegte Argentinien Frankreich in Nantes völlig überraschend mit 24:20, der erste Erfolg der Pumas auf französischem Boden. Während der Tour 1994 nach Neuseeland gelang den Franzosen unter ihrem Mannschaftskapitän Philippe Saint-André ein 2:0-Seriensieg.[55] Diesen Erfolg sicherte man sich mit dem bekannten „Versuch vom Ende der Welt“, als Saint-André in den letzten Spielminuten von der französischen Hälfte aus einen Gegenangriff startete und Jean-Luc Sadourny den entscheidenden Versuch legen konnte.

Bei der Weltmeisterschaft 1995 unterlagen die Franzosen im Halbfinale knapp den späteren Weltmeistern aus Südafrika, siegten aber im Spiel um Platz 3 gegen England.[56]

Im August 1995 hob das International Rugby Board sämtliche Beschränkungen bezüglich Bezahlung der Spieler auf und läutete so die professionelle Ära des Rugby Union ein. Während des Übergangs in die professionelle Ära des Rugbys dominierte vor allem England die Five Nations, die die Five Nations 1995 gewannen und den Titel während den Five Nations 1996 erfolgreich verteidigen konnten. Frankreich konnte 1996 zwar England bezwingen, verpasste aber nach einer Niederlage mit einem Punkt Unterschied gegen Wales selbst den Titel. Nach den Five Nations empfing Frankreich Rumänien und brach danach für eine Serie von zwei Test Matches nach Argentinien auf; die Franzosen konnten beide Spiele gewinnen. Am Ende des Jahres traf man auf Wales, gegen die man zuvor in den Five Nations knapp verloren hatte, Frankreich konnte sich jedoch revanchieren und mit 40:33 gewinnen; auf diesen Erfolg folgten jedoch zwei Heimniederlagen gegen die Springboks.

Nachdem man während den Titel der Five Nations 1996 knapp verpasste, trat Frankreich der neuen Saison mit Zuversicht entgegen und blieb während den Five Nations 1997 unbesiegt, einschließlich eines 23:20 gegen England in Twickenham. Nachdem man den Titel mitsamt fünften Grand Slam gewann, traf Frankreich auf den Five-Nations-Aspiranten Italien, verlor jedoch mit 32:40. Nach einem Sieg über Rumänien tourte man nach Australien, verlor jedoch beide Test Matches. Am Ende des Jahres bezwang Frankreich Italien, Rumänien und Argentinien daheim; danach empfing man Südafrika für zwei Test Matches, verlor jedoch beide, den zweiten gaar mit mehr als 40 Punkten Unterschied.

Während den Five Nations 1998 konnte Frankreich seinen Titel erfolgreich verteidigen und gewann ohne Niederlage den sechsten Grand Slam; dabei wurde Wales mit 51:0 regelrecht deklassiert. Frankreich empfing am Ende des Jahres Australien, verlor jedoch das Test Match mit 21:32. Während den Five Nations 1999 verlief die Titelverteidigung Frankreichs katastrophal, ein Jahr vor der Aufnahme Italiens und der Aufstockung zu den Six Nations: Frankreich verlor sämtliche Spiele und landete unrühmlich am Ende der Tabelle, womit man den „Wooden spoon“ „gewann“. Dies sollte bis 2013 jedoch der letzte „Wooden spoon“ der Franzosen bleiben.

Wiederum völlig anders präsentierte sich die Mannschaft im selben Jahr bei der Weltmeisterschaft 1999. Sie blieb in den drei Vorrundenspielen ungeschlagen und schlug Argentinien im Viertelfinale mit 47:26. Im Halbfinale trafen sie auf die neuseeländischen All Blacks und gewannen entgegen allen Erwartungen mit 43:31, nachdem Neuseeland anfangs mit 14 Punkten führte, Frankreich jedoch 30 Punkte hintereinander erzielen konnte. Das ungestüme Angriffsspiel forderte aber seinen Tribut, denn das Finale im neuen Millennium Stadium in Cardiff verloren die müden Franzosen 12:35 gegen Australien.[57] 1999 wurde Bernard Laporte, der Stade Français nach einer Unterbrechung von 90 Jahren wieder zum Meistertitel geführt hatte, erster vollzeitlich angestellter Nationaltrainer.

2000 trat Italien den Five Nations bei, die damit zu den Six Nations wurden. Frankreich konnte anfangs die Erwartungen in dem erweiterten Turnier nicht erfüllen; man beendete die ersten Six Nations 2000 nach Niederlagen gegen England und Irland auf dem zweiten Platz hinter England. Nachdem man Rumänien mit 67:20 bezwang, waren die Wallabies in Paris zu Gast; Frankreich verlor das Wiedersehen aus dem Finale der Weltmeisterschaft 1999 jedoch mit 3:18. Danach waren die All Blacks für zwei Test Matches zu Gast, von denen Frankreich das erste verlor, während man das zweite gewinnen konnte.

Während den Six Nations 2001 lieferte Frankreich ein enttäuschendes Turnier ab, nachdem man gegen Irland, Wales und England verlor; man erreichte lediglich den fünften Platz vor Italien. Am Ende des Jahres konnte Frankreich jedoch Siege über sowohl Südafrika als auch Australien erzielen, aber auch einen beeindruckenden Sieg über Fidschi mit 77:10. Frankreich blieb während den Six Nations 2002 unbesiegt und erzielte somit den ersten Six-Nations-Sieg und siebenten Grand Slam. Man verlor danach jedoch zwei Test Matches gegen Australien, gewann aber gegen Südafrika und spielte gegen Neuseeland Unentschieden. Ihnen wurden zahlreiche Auszeichnungen des IRB zuteil, unter anderem als „Mannschaft des Jahres“, Bernard Laporte als „Trainer des Jahres“ und Fabien Galthié als „Spieler des Jahres“.[58]

Frankreich verlor während den Six Nations 2003 zwei Spiele, einschließlich des Eröffnungsspieles gegen England; England sollte das Turnier mitsamt Grand Slam gewinnen. Frankreich erreichte lediglich den dritten Platz. Als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft spielte man gegen Argentinien, die All Blacks und England, erzielte jedoch nur gemischte Resultate. Während der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003 blieben sie in allen vier Gruppenspielen ungeschlagen und gewannen das Viertelfinale gegen Irland mit 43:21. Im Halbfinale unterlagen sie jedoch dem späteren Weltmeister England mit 7:24. Auch das Spiel um Platz 3 gegen Neuseeland ging mit 13:40 verloren.[59] Danach konnte Frankreich seinen Erfolg aus 2002 während den Six Nations 2004 wiederholen. Frankreich gewann alle Spiele, einschließlich das gegen den Weltmeister England, und somit den achten Grand Slam. Während den End-of-year Rugby Union Internationals 2004 verlor Frankreich erstmals ein Test Match im Marseiller Stade Vélodrome, als man mit 14:24 gegen Argentinien unterlag. Während den Six Nations 2005 landete Frankreich auf dem zweiten Platz hinter Wales. Während den End-of-year Rugby Union Internationals 2005 gewann man gegen die Wallabies mit 26:16 und gegen die Springboks mit 26:20.

Nach einer kurzen erfolgreichen Tour nach Nordamerika spielte Frankreich gegen Mannschaften der Südhemisphäre: Australien, Argentinien und die All Blacks, verlor jedoch alle Test Matches. Frankreich verlor eine Testserie gegen Südafrika, nachdem man im ersten Spiel 30:30-Unentschieden spielte und das zweite Test Match mit 13:17 verloren ging. Frankreich verlor sein Eröffnungsspiel der Six Nations 2006 gegen Schottland mit 16:20,[60] die erste Niederlage gegen Schottland seit 1999,[61] gewann jedoch gegen alle anderen Mannschaften, wodurch man das dritte Turnier unter Laporte gewinnen konnte.

Bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land waren die Erwartungen hoch. Doch bereits im Eröffnungsspiel gegen Argentinien mussten die Franzosen eine knappe Niederlage hinnehmen und konnten nicht mehr den angestrebten ersten Gruppenplatz erreichen. Im Viertelfinale trafen sie auf Neuseeland und siegten mit 20:18 gegen den haushohen Turnierfavoriten. Nach der Halbfinalniederlage gegen England trafen sie im Spiel um den dritten Platz erneut auf Argentinien und verloren wiederum gegen die Südamerikaner.[62]

Frankreich gelang während den Six Nations 2008 nicht die Titelverteidigung und man landete nur auf dem dritten Platz. Obwohl man Schottland, Italien und Irland bezwingen konnte, verpasste man den Grand Slam nach einen enttäuschenden Spiel gegen England. Frankreich konnte im letzten Spiel gegen Wales auch nicht deren Grand-Slam-Erfolg verhindern und unterlag mit 12:29. Während den Middle-of-year Rugby Union Internationals 2008 verlor man beide Test Matches gegen die Wallabies. Nach den für Frankreich mittelmäßigen Six Nations 2009 bezwang man die All Blacks währen den Mid-year Internationals 2009 in Dunedin mit 27:22. Zwar unterlag man eine Woche später in Wellington mit 10:14, konnte aufgrund der Punktedifferenz dennoch erstmals die Dave Gallaher Trophy in Empfang nehmen.

Während den Six Nations 2010 konnte Frankreich seinen neunten Grand Slam gewinnen, nachdem man England im letzten Spiel mit 12:10 im Stade de France bezwingen konnte.[63] Frankreich scheiterte während den Six Nations 2011 knapp an der Titelverteidigung, nachdem man erstmals ein Six-Nations-Spiel gegen Italien mit 21:22 verlor.[64]

Frankreichs Turnierverlauf während der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2011 wurde von Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft überschattet. Laut Berichten kritisierten bereits vor dem Turnier 25 der 30 Spieler des Kaders den Nationaltrainer Marc Lièvremont.[65] In der Gruppenphase lieferte Frankreich die erwarteten Erfolge gegen Japan und Kanada und verlor wie erwartet gegen Neuseeland, worauf eine überraschende Niederlage gegen Tonga folgte. In dieser Phase kritisierte Lièvremont seine Mannschaft in den Medien und brachte viele der Spieler gegen sich auf. Imanol Harinordoquy kritisierte Lièvremont öffentlich, nachdem der Trainer seine Kritik an die Öffentlichkeit brachte, anstatt dies erst mit der Mannschaft zu besprechen.[66] Trotz der Niederlagen schaffte es Frankreich bis in das Viertelfinale. Die Spieler traten zu diesem Zeitpunkt in den Widerstand gegen Lièvremont, und Harinordoquy berichtete nach dem Turnier gegenüber dem französischen Rugbyberichterstatter Midi Olympique, dass sich die Mannschaft von ihm „befreien“ musste.[65] Die Mannschaft bezwang dennoch England im Viertelfinale mit 19:12 und Wales auf umstrittene Weise mit 9:8 im Halbfinale, nachdem der walisische Mannschaftskapitän Sam Warburton das Spielfeld verlassen musste.[67][68] Die Franzosen waren im Finale bemerkenswerte Gegner für die All Blacks, und verloren nur knapp mit 7:8 gegen den Gastgeber,[69] obwohl Frankreich in der zweiten Halbzeit über weite Strecken das Spiel dominierte. Frankreich wurde damit zum dritten Mal Vizeweltmeister.

Während der Six Nations 2013 gewann Frankreich lediglich den „Wooden spoon“, nachdem man Schottland nur mit 23:16 besiegen konnte und gegen Irland nur ein 13:13-Unentschieden schaffte, man aber die anderen drei Spiele gegen Italien, Wales und England verloren hatte. Die 18:23-Niederlage gegen Italien war erst die zweite während den Six Nations überhaupt.[70][71] In den darauffolgenden Six-Nations-Turnieren gelangen Frankreich nur mittelmäßige Ergebnisse. Während den Mid-year Internationals 2013 verlor Frankreich die Testserie gegen Neuseeland mit 0:3. Während den Mid-year Internationals 2014 verlor man die Testserie gegen die Wallabies mit 0:3, worauf man die Trophée des Bicentenaires erstmals seit 2010 abgeben musste, nachdem man diese 2012 in Empfang nahm.

Während der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2015 wurde Frankreich im Viertelfinale vom späteren Meister Neuseeland mit 62:13 deklassiert.[72] Während den Six Nations 2016 verlor man im Murrayfield Stadium gegen Schottland, nachdem man drei Versuche kassierte und mit 18:29 unterlag. Dies war Frankreichs erste Niederlage gegen Schottland seit 2006 und beendete auch eine Siegesserie von zehn Spielen gegen die Schotten.[73] Während den Mid-year Internationals 2017 verlor man alle drei Test Matches in Südafrika.

Während den Mid-year Internationals 2018 verlor Frankreich die Testserie in Neuseeland wieder mit 0:3. Bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2019 wurde Frankreich mit England und Argentinien in die sogenannte „Todesgruppe“ gelost. In der Gruppenphase gewann Frankreich alle Spiele und wurde nur aufgrund weniger Bonuspunkte Gruppenzweiter hinter England. Das letzte Gruppenspiel gegen England wurde wie zwei andere Spiele wegen den Verwüstungen des Taifuns Hagibis abgesagt und als 0:0-Unentschieden gewertet.[74] Im Viertelfinale wurde man von Wales mit 20:19 besiegt, nachdem Frankreich zur Halbzeit noch mit 19:10 führte; Sébastien Vahaamahina wurde jedoch kurz nach dem Seitenwechsel mit einer roten Karte vom Platz gestellt und Wales drehte das Spiel nach einem Straftritt von Dan Biggar und dem erhöhten Versuch von Virimi Vakatawa auf 20:19.[75] Frankreich wird Gastgeber der kommenden Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2023 sein.

Trikot, Logo und SpitznameBearbeiten

 
Frankreich im ersten Trikot (in weiß mit den beiden Ringen der USFSA), vor dem Spiel gegen Großbritannien 1900
 
Frankreichs Trikot 1910, mit dem gallischen Hahn und die beiden Ringe der USFSA
 
Trikot der französischem Mannschaft während der Weltmeisterschaft 2007 mit dem traditionellen gallischen Hahn
 
Frankreichs Trikot für die Weltmeisterschaft 2007

Bis 1912 spielte die Französische Rugby-Union-Nationalmannschaft in einem weißen Trikot mit zwei Ringen darauf (das Logo der Union des sociétés françaises de sports athlétiques, den damaligen Sportverband in Frankreich, dem die Aufsicht über mehrere Sportarten im Land oblag). Nachdem Frankreich 1911 sein erstes Spiel gegen Schottland gewann, schlug der Mannschaftskapitän Marcel Communeau vor, dass die Mannschaft den coq gaulois (den „gallischen Hahn“), ein traditionelles Symbol Frankreichs, verwenden solle.[76] Der gallische Hahn wurde vermutlich deshalb ausgewählt, da er als stolzes und tapferes Tier angesehen wird, das manchmal auch aggressiv werden kann; er wurde jedoch bereits früher von anderen französischen Nationalmannschaften als Symbol verwendet – ein früherer Fußballspieler, Jean Rigal, trug bereits im Mai 1910 ein Trikot mit diesem Symbol.[77] Das Symbol war ursprünglich in weiß und rot gehalten, wurde nach 1945 jedoch in ein mehrfarbiges, aufgesticktes Bild abgeändert, und ist seit 1970 goldfarben.[78]

Das Symbol der Französischen Rugby-Union-Nationalmannschaft wurde schnell beliebt und wurde bei der Olympische Sommerspiele 1920 von der französischen Auswahl verwendet, und der Hahn auf den Olympischen Ringen abgebildet.[79] Der Hahn wurde daraufhin ein bekanntes Symbol französischer Nationalmannschaften. Französische Nationalspieler werden manchmal les coqs („die Hähne“) genannt und einige Anhänger der französischen Nationalmannschaft lassen vor Spielen Hähne auf dem Spielfeld herumlaufen.[80]

Die Französische Rugby-Union-Nationalmannschaft spielt traditionell in blauen Trikots, weißen Hosen und roten Socken, nach den Farben der Flagge Frankreichs, wovon der Spitzname les tricolores („die Dreifarbigen“) herrührt. Nachdem die Mannschaft in den letzten Jahren überwiegend blaue Trikots verwendet hat, wie andere französische Nationalmannschaften, werden sie für gewöhnlich les Bleus („die Blauen“) genannt. Wenn die gegnerische Mannschaft traditionell ebenfalls in blauen Trikots spielt – wie beispielsweise Argentinien, Italien und Schottland – spielt Frankreich in weißen Trikots. Für die Weltmeisterschaft 2007 wurden neue Trikots entworfen, wobei eines in Dunkelblau gehalten ist. Im Juni 2011 wurde ein neues Trikot vorgestellt, bestehend aus einem blauen Hemd, blauen Hosen und blauen Socken für Heimspiele und ein weißes Trikot mit weißen Hosen und weißen Socken für Auswärtsspiele.

2011 machte die Fédération française de rugby die Partnerschaft mit Adidas für einen Zeitraum von sechs Jahren bekannt und Adidas zwischen dem 1. Juli 2012 und 30. Juni 2018 das Trikot herstellen wird.[81] Seit Juli 2018 wird das Trikot für einen Zeitraum von sechs Jahren vom französischen Sportausrüster Le Coq Sportif hergestellt.[82][83]

Unter der neuen Führung des Präsidenten Bernard Laporte fasste es die FFR ins Auge, Sponsoren für das Trikot zu gewinnen. Am 24. Juni 2017 kündigte die FFR an, dass man mit der Vermarktung des Trikots begonnen habe. Im Februar desselben Jahres wurde beschlossen, auf der Trikotvorderseite mit dem Slogan #France2023 für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2023 in Frankreich zu werben.[84] Im März 2017 machte die Groupe Altrad ihre Unterstützung für die französische Bewerbung bekannt und das Unternehmenslogo wurde dem Slogan #France2023 auf dem Trikot hinzugefügt. Die Groupe Altrad wurde damit das erste Unternehmen, dessen Logo auf dem französischen Trikot erschien.[85] Nachdem 2017 die französische Bewerbung um die Weltmeisterschaft 2023 erfolgreich war, unterzeichnete die Groupe Altrad einen Vertrag mit der FFR und das Firmenlogo erscheint seitdem alleine auf dem Trikot.

Trikotausrüster und -sponsorenBearbeiten

Seit 1977 traten die folgenden Trikotausrüster und -sponsoren in Erscheinung:

Zeitraum Ausrüster Sponsor
1977–1986 Frankreich  Le Coq Sportif
1985 Vereinigte Staaten  Nike
1986–1998 Deutschland  Adidas
1998–2012 Vereinigte Staaten  Nike
2012–2018 Deutschland  Adidas
2018–2024 Frankreich  Le Coq Sportif Groupe Altrad

Im August 2020 listete die Fédération française de rugby auf ihrer offiziellen Webseite die folgenden Sponsoren und Partner auf: Garantie mutuelle des fonctionnaires, Société Générale, Orange, Groupe Altrad und Le Coq Sportif.

StadienBearbeiten

 
Eröffnungszeremonie der Weltmeisterschaft 2007 im Stade de France in Saint-Denis nahe Paris

Wie in den Rugbynationen Argentinien, Australien, Neuseeland und Südafrika gibt es in Frankreich kein offizielles „Nationalstadion“, vielmehr absolviert die französische Rugbymannschaft in zahlreichen verschiedenen Orten Frankreichs ihre Heimspiele. Zu diesen Stadien gehören Parc des Princes und Stade Olympique de Colombes, beide im Großraum Paris.[86] Das Stade Olympique de Colombes war das Hauptstadion während den Olympischen Sommerspielen 1924, bei denen auch ein Rugbyturnier ausgetragen wurde.[17]

Seitdem die französische Rugbymannschaft Ende 1997 den Parc des Princes verließ, dient ihnen das Stade de France in Saint-Denis als Heimatstadion, und während den jährlichen Six-Nations-Turnieren absolviert Frankreich dort seine Heimspiele. Das Stadion hat eine Zuschauerkapazität von 80.000.[87] Seit 2005 hat Frankreich seine Heimspiele auch in anderen Stadion absolviert: Stade Chaban-Delmas, Grand Stade Lille Métropole (aktuell Stade Pierre-Mauroy genannt), Matmut Stadium Gerland, Stade Vélodrome, Stade de la Mosson, Stade Louis-Fonteneau, Stade Auguste Bonal, Stadium Municipal und Paris La Défense Arena.[88]

Im Juni 2012 machte die FFR Pläne für ein neues Rugbystadion in Évry, etwa 25 Kilometer südlich von Paris, bekannt. Laut Schätzungen sollten sich die Baukosten auf etwa 600 Millionen € belaufen und die Zuschauerkapazität sollte 82.000 betragen. Die Fertigstellung des Stadions war ursprünglich für 2017 geplant,[89] wurde jedoch später auf 2021 oder 2022 verschoben.[90] Im Dezember 2016 gab FFR das Stadionprojekt offiziell auf.[91]

Test MatchesBearbeiten

 
Frankreich auf der Weltrangliste von World Rugby seit dem 10. Oktober 2003

Stand Ende Juni 2020 hat Frankreich 411 seiner 762 Test Matches gewonnen, was einer Gewinnquote von 53,94 % entspricht.[92]

Land Spiele Gewonnen Unent-
schieden
Verloren % Siege
Argentinien  Argentinien 52 37 1 14 71,15
Australien  Australien 47 18 2 27 38,30
  British Lions 1 0 0 1 0,00
Deutschland  Deutschland 16 14 0 2 87,50
Elfenbeinküste  Elfenbeinküste 1 1 0 0 100
England  England 106 41 7 58 38,68
Fidschi  Fidschi 10 9 0 1 90,00
Georgien  Georgien 1 1 0 0 100
Irland  Irland 98 56 7 35 57,14
Italien  Italien 41 38 0 3 92,68
Japan  Japan 4 3 1 0 75,00
Kanada  Kanada 9 8 0 1 88,89
Namibia  Namibia 2 2 0 0 100
Neuseeland  Neuseeland 61 12 1 48 19,67
  Pacific Islanders 1 1 0 0 100
Rumänien  Rumänien 52 42 2 8 80,77
Samoa  Samoa 4 4 0 0 100
Schottland  Schottland 96 55 3 38 57,29
Simbabwe  Simbabwe 1 1 0 0 100
Sudafrika  Südafrika 44 11 6 27 25,00
Tonga  Tonga 6 4 0 2 66,67
Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1 1 0 0 100
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 9 7 0 2 77,78
  Wales 99 45 3 51 45,45
Gesamt 762 411 33 318 53,94

Rivalitäten mit anderen NationalmannschaftenBearbeiten

 
Das erste Test Match zwischen Frankreich und Neuseeland am 1. Januar 1906 in Paris
 
Das erste Test Match zwischen England und Frankreich am 22. März 1906 in Paris

England und Frankreich trafen bisher 106 Mal aufeinander, wobei England 58 Test Matches gewinnen konnte und Frankreich 41, dazu kommen sieben Unentschieden. Bei Weltmeisterschaften spielten beide Mannschaften bisher fünfmal gegeneinander; England war dreimal siegreich und Frankreich zweimal. Das Spiel zwischen beiden Teams wird in den Medien und bei den Fans in England und Frankreich gleichermaßen Le Crunch genannt.[93] Gerade bei Weltmeisterschaften sind England und Frankreich die bisher erfolgreichsten Nationalmannschaften der nördlichen Hemisphäre. Beide Teams erreichten fast immer abwechselnd das WM-Finale (nur 1995 und 2015 machten Mannschaften der südlichen Hemisphäre den Turniersieg unter sich aus). England schaffte es bisher viermal ins Finale und Frankreich dreimal, bei bisher insgesamt neun Weltmeisterschaften. Beide Länder stellen auch die beiden finanzkräftigsten Rugby-Union-Ligen weltweit, die English Premiership und die Top 14.

Wie die anderen etablierten Rugbynationen der nördlichen Hemisphäre pflegt auch Frankreich eine Rivalität mit den „großen“ Nationalmannschaften der südlichen Hemisphäre. So traf Frankreich bei all drei Endspielteilnahmen auf Mannschaften der Südhalbkugel (zweimal auf Neuseeland und einmal auf Australien). Gegen die All Blacks bestritt man zwei Endspiele: 1987 und 2011, wobei man keines gewinnen konnte. 1999 traf man auf die Wallabies und unterlag ebenfalls. Gegen Südafrika spielte Frankreich bei Weltmeisterschaften bisher nur einmal: 1995 im Viertelfinale, als es sich den Gastgebern geschlagen geben musste. Gegen die All Blacks bestritt man bisher sieben Spiele bei Weltmeisterschaften, wobei Frankreich das Halbfinale 1999 und das Viertelfinale 2007 gegen die jeweils favorisierten All Blacks gewinnen konnte. Ausgeglichener ist die Bilanz gegen die Wallabies: Von bisher vier Spielen gewannen beide Mannschaften jeweils zwei.

ErfolgeBearbeiten

WeltmeisterschaftenBearbeiten

 
Der Pariser Eiffelturm während der Weltmeisterschaft 2007

Frankreich hat bisher an jeder Weltmeisterschaft teilgenommen und erreichte bei drei Turnieren das Finale, verlor jedoch jeweils gegen Neuseeland (1987), Australien (1999) und Neuseeland (2011). Damit ist Frankreich die erfolgreichste Rugby-Mannschaft der Nordhemisphäre nach England, das den Webb Ellis Cup bisher einmal entgegennehmen konnte. Bbei der ersten Weltmeisterschaft 1987 in Australien und Neuseeland drang Frankreich bis ins Finale vor, unterlang jedoch deutlich gegen Neuseeland. Bei der zweiten Weltmeisterschaft 1991 in den Ländern der damaligen Five Nations schied Frankreich im Viertelfinale gegen England aus. 1995 schaffte es Frankreich bis ins Halbfinale, unterlag jedoch gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister Südafrika, danach bezwang man die All Blacks im Spiel um Platz 3. Bei der Weltmeisterschaft 1999, die ebenfalls in den damaligen Five Nations ausgetragen wurde, schaffte es Frankreich nach einem starken Auftreten gegen Neuseeland im Halbfinale wieder bis ins Finale, unterlag diesmal jedoch gegen Australien. 2003 unterlag Frankreich dem späteren Weltmeister England im Halbfinale und verlor auch das Spiel um Platz 3 gegen Neuseeland deutlich. Die Heimweltmeisterschaft 2007 startete mit einem Stolpern gegen überraschend starke Argentinier, schaffte es aber trotzdem bis ins Halbfinale, wo man England unterlag; im Spiel um Platz 3 verlor man nochmals gegen Argentinien. 2011 schaffte es Frankreich trotz des offenen Aufruhrs gegen den Nationaltrainer bis ins Finale und scheiterte knapp am Gastgeber Neuseeland. Bei der Weltmeisterschaft 2015 unterlag man dem Titelverteidiger und späteren Weltmeister Neuseeland im Viertelfinale deutlich. Bei der Weltmeisterschaft 2019 gab Frankreich den Sieg im Viertelfinale aus der Hand und unterlag knapp den Walisern.

Five Nations / Six NationsBearbeiten

 
Während den Six Nations spielen Frankreich und Schottland seit 2018 die Auld-Alliance-Trophäe aus

Frankreichs einziges jährliches Turnier sind die Six Nations, bei dem das Team gegen fünf andere europäische Mannschaften antritt: England, Irland, Italien, Schottland und Wales. Die Six Nations begannen 1883 als Home Nations Championship und wurden 1910 zu den Five Nations, als Frankreich teilzunehmen begann.[30][94] 1932 wurde Frankreich wegen vermuteter Professionalität im damals strengen Amateursport Rugby Union aus den Five Nations ausgeschlossen, die damit zum Format der Home Nations Championship zurückkehrten; 1947 wurde Frankreich wieder aufgenommen. 1954 gelang der erste Titelgewinn, den man sich mit England und Wales teilte. 1959 gelang der erste alleinige Titelgewinn.[94]

Im Rahmen der Six Nations spielt Frankreich seit 2007 gegen Italien um die Giuseppe-Garibaldi-Trophäe und seit 2018 gegen Schottland um die Auld-Alliance-Trophäe. In der gesamten Geschichte der Six Nations ist Frankreich die dritterfolgreichste Mannschaft, obwohl es an 34 Turniere weniger teilnahm als die Home Nations. Frankreich konnte im gleichen Teilnahmezeitraum fast die gleiche Anzahl an Turnieren gewinnen wie England; Frankreich ist auch die erfolgreichste Mannschaft in der Nachkriegszeit (seit 1945). Bisher gewann Frankreich den Titel 17 Mal, dazu kommen acht geteilte Siege. Man gewann außerdem neun Grand Slams.

  • 17 alleinige Siege (1959, 1961, 1962, 1967, 1968, 1977, 1981, 1987, 1989, 1993, 1997, 1998, 2002, 2004, 2006, 2007, 2009)
  • 8 geteilte Siege (1954, 1955, 1960, 1970, 1973, 1983, 1986, 1988)
  • 9 Grand Slams (1968, 1977, 1981, 1987, 1997, 1998, 2002, 2004, 2010)

Weitere Test MatchesBearbeiten

 
Die Trophée des Bicentenaires wird seit 1989 zwischen Australien und Frankreich ausgespielt

Während der Amateur-Ära tourte Frankreich zum Teil monatelang ins Ausland, um gegen andere Nationalteams sowie gegen Regionalauswahlen und Vereinsmannschaften anzutreten. Ebenso empfing man in Frankreich tourende Nationalteams. Die Touren nach alter Tradition kamen um das Jahr 2000 zum Erliegen. Heute stehen für Test Matches gegen Teams der südlichen Hemisphäre jedes Jahr zwei Zeitfenster zur Verfügung. Bei den Mid-year Internationals im Juni reist Frankreich in die Südhemisphäre, bei den End-of-year Internationals im November empfängt man Mannschaften aus der Südhemisphäre in Frankreich. Dabei spielt Frankreich seit 1989 gegen Australien um die Trophée des Bicentenaires (zum 200. Jubiläum der Französischen Revolution gestiftet) und gegen Neuseeland seit 2000 um die Dave Gallaher Trophy (benannt nach David „Dave“ Gallaher, dem Kapitän der „Original All Blacks“ von 1905/06, der während des Ersten Weltkrieges in Frankreich starb).

Olympische SpieleBearbeiten

Frankreich nahm dreimal an olympischen Turnieren teil. Das Team wurde einmal Olympiasieger und musste sich zweimal im Finale geschlagen geben (jeweils gegen das Team der Vereinigten Staaten).

EuropameisterschaftenBearbeiten

Die französische Nationalmannschaft nahm zwischen 1935 und 1954 an Rugby-Europameisterschaften teil und entschied in diesem Zeitraum alle sechs Austragungen für sich. Danach beteiligte sich der französische Verband ab 1965 nur noch mit der Reservemannschaft France A an Europameisterschaften – mit Ausnahme der Partien gegen die damals hoch eingeschätzte Mannschaft Rumäniens – und errang bis zum endgültigen Rückzug im Jahr 1997 weitere 20 Europameistertitel.

  • Turniersiege Nationalmannschaft (6): 1935, 1936, 1937, 1938, 1952, 1954
  • Turniersiege France A (20): 1965/66, 1966/67, 1967/68, 1969/70, 1970/71, 1971/72, 1972/73, 1973/74, 1975/76, 1977/78, 1978/1979, 1979/80, 1981/82, 1983/84, 1984/85, 1985–1987, 1987–1989, 1989/90, 1990–1992, 1992–1994

SpielerBearbeiten

Aktueller KaderBearbeiten

Die folgenden Spieler bilden den Kader während der Six Nations 2020:[95]

Hintermannschaft (backs)

Spieler Position Mannschaft Länderspiele
Antoine Dupont Gedrängehalb Stade Toulousain 20
Maxime Lucu Gedrängehalb Union Bordeaux Bègles 0
Baptiste Serin Gedrängehalb RC Toulon 33
Louis Carbonel Verbinder RC Toulon 0
Matthieu Jalibert Verbinder Union Bordeaux Bègles 1
Romain Ntamack Verbinder Stade Toulousain 12
Gaël Fickou Innendreiviertel Stade Français 51
Julien Heriteau Innendreiviertel RC Toulon 0
Virimi Vakatawa Innendreiviertel Racing 92 21
Arthur Vincent Innendreiviertel Montpellier Hérault RC 0
Gervais Cordin Außendreiviertel RC Toulon 0
Lester Etien Außendreiviertel Stade Français 0
Gabriel Ngandebe Außendreiviertel Montpellier Hérault RC 0
Damian Penaud Außendreiviertel ASM Clermont Auvergne 16
Vincent Rattez Außendreiviertel Atlantique Stade Rochelais 3
Teddy Thomas Außendreiviertel Racing 92 16
Anthony Bouthier Schlussmann Montpellier Hérault RC 0
Kylan Hamdaoui Schlussmann Stade Français 0
Thomas Ramos Schlussmann Stade Toulousain 9

Stürmer (forwards)

Spieler Position Mannschaft Länderspiele
Anthony Étrillard Hakler RC Toulon 0
Camille Chat Hakler Racing 92 26
Julien Marchand Hakler Stade Toulousain 2
Dorian Aldegheri Pfeiler Stade Toulousain 4
Cyril Baille Pfeiler Stade Toulousain 17
Demba Bamba Pfeiler Lyon Olympique Universitaire 7
Jean-Baptiste Gros Pfeiler RC Toulon 0
Mohamed Haouas Pfeiler Montpellier Hérault RC 0
Jefferson Poirot Pfeiler Union Bordeaux Bègles 33
Cyril Cazeaux Zweite-Reihe-Stürmer Union Bordeaux Bègles 0
Killian Geraci Zweite-Reihe-Stürmer Lyon Olympique Universitaire 0
Bernard Le Roux Zweite-Reihe-Stürmer Racing 92 37
Boris Palu Zweite-Reihe-Stürmer Racing 92 0
Romain Taofifenua Zweite-Reihe-Stürmer RC Toulon 14
Paul Willemse Zweite-Reihe-Stürmer Montpellier Hérault RC 3
Grégory Alldritt Flügelstürmer Atlantique Stade Rochelais 11
Dylan Cretin Flügelstürmer Lyon Olympique Universitaire 0
François Cros Flügelstürmer Stade Toulousain 2
Alexandre Fischer Flügelstürmer ASM Clermont Auvergne 0
Sekou Macalou Flügelstürmer Stade Français 1
Charles Ollivon (C)  Flügelstürmer RC Toulon 11
Selevasio Tolofua Flügelstürmer Stade Toulousain 0
Cameron Woki Flügelstürmer Union Bordeaux Bègles 0

Bekannte SpielerBearbeiten

 
Jean Prat (1954)
 
Jo Maso (2011)

Elf französische Spieler wurden aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen:[96]

Spieler Position Aufnahme
Philippe Sella Innendreiviertel 2008
Serge Blanco Schlussmann, Außendreiviertel 2010
André Boniface Innendreiviertel, Außendreiviertel 2010
Guy Boniface Innendreiviertel 2010
Lucien Mias Zweite-Reihe-Stürmer 2010
Jean Prat Flügelstürmer 2010
Jo Maso Innendreiviertel 2014
Jean-Pierre Rives Flügelstürmer 2015
Marcel Communeau Zweite-Reihe-Stürmer 2015
Fabien Pelous Zweite-Reihe-Stürmer 2017
Pierre Villepreux Schlussmann 2018

Ebenfalls in die Hall of Fame aufgenommen wurde Pierre de Coubertin (für seinen Einfluss auf den Sport).[97]

SpielerstatistikenBearbeiten

 
Pierre Villepreux (1978)
 
Fabien Pelous (2008)
 
Serge Blanco (2010)

(Stand: Ende Juli 2020)

Meiste Spiele im Nationalteam[98]
Rang Name Zeitraum Spiele
01 Fabien Pelous 1995–2007 118
02 Philippe Sella 1982–1995 111
03 Raphaël Ibañez 1996–2007 098
04 Serge Blanco 1980–1991 093
05 Olivier Magne 1997–2007 089
06 Damien Traille 2001–2011 086
07 Nicolas Mas 2003–2015 085
08 Sylvain Marconnet 1998–2011 084
09 Dimitri Szarzewski 2004–2015 083
10 Imanol Harinordoquy 2002–2012 082
Meiste Spiele als Kapitän[99]
Rang Name Zeitraum Spiele
01 Thierry Dusautoir 2009–2015 56
02 Fabien Pelous 1997–2006 42
03 Raphaël Ibañez 1998–2007 41
04 Jean-Pierre Rives 1978–1984 34
05 Philippe Saint-André 1994–1997 34
06 Guilhem Guirado 2016–2019 33
07 Daniel Dubroca 1986–1988 25
08 Fabien Galthié 1999–2003 25
09 Guy Basquet 1948–1952 24
10 Michel Crauste 1961–1966 22
Meiste erzielte Punkte[100]
Rang Name Zeitraum Punkte
01 Frédéric Michalak 2001–2015 436
02 Christophe Lamaison 1996–2001 380
03 Dimitri Yachvili 2002–2012 373
04 Morgan Parra 2008–2019 370
05 Thierry Lacroix 1989–1997 367
06 Didier Camberabero 1982–1993 354
07 Gerald Merceron 1999–2003 267
08 Jean-Pierre Romeu 1972–1977 265
09 Thomas Castaignède 1995–2007 252
10 Serge Blanco 1980–1991 233
Meiste erzielte Versuche[101]
Rang Name Zeitraum Versuche
01 Serge Blanco 1980–1991 38
02 Vincent Clerc 2002–2013 34
03 Philippe Saint-André 1990–1997 32
04 Philippe Sella 1982–1995 30
05 Philippe Bernat-Salles 1992–2001 26
06 Emile Ntamack 1994–2000 26
07 Christophe Dominici 1998–2007 25
08 Christian Darrouy 1957–1967 23
09 Aurélien Rougerie 2001–2012 23
10 Yannick Jauzion 2001–2011 20

Auswahl der SpielerBearbeiten

 
Trainingszentrum der Französischen Rugby-Union-Nationalmannschaft in Marcoussis, Île-de-France

Im Dezember 2016 kündigte der Präsident der FFR, Bernard Laporte, eine Änderung in den Auswahlkriterien für internationale Turniere an, nach denen nur noch Spieler für die Nationalmannschaft spielen dürfen, die französische Staatsbürger sind. Diese Regelung ist zusätzlich zu den Regeln des Weltverbandes World Rugby, nach denen nur Spieler für Nationalmannschaften nominiert werden dürfen, die zuvor bereits drei Jahre im Land Rugby Union gespielt haben. Zum 31. Dezember 2020 hat World Rugby diesen Zeitraum auf fünf Jahre verlängert.[102] Vor der Ankündigung des französischen Verbandes durften auch Spieler mit französischen Wurzeln für die Nationalmannschaft spielen, auch wenn sie selbst keinen französischen Pass besaßen.[103] Infolgedessen hat Frankreich seit 2016 die wenigsten im Ausland geborenen Spieler in seinen Kadern für die Six Nations.[104]

TrainerBearbeiten

 
Bernard Laporte (2015)
 
Fabien Galthié (2008)

Frankreich ernannte 1964 erstmals einen Nationaltrainer: Jean Prat. Aktuell ist Fabien Galthié französischer Nationaltrainer, nachdem er 2019 angestellt wurde.

Name Jahre Siege in %
Jean Prat 1964–1968 66
Fernand Cazenave 1968–1973 32
Jean Desclaux 1973–1980 58
Jacques Fouroux 1981–1990 60
Daniel Dubroca 1990–1991 65
Pierre Berbizier 1991–1995 67
Jean-Claude Skrela 1995–1999 65
Bernard Laporte 1999–2007 63
Marc Lièvremont 2007–2011 60
Philippe Saint-André 2011–2015 44
Guy Novès 2015–2017 33
Jacques Brunel 2017–2019 42
Fabien Galthié seit 2019 75

AuszeichnungenBearbeiten

2002 zeichnete der International Rugby Board (heute World Rugby) das französische Nationalteam als „Mannschaft des Jahres“ aus.

LiteraturBearbeiten

  • Ian Borthwick: France/All Blacks: 100 ans de rencontres. Hrsg.: Au vent des îles. Papeete 2006, ISBN 2-915654-07-7.
  • Dine, Philip: French Rugby Football—Cultural History. Hrsg.: Berg. 2001, ISBN 978-1-85973-327-1.
  • Henri Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. Éditions de La Martinière, Paris 2011, ISBN 978-2-7324-4528-1.
  • Alex Potter, Georges Duthen: The Rise of French Rugby. A.H. & A.W. Reed, Wellington 1961, S. 83–91.

WeblinksBearbeiten

Commons: Französische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 4. Februar 2020, abgerufen am 26. November 2019.
  2. Most matches. ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  3. Most points. ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  4. Most tries. ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  5. La Fédération. Fédération française de rugby, abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  6. Réforme Territoriale : Ligues Régionales. Fédération française de rugby, 17. Oktober 2017, abgerufen am 14. September 2020 (französisch).
  7. Découvrez l'incroyable Servette de Genève, prochain adversaire de Cusset. Fédération française de rugby, 11. April 2019, abgerufen am 14. September 2020 (französisch).
  8. Qui sommes-nous? Ligue nationale de rugby, 2020, abgerufen am 25. August 2020 (französisch).
  9. France U20. Six Nations, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  10. World Rugby U20 Championship. World Rugby, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  11. Le rugby à l’école. Fédération française de rugby, abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  12. Barbarians Français : Une équipe d’exception. Fédération française de rugby, abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  13. How Le Havre became the birthplace of French rugby. terrynorm.ic24.net, abgerufen am 14. September 2020 (englisch).
  14. a b c Chris Thau: 100 years of French Test rugby: part one. World Rugby, 14. November 2006, archiviert vom Original am 11. Juni 2007; abgerufen am 29. März 2007 (englisch).
  15. a b c John Lichfield: Badge of dishonour: French rugby's shameful secret. The Independent, 6. September 2007, abgerufen am 18. September 2020 (englisch).
  16. Histoire du jeu. https://web.archive.org/web/20080211102822/http://rugby-nomades.qc.ca/info-nomades/histoire_tournament.php, 14. November 2006, archiviert vom Original am 11. Juni 2007; abgerufen am 29. März 2007 (englisch).
  17. a b c d Rugby at the 1924 Olympics. Rugby Football History, abgerufen am 4. März 2007 (englisch).
  18. a b 8th All Black Test : 88th All Black Game. allblacks.com, abgerufen am 30. März 2007 (englisch).
  19. 1906-07 Springboks tour. rugbyrelics.com, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  20. Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. S. 8.
  21. Joe Anduran : international contre un… Corot. Rugby Nomades, archiviert vom Original am 27. November 2012; abgerufen am 15. September 2020 (französisch).
  22. James Standley: History favours Springbok slam. BBC, 5. November 2004, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  23. NZ Army team leaves Europe. New Zealand Rugby Museum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  24. 1924 Rugby: A Wild Olympic Rematch. California Golden Blogs, 20. Juni 2012, abgerufen am 18. September 2020 (englisch).
  25. Australia, the British Isles, France and Canada. allblacks.com, abgerufen am 4. März 2007 (englisch).
  26. a b Gilles Dhers: 1931 : violence, amateurisme marron, la France exclue du Tournoi des cinq nations. Libération, 16. März 2019, abgerufen am 18. September 2020 (französisch).
  27. About us. Rugby Europe, 2020, abgerufen am 19. September 2020 (französisch).
  28. Huw Richards: Wooller inspires British Army triumph. ESPN, 24. Februar 2010, abgerufen am 19. September 2020 (englisch).
  29. Potter, Duthen: The Rise of French Rugby. S. 99.
  30. a b Six Nations roll of honour. BBC, 18. Dezember 2007, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  31. 1954: French renaissance. nobok.co.uk, abgerufen am 10. April 2007 (englisch).
  32. Pierre Salviac, Roger Couderc: Le tournoi des cinq nations: 1910–1980 Tous le matches, tous les résultats, tous les jouers. Éditions Nathan, Paris 1981, S. 71–72.
  33. Potter, Duthen: The Rise of French Rugby. S. 83–91.
  34. 1959: Finding William. nobok.co.uk, abgerufen am 10. April 2007 (englisch).
  35. South Africa tour 1960/61. espnscrum.com, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  36. Hubert Cahuzac, Guy Lochard, Joris Vincent: Le rugby n'est pas devenu un sport national grâce à la télévision ! cairn.info, Februar 2007, abgerufen am 19. September 2020 (französisch).
  37. 1961: A debut to remember. nobok.co.uk, abgerufen am 10. April 2007 (englisch).
  38. Springbok & Tricolour - the First 10 Encounters. rugby365.com, 8. November 2018, abgerufen am 19. September 2020 (englisch).
  39. Huw Richards: Mercurial French centre Guy Boniface remembered on 50th anniversary. Huw Richards, 1. Januar 2018, abgerufen am 19. September 2020 (englisch).
  40. David Reyrat: Il y a cinquante ans, le XV de France lançait sa révolution. Le Figaro, 31. März 2018, abgerufen am 19. September 2020 (französisch).
  41. Gilles Navarro: «Le respect, je l'ai gagné sur le terrain». L’Équipe, 24. November 2013, abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  42. Orders Mark: When the Wales rugby team faced 'death threats' in Ireland. In: walesonline. 19. Februar 2018, archiviert vom Original am 3. Juli 2018; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  43. Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. S. 574–576.
  44. 1977 in France. allblacks.com, abgerufen am 2. April 2007 (englisch).
  45. 184th All Black Test : 753rd All Black Game. allblacks.com, abgerufen am 2. April 2007 (englisch).
  46. Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. S. 607.
  47. SAIRR: Survey of Race Relations in South Africa 1979. Johannesburg 1980, S. 592.
  48. SAIRR: Survey of Race Relations in South Africa 1980. Johannesburg 1981, S. 598.
  49. McMurtie, Bill: Relieved Grant praises Scots' defence. The Glasgow Herald, 17. März 1986, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  50. Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. S. 638–639.
  51. Rugby World Cup 1987: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  52. Pyem Steven: Remembering England’s woe in Cardiff in the 1989 Five Nations. The Guardian, 20. März 2013, archiviert vom Original am 20. Januar 2014; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  53. Rugby World Cup 1991: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  54. Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. S. 830–840.
  55. 1994 France in New Zealand. allblacks.com, abgerufen am 2. April 2007 (englisch).
  56. Rugby World Cup 1995: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  57. Rugby World Cup 1999: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  58. World Rugby Awards Past Winners. World Rugby, 9. November 2014, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  59. Rugby World Cup 2003: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  60. Scotland 20–16 France. BBC, 5. Februar 2006, archiviert vom Original am 8. Dezember 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  61. Averis, Mike: Lamont launches Scotland into orbit as favourites fall flat at the first. The Guardian, 6. Februar 2006, archiviert vom Original am 26. September 2018; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  62. Rugby World Cup 2007: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  63. Paul Ackford: France 12 England 10: match report. The Telegraph, 20. März 2010, archiviert vom Original am 17. November 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  64. Simon Briggs: Italy 22 France 21: match report. Daily Telegraph, 12. März 2011, archiviert vom Original am 22. Oktober 2018; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  65. a b Harinordoquy admits to French uprising. ESPNscrum, 31. Oktober 2011, archiviert vom Original am 28. Oktober 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  66. Harinordoquy hits back at Lièvremont. ESPNscrum, 4. Oktober 2011, archiviert vom Original am 17. November 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  67. Wales 8–9 France. BBC, 15. Oktober 2011, archiviert vom Original am 22. August 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  68. Wales 8 France 9: match report. The Telegraph, 15. Oktober 2011, archiviert vom Original am 10. November 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  69. Rugby World Cup 2011: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  70. Orquera leads Italy to stunning success in Rome. In: rbs6nations.com. Sportsbeat, 3. Februar 2013, archiviert vom Original am 13. August 2013; abgerufen am 13. August 2013 (englisch).
  71. Rugby Union – ESPN Scrum – Italy v France at Rome. ESPNscrum, archiviert vom Original am 16. November 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  72. Rugby World Cup 2015: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  73. Scotland 29–18 France. Six Nations Guide, archiviert vom Original am 8. Dezember 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  74. Rugby World Cup: Typhoon Hagibis forces England-France off; Scotland wait & Ireland play. BBC, 10. Oktober 2019, archiviert vom Original am 13. Dezember 2019; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  75. Rugby World Cup 2019: Matches. rugbyworldcup.com, 2019, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  76. 2 janvier 1911 : la naissance d'une Nation. Rugby-nomades.qc.ca, archiviert vom Original am 20. September 2007; abgerufen am 4. März 2007 (französisch).
  77. Le coq dans le sport. Crdp.ac-bordeaux.fr, abgerufen am 4. März 2007 (französisch).
  78. Le coq sportif. Crdp.ac-bordeaux.fr, abgerufen am 4. März 2007 (französisch).
  79. Ecusson en forme de coq, devenu emblème national. Musee du Sport, archiviert vom Original am 10. Oktober 2007; abgerufen am 4. März 2007 (französisch).
  80. Owen, James: Bird Flu Strikes at French Identity, Cuisine. National Geographic, 2. März 2006, abgerufen am 25. Juni 2007 (englisch).
  81. France into adidas for International Rugby from 2012. RugbyShirts.net, 9. Juli 2012, archiviert vom Original am 22. Februar 2013; abgerufen am 9. Juli 2012 (englisch).
  82. Le Coq Sportif nouvel équipementier du XV de France à partir de 2018. sport24.lefigaro.fr, abgerufen am 6. Juni 2017 (französisch).
  83. XV de France : Le coq sportif remporte sa finale. Midi olympique, 3. Juni 2017, abgerufen am 4. Juni 2017 (französisch).
  84. Équipe de France. Une publicité sur le maillot... pour la Coupe du monde 2023. Le Télégramme, 9. Februar 2017, archiviert vom Original am 17. November 2019; abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  85. XV de France – Le nouveau maillot des Bleus avec le logo Altrad. Rugbyrama, 7. März 2017, archiviert vom Original am 17. November 2019; abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  86. Rob Lewis: Crowd Control: Transforming Stadium Spectatorship in Interwar France. Proceedings of the Western Society for French History, 2007, S. 219–232, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  87. Stade de France. rbs6nations.com, archiviert vom Original am 23. März 2007; abgerufen am 3. April 2007 (englisch).
  88. Games played by France. Rugbydata, archiviert vom Original am 29. August 2018; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  89. French rugby federation chooses new 82,000-seater stadium south of Paris. The Telegraph, 29. Juni 2012, archiviert vom Original am 26. September 2015; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  90. Le Stade: Les dates clés. Fédération française de rugby, 30. November 2016, archiviert vom Original am 24. Oktober 2016; abgerufen am 24. Oktober 2016 (französisch).
  91. Charlotte Bates: The French rugby federation abandon plans for new stadium. Sky Sports, 14. Dezember 2016, archiviert vom Original am 2. Oktober 2018; abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  92. International Rugby Union Statistics – France. ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  93. Le Crunch: What is it? Where is it? And who wins it? Rugby World Cup, 10. Juni 2020, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  94. a b Six Nations roll of honour. BBC, 29. Januar 2004, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  95. LLa liste des 42 pour le Tounoi des 6 Nations. FFR, 8. Januar 2020, abgerufen am 23. August 2020 (französisch).
  96. Inductees. World Rugby, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  97. Pierre de Coubertin. In: World Rugby Hall of Fame. Abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  98. Total matches played (descending). ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  99. Total matches played as captain (descending). ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  100. Total points scored (descending). ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  101. Total tries scored (descending). ESPNscrum, abgerufen am 23. August 2020 (englisch).
  102. World Rugby announces historic eligibility regulation reform. World Rugby, 10. Mai 2017, abgerufen am 10. Mai 2017 (englisch).
  103. France rugby team to stop selecting 'foreign' players, says Laporte. BBC, 21. Dezember 2016, abgerufen am 21. Januar 2017 (englisch).
  104. Foreign-Born Players in 2019 Six Nations. Americas Rugby News, 30. Januar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019 (englisch).
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