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Spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft

Die spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft vertritt Spanien in der Sportart Rugby Union. Sie wird vom Weltverband International Rugby Board (IRB) in die dritte Stärkeklasse (third tier) eingeteilt. Der spanische Rugbyverband Federación Española de Rugby (FER) wurde 1923 gegründet, war 1934 Gründungsmitglied der FIRA und trat 1988 auch dem International Rugby Board bei.

Spanien
Logo
Spitzname(n) El XV del León
Verband Federación Española de Rugby
Nationalstadion Estadio Nacional Complutense, Madrid
Trainer SpanienSpanien Santiago Santos
Kapitän Jaime Nava
WR-Kürzel ESP
WR-Rang 16. (68,15 Punkte)
(Stand: 18. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Francisco Puertas Soto (92)
Meiste erzielte Punkte
Esteban Roqué Segovia (257)
Meiste erzielte Versuche
César Sempere (31)
Erstes Länderspiel
Spanien 1875Spanien Spanien 9:0 Italien Italien 1861Königreich Italien (1861–1946)
(Barcelona, 20. Mai 1929)
Höchster Sieg
SpanienSpanien Spanien 90:8 Tschechien TschechienTschechien
(Madrid, 2. April 1995)
Höchste Niederlage
SpanienSpanien Spanien 10:92 Australien AustralienAustralien
(Madrid, 1. November 2001)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 1. (1999)
Bestes Ergebnis: Vorrunde

Sechs Jahre nach der Gründung des Verbandes wurde 1929 das erste Länderspiel gegen Italien ausgetragen, die Spanier gewannen damals mit 9:0. Der bisher größte Erfolg war die Teilnahme an der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999, bei der man allerdings in der Vorrunde ausschied.[2] Die Nationalmannschaft trägt den Spitznamen El XV del León (dt: die XV des Löwen) und trägt ihre Heimspiele für gewöhnlich im Estadio Nacional Universidad Complutense in Madrid aus.

GeschichteBearbeiten

Der Rugbysport kam zu Beginn der 1920er Jahre aus Frankreich, am Anfang vor allem über Katalonien, nach Spanien. Bereits 1923 wurde der Dachverband Federación Española de Rugby gegründet und sechs Jahre später bestritt die Spanische Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel, das mit 9:0 gegen Italien gewonnen wurde.

Der Spanische Bürgerkrieg und die schweren Nachkriegsjahre führten dazu, dass es in den 1940er Jahren kaum zu internationalen Begegnungen kam und erst 1951, nach Gründung des von der FIRA geleiteten Europacups für Nationalmannschaften, kehrte man zurück. 1954 und 1973 konnte man jeweils den dritten Platz dieser Amateureuropameisterschaft erringen. Nachdem 1973 die FIRA-Europameisterschaft geschaffen wurde, gelangen 1974 und 1978 erneut zwei dritte Plätze. Zwischen 1994 und 1996, während der damals in zwei Gruppen unterteilten Europameisterschaft, konnte ein erster (1994/95) und ein zweiter (1995/96) Rang hinter Frankreich erreicht werden. Zwischen März 1996 und November 1997 erreichte man die bislang längste Siegesserie, als man neun Spiele in Folge gewinnen konnte.

1998/99 gelang der bislang größte Erfolg, in der Runde B der Qualifikation zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999 wurde die Gruppe gegen Portugal, Deutschland, die Tschechische Republik sowie Andorra mit vier Siegen aus ebenso vielen Spielen gewonnen. In der Runde C qualifizierte man sich schließlich als Gruppenzweiter hinter Schottland für die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999. Bei dieser konnte man allerdings gegen Schottland sowie Südafrika und Uruguay keinen Erfolg erzielen und schied in der Vorrunde aus.

Seit dem 1999 ins Leben gerufen European Nations Cup, dem gegenwärtig zweithöchsten kontinentalen Bewerb nach dem Six Nations, schwankten die Resultate. Bei der ersten Austragung erreichten die Spanier Rang vier hinter Rumänien, Georgien und Marokko, 2000/01 und 2001/02 wurde man erneut Vierter und 2003/04 stieg man durch einen enttäuschenden sechsten Rang in die Division 2 ab, schaffte aber in der darauf folgenden Saison 2004–06 wieder den Aufstieg in die höchste Spielklasse durch den Einzug in die 4. Runde der WM-Qualifikation. Beim 2006–08 ausgetragenen Bewerb erreichten die Spanier den vierten Rang, hinter Turniersieger Georgien sowie Russland und Rumänien. Die bislang beste Platzierung glückte 2012, als die Spanier nach Heimsiegen gegen Georgien, Rumänien und die Ukraine sowie knappen Auswärtsniederlagen gegen Portugal und Russland den zweiten Endrang belegen konnten.

ResultateBearbeiten

EuropameisterschaftBearbeiten

 
Spanien gegen Tschechien, Madrid am 3. November 2007
Jahr Spielklasse Platz
1952 Division 1 4
1954 Division 1 3
1965/66 Division 2 3
1966/67 Division 2 2
1968/69 Division 2 2
1969/70 Division 2 2
1970/71 Division 2 2
1971/72 Division 2 1
1972/73 Division 1 3
1973/74 Division 1 3
Jahr Spielklasse Platz
1974/75 Division 1 4
1975/76 Division 1 5
1976/77 Division 1 4
1977/78 Division 1 3
1978/79 Division 1 6
1979/80 Division 2 1
1980/81 Division 1 5
1981/82 Division 2 3
1982/83 Division 2 2
1983/84 Division 2 1
Jahr Spielklasse Platz
1984/85 Division 1 5
1985–87 Division 2 1
1987–89 Division 1 5
1989/90 Division 2 1
1990–92 Division 1 5
1992–94 Division 1 5
1995–97 Division 1 4
2000 Division 1 2
2001 Division 1 4
2001–02 Division 1 4
Jahr Spielklasse Platz
2003–04 Division 1 6
2004–06 Division 2 1
2006–08 Division 1 4
2009 Division 1 5
2010 Division 1 5
2011 Division 1 5
2012 Division 1 2
2013 Division 1 6
2014 Division 1 4
2015 Division 1 3
Jahr Spielklasse Platz
2016 Division 1 4
2017 Division 1 3
2018 Division 1 5
2019 Division 1 2

Rugby-Union-WeltmeisterschaftBearbeiten

Jahr Resultat Spiele Siege Unent. Ndlg. +/-
1987 Nicht eingeladen
1991 Nicht qualifiziert
1995
1999 Vorrunde 3 0 0 3 18:122
2003 Nicht qualifiziert
2007
2011
2015
2019

Nations CupBearbeiten

Jahr Resultat Spiele Siege Unent. Ndlg. +/-
2006–2014 Nicht eingeladen
2015 3. Platz 3 1 0 2 35:53
2016 6. Platz 3 0 0 3 40:94
2017 5. Platz 3 1 0 2 34:74

Tbilisi CupBearbeiten

Jahr Resultat Spiele Siege Unent. Ndlg. +/-
2013 Nicht eingeladen
2014 4. Platz 3 0 0 3 20:101
2015 Nicht eingeladen

Bekannte SpielerBearbeiten

 
César Sempere im Dress der Nationalmannschaft.

Der spanische Schauspieler Javier Bardem, unter anderem Oscar und Golden Globe Preisträger, war in seiner Jugend Teil der spanischen Nationalmannschaft.

Nationaltrainer (seit 1971)Bearbeiten

Name Zeitraum
Frankreich  Gérard Murillo 1971–1993
Neuseeland  Bryce Bevin 1993–1997
Spanien  Alfonso Feijóo 1997–1999
Spanien  Tomás García 1999–2002
Frankreich  Pierre Pérez 2002–2003
England  Gerard Glynn 2004–2010
Frankreich  Régis Sonnes 2010–2012
Neuseeland  Bryce Bevin 2012–2013
Spanien  Santiago Santos Seit 2013

LänderspieleBearbeiten

Stand: 23. Juni 2019[3]

Legende:

  • positive Bilanz
  • ausgeglichene Bilanz
  • negative Bilanz
  • Gegner Spiele Siege Ndlg. Unent.
    Andorra  Andorra 3 3 0 0
    Argentinien  Argentinien 4 0 4 0
    Australien  Australien 1 0 1 0
    Belgien  Belgien 17 14 2 1
    Brasilien  Brasilien 2 2 0 0
    Chile  Chile 6 4 2 0
    Danemark  Dänemark 1 1 0 0
    Deutschland  Deutschland 24 14 8 2
    Fidschi  Fidschi 1 0 1 0
    Georgien  Georgien 20 3 16 1
    Italien  Italien 27 3 23 1
    Japan  Japan 3 0 3 0
    Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 4 4 0 0
    Kanada  Kanada 2 0 2 0
    Kenia  Kenia 1 0 1 0
    Kroatien  Kroatien 2 1 0 1
    Marokko  Marokko 20 13 5 2
    Moldau Republik  Moldau 1 1 0 0
    Namibia  Namibia 7 5 2 0
    Niederlande  Niederlande 14 13 0 1
    Polen  Polen 16 10 6 0
    Portugal  Portugal 36 24 10 2
    Rumänien  Rumänien 37 4 33 0
    Russland  Russland[A 1] 29 6 23 0
    Samoa  Samoa 1 0 1 0
    Schottland  Schottland 1 0 1 0
    Schweden  Schweden 2 2 0 0
    Schweiz  Schweiz 1 1 0 0
    Simbabwe  Simbabwe 7 5 2 0
    Slowenien  Slowenien 1 1 0 0
    Sudafrika  Südafrika 1 0 1 0
    Tschechien  Tschechien[A 2] 13 8 4 1
    Tonga  Tonga 1 0 1 0
    Tunesien  Tunesien 5 4 1 0
    Ukraine  Ukraine 2 2 0 0
    Ungarn  Ungarn 1 1 0 0
    Uruguay  Uruguay 12 6 6 0
    Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 3 0 3 0
      Wales 1 0 1 0
    Gesamt 330 155 163 12

    Anmerkungen

    1. inkl. Sowjetunion
    2. inkl. Tschechoslowakei

    Inoffizielle Mannschaften (Auswahl)Bearbeiten

    Gegner Spiele Siege Ndlg. Unent.
      Barbarian FC 1 0 1 0
      New Zealand Māori 2 0 2 0
    Gesamt 3 0 3 0

    Siehe auchBearbeiten

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. World Rugby Rankings. world.rugby, 18. November 2019, abgerufen am 19. November 2019.
    2. Breaking the mould: Spain at RWC 1999 (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive)
    3. Bilanz auf stats.espnscrum.com

    WeblinksBearbeiten

      Commons: Spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien